FC Nordsjælland – Aarhus GF 2:0, So. 27.09.15

Wie schon im Derbybeitrag erwähnt, ging es mit den Aachenern per Auto nach Farum. Dort spielt der FC Nordsjælland, der, wie auch der FCK, ein typisch dänisches Tier im Vereinswappen hat, einen Tiger. Dank Presseausweis wurde auch schnell ein Parkplatz direkt neben dem Stadion gefunden. Da wir natürlich viel zu früh am Stadion waren, erstmal noch ein wenig ums Stadion gelaufen und kurz in den Fanshop geguckt. Hier kann man doch tatsächlich Essens- und Getränkechips für den Verzehr im Stadion vorab kaufen und dadurch ein paar Kronen sparen. Interessante Idee, insbesondere, weil man sich das Bestellen sparen kann, auf dem Chip steht ja drauf, was man will, also bei 10 Getränken/Würsten nur einmal im Fanshop 10 Stück bestellen statt 10 mal am Stand nach einem Getränk zu fragen.

Da wir wieder mal nur Print@Home-Tickets hatten, dann noch vor dem Familienblock der Aaachener versucht, diese in normale Tickets zu tauschen. Leider konnten uns die entsprechenden Ordner nur den Tipp geben, doch selbst mal die Zuschauer zu fragen. Wären wir selbst nie drauf gekommen…

Mit Einlass dann von den Aachenern getrennt, da mein Platz genau auf der anderen Seite des Stadions sein sollte. Auf dem Weg dorthin vor den Nachbarblöcken festgestellt, dass fast alle Familien richtige Tickets haben. An meinem Eingang aber mal wieder niemand. Also erstmal eine Frustwurst mit besagtem Chip gekauft und auf die Suche nach meinem Platz gemacht. Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht. Meinen Platz in A4, Reihe 11, Platz 23 gesucht und in Reihe 11 dann vor 22 und 24 gestanden, von 23 keine Spur. Die einzige 23 in Sichtweite war schon Block A5, also ein wenig rumgefragt und am Ende gemerkt, dass die Blöcke jeweils in einen Teil gerade und ungerade Platznummern getrennt ist, wieso konnte mir aber niemand erklären. Die Zeit bis Anpfiff dann auf den roten Lederklappsitzen mit Becherhalter (hatte ein wenig was von Kino) in der Sonne verbracht. Als eine Familie mit einer Kette von 4 Papiertickets vorbei kam, schnell aufgesprungen und diese angehauen, ob sie nicht ein Ticket tauschen wollten. Der Vater dachte wohl erst, ich wolle sein Ticket verkaufen oder ähnliches, wirkte jedenfalls nicht begeistert und ziemlich pampig. Nachdem ich ihm dann aber erklärt hatte, dass ich einfach alle meine Tickets sammle und ein print@home-Ticket einfach scheiße ist, hatte er dann doch Erbarmen und überließ mir eine Karte. Ein wenig lächeln musste ich noch, als ich einen Zuschauer mit Nordsjælland Champions League Schal, kann man sich kaum vorstellen.

Richtige Karte gesichert, kann das Spiel ja beginnen. Vor nicht mal 6000 Zuschauern in dem etwa 10000 Zuschauer fassenden Stadion entwickelte sich schnell ein Spiel auf ein Tor. Dem frühen 1:0 für Nordsjælland folgte auch relativ schnell schon das 2:0 in Minute 19. Nach dem zweiten Treffer machten sich dann auch etwa 10 bis 15 Kiddies auf der Hintertortribüne bemerkbar, welche mit Trommel, Vorsänger und 3 bis 4 rot-gelb karierten Fahnen ein wenig auf Ultra machten. Die Gesänge wirkten aber richtig schlecht. Aus Aarhus reisten etwa 100 Zuschauer an, die sich auf Steh- und Sitzbereich aufteilten. Neben einer Trommel, Vorsänger mit Megaphon und 2 bis 3 Schwenkern waren eine große Aarhus-Fahne und 2 kleinere Fahnen (1x Aarhus, 1x AGF Fans Sjælland) zu sehen. Wie schon beim Spiel beim FCK vor ein paar Wochen wurde ziemlich durchgehend von etwa 30 bis 40 aktiven supportet und auch trotz frühem 0:2 Rückstand weiter angefeuert. Zur zweiten Halbzeit wurde dann die auch vom letzten Spiel bekannte große “For Aarhus”-Zaunfahne im vorderen Teil des Blocks ausgelegt. Aarhus gelang im Laufe der zweiten Halbzeit noch ein Lattentreffer, der Sieg des FCN schien aber nie wirklich in Gefahr. Ich muss aber zugeben, dass ich es, in Anbetracht des aktuen Schlafmangels (seit Samstag 5 Uhr wach), tatsächlich geschafft habe, 2 mal während der zweiten Halbzeit kurz einzunicken, habe ich sonst auch noch nicht geschafft. Wenn also genau in diesen Momenten Weltklasse-Kombinationen vonstatten gingen, bitte ich die fehlende Erwähnung zu entschuldigen! 😉

Nach dem Spiel ging es dann zu Fuß zum Bahnhof Farum und mit der S-Bahn zurück nach Kopenhagen, wo dann um 23:40 auch pünktlich der Bus zurück nach Berlin erreicht wurde. Einzig ein Pinkelstop des Fahrers auf dem Standstreifen der Autobahn und eine mehr als einstündige Verspätung der Ankunft aufgrund der wenig erfolgreichen Idee des Fahrers, den Berufsverkehr in Berlin zu umfahren, sind vielleicht noch eine Erwähnung wert. Ab sofort beschränke ich mich erst mal wieder auf 1 bis maximal 2 Spiele pro Wochenende.

Brøndby IF – FC København 1:0, So. 27.09.15

Von Bremen ging es also wieder mal per Fernbus nach Hamburg. Da leider sämtliche Steckdosen im Bus ausgefallen waren, musste schon jetzt meine Powerbank für neue Energie sorgen. In Hamburg angekommen dann per Facebook erfahren, dass auch 4x ACU zum Derby und auch meinem zweiten geplanten Spiel fährt, also erstmal Treffen für den folgenden Tag ausgemacht. Nach knapp 2 Stunden Aufenthalt am Hamburger ZOB, begleitet von vielen HSV- und Schalkefans, die das abendliche Spiel live im Stadion erlebt hatten, ging es dann gegen 23:50 weiter im Bus nach Kopenhagen, dessen Fahrt sich aufgrund einer Diskussion über fehlende Ausweise mancher Mitreisender etwas verzögerte. Bei Verlassen der Fähre in Rødby dann das erste Highlight der Tour. 2 Mitreisende fehlten, wobei der eine dann kurz drauf kam mit der Frage, ob der Bus nicht noch kurz warten könnte. Als vorderstes Fahrzeug auf der Fähre natürlich schwer möglich, also rausgefahren aus der Fähre und im Hafenbereich auf die beiden gewartet, die dann fünf Minuten später dann auch angelaufen kamen. Und wieso waren sie nicht pünktlich am Bus? Der eine hatte gerade noch 400 Euro am Spielautomaten gewonnen und musste sich das Geld natürlich erst auszahlen lassen, verständlich dass man dann nicht sofort zum Autodeck rennt, wenn das Signal ertönt. Kurz drauf dann auch die zu erwartenden Grenzkontrolle durch die dänische Politi. Da eine Frau aus Somalia ohne Papiere an Bord war, verzögerte sich die Weiterfahrt noch einmal etwas, aber nach etwa 10-minütiger Diskussion und Versicherung ihrerseits, weiter nach Schweden zu fahren, durften wir dann auch weiter, schon ein wenig kurios alles. Ankunft in Kopenhagen dann gegen 5 Uhr und versucht, mir am Bahnhof die Zeit ein wenig zu vertreiben, was mehr schlecht als Recht funktionierte und mich dazu bewog, mit dem vorher gekauften 24h-Nahverkehrsticket eine kleine Bustour zu machen, die mich zunächst zum Zoo führte, ohne auch nur ein Tier zu sehen um dann anschließend auch noch zum Flughafen zu fahren und kein einziges Flugzeug zu sehen. Klingt komisch, aber was tut man nicht alles, um Zeit totzuschlagen und es dabei angenehm warm zu haben. Zurück am Hauptbahnhof dann auch schnell festgestellt, dass die heutige Amtssprache in Bahnhofsnähe deutsch war, jede Menge Hopper, die wohl die selbe Idee wie ich hatten, mit dem Unterschied, dass ich regelmäßig Brøndby verfolge und das ganze eher als Spiel einer meiner Mannschaften verbuche.

Aufgrund zu erwartender zahlreicher Sperrungen ums Brøndby Stadion herum wurde früh die S-Bahn Richtung Glostrup genommen, auch um den zahlreichen FCK-Fans aus dem Weg zu gehen, die sicher den selben Weg nutzen würden. Dies lief dann eher semioptimal, da direkt die erste Station nach Start eine Ladung Rude Boys Kopenhagen am Bahnsteig wartete, welche es sich zum Glück spontan aber anders überlegten und lieber die nächste Bahn nehmen wollten. In  Glostrup in den vollen Bus Richtung Stadion, dort vorbei an Sichtblenden, bestehend aus Bauzäunen und blauen Folien, direkt weiter Richtung Heimseite, um noch ein wenig Ausschau nach Derbyartikeln zu halten, leider keine Sonderartikel zum Derby gefunden, nur Flyer mit Infos zur Spende per SMS für die geplante Choreo. Im Fanshop schnell noch Matze den Pin gekauft, den er beim PAOK-Spiel nicht gefunden hat. Beim Rausgehen dann passend zur Ankunft des FCK-Busses vor dem Fanshop gewesen. Schon sehr lustig, dass man alles mit Sichtschutz absperrt aber dann den Bus daran vorbei Richtung Haupteingang schickt, nur in Begleitung zweier Motorradpolizisten, entsprechend viel Gepöbel von Brøndby Fans.

Mit Einlass ins Stadion erstmal die Aachener besucht, die mit Block T18 Plätze ziemlich nah am Gästeblock gebucht hatten, daher einen guten Blick auf die Kopenhagener Fans hatten. Diese waren mit einheitlich weißen Shirts im Unterrang und blauen im Oberrang und für die Choreo zusätzlichen blauen Müllsäcken o.ä. als Überzieher im Unterrang, gut als FCK-Fans zu erkennen. Was sehr positiv auf beiden Seiten auffiel ist, dass jeder einzelne Spieler beim Warmmachen vor dem Spiel mit Gesängen begrüßt wurde, sollte man bei Werder auch mal machen. Leider wurde ich dann relativ schnell durch die Besitzer der Plätze neben den Aachenern zu meinem Platz in Block T21, ebenfalls Oberrang, aber Richtung Heimkurve, vertrieben. Dort saß ich leider genau hinter der großen Heim-Choreo, die aus einer Art römischen Arena bestand, in der ein Gladiator gegen einen Löwen (Wappentier des FCK) kämpft und diesen schlussendlich besiegt und den abgetrennten Kopf präsentiert, das ganze über die komplette Heimkurve und Teile der Haupt- und Gegentribüne untermalt von mehreren Fackeln. Ich konnte das ganze aufgrund der Gladiatorenarena vor meiner Tribüne leider nur im Livestream sehen, den die beiden neben mir auf ihrem Handy verfolgten, wirkte schon beeindruckend. Gleichzeitig wurde vor dem Gästeblock von dort anwesenden Brøndbyfans viel gelber Rauch gezündet, so dass der Gästeblock erstmal ziemlich eingenebelt war und deren Choreo erst später richtig zu sehen war, klarer Punkt an Brøndby. Die Choreo des FCK bestand zunächst im Oberrang aus blauen Pappen + weißem Logo, im Unterrang aus weißen + blauem Logo und vor den Blöcken Spruchbändern “For evigt hvid”-“Tilhører FCK!” (beide weiße Schrift auf blauem Hintergrund), dann Wechsel der Farben durch Umdrehen der Pappen und unten Wechsel des Spruchbandes zu “For altid blå” (blaue Schrift auf weißem Hintergrund), anschließend weiß-blaue Fahnen im gesamten Block und Wechsel der Spruchbänder “Hele København” (oben, blau auf weiß) “Tilhører FCK!” (unten, weiß auf blau). Schon nett anzusehen. Die weiß-blauen Schwenker wurden dann in den Nachbarblock neben dem Gästeblock geworfen, in dem sich weitere FCK-Fans befanden, die die blauen Bahnen als Abgrenzung spontan zur Seite schoben und sich quasi neben den Gästeblock gestellt haben, um anschließend die Bahnen wieder neben sich hin zum Heimbereich neu auszulegen.

Auf Heimseite viele Spruchbänder, die durch einzelne Fackeln untermalt waren, sowohl gegen den FCK als auch die Polizei. Gästeblock mit Spruchband “Overdreven magt og tyranni – ingen dialog med vestegnens politi” (Bedarf wohl keiner Übersetzung) + Tafeln mit “13” im Oberrang und leider recht wenigen “12”er Tafeln im Unterrang. Zur zweiten Halbzeit große Pyroshow auf Kopenhagener Seite mit vielen roten Fackeln. Interessant dabei, dass die mit Sturmhauben vermummten Fans direkt neben Ordnern stehen und Fackeln zünden und die Ordner keinerlei Reaktion zeigen.

Stimmung zu Beginn vor allem auf Gästeseite dank guter Trommler und geschlossenem Auftreten sehr gut, bei Brøndby nur eine kleine Gruppe über dem mittleren Mundloch aktiv, mit zunehmendem Spiel aber deutlich lauter und zweite Halbzeit gute Lautstärke und abwechslungsreiche Gesänge. Nach dem 1:0 Siegtreffer Heimseite dann am durchdrehen und wieder viele Fackeln. Derbysieger!

Das kurioseste passierte aber zu Beginn des Spiels auf dem Platz. Ein Kopenhagener Spieler wurde von seinem gegenüber rüde umgetreten und der Schiri zog sofort rot für den Brøndby-Spieler. Als er dann aber bemerkte, dass er die rote Karte in der Hand hatte, holte er so schnell er konnte die gelbe Karte und die über die rote Karte sehr verärgerten Heimfans begannen lauthals zu lachen. Sowas habe ich in dem Sinne auch noch nicht erlebt.

Nach dem Spiel mit den Aachenern zu deren Auto gelaufen, um mit ihnen nach Farum zum zweiten Kick des Tages zu fahren. Dabei  sind wir noch zwei mal den abreisenden FCK-Fans in Polizeibegleitung begegnet, wobei die Polizei teilweise sehr orientierungslos wirkte und auch die vorher groß angekündigte Fantrennung wenig funktionierte.

An dieser Stelle möchte ich es noch einmal wiederholen: Derbysieger!