We save TeBe + DFC Kreuzberg – SV Schmöckwitz-Eichwalde 5:0, Sa. 02.03.19

Eigentlich hatte ich mir ja gesagt, dass die wöchentlichen Ausflüge nach Berlin auch mal wieder ein Ende haben müssten (seit Jahresbeginn 6x, mit heute 5 Wochen in Folge), aber dann erfuhr ich beim Makkabi-Spiel, dass heute der DFC Kreuzberg besucht werden sollte. Seit dem Fußballfans gegen Homophobie Hallenturnier, bei dem mir die spielerische Leistung einer Spielerin des DFC ganz besonders gefiel, und ich aufgrund eben dieser Erwähnung im Turnierbericht sowohl unter den Bericht als auch per Mail sexistische und homophobe Nachrichten bekam, stand für mich eigentlich fest, dass ich unbedingt mal zum DFC möchte. Nun ergab sich also die Chance und dann muss man so etwas natürlich annehmen.

Die TeBe Fanszene hatte vor dem Spiel zusätzlich zu einer “We save TeBe” Infoveranstaltung ins Musik und Frieden in Kreuzberg geladen, um über die aktuellen Entwicklungen, das Projekt “Come on TeBe” und zukünftige Veranstaltungen der Caravan of Love-Tour zu informieren. Das Motto “We save TeBe” gibt es dabei schon über 10 Jahre und kommt aus der Zeit, als es TeBe finanziell mehr als schlecht ging und aus der Fanszene heraus Unterstützung über eben diese Kampagne gegeben wurde.

Meine Einladung zum gemeinsamen Spielbesuch beim DFC fand leider nicht den erhofften Anklang und so machte ich mich Samstag morgen alleine auf den Weg nach Berlin. Pünktlich zur angegebenen Zeit öffneten sich die Türen des Musik und Frieden und am Ende dürften es etwa 70 Personen, vor allem aus der TeBe-Fanszene, gewesen sein, die den Worten u.a. von Rudi folgten. Begonnen wurde mit ein paar Worten des 11-Freunde-Chefredakteurs Philipp Köster, der die Kampagne lobte, der Fanszene viel Durchhaltevermögen wünschte und auch noch einmal auf die Wichtigkeit von fanpolitischen Fragen und der Mitgestaltung durch Fans in Vereinen hinwies. Anschließend wurde mittels Präsentation die aktuelle Situation und die Chronik seit dem Einstieg von Crunch Fit vorgestellt, welche mittlerweile über 10 Din A4-Seiten lang ist. Nach einer Übersicht über die zahlreichen Entlassungen und Rücktritte seit Jens Redlich wurde es etwas emotional, als Bangel, der Stadionsprecher von TeBe, erklärte, wieso er als letzter Verbliebener nun auch seinen Rücktritt vollzogen und dem Verein (zumindest vorerst) den Rücken gekehrt hat. Per Videobotschaft sendete Audiolith solidarische Grüße aus Hamburg. Gleichzeitig wurde die Veranstaltung dazu genutzt, die Seite comeontebe.de nun offiziell online zu stellen. Hier findet ihr ab sofort alle Hintergründe, Infos zu den einzelnen Arbeitsgruppen bei Come on TeBe und auch alle Termine sowohl der Gruppen als auch des Caravan of Love. Termine der Caravan of Love Tour gibt es mittlerweile bis Juni, so dass auch ihr sicher eine Möglichkeit findet, die Fanszene von TeBe bei ihrer Aktion zu unterstützen. Mit “Come on Tebe” und “We save TeBe” ist auch verbunden, dass es entsprechende Trikots in Zukunft käuflich zu erwerben gibt. Als erster Trikotsponsor hat sich das Musik und Frieden selbst gefunden, auf dem Ärmel findet ihr einen schicken “Berlin gegen Nazis” Print. Mit Kuchen und Getränken endete die Veranstaltung und zu Fuß und per U-Bahn ging es anschließend weiter zum DFC Kreuzberg.

Auf dem Sportplatz Lobeckstraße sollte das Team des DFC Kreuzberg als Tabellenführer heute auf den Dritten vom SV Schmöckwitz-Eichwalde treffen. Was auf dem Papier sehr spannend klang, war in der Realität dann doch ein sehr einseitiges Spiel und der DFC führte früh sehr hoch. Bereits zur Halbzeit konnte die mehrfache Torschützin ausgewechselt werden und am Ende hieß es mehr als verdient 5:0. Zwischendurch blieb immer wieder Zeit, neben den 150 bis 200 Zuschauer*innen auch die Damen* des DFC in die Gesänge einzubeziehen, so dass auch diese immer mal wieder im Spiel hüpfen mussten. Bereits zum Anpfiff gab es Konfettishooter, die geplanten Luftballons erblickten dann aber doch nicht das Licht der Welt bzw. verschwanden hinter’m Zaun, der auch heute wieder mit der “TeBe’s on Fire” Zaunfahne und einigen weiteren beflaggt war. Das Catering übernahmen die Jungs und Mädels der Party Army und so konnte aus einer reichhaltigen Auswahl an Bier, Bier und ähm Bier gewählt werden. Am Ende durfte ich sogar meinen schicken FfgH Becher behalten und mit zurück nach Bremen nehmen. Den Damen* des DFC hat der Besuch augenscheinlich sehr gut gefallen und so wurde nach dem verdienten Sieg mit dem Publikum abgeklatscht und auch die Flasche Westberliner Luft als Geschenk fair mit dem Publikum geteilt.

Auch wenn die Strecke Bremen-Berlin etwas schlaucht und mich einige Personen bereits vorab für verrückt erklärt haben, genau solche Spiele und Aktionen machen für mich den Fußball aus und es war mir eine Freude, sowohl die TeBe-Leute wieder zu sehen als auch endlich mal den DFC auf heimischem Platz spielen zu sehen. Wer mal in Berlin ist, dem/der sei auf jeden Fall ein Besuch beim DFC empfohlen. Alle Infos und Termine findet ihr hier.

Was gibt es zum Sportplatz Lobeckstraße zu sagen? Einfacher Kunstrasenplatz mit Laufbahn, mehrstufiger Tribüne auf der einen Seite und Kabinentrakt hinter’m Tor. Das Umfeld mit zahlreichen Hochhäusern ergibt dabei eine wirklich nette Kulisse.

Station 4 des Caravan of Love folgt dann bereits nächstes Wochenende mit dem Spiel Polar Pinguin gegen Chemie Adlershof, diesmal tatsächlich ohne mich. Nach 3 sehr schönen Stops des Caravan of Love heißt es für mich jetzt auch mal wieder Ernst des Lebens und andere Verpflichtungen, so dass es außer Werder wohl wieder weniger anderes geben wird. Der Fanszene von TeBe bleibt mir nur weiterhin viel Kraft zu wünschen und bezüglich der Kommentare nach dem FfgH-Turnier bleibt auch nur festzuhalten:

Kein Fußball den Sexisten!


TuS Makkabi Berlin – Tasmania Berlin 1:2, So. 24.02.19

Als Station 2 des Caravan of Love der Fanszene von Tennis Borussia wurde nach dem Spiel auf dem Metrodach nun das Spiel Makkabi gegen Tasmania auserkoren. Als Besonderheit ist hier zu erwähnen, dass beide Vereine von je einem Teil der TeBe Fanszene unterstützt wurde. Bei Tasmania fanden sich bei strahlendem Sonnenschein auf dem Hauptplatz der Julius-Hirsch-Sportanlage neben den TeBe Fans auch die eigenen Tasmania Fans ein. Insgesamt dürften es etwa 170 Zuschauer beim Spiel der Berlin-Liga gewesen sein. Normalerweise liegt der Zuschauerschnitt bei Makkabi wohl im niedrigen zweistelligen Bereich. Trotz immer mal wieder lautem Support der TeBe Fans für den Außenseiter Makkabi entsprach die spielerische Leistung dann doch in etwa der Tabellensituation und Tasmania gewann verdient mit 2:1. Bei sehr guten Gesprächen wurde das Spiel gut verquatscht und sich über die aktuelle Situation der TeBe-Fanszene informiert, so dass ich zu Einzelheiten des Spiels gar nichts sagen kann und selbst für’s Ergebnis im Anschluss noch mal per Twitter nachfragen musste. Zur Halbzeit wurde sich noch mit der Landauer Unikneipe Fatal solidarisiert, welche Ende März schließen muss (Fatal für immer – Für immer Fatal).

Gegenüber meinem ersten Besuch bei Makkabi wurde wie angedeutet heute auf dem Hauptplatz gespielt. Statt Kunstrasen gibt es hier noch Naturrasen und Laufbahn, wirklichen Ausbau gibt es aber nicht. Geben sollte es dafür richtige Eintrittskarten mit Spielpaarung (zwar abgeschnitten von einem normalen Bogen Din A4 Druckerpapier, aber immerhin) und eine Brezel für jede*n Zuschauer*in.

Teil 3 des Caravan of Love folgt dann bereits nächsten Samstag. Diesmal geht es zum DFC Kreuzberg, was mich besonders freut, da ich dort nach den bescheuerten Kommentaren im Blogbericht zum Fußballfans gegen Homophobie Hallenmasters und per Mail unbedingt mal hin wollte. Dass es nun so schnell und auch noch mit vielen weiteren Zuschauer*innen klappt ist umso schöner!

Blau-Weiß Friedrichshain – SF Charlottenburg-Wilmersdorf II 0:1, Sa. 09.02.19

Nachdem sich die Fanszene von Tennis Borussia Berlin rund um TBAF (TeBe Aktive Fans) und Party Army nach Zerwürfnissen mit dem Vorstandsvorsitzenden und Hauptsponsor Redlich und dem Vorstand, die zu sehr unschönen Szenen auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins führten, schweren Herzens entschieden hat, dem eigenen Verein vorerst den Rücken zu kehren, wurde der Caravan of Love in’s Leben gerufen. Per Anzeige in der “Fußball-Woche” rief man andere Vereine dazu auf, sich bei Interesse an einem kleinen Haufen supportwilliger Fußballfans als Unterstützung des eigenen Vereins, per Chiffre bei den TeBe-Fans zu melden. Ziel des Ganzen ist neben dem weiteren gemeinsamen Spielbesuch natürlich auch dem Vorstand von TeBe vor Augen zu führen, was dieser durch sein Handeln aufgibt.

Die erste Station des Caravan of Love sollte die TeBe-Fans einen Tag vor unserem Augsburg-Spiel inkl. Fanmarsch an einen ganz besonderen Spielort führen. Zwar spielt der lokale Verein Blau-Weiß Friedrichshain irgendwo in der Kreisliga A in den tiefen des Berliner Fußballs, mit dem Metro Fußballhimmel hat man aber einen außergewöhnlichen Spielort. Der eigene Kunstrasenplatz befindet sich nämlich, wie der Name schon vermuten lässt, auf dem Dach des örtlichen Metro-Kaufhauses in unmittelbarer Nähe des Ostbahnhofes.

Etwa 100 Lila-Weiße trafen sich an diesem Samstag Vormittag bei schönstem Fußballwetter (zunächst nieselte es noch ein wenig und es kamen schon die ersten Sorgen auf, dass das heute ins Wasser fällt, danach schien aber quasi durchgehend die Sonne) vor’m Ostbahnhof und legten gemeinsam den 5-minütigen Fußweg zur Metro zurück. Vor Ort wurde man schon von den ersten Fernsehteams empfangen, die es sich nicht nehmen ließen, den heutigen Spielbesuch zu begleiten. Mich persönlich nervt sowas ja tierisch und so war ich nicht sonderlich begeistert, am Ende im Bericht des RBB groß zu sehen zu sein, der aktiven Fanszene und allen aktiven Fußballfans in Deutschland kann eine solche Aufmerksamkeit aber nur helfen, um den Fußballfans klar aufzuzeigen, welche Folgen fehlendes Mitspracherecht, Aufweichung von Regelungen wie 50+1 und ähnlichem haben können.

Der Blick vom Metro-Fußballhimmel entschädigt dann auch für den Kraftakt, erstmal zahlreiche Treppen nach oben laufen zu müssen (so viele sind es dann aber doch nicht). Der Heimverein hatte natürlich aufgrund der zahlreich erwarteten Gäste etwas Verpflegung aufgefahren und sogar Schals der Blau-Weißen wurden sicher nicht wenige verkauft. Apropos Blau-Weiß: Die aktive Fanszene der Lila-Weißen hatte extra für das Spiel die wichtigsten TeBe-Lieder auf den heutigen Heimverein angepasst und die Liedtexte als Flyer dabei. So sang man heute des öfteren vom “Rooftop”, passte die Vereinsfarben in den Liedern auf blau-weiß an und auch die Kritik am eigenen Verein kam natürlich nicht zu kurz. Am Ende dürften es heute etwa 250 Zuschauer*innen gewesen sein, die mit zahlreichen Zaunfahnen am Zaun hinter dem Tor anflaggten. Zunächst wurde die erste Reihe der kleinen Plastiksitzschalentribüne eingenommen, bis sich herausstellte, dass hier normal die Auswechselspieler sitzen. Sowas weiß man als Gast halt nicht. Am Ende besorgten sich die beiden Vereine Bierbänke als Auswechselbank und so war die komplette Tribüne in lila-weißer Hand. War für die Friedrichshainer wohl eine nette Abwechslung, verirren sich sonst wohl nicht so viele Personen auf’s Metrodach. Leider konnte am Ende trotz lautem Support inklusive Wechselgesängen mit der gegenüberliegenden Seite (inkl. Ostblock-Westblock und BRD-DDR-Wechselgesängen) kein Punkt für die Blau-Weißen geholt werden und man verlor knapp mit 0:1. Spaß gemacht hat es vermutlich trotzdem allen Anwesenden und schreit quasi nach einer Wiederholung an einem anderen Ort.

Für mich hieß es nach Abpfiff leider relativ schnell zum Bahnhof zurück, da es am nächsten Tag ja schon früh morgens zum Fanmarsch auf den Marktplatz gehen sollte.

Infos zu allen weiteren Aktionen findet ihr ab sofort unter anderem auf dem Twitter-Account der Jungs und Mädels von “Come on TeBe”. Einen ausführlichen Bericht zum Spiel und den Hintergründen gibt es auch bei Faszination Fankurve.