1. FC Magdeburg – SV Waldhof Mannheim 1:1, Mi. 31.07.19

Wer das Datum im Nachgang im Kalender nachschlägt, wird schnell feststellen, dass es sich um eines der ungeliebten Spiele unter der Woche handelt. Wenn man selbst aber mehr als genug Überstunden auf dem Zeitkonto hat und sich sogar noch eine Rückfahrtoption aus Magdeburg am Mittwochabend ergibt, nimmt man solche Spiele doch gerne mit. Vor allem, weil mit Magdeburg eine sehr interessante Fanszene schon länger auf meiner Liste stand. Letzte Saison mit St. Pauli musste ich leider krankheitsbedingt am Spieltag noch absagen. Heute also gegen Mannheim als neutraler Zuschauer. Online konnte sich vorab ein Ticket für den Nichtraucherblock direkt neben dem gesperrten Heimbereich gesichert werden. Gesperrter Heimbereich? Wer jetzt an Verbandsstrafen denkt, liegt ausnahmsweise Mal nicht richtig. Die fleißige Hüpferei ist das Problem. Oder Bauingenieure, die, wie ich selbst auch, eher schlecht in Statik waren. Beim Neubau der MDCC-Arena wurde jedenfalls nicht in Betracht gezogen, dass man in Magdeburg gerne auch mal geschlossen hüpft. Welche Auswirkungen das auf eine Tribüne haben kann, mussten die Verantwortlichen schnell feststellen. Die Sommerpause bis in den Herbst hinein wird die gesamte Heimkurve nun also renoviert und ist aktuell gesperrt. Hat zur Folge, dass Block U sich aktuell im Sitzbereich neben dem Gästeblock breit macht und für eine interessante Konstellation mit direkter Nähe zu den Gästen sorgt. Bedeutet aber auch wieder für mich beste Sicht auf die Heimkurve und zumindest ein eingeschränkter Blick auf den Gästeblock. Zunächst muss man aber natürlich erst einmal nach Magdeburg kommen. Hin gibt es glücklicherweise auch unter der Woche eine Direktverbindung in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt. Da ja allseits bekannt sein sollte, dass man in Magdeburg von Hopper*innen nicht sonderlich viel hält, hieß es heute auch unauffällig verhalten. Was da teilweise an Gestalten rum lief, war wirklich nicht feierlich. Das Klischee von sehr sportlichen jungen Kerlen mit Hooligantätowierungen wurde jedenfalls schon am Bahnhof bestätigt. Aufgrund der Sperrung der Straßenbahnhaltestellen direkt am Hauptbahnhof musste erstmal der neue Abfahrtsort gefunden werden, um anschließend mit vielen Blau-Weißen in Richtung Stadion zu fahren. Schon hier fiel auf, dass in Magdeburg so ziemlich jede*r entweder mit Trikot oder Schal ins Stadion geht. Dieses ohne Fankleidung, wie es bei uns häufig zu sehen ist, gibt es dort nach meinem Eindruck quasi nicht. Entsprechend fiel ich auch im Stadion ohne Fanartikel doch deutlich auf. Ebenso ungewohnt, aus diversen Berichten und von Fotos aber schon bekannt, dass einfach das gesamte Stadion bei Liedern dauerhaft mitsingt und auch auf den Sitzplätzen 90 Minuten gestanden wird. Kein Vergleich zum Eventpublikum in der Bundesliga. Entsprechend schepperten die bekannten Magdeburger Gesänge auch im Sitzbereich der Gegentribüne. Optisch fiel die aktive Magdeburger Szene in erster Linie durch die große Block U Zaunfahne und sehr häufigen Schaleinsatz auf. Was bei uns schon bei einfachen Schalschwenkereien bei Wechselgesängen scheitert, klappt hier in Perfektion. Schwenker wurden nur sehr wenige genutzt. Was mir ja persönlich gar nicht zusagt und ich ehrlich gesagt zu mackerhaft und peinlich finde, sind diese Momente, wenn sich plötzlich der gesamte Block der aktiven Szene ab Minute 70 seines Shirts entledigt und Oberkörper frei rum hüpft. Ansonsten gefiel mir der Support wirklich super und die Gäste aus Mannheim, die mit vielleicht 400 Leuten den weiten Weg auf sich nahmen, konnten sich nur nach der Führung und in der Halbzeitpause kurz Gehör verschaffen. Jegliche weiteren Versuche, Gesänge anzustimmen, wurden sofort mit viel Pöbel seitens Magdeburg niedergesungen. Magdeburg zeigte zu Beginn noch längere Zeit ein Spruchband mit der Forderung nach Absetzung des Stadionsprechers. Hintergründe kenne ich nicht. Viel nerviger als den Stadionsprecher fand ich aber die ständigen Werbefilmchen bei Ecken, Spielständen etc.. Sportlich hatte das Spiel dafür nicht sonderlich viel zu bieten. Mannheim machte eigentlich das Spiel. Das erste Tor erzielte dennoch die Heimmannschaft etwas überraschend. Quasi mit dem Halbzeitpfiff glichen die Gäste zum 1:1 aus. Die zweite Hälfte hatte dagegen nicht mehr so viel zu bieten. Am Ende ein verdientes 1:1, ich glücklich, zumindest zwei Tore gesehen zu haben und die Rückfahrt klappte auch besser als gedacht, so dass ich früh morgens am Donnerstag auch wieder in Bremen war.

TuS Makkabi Berlin – Tasmania Berlin 1:2, So. 24.02.19

Als Station 2 des Caravan of Love der Fanszene von Tennis Borussia wurde nach dem Spiel auf dem Metrodach nun das Spiel Makkabi gegen Tasmania auserkoren. Als Besonderheit ist hier zu erwähnen, dass beide Vereine von je einem Teil der TeBe Fanszene unterstützt wurde. Bei Tasmania fanden sich bei strahlendem Sonnenschein auf dem Hauptplatz der Julius-Hirsch-Sportanlage neben den TeBe Fans auch die eigenen Tasmania Fans ein. Insgesamt dürften es etwa 170 Zuschauer beim Spiel der Berlin-Liga gewesen sein. Normalerweise liegt der Zuschauerschnitt bei Makkabi wohl im niedrigen zweistelligen Bereich. Trotz immer mal wieder lautem Support der TeBe Fans für den Außenseiter Makkabi entsprach die spielerische Leistung dann doch in etwa der Tabellensituation und Tasmania gewann verdient mit 2:1. Bei sehr guten Gesprächen wurde das Spiel gut verquatscht und sich über die aktuelle Situation der TeBe-Fanszene informiert, so dass ich zu Einzelheiten des Spiels gar nichts sagen kann und selbst für’s Ergebnis im Anschluss noch mal per Twitter nachfragen musste. Zur Halbzeit wurde sich noch mit der Landauer Unikneipe Fatal solidarisiert, welche Ende März schließen muss (Fatal für immer – Für immer Fatal).

Gegenüber meinem ersten Besuch bei Makkabi wurde wie angedeutet heute auf dem Hauptplatz gespielt. Statt Kunstrasen gibt es hier noch Naturrasen und Laufbahn, wirklichen Ausbau gibt es aber nicht. Geben sollte es dafür richtige Eintrittskarten mit Spielpaarung (zwar abgeschnitten von einem normalen Bogen Din A4 Druckerpapier, aber immerhin) und eine Brezel für jede*n Zuschauer*in.

Teil 3 des Caravan of Love folgt dann bereits nächsten Samstag. Diesmal geht es zum DFC Kreuzberg, was mich besonders freut, da ich dort nach den bescheuerten Kommentaren im Blogbericht zum Fußballfans gegen Homophobie Hallenmasters und per Mail unbedingt mal hin wollte. Dass es nun so schnell und auch noch mit vielen weiteren Zuschauer*innen klappt ist umso schöner!

Türkspor Augsburg – SC Fürstenfeldbruck 0:0, So. 08.11.15

Nach Duisburg ist vor Augsburg. Wie schon im Beitrag zum Duisburg-Spiel beschrieben, führten die Sparpreise der Bahn und mein weiterhin verzögerter Beginn der Masterarbeit dazu, dass ich mich relativ spontan entschloss, trotz der ekligen Anstoßzeit von Sonntag 17:30 doch mal wieder nach Augsburg zu fahren. Die letzten Fahrten hier hin waren ja aus Werder-Sicht eher suboptimal gelaufen und so konnte unser grün-weißer Sportverein bisher noch nie in Augsburg gewinnen. Dank Gratisreservierung über die ÖBB konnten die 7 Stunden Anfahrtsweg entspannt mit Buch und Musik verbracht werden.

Am Augsburger Hauptbahnhof mit Matze getroffen, der mal wieder den noch ein paar Euro günstigeren Weg per Fernbus gewählt hatte, um zu erfahren, dass es vor dem FCA-Spiel noch die Möglichkeit gäbe, ein Spiel der Landesliga Bayern, Staffel Südwest mitzunehmen. Eigentlich mache ich mir ja wenig aus unterklassigen Spielen, bei denen mich keine der beiden Mannschaften interessiert. Da es aber noch über 3 Stunden bis Anpfiff sein sollten und der ein oder andere Bremer sich bei dem Kick angekündigt hatte, machten wir uns dann doch auf den Weg.

Der Eintritt gestaltete sich für uns kostenneutral, da ausgerechnet als wir ankamen, die Spieler des Kicks auf dem Nachbarplatz (noch ein paar Ligen tiefer) aus ihren Umkleiden auf dem Gelände des Stadions Haunstetten, Spielort unserer heutigen Toppartie zwischen Türkspor Augsburg und SC Fürstenfeldbruck, kamen. Das Stadion Haunstetten ist ein wunderschönes altes Stadion mit einem Fassungsvermögen von knapp 10.000 Zuschauern und einer überdachten Sitzplatztribüne und einer unüberdachten Stehplatz-Gegengeraden. Besonders auffällig ist die Bahn rund um den Rasen. Wo sich sonst meist Leichtathletik-Laufbahnen befinden, gibt’s hier eine Speedway-Bahn und ich muss gestehen, ein Speedway-Rennen hätte mich deutlich mehr gereizt als ein Landesligakick. Da wir erst zur Halbzeit kamen, verabschiedeten sich die ersten Bremer schon wieder, auf der Tribüne konnten wir dennoch u.a. Schnitzer-Stefan antreffen, der uns vom 0:0-Zwischenstand berichten konnte, wir hatten quasi nichts verpasst. Verpasst hätte man auch durch Fernbleiben in Halbzeit 2 nicht viel. Das Spiel war wirklich richtig schlecht. Taktik bedeutet hier, mit 5 Mann gleichzeitig auf den Ball zu zurennen, da finde ich selbst U17-Bundesliga taktisch anspruchsvoller. Wie nicht anders zu erwarten, blieb es am Ende auch beim 0:0 und außer eines Platzverweises gab es für uns nicht so viel zu sehen. Das spannendste war da schon, dass die 2 Kassierer während der zweiten Halbzeit immer wieder umherliefen, um auch dem letzten der 110 gezählten Zuschauer seine 7€ Eintritt abzuknöpfen. War uns für eine Halbzeit Grottenkick dann doch zu viel und so galt es für uns, 45 Minuten den Kassierern aus dem Weg zu gehen, was dann auch gut klappte, indem wir einfach immer entgegen deren Laufrichtung liefen.

Abpfiff, Spiel und neuen Ground abhaken und weiter rüber zur WWK Arena und dem Spiel FC Augsburg – Werder Bremen.

FC København – Aarhus GF 2:2, So. 23.08.15

Nachdem der Länderpunkt Dänemark schon mit dem Drittligakick bei Fremad Amager gemacht wurde, gab es am Abend noch eine Runde erste dänische Liga. Der FC København dürfte den Werderanern fantechnisch insbesondere durch seine Fanfreundschaft zu Teilen der verbotenen Stadt bekannt sein. Ansonsten möchte ich mich als langjähriger Brøndbysympathisant und damit Ablehner dieses erst 1992 entstandenen Produkts gar nicht weiter zum FCK äußern. Nur so viel, Bilder sagen mehr als tausend Worte:

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mit diesem Etwas fahren die vorm Spiel rum und feuern Fanartikel ins Publikum, es lebe der Kommerz!

Zu Gast heute im Telia Parken, welches auch als Stadion der Nationalmannschaft dient, Aarhus GF. Insgesamt sahen knapp 19000 Zuschauer das Spiel. Aus Aarhus waren etwa 1000 Personen angereist, welche in einheitlichem weiß, den Gästeblock komplett füllten. Man muss allerdings dazu sagen, dass der Gästeblock im Parken lediglich durch 2 Stoffbahnen vom angrenzenden Familienblock getrennt und somit flexibel in der Größe ist, die Aarhus Fans werden also vermutlich nur den kleinstmöglichen Bereich bekommen haben. Nichtsdestotrotz macht auch ein voller kleiner Block etwas her. Die aktive Szene postierte sich mit etwa 30-40 Leuten inkl. 4 bis 5 Schwenkern hinter dem Mundloch des Blocks und feuerte dort durchgehend ihre Mannschaft an. Vor dem Spiel wurde im unteren Teil des Blocks eine Blockfahne mit dem Text “Samlet for Aarhus” ausgebreitet, die allerdings später aufgrund des benötigten Platzes wieder eingepackt wurde. Dafür wurde mit Anpfiff ein Spruchband (“Bag jer til sidste ende”) gezeigt.

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“Samlet for Aarhus” Blockfahne vor dem Spiel

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“Bag jer til sidste ende”-Spruchband zum Anpfiff

Auf Heimseite sangen etwa 300 bis 400 ebenfalls größtenteils in weiß gekleidete Fans hinter den Fahnen von Urban Crew København und Rebels København mit Unterstützung von 2 Trommeln.  Zu Beginn gab es eine Gedenkchoreo für Harald Nielsen, der stark an der Entstehung des FC København beteiligt und in den 90ern im Verein in verschiedensten Rollen aktiv war.  Hierzu gab es ein schwarzes Spruchband am Zaun und im Block wurden mit Anpfiff schwarze Papptafeln hochgehalten, welche durch ein Konterfei Harald Nielsens vom Oberrang und knapp 20 Fackeln auf der Tribüne unterstützt wurden.

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Gedenkchoreo für Harald Nielsen

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Infoflyerverteilung zur Choreo auf dänische Art (einfach vom leeren Oberrang geworfen)

Zu Beginn des Spiels gab es dann viel Gehüpfe und Geklatsche auf Heimseite, was mir persönlich sehr gut gefiel. Die Liedauswahl war sehr groß und trotz der geringen Zuschauermenge in dänischen Stadion muss man eins sagen: Die aktiven Fans sind zwar wenige, aber wirklich alle beteiligen sich am Support und sind dadurch ziemlich laut, deutlich lauter als manche Szene in der Bundesliga!

Auf dem Spielfeld dominierte die Mannschaft aus der Hauptstadt das Spiel eigentlich nach Belieben und ging nach 21 Minuten durch einen sehenswerten Freistoßtreffer in Führung. In der 38. Minute konnte Aarhus etwas glücklich ausgleichen, in dem der Torwart der Kopenhagener getunnelt wurde. Nach der Pause eigentlich das selbe Bild wie zuvor, Kopenhagen macht das Spiel und erzielt das 2:1 bevor Aarhus in der 89. (!) Minute per Fallrückzieher (!!!) ausgleicht. Ich musste meine Freude über den klasse Ausgleich etwas zurückhalten, um mich rum saßen natürlich nur FCK-Fans, die vom gerade gesehenen nicht sonderlich angetan waren. Der Gästeblock dagegen feierte das Tor und auch die Mannschaft noch bis nach Abpfiff.

Nach dem Abpfiff dann noch auf die Suche nach einem richtigen Ticket gemacht, leider war quasi der ganze Block ebenfalls mit Print@home-Tickets ausgestattet, so dass mir ein Erfolgserlebnis versagt blieb. Auch der Weg zurück in die Stadt gestaltete sich ein wenig aufwändiger als gedacht. Der eine Bus zurück kam aufgrund des Verkehrs ums Stadion so spät, dass quasi alle heimischen Fans schon zu Fuß oder mit dem Rad auf dem Heimweg waren und fast nur noch englischsprachige Stadionbesucher auf den Bus warteten. Im Bus dann noch eine sehr lustige Situation: ein leicht angetrunkener Aarhus-Fan klebt einen Aarhus-Aufkleber auf die Haltestellenanzeige im Bus. Darauf ein etwa 16-jähriger mit Seidenschal und Rebels Kopenhagen Shirt vom hinteren Teil des Busses nach vorne gelaufen und geguckt, was der Aarhus-Fan da geklebt hat. Statt den Kleber aber zu entfernen oder zu überkleben, rennt er lieber heulend zu seinen fünf Freunden, damit sie dann zusammen einen Kleber überkleben, ganz stark und wahrlich rebellisch! 😀

Wieder am Rathausplatz angekommen, dann noch 2 Stunden die Zeit bei Burger King und mit erneutem Stadtrundgang vertrieben, um dann wieder mit Bus und Fähre zurück nach Berlin zu fahren. Die Rückfahrt gestaltete sich deutlich entspannter. Relativ wenig los, dadurch eine Reihe für mich alleine und auch schlafen ging diesmal ganz gut.

Fazit: Für knapp 25€ Fahrkosten sollte man sowas ruhig mal machen, zwei mal neun Stunden Busfahrt in 24 Stunden ist aber schon nicht ohne.

Noch ein paar Bilder: