FC St. Pauli – SV Sandhausen 3:1, So. 07.10.18

Ist schon was länger her, dass sich hier was getan hat. Ich habe in der Zwischenzeit nicht ganz auf Spiele ohne Werder-Beteiligung verzichtet, die Anzahl ist aber weiterhin sehr niedrig. Dazu so spaßige Dinge wie Jobwechsel und Umzug. Und wenn ich ehrlich bin, so was richtig Schreibenswertes war nicht dabei.

Da unser glorreicher SVW bereits am Freitag gegen Wolfsburg gewann, ergab sich für Sonntag spontan die Möglichkeit, endlich mal wieder ans Millerntor zu fahren. Samstag Abend kam die Frage, ob ich nicht mitfahren wolle und aufgrund der kurzen und kostenneutralen Anreisemöglichkeit musste nicht wirklich lange überlegt werden. Auch wenn der Gegner Sandhausen heißt, Millerntor geht immer. Apropos Sandhausen: die habe ich tatsächlich schon mal gesehen, wenn auch leider nur auswärts. Vor einigen Jahren dachte sich die liebe Deutsche Bahn an einem Samstag: ach komm, streike ich mal. Blöd nur, dass wir an diesem Tag mit Werder in München spielen sollten. Ende des ganzen: Flixbus und Co so kurzfristig viel zu teuer und so spontan zu Union gegen Sandhausen in die Försterei. An das Spiel damals kann ich mich absolut nicht mehr erinnern. Was in Erinnerung blieb war die Tatsache, dass selbst zu einem Auswärtsspiel zu fairer Anstoßzeit in einer durchaus interessanten Stadt wie Berlin nur 20 Sandhausener Gäste anreisen. Vielleicht sehe ich diese ja heute wieder.

Bereits im Vorfeld war klar, dass wir nicht die einzigen Werder-Gäste heute am Millerntor sein würden und so war es wenig verwunderlich, dass schon am Sielwall die ersten Hamburgreisenden zu sehen waren. Mit dem IC ging es für mich mit zahlreichen Urlaubern auf dem Weg zu ihrer ach so tollen Kreuzfahrt nach Hamburg. Kurz die Lounge besucht und ab zum Stadion. Dort die üblichen Verdächtigen getroffen und erstmal was essen gegangen. Es beschweren sich ja immer alle über Anstoßzeiten von Sonntag 13:30 Uhr. Klar, für die Auswärtsfans (also in diesem Fall die 20 aus Sandhausen) schon ziemlich mies, wenn man das als Tagesausflug plant, aber als Heimfan finde ich das eigentlich echt ganz geil. Kurz Mittagessen, das ein oder andere Bier dabei zu sich nehmen. Anschließend zurück zum Millerntor, dort einige bekannte Gesichter am Eingang zur Süd treffen und noch viel mehr zumindest mir unbekannte und dann ohne allzu intensive Kontrollen rein. Während der Großteil der Grün-Weißen schon zum Derby gegen diesen anderen komischen Hamburger Verein in der verbotenen Stadt war, war es auf Heimseite tatsächlich erst mein zweites (!!!) Spiel, da muss sich dringend was ändern. Außer zwei Mal mit Werder (einmal in der Liga mitten in der Umbauphase, also eine Woche vorher noch nicht feststand, ob das Spiel überhaupt mit Zuschauer*innen stattfinden wird, da St. Pauli ein Geisterspiel drohte, entsprechend auch das Motto damals im Gästeblock, dann letztes Jahr nochmal zum Testspiel) bleibt auf Heimseite nur das Saisoneröffnungsspiel vor 2 (?) Jahren gegen Braunschweig mit anschließendem USP-Grillen. Da man die St. Pauli-Leute sonst ja auch nur beim Antira, uns oder bei Babelsbergbesuchen trifft, musste heute erstmal ein Schal her. Netterweise verkauft man sowas ebenso wie Aufkleberpakete und -rollen und sonstigen Artikeln der aktiven Szene dort ja IM Stadion. Wenn ich dran denke, was bei uns schon bei nur einem Kleber am Einlass los ist…

Mit neuem Schal, paar neuen Klebern, Kiezkiecker und Bier ausgestattet ging es dann auch so 20 bis 30 Minuten vor Anpfiff in die Süd. Der Plan heute: erstmal schön entspannt Süd Sitz das Essen verdauen und den Sonntag genießen, zweite Hälfte dann runter zu den anderen. Nach 25 Minuten und dem ersten leeren Bier war es dann mit dem ungewohnten Fußballgucken im Sitzen aber auch vorbei und man gesellte sich zum Rest. Stimmung fand ich zumindest in den Randblöcken sonntagstypisch etwas ruhig. Zu Beginn wurden jede Menge braun-weiße Stofffahnen verteilt, die sogar ich schon von St. Pauli-Spielen kenne. Sind also schon was älter 😉

Eigentlich wollten wir den ersten Toilettengang ja so timen, dass das erste Tor genau da fällt. Klappte dann nicht so ganz und St. Pauli ging bereits nach 17 Minuten durch den Diamant verdient in Führung. Leider setzte auf dem Platz danach bereits relativ früh ein Verhalten ein, das man als Werderaner*in nur zu gut kennt. Ergebnis halten ist unsere Stärke wirklich nicht und auch die Elf vom Millerntor wirkte dabei nicht immer wirklich überzeugend. In Halbzeit zwei eigentlich nur noch Sandhausen am spielen und war ja klar, 73. Minute fiel dann auch der mehr als verdiente Ausgleich. Dass es nicht schlimmer kam, verdankten die Braun-Weißen zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall ihrem Torhüter. Für mich war das Spiel zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon gelaufen. 87. Minute dann Einwechslung Allagui und was macht der Kerl in der 90. Minute? Richtig, das 2:1. Als dann Buchtmann 3 Minuten später auch noch das 3:1 machte, glaubte man seinen Augen nicht und Ausrasten überall! Schon sehr zum Schmunzeln das Ergebnis aber scheiß drauf, Heimsieg und damit für mich ein Wochenende mit 6 Punkten. Und da u.a. Babelsberg Samstag auch gewann, ein sportlich ziemlich erfolgreiches Wochenende. Auch sonst fühle ich mich am Millerntor irgendwie wohl. Hoffentlich klappt es in Zukunft nicht nur zu sonstigen Veranstaltungen dorthin. Nach kurzem Besuch im Fanladen ging es anschließend aber doch ziemlich zurück in die richtige Hansestadt, ist halt doch Sonntag!

FC St. Pauli – Eintracht Braunschweig 0:2, Sa. 13.08.16

Nach zwei Pflichtspielen in unterklassigen Ligen hieß es nun auch wieder Profifußball. Zwar gönnen sich die Werderaner noch eine Woche Pause, aber immerhin in der hanseatischen Nachbarstadt wird schon gegen den Ball getreten. USP plante zum ersten Heimspiel der Saison eine Choreo mit braun-weißen Fahnen im gesamten Stadion, so dass dort schon früh mit dem Aufbau begonnen wurde. Für den Rest der Stadionbesucher galt es noch wahlweise die Ruhe des benachbarten Festplatz zu genießen  (ja, es ist Dom) oder sich im Viertel noch einmal zu stärken. An Ständen vor so ziemlich jedem Eingang des Millerntors konnten vor Anpfiff Shirts für 10€ gekauft werden, welche zur Deckung der Choreokosten gedacht waren. Ob dann wirklich alle Shirts verkauft wurden, bleibt in Anbetracht der Anzahl an Kartons fraglich. Mein Fall war das einfache braune Motiv auf weißem Shirt leider nicht. Natürlich konnte man aber auch einfach Bargeld bei den Jungs und Mädels direkt hinter der Kartenkontrolle spenden, was ich dann doch bevorzugte.

Im Stadion wurde zunächst bis Anpfiff der mittlere Teil der Südkurve direkt vor den Vorsängerpodesten freigehalten und kurz vor Anpfiff erstmal diejenigen im Stadion zurück begrüßt, die seit dem Spiel bei Lübeck mit einem Stadionverbot belegt waren und nun auf Bewährung wieder dabei sind. Insgesamt bestimmt 80 Leute, die endlich wieder rein dürfen. Willkommen zurück! Dass dann im Pokal kommende Woche der Gegner gleich wieder Lübeck heißt, birgt dann schon ein wenig Brisanz.

Mit Anpfiff gab es besagte Choreo. Hierzu wurden in allen Bereichen des Stadions kleine braun-weiße Schwenker verteilt, die zum Einlaufen der Mannschaft geschwenkt wurden. So aus dem Block ist die Wirkung immer schwer zu beurteilen, auf Bildern sah es aber zumindest so aus, als hätten alle mitgemacht. Mir fehlte da so ein bisschen eine Folie oder Spruchbänder zu, aber gut, war ok und sicher nicht wenig Arbeit. Das Spiel lief von Beginn an eher durchwachsen für die braun-weißen. War man in Stuttgart eine Woche zuvor noch die erste Halbzeit spielbestimmend, so zeigte man heute eher das Gesicht der zweiten Halbzeit aus Stuttgart, sprich viele Fehlpässe, schlechte Zuordnung und kaum herausgespielte Chancen. Die Gäste aus Braunschweig von Beginn an bissiger, wie es so schön heißt und so war auch der Führungstreffer wenig verwunderlich. In der zweiten Halbzeit das Team von Ewald Lienen dann etwas besser eingestellt, dennoch machte Braunschweig mit dem 2:0 auch den Endstand klar. Auch stimmungsmäßig war der Gästeblock das ganze Spiel über leider immer mal wieder zu hören. Die Südkurve wirkte nach obligatorischer kurzer Saisonbegrüßung durch die Vorsänger am Anfang sehr motiviert und in Kombination mit den immer wieder genutzten Choreoschwenkern laut und mit hoher Mitmachquote dabei, mit zunehmendem Spielverlauf verflachte das Ganze leider etwas und auch die Koordination zwischen den einzelnen Vorsängern klappte nicht immer zu 100%. Aber ist ja erst das erste Heimspiel der Saison, da geht noch mehr!

Nach dem Spiel gab es dann trotz anfänglichem strömenden Regen noch ein gemeinsames Grillen der Südkurve in der Nähe des Stadions, auf welches auch per Spruchband im Stadion aufmerksam gemacht wurde. Trotz des Wetters (immerhin war es später dann doch trocken) war das Grillen erstaunlich gut besucht und so konnte bei Wurst/Steak und Bier zu fairen Preisen das Spiel gemeinsam rekapituliert werden oder auch von Erlebnissen der Vorbereitung berichtet werden.

St. Pauli – gerne wieder!