Fortuna Köln – VfL Osnabrück 3:1, Fr. 04.12.15

Die letzten zwei Wochen wurden fleißig Spielpläne studiert um den genauen ersten Geltungstag meiner für die Masterarbeit benötigten Probe-Bahncard 100 möglichst sinnvoll festzulegen. Da wir an Nikolaus in Stuttgart spielen sollten und direkt den folgenden Tag meine Masterarbeit beginnt, wurde ein Weg gesucht, das Wochenende reisetechnisch noch sinnvoll zu nutzen, gleichzeitig aber zu viel Stress zu vermeiden. Aus der Heimat reist es sich deutlich kürzer nach Stuttgart, also wurde der Plan gefasst, Freitag in die Heimat zu fahren und Freitag und Samstag zwei Spiele in NRW mitzunehmen. Da die Auswahl Freitags doch ziemlich begrenzt ist, blieb eigentlich nur Fortuna Köln gegen den VfL Osnabrück. Südstadion fehlte mir noch in Liga drei, abends noch entspannt nach Hause, perfekt. Also Bahncard-Beginn auf 04.12. gelegt und an diesem Tag mittags auf den Weg Richtung Domstadt gemacht. Die erste ICE-Fahrt mit einer Bahncard 100 gestaltete sich dann auch ziemlich ereignisarm. Nichts, wovon man noch Jahre später seinen Kindern erzählen wird, wobei eine Bahncard 100 meiner Meinung nach schon ein Gespräch wert ist. War die Fahrt bis Köln quasi kostenneutral (die BC100 wird ja eh ab Mo wochentags fürs Pendeln gebraucht), gab’s im örtlichen Hauptbahnhof den ersten Schock: Wollen die tatsächlich für die Gepäckschließanlage mittlerweile 4 Euro für 2 Stunden und 7 Euro für den Tag. Zum Vergleich, in Bremen kostet der Tag je nach Auslastung 3 bzw. 4 Euro. Aber vielleicht gibt’s für das Gepäckstück ja noch eine Führung durch den Dom inklusive, sieht ja keiner, wo die Box hinfährt. Den restlichen Weg per Straßenbahn zum Südstadion wurde sich dann wieder auf die BC100 verlassen (die gilt doch im City1-Bereich?!) und dort auf den zweiten Schock gewartet. Eintrittskarte Steh ermäßigt 12 Euro. Dafür komm ich selbst in Liga 1 ermäßigt rein. Es gibt zwar theoretisch günstigere Steher in den Kurven statt Steh Mitte, allerdings wird der Heimbereich der Kurve halt auch nur bei entsprechendem Andrang geöffnet.

Mit diesem Luxusticket wurde mir dann auch ohne Probleme (angekündigt waren auch hier vorab intensivere Kontrollen) Einlass ins Südstadion gewährt. Klassisches Fußballstadion mit Laufbahn, flacher Sitzplatzhaupttribüne und sonst Stehplatztribünen mit echten Kurven. Wie angekündigt war die Heimkurve gesperrt und so versammelte sich das Fortuna-Publikum auf der Gegengeraden auf beiden Seiten des Spielertunnels. Für mich interessant postiert sich auf jeder Seite eine aktive Gruppe links und rechts des Tunnels. Aus dem Block gesehen links stehen Eagles, Schäng Gäng und Umfeld, während auf der rechten Seite die Mülltonn stehen. Die Eagles sollten aufgrund ihres wirklich langen Bestehens so ziemlich jedem bekannt sein, am heutigen Abend versammelten sich in ihrem Bereich etwa 20 bis 30 Leute mit 2 bis 3 Schwenkern. Vor Spielbeginn verkauften Mitglieder am eigenen Stand auch Mützen und Kleberpakete direkt vorm Block. Die Mülltonns fallen zunächst mal durch ihre Mülltonnen-Trommel (quasi Metallmüllkorb mit Trommelfell in der Öffnung) und die starke Zaunbeflaggung auf. So hingen nicht nur Gruppen- und Vereinszaunfahnen sondern auch mehrere “Kein Mensch ist illegal” und “Refugees welcome” Fahnen, sehr sympathisch. Leider wurde der Großteil der Fahnen von einer Ersatztrainerbank (die beiden Mannschaften hatten je eine und das war eben eine dritte ungenutzte) direkt vorm Zaun verdeckt. Übrigens positionieren auch Eagles und Schäng Gäng sich ganz klar gegen Rassismus, wirklich nette Szene dort also, auch wenn man nicht unbedingt mit Auswärtsfahrerzahlen und stimmgewaltigen Support punkten kann 😉 Der Support war auch am heutigen Abend eher wenig und spielbezogen. Ab und zu kletterte mal ein Vorsänger bei Mülltonn auf den Zaun und stimmte etwas an, die meisten Lieder kamen aber direkt aus dem Block.

Die Gäste aus Osnabrück standen bis 10 Minuten vor Anpfiff noch sehr breitgefächert in der weiten Gästekurve. Erst kurz vor Anpfiff kam dann die Szene rund um Violet Crew an und beflaggte den zentralen Bereich des Blockes mit einem Ultras Osnabrück-Banner, dem Gruppenbanner und vielen kleinen Bannern ziemlich flächig in lila-weiß. Ergab für mich ein sehr stimmiges Bild, ebenso wie die Positionierung fast aller Osnabrücker hinter den Bannern. So waren von Gästeseite trotz fehlendem Dach während des ganzen Spiels über laute Gesänge zu hören, die von Trommel und mehreren Schwenkern begleitet wurden. War jetzt kein Lied dabei, was bei mir wirklich in Erinnerung bleibt aber für einen Freitag Abend wirklich gut. Wirklich gut wirkte auch die Pyroshow zu Beginn der zweiten Halbzeit. Neben zwei Mal Leuchtspur in Himmel bzw aufs Feld gab es mehrere Blinker und ein paar Fackeln am Zaun. Sieht einfach schick aus bei einem Abendspiel. (wie Faszination Fankurve berichtet, hätte es eine viel größere Pyroshow auf Gästeseite geben sollen, vor dem Gästeblock wurden vor dem Spiel 20 kg Pyrotechnik gefunden). Das einzige Problem was sich ergab war die Tatsache, dass man eine Pyroshow nicht so schlagartig beenden kann. Dem eigenen Team brachte die zusätzliche Motivation nämlich herzlich wenig, genau während der Show erzielte Fortuna das 3:0, nachdem man bereits in Halbzeit eins die Tore zum 1:0 und nach schönem Flankenlauf über links vorbei an 4 Osnabrückern und Pass in den Rücken der Abwehr das 2:0 erzielte. Hier hätte man als Gästefan vielleicht gerne die Pyroshow schlagartig beendet. Erst in der 72. Minute konnten die Gäste nach Flugkopfball zum 3:1 verkürzen. Half aber nichts mehr, in einer das ganze Spiel über sehr einseitigen Partie gewann die Fortuna auch in dieser Höhe verdient. Festzuhalten bleibt noch die sehr ruppige Art der Gastmannschaft. Viele auch härtere Fouls, die eher selten abgepfiffen wurden während man selbst bei jeder noch so kleinen Berührung zu Boden ging. Die ruppige Art hatte auch schon nach 20 Minuten eine verletzungsbedingten Wechsel bei Fortuna zur Folge.

Highlight war für mich ganz klar, als der Schiri das Spiel unterbrach und einen Osnabrücker dafür ermahnte, den Balljungen ziemlich hart angeschnauzt zu haben, gutes Ding! Nicht so gut waren leider einige wenige Fortuna-Fans, die Osnabrück-Spieler Dercho immer wieder sexistisch und homophob mit Gesängen wie “Dercho ist ne Frau” und “…nimmt ihn in den Mund…”-Rufen beleidigten.

Zur Feier des Tages gab es am Ausgang dann noch für jeden einen Fortuna-Kalender 2016 vom Sponsor und ich erreichte dann dank leichter Verspätung der Bahn sogar noch den Zug eine Stunde früher. Hier bewies dann noch der Lokführer seinen Humor mit der Ansage: ” Guten Abend liebe Damen und Herren, hier spricht ihr Lokführer. Wegen eines Vandalismusschadens, irgendwelche Vollhonks haben eine Scheibe eingeschlagen, musste dieser Zug getauscht werden. Durch die verspätete Bereitstellung haben wir aktuell eine Verspätung von 10 Minuten. Wenn sie die Honks treffen, die sich damit brüsten, eine Scheibe in einem Zug eingeschlagen zu haben, bestellen Sie ihnen einen schönen Gruß und hauen ihnen eine rein!” 😀

FC Carl Zeiss Jena – FSV Zwickau 0:1, So. 29.11.15

Eigentlich würde ich euch hier jetzt mit dem Bericht zum Spiel Chemie Leipzig gegen FSV Zwickau II beglücken. Per Fernbus um kurz nach zehn in Leipzig angekommen, war den anderen beiden Chemie dann doch nicht interessant genug und so wurde sich spontan entschieden, mit dem Wochenendticket für weitere 16 Euro weiter nach Jena zu fahren. Um 14:05 sollte hier das Spiel Carl Zeiss Jena gegen die erste Mannschaft des FSV Zwickau stattfinden. Da ich auch im Ernst-Abbe-Sportfeld noch nicht war, sprach von meiner Seite nichts dagegen und so wurde die Reise über Weltstädte wie Weißenfels und Großheringen gen Paradies angetreten. Klingt komisch, ist aber so! Von Jena Paradies beträgt der Fußweg nur knapp 10 Minuten und so fanden wir uns nach kurzem Kartenkauf (Steher ermäßigt für sieben Euro) schnell in der Schlange der Einlasskontrollen. Nachdem ich mich gestern in Bremen noch wunderte, wie lasch die Kontrollen nach den Ankündigungen vorab abliefen, durfte ich heute dann doch mal alle Taschen leeren und auch die Kamera noch aus ihrer Tasche holen. Den Blick des Ordners, als ich ihm anbot, die Kamera selbst zu inspizieren, war es allemal wert. Pünktlich zu unserem Eintritt ins Stadion versammelte sich die heimische Horda Azzuro nur für uns vorm eigenen Verkaufsstand zum gemeinsamen Weg in den Block. Schon lustig, wenn man plötzlich inmitten der örtlichen Ultragruppe steht, obwohl man sich doch eigentlich gekonnt unauffällig verhalten will. Da wir aber in Shoppinglaune waren, entschlossen wir uns, nicht mit unserer neuen Gruppe in den Block zu gehen sondern stattdessen noch was zu lesen und kleben zu kaufen. Dies konnte dann mit einem Bratwurstdealer (Spieltagsheft der HA), einem Legionär (280-seitiges Hoppingheft aus Jena) und insgesamt knapp 20 verschiedenen Klebermotiven aus der örtlichen Wühlkiste zur Erweiterung der Sammlung sehr erfolgreich umgesetzt werden. Jetzt weiß ich auch endlich, wozu Winterjacken so viele versteckte Taschen haben. Mit gefüllten Taschen (klingt ebenfalls komisch) wurde dann noch von den Nebenplätzen des Ernst-Abbe-Sportfeldes das Panorama des nebenan gelegenen Berges genossen, bevor uns laute Martinshörner Richtung Heimkurve zogen. Dort angekommen waren 15 bis 20 Polizisten in voller Montur vor dem Heimblock zu sehen. Gab wohl etwas Stress aufgrund des Versuchs, den Block ohne weitere Kontrollen zu stürmen. Könnte auch daran gelegen haben, dass in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Fans des FCC die gesamte nebeneinander befindliche Heim- und Gästekurve in den Vereinsfarben blau-weiß-gelb bemalt hatten, worauf Stadt und Verein Samstag alles wieder grau gepinselt haben. Begründet wurde dies damit, dass die gelb hervorgehobenen Fluchtwege nicht mehr klar erkennbar waren und das Spiel dadurch vor einer Absage gestanden hätte. Am Spieltag war die blau-weiß-gelbe Farbgebung jedenfalls leider nur noch im Pufferblock erkennbar. Beide Seiten nutzten im Laufe des Berichts noch folgende Spruchbänder zur Thematisierung des Ganzen.

Für uns ging es wieder zurück in Richtung des Blocks direkt neben der Haupttribüne gegenüber der Heim- und Gästekurve und auf weitere Erkundung des Stadions. Das Ernst-Abbe-Sportfeld ist ein wahres Oldschool-Stadion mit Laufbahn, einer großen überdachten Haupttribüne und rundrum verlaufenden unüberdachten Stehtribünen. Die Flutlichtmasten mussten zu Zeiten des Hochwassers vor einigen Jahren aufgrund von Unterspülung entfernt werden und so stellt der Holzturm mit Uhr und Carl Zeiss Logo auf dem Vereinsheim quasi die höchste Erhebung dar.

Sowohl Heim- als auch Gästeblock waren gut beflaggt. So hing vor der Heimkurve der große “Unbeugsam und unverkäuflich”-Banner gegen den am Verein beteiligten Investor und hinter dem Block die große “Ernst-Abbe-Sportfeld”-Fahne, welche leider aufgrund des starken Windes kaum zu lesen war. Während auf Heimseite die Freunde aus München mit einem Schickeria-Lappen anwesend waren, zeigte man auf Zwickauer Seite einen Ultras Dynamo-Fetzen neben der Red Kaos Fahne. Die Gästefans positionierten sich im Block hinter den ersten Wellenbrechern, an denen die in kyrillischer Schrift gehaltene Ultra-Fahne befestigt war. Sieht zwar wirklich nett aus, von der Anzahl an Gästefans war ich aber wirklich enttäuscht. Auch sonst gab es sowohl optisch als auch akustisch nichts sonderlich dolles von den Sachsen. Ein einzelner roter Schwenker war dauerhaft im sonst eher schwarz gehaltenen Block im Einsatz. Akustisch konnte nur wirklich selten etwas vernommen werden, einzig bei Klatsch- und Hüpfeinlagen merkte man ein wenig Motivation. Auf Heimseite waren viele gelbe und blaue Schwenker und Doppelhalter dauerhaft in Aktion und auch die Gesänge kamen sehr melodisch und auch etwas textreicher rüber. Nicht ganz so textreich dafür umso lauter bleibt das schon letzte Woche in Babelsberg öfter gesungene “Jena, Jena, Jena, Jena” in Erinnerung. Vom Spiel bleibt dagegen eher wenig in Erinnerung. Sehr umkämpfte Angelegenheit mit sichtbaren Vorteilen für den FCC. Das einzige Tor des Tages machte aber Zwickau. Jena drängte zwar ab dem Gegentor immer mehr, scheiterte aber des öfteren am Torwart der Zwickauer. Apropos Torwart: Sein Gegenüber auf Jenenser Seite schaffte es, sich auf eher negative Weise in Erinnerung zu halten. Nach Abpfiff haute er einen der Zwickauer Spieler um, was zu einigen Tumulten und einer roten Karte für ihn führte. Auf dem Weg in die Kabine wurde dann auch das Schirigespann ausgepfiffen und mit Gegenständen beworfen, wobei der Linienrichter nach einem Treffer zu Boden ging. Wenn schon zwischen den Fanlagern ncht viel los ist. Trotzdem total unnötig und wird sicher noch Folgen für den Verein haben.

Folgen verhindert wurden durch den Verein dagegen wie bereits erwähnt durch Graumalerei im Stadion. Die Wiedererkennbarkeit der markierten Fluchtwege wurde während des Spiels sowohl von Heim- als auch Gästeseite mit Spruchbändern thematisiert. Auf Heimseite folgten auf ein “Südkurve bleibt unbequem” und ein “Ernst-Abbe-Sportfeld: Südkurve grau, kein Flutlicht, Kaninchen in der Nordkurve, ein Ort zum flüchten” mit einem “Zum Glück gibt es Fluchtwege” und einem roten “Verpisst euch” sarkastische aber auch klare Statements. Letzteres wurde unter anderem von einem “Cops” Doppelhalter umgeben und von “Alle Bullen sind Schweine”-Gesängen akustisch untermalt. Die Gästekurve zeigte zur Thematik einen “Einen Fluchtweg, einen Fluchtweg, einen Fluchtweg bauen wir”-Banner. Bereits zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es im Gästeblock einen “Geburtstagsgruß” an den NOFV in Form eines “Wir gratulieren zu 25 Jahren Stasi-Herrschaft nach der DDR: Alles Gute Silbermöven NOFV”-Spruchbandes.

Nach Abpfiff ging es für uns dann über Jena-Paradies, Großheringen, Halle und Magdeburg zurück nach Berlin. Einzig nervig war der Schaffner im Zug nach Magdeburg, der tatsächlich die Ausweise aller drei auf unserem Ticket eingetragener Personen sehen wollte und anschließend noch rumpöbelte. Ansonsten muss man sagen: entspannte WET-Tour, neues Stadion und vor allem viele neue Städte und Dörfer im Osten der Republik 😀

 Bilder gibt es hier: nurdersvw.de

Türkiyemspor Berlin – BSC Rehberge 1945 3:0, So. 22.11.15

Sonntag, Schneeregen, Landesligakick zwischen Türkiyemspor und dem BSC Rehberge mit Schnitzer-Stefan. Dem Spiel vorausgegangen war eine etwas chaotische Planung. Hatten wir uns gestern auf der Rückfahrt aus Wolfsburg alle zusammen zum Spiel Weissenseer FC – BSC Eintracht Südring verabredet, gab es morgens die Meldung, das Spiel würde wohl auf dem Nebenplatz stattfinden. Schnell wurde Türkiyemspor als Alternative präsentiert (sorry an dieser Stelle an Dirk, wir haben leider keinen Weg gefunden, mit dir in Kontakt zu treten, immerhin hast du als einziger von uns Weißensee doch auf dem Hauptplatz spielen sehen), bevor sich für Mahlsdorf – Altglienicke entschieden wurde. Da Matze von vor Ort berichtete, dass dies ebenfalls auf dem Nebenplatz ausgespielt wurde, hieß es am Ende doch wieder Türkiyemspor. Mit Stefan also Haltestelle Südstern getroffen und gemeinsam für je 3 Euro Eintritt den Sportplatz Blücherstraße betreten. Dieser ist der aktuelle Ausweichplatz von Türkiyemspor, da das Willy-Kressmann-Stadion als eigentlicher Spielort baufällig ist und aktuell renoviert wird. Frühestens in der Rückrunde geht es für Türkiyemspor zurück in ihre Heimspielstätte, so lange dient der Spielort der Frauen und Jugendmannschaften als Ausweichplatz. Dieser Ausweichplatz bietet nebem einem Kunstrasen mit Laufbahn und einer vierstufigen Tribüne auch eine Flutlichtanlage mit insgesamt 8 Masten. Wieso mit 4 begnügen, wenn man 8 haben kann?! Neben entsprechender Ausstattung weiß auch die Umgebung zu gefallen. Zwischen Wohnblöcken und Schule rundrum gelegen mit Blick auf eine Skyline mit Kirche, kommen bei mir ein wenig Heimatgefühle auf, erinnert das ganze doch ein wenig an den Kölner Dom.

Da es vor Anpfiff nur leicht bewölkt war, mit Spielbeginn aber begann zu schneien, erinnerte das Spiel teilweise ein wenig an Schlittschuhlaufen. Der anfangs grüne Kunstrasen wurde immer weißer, so dass der Spielball von weiß zu orange wechselte. Die Farbe des Balles wirkte sich allerdings wenig aufs Spielgeschehen aus. Türkiyemspor stellte in einer eher schlechten Partie das etwas bessere Team, was sich in einem 1:0 Halbzeitstand wiederspiegelte. Bei Tee, Kaffee und Sesamstangen im Vereinsheim konnte die Pause genutzt werden, den Körper wieder ein wenig auf Normaltemperatur zu bringen. In Halbzeit zwei dauerte es bis etwa zur 85. Minute, bis das technisch versiertere Heimteam mit dem 2:0 nach schöner Kombination über außen den Sieg klar machte. Kurz vor Ende erhöhte man noch auf 3:0, was dann auch den Endstand in einer ereignisarmen Partie bedeutete. Wenn uns also jemand fragen sollte, was wir am ersten Schneetag des Winters 15/16 gemacht haben, wir waren Fußball gucken. 😉

SV Babelsberg 03 – FC Carl Zeiss Jena 0:0, Fr. 20.11.15

Freitag Abendspiel und mit Carl Zeiss Jena ein interessanter Gegner mit Fanszene. Grund genug für mich, mal wieder Babelsberg 03 und dem netten Karl-Liebknecht-Stadion einen Besuch abzustatten. Rund um den Babelsberger S-Bahnhof dann auch gleich von einer Menge Polizisten begrüßt worden, man rechnete wohl mit großem Andrang oder besteht jetzt schon Terrorgefahr in Liga 4? Am Ende waren es dann leider nur knapp 3300 Zuschauer, die den Weg ins Stadion fanden. Wenn man bedenkt, dass Jena immerhin Tabellenführer ist, schon ein wenig ernüchternd. Vielleicht klingt ein Duell der beiden besten Defensivmannschaften der Liga dann doch nicht soooo verlockend.

Aber egal, vor dem Spiel hieß es auf Heimseite erstmal fleißig Spenden für die geplante Choreo sammeln. Bei dieser wurde mit Anpfiff an der vorderen zweier blau-weiß-blauer Stoffbahnen am vorderen Zaun (hier inkl. gebastelter Flutlichtmasten) und hinter dem Block ein Babelsberg 03 Logo hochgezogen und vom M-Block dazu passende blaue bzw weiße Folien hochgehalten. Nachdem die Folien weg waren, leuchtete der Block von Wunderkerzen erhellt. Nichts großes, aber sah schon ganz nett aus und kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Neben besagten Stoffbahnen hingen das schon bei vorherigen Spielen gezeigte “Keep on fighting Yuri” Spruchband für einen israelischen Ultra und der “We love Cem!”-Banner für Trainer Cem Efe nach dessen klaren Worten bezüglich Rassismus im Anschluss an das Zwickau-Spiel, welcher schon in Halberstadt hing, vor dem N-Block. Während der ersten Halbzeit waren die Babelsberger außer bei einzelnen “Yalla SVB” von meiner gegenüberliegenden Position eher seltener zu hören, auch optisch fiel man außer durch 2 bis 3 eher unregelmäßig aktiven Schwenkern kaum auf. Ende der ersten Hälfte erinnerte der M-Block mit einem “Antifa bleibt notwendig – In Gedenken an Silvio Meier” Spruchband an den heute vor 23 Jahren am U-Bahnhof Samariterstraße in Berlin-Friedrichshain von einem Nazi ermordeten Silvio Meier. Die Jenenser im relativ gut beflaggten Gästeblock waren von meinem Standort im O-Block an der Ecke zur Haupttribüne deutlich öfter zu vernehmen. Hinter der Südkurven-Zaunfahne waren etwa 50 bis 60 Jungs und Mädels dauerhaft aktiv und wussten mit Schalparaden und ähnlichem zu überzeugen. Auch hier waren 2 bis 3 größere Schwenker allerdings wesentlich häufiger in Aktion. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es auf Babelsberger Seite eine zweite Choreo, bestehend aus einem kyrillischen Spruchband vor dem Block und mehreren an Doppelhaltern befestigten Konterfeis von Faschisten in Russland ermordeter Antifaschisten in Verbindung mit einem “Fascism kills”-Spruchband im Block (ein Infotext hierzu findet sich im Ultra Unfug zu diesem Spiel und bei amaranto). Akustisch und optisch änderte sich am Bild von Halbzeit 1 wenig, die beiden Babelsberger Vorsänger versuchten immer wieder, die Menge zu mehr Support zu animieren, was teilweise auch gelang.

Auf dem Platz war zunächst Jena spielangebend. Die Thüringer erarbeiteten sich immer wieder einzelne, wenn auch nicht zwingende, Torchancen. Babelsberg gelang mit einer seiner ersten Chancen in der 24. Minute ein Tor, welches allerdings wegen Abseits nicht gegeben wurde. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich ein ziemlich ausgeglichenes Spiel, bei welchem Babelsberg mit zunehmender Spielzeit immer besser wurde und sich in der zweiten Halbzeit mehrere Ecken und auch Torchancen erarbeitete. Ein Tor blieb trotz allem bis zum Schluss aus, was auch daran lag, dass wie in Halbzeit eins auf Babelsberger Seite, diesmal auf Jenenser Seite ein Tor aufgrund Abseitsstellung kurz vor Ende keine Anerkennung fand. Das Duell der beiden defensivstärksten Mannschaften endete am Ende also 0:0, war bei diesen Vorzeichen vielleicht auch nicht anders zu erwarten.

 Bilder gibt es hier: nurdersvw.de

Lichtenberg 47 – Tennis Borussia Berlin 2:0, Sa. 14.11.15

Mal wieder bundesligafreies Wochenende aufgrund der Länderspielpause, was also machen? Für die Spiele Lübeck-Kiel, Chemie Leipzig-Rapid Chemnitz (was aufgrund rassistischer Vorfälle vorab gar nicht erst angepfiffen wurde) und Strausberg-Babelsberg ließ sich niemand so richtig begeistern, also blieb nur Tennis Borussia Berlin auswärts im Berliner Pokal bei Lichtenberg 47. Da viele meiner berliner Freunde fast schon regelmäßig in der dortigen HOWOGE Arena “Hans Zoschke” anzutreffen sind, sollte die Chance genutzt werden, mit TeBe dieses Stadion auch mal zu besuchen.

Vorab veröffentlichte TeBe auf der Homepage einen Treffpunkt am U-Bahnhof Frankfurter Allee, an dem sich gegen 12 Uhr etwa 20 bis 30 Leute einfanden. Die Weiterfahrt von dort wurde aufgrund der eisigen Temperaturen noch ein wenig verschoben, so dass man sich erst etwa 30 Minuten vor Anpfiff an der HOWOGE Arena zwischen Hochhäusern und Stasiarchiv einfand. Bei der HOWOGE handelt es sich um eine Wohnungsbaugesellschaft, beim Blick rund um das Stadion also nicht weiter verwunderlich, dass das Stadion eines Fünftligisten einen solchen Stadionnamen trägt. Von außen ist das Stadion kaum erkennbar, da es sich hinter einer kleinen Erhebung befindet, die durch die Bäume rundrum eher nach Park aussieht. Positiv zu erwähnen ist eine Schale Bonbons am Kassenhäuschen, negativ dagegen eine Wanne direkt vorm Gästeeingang und 2 weitere neben dem Vereinsheim, braucht es sowas wirklich bei einem Pokalspiel zweier Fünftligisten? Im weiten Rund dann viele alte, teilweise unbefestigte Stehtribünen und eine Tribüne mit Sitzschalen gegenüber des Gästeblocks. Direkt neben dem Gästeeingang steht eine klassische händisch bediente Anzeigetafel. Die gegenüberliegende Hintertortribüne wird durch den Zugang zum Vereinsheim unterbrochen, hat ein wenig was von VIP-Loge, sich ins Vereinsheim zu setzen und von da freien Blick auf den Platz zu haben (wenn auch der Blickwinkel sicher nicht der beste ist).

Der Gästeblock erstreckte sich heute übrigens quasi übers halbe Stadion und war durch Absperrband vom Rest des Stadions abgetrennt. Ziemlich lächerlich fand ich dagegen die Ordner an eben diesen Absperrbändern, die einem den Weg auf die andere Seite für ein kurzes Foto erst nach längerer Diskussion erlaubten. Insgesamt werden wohl etwa die Hälfte der zahlenden Zuschauer TeBeler gewesen sein, die sich im gesamten Gästeblock verteilten. Neben den üblichen Zaunfahnen rund um TeBe Party Army hingen auch links und rechts von dieser je eine Frankreich-Fahne als Solidaritätsbekundung nach den schlimmen Anschlägen in Paris am Abend zuvor. Aus diesem Grund gab es vor Anpfiff ebenfalls eine Schweigeminute. Im Block war das ganze mal wieder TeBe-typisch, ab und zu mal der ein oder andere humorvolle Gesang, sonst aber wenig.

Auf dem Platz ein eher durchwachsenes Spiel. TeBe erkämpfte sich zwar in Halbzeit eins deutlich mehr Chancen, allerdings hob der Linienrichter auf der dem Gästeblock gegenüberliegenden Seite bei wirklich jedem Angriff die Fahne, ihm war wohl ziemlich kalt. Kann man ja nach den letzten warmen Tagen durchaus verstehen, dem Spielfluss hilft so etwas aber nicht und wenn es dann noch falsche Entscheidungen sind. Dank des Linienrichters blieb es dann wohl auch beim 0:0 zur Halbzeit. In der zweiten Halbzeit dann ein komplett anderes Spiel. Diesmal Lichtenberg deutlich aktiver und mit vielen Chancen. Lag vielleicht auch an dem Tor, scheinbar gehen hier immer alle Angriffe auf das Tor auf Seite des Gästeblocks, egal wer auf dieses schießt. Der Linienrichter ließ diesmal jedenfalls seine Fahne dauerhaft unten, so dass der TeBe-Torwart das ein oder andere Mal eingreifen musste. TeBe selbst kam zunächst nur noch zu Entlastungsangriffen und wurde erst die letzten 15 bis 20 Minuten noch einmal etwas aktiver. Als sich schon alle auf eine Verlängerung eingestellt hatten, erzielte Lichtenberg in der 91. und 95. Minute der regulären Spielzeit die Treffer zum 1:0 und 2:0. Auf die gesamten 90 Minuten bezogen eine unnötige Niederlage und somit mal wieder kein DFB-Pokal-Spiel im Mommsenstadion in der kommenden Saison.

Füchse Berlin – VfL Gummersbach 26:24, Mi. 11.11.15

Wie startet man am besten in die fünfte Jahreszeit? Richtig, mit einem Spielbesuch. Diesmal sollte es allerdings zum Handball gehen. Zufällig hatte ich per Facebook ein paar Tage vorher mitbekommen, dass mein Heimatverein, der VfL Gummersbach, an diesem Mittwoch in Berlin zu Gast sein sollte. Also nicht lange überlegt und Matze angeschlossen, der eh zu fast jedem Spiel der Füchse geht. Mein letztes Handballspiel liegt nun schon ein paar Jährchen zurück, der VfL spielte in der Kölnarena (mittlerweile Lanxess-Arena) gegen Magdeburg, ich wusste also nicht so recht, mit was ich rechnen sollte. Die Max-Schmeling-Halle kannte ich ja schon von den Fußball-Traditionsmasters letzten Januar, allerdings war sie damals wirklich gut gefüllt. Am heutigen Abend war der Großteil des Oberrangs mit schwarzen Vorhängen verdeckt, die 10.000 Gummersbacher feierten scheinbar lieber zu Hause den Karnevalsbeginn. Außer mir konnte ich in der ganzen Halle genau 3 andere VfL-Fans ausmachen, mit ein paar mehr hätte ich schon gerechnet. Da der Andrang auch auf Heimseite sehr gering war, konnten wir das Spiel trotz Stehplätzen im eigentlichen Gästeblock sitzend verbringen. Einzig durch ein paar Kleber der Flensburger Ultras war der Block allerdings als Gästeblock erkennbar.

Leider muss ich festhalten, dass sich der Handball die letzten Jahre wohl immer mehr zu einem Riesenevent entwickelt hat. Auf jedem Sitzplatz fanden sich die obligatorischen Klatschpappen, die auch rege Verwendung während des Spiels fanden. Die Heimmannschaft wurde mit Lichteffekten und Flammen vor Spielbeginn begrüßt und während der Pausen durften die örtlichen Cheerleaderinnen ihr Können zeigen. Ich merkte schnell, wieso ich normal zum Fußball gehe. Der Support des Heimanhangs klang am heutigen Abend passend zum Datum auch eher nach Karnevalszug und nervte schon nach 10 Minuten tierisch.

Auf dem Platz schlug sich der VfL zunächst erstaunlich gut und das Spiel gestaltete sich ausgeglichen. Mit zunehmender Spielzeit konnten sich dann die Füchse immer weiter absetzen, was in erster Linie am Füchsetorwart Petr Stochl lag, der so ziemlich jeden gefährlichen Ball hielt. Auch die Siebenmeter-Quote war richtig schlecht, so vergaben Raul Santos (2x) und Bult (1x) am Ende wohl entscheidende Siebenmeter. Gegen Ende des Spiels wurde der VfL dann noch einmal aktiver und kam zeitweise bis auf ein Tor ran. Man merkte den Zuschauern ihre Anspannung an, der zuvor sicher geglaubte Sieg des Heimteams geriet noch einmal in Gefahr. Schlussendlich konnte sich aber der Favorit aus Berlin mit 2 Toren Vorsprung durchsetzen. Wenn man bedenkt, dass man 3 Siebenmeter leichtfertig hergegeben hat, war heute deutlich mehr für das Gastteam möglich.

Alles in allem muss ich sagen, wenn man diesen ganzen Eventscheiß ausblendet, ist Handball schon ein netter Zeitvertreib und mit 13 Euro für den Steher auch durchaus bezahlbar. Nächstes Nicht-Fußball-Spiel werden dann wohl im Dezember oder Januar mal die Kölner Haie bei den Eisbären Berlin, irgendwie müssen ja Heimatgefühle in Berlin aufkommen. 😉

Türkspor Augsburg – SC Fürstenfeldbruck 0:0, So. 08.11.15

Nach Duisburg ist vor Augsburg. Wie schon im Beitrag zum Duisburg-Spiel beschrieben, führten die Sparpreise der Bahn und mein weiterhin verzögerter Beginn der Masterarbeit dazu, dass ich mich relativ spontan entschloss, trotz der ekligen Anstoßzeit von Sonntag 17:30 doch mal wieder nach Augsburg zu fahren. Die letzten Fahrten hier hin waren ja aus Werder-Sicht eher suboptimal gelaufen und so konnte unser grün-weißer Sportverein bisher noch nie in Augsburg gewinnen. Dank Gratisreservierung über die ÖBB konnten die 7 Stunden Anfahrtsweg entspannt mit Buch und Musik verbracht werden.

Am Augsburger Hauptbahnhof mit Matze getroffen, der mal wieder den noch ein paar Euro günstigeren Weg per Fernbus gewählt hatte, um zu erfahren, dass es vor dem FCA-Spiel noch die Möglichkeit gäbe, ein Spiel der Landesliga Bayern, Staffel Südwest mitzunehmen. Eigentlich mache ich mir ja wenig aus unterklassigen Spielen, bei denen mich keine der beiden Mannschaften interessiert. Da es aber noch über 3 Stunden bis Anpfiff sein sollten und der ein oder andere Bremer sich bei dem Kick angekündigt hatte, machten wir uns dann doch auf den Weg.

Der Eintritt gestaltete sich für uns kostenneutral, da ausgerechnet als wir ankamen, die Spieler des Kicks auf dem Nachbarplatz (noch ein paar Ligen tiefer) aus ihren Umkleiden auf dem Gelände des Stadions Haunstetten, Spielort unserer heutigen Toppartie zwischen Türkspor Augsburg und SC Fürstenfeldbruck, kamen. Das Stadion Haunstetten ist ein wunderschönes altes Stadion mit einem Fassungsvermögen von knapp 10.000 Zuschauern und einer überdachten Sitzplatztribüne und einer unüberdachten Stehplatz-Gegengeraden. Besonders auffällig ist die Bahn rund um den Rasen. Wo sich sonst meist Leichtathletik-Laufbahnen befinden, gibt’s hier eine Speedway-Bahn und ich muss gestehen, ein Speedway-Rennen hätte mich deutlich mehr gereizt als ein Landesligakick. Da wir erst zur Halbzeit kamen, verabschiedeten sich die ersten Bremer schon wieder, auf der Tribüne konnten wir dennoch u.a. Schnitzer-Stefan antreffen, der uns vom 0:0-Zwischenstand berichten konnte, wir hatten quasi nichts verpasst. Verpasst hätte man auch durch Fernbleiben in Halbzeit 2 nicht viel. Das Spiel war wirklich richtig schlecht. Taktik bedeutet hier, mit 5 Mann gleichzeitig auf den Ball zu zurennen, da finde ich selbst U17-Bundesliga taktisch anspruchsvoller. Wie nicht anders zu erwarten, blieb es am Ende auch beim 0:0 und außer eines Platzverweises gab es für uns nicht so viel zu sehen. Das spannendste war da schon, dass die 2 Kassierer während der zweiten Halbzeit immer wieder umherliefen, um auch dem letzten der 110 gezählten Zuschauer seine 7€ Eintritt abzuknöpfen. War uns für eine Halbzeit Grottenkick dann doch zu viel und so galt es für uns, 45 Minuten den Kassierern aus dem Weg zu gehen, was dann auch gut klappte, indem wir einfach immer entgegen deren Laufrichtung liefen.

Abpfiff, Spiel und neuen Ground abhaken und weiter rüber zur WWK Arena und dem Spiel FC Augsburg – Werder Bremen.

MSV Duisburg – SC Freiburg 1:1, Sa. 07.11.15

Die heutige Fahrt nach Duisburg war schon ziemlich lange geplant. Einerseits fehlte mir das Stadion noch und andererseits hatte mich der ein oder andere Freiburger in Leipzig eingeladen, gerne auch mal wieder zu einem Spiel zu kommen, wo was mehr Leute dabei sind als unter der Woche in Leipzig. Da ich mir gleichzeitig am ersten Tag der 19€-Tickets der Bahn, den Tag nach dem Pokalspiel gegen Köln, um kurz nach Mitternacht am Automat im Bremer Hbf eine Fahrt für 28,50€ komplett fürs Duisburg-Spiel und die Fahrt nach Augsburg einen Tag später sichern konnte, perfekte Voraussetzungen.

Die Samstagsspiele der zweiten Liga beginnen ja leider schon um 13 Uhr, entsprechend hieß es 6:25 mit Freiburgern und 1 x Ahlawy am Berliner Hauptbahnhof zu treffen, viel zu früh. Waren bei Ankunft in Duisburg noch kaum Fußballfans zu sehen, war die S-Bahn zum Stadion dann mit bestimmt 20 Freiburgern voll. Der Weg zum Stadion gestaltete sich dann etwas kompliziert. Keiner wusste so recht den Weg und die Beschreibungen der Mitarbeiter an den Kassenhäuschen waren sehr ungenau. Nachdem wir uns erst durch geschlossene Tore zwängten (siehe Bild unten), mussten wir dann feststellen, dass das zweite Tor leider nicht mehr so leicht zu passieren war, obwohl man durch die Stangen schon den Gästebereich sehen konnte. Schlussendlich mussten wir dann doch einmal komplett um den See der Wakeboarding-Anlage laufen, scheint wohl Absicht zu sein um den Gegner zu schwächen. Hoffentlich muss man hier nicht öfter hin. Auf dem Weg zwischen S-Bahn und Stadion dann auch direkt die ersten Thor-Steinar-Träger getroffen. Die ganzen Berichte rund um Nazis in der MSV-Fanszene (z.B. in der Gruppe Toastbrot) lassen sich hier also direkt live erleben.

Am Stadion dann noch schnell einen Steher gekauft und nachdem die Gruppen schon drinnen waren, ebenfalls reingegangen. Der Weg in den Gästeblock erinnert mich ein wenig an Gelsenkirchen. Auch hier geht’s erst durch einen dunklen Tunnel. Das Stadion selbst unterscheidet sich optisch kaum gegenüber den heutigen 0815-Stadien, im Gästeblock in der Ecke der Hintertortribüne fühlt man sich aber eigentlich doch ganz wohl. Einzig die aus Gelsenkirchen oder Mönchengladbach bekannten Plexiglasscheiben nerven ein wenig und durch den relativ flachen Block ist die Sicht hinter Zaunfahnen teilweise etwas eingeschränkt. Die Zeit bis Anpfiff dann noch mit vielen netten Gesprächen verbracht. Einzig die dauerhaften Fragen, wieso ich denn nicht in der Heimat pennen und am nächsten Tag von Köln nach Augsburg fahren würde statt vorher nochmal nach Berlin, nervten ein wenig. 😉

Das Spiel verlief der Tabellensituation entsprechend (Freiburg ganz vorne, Duisburg ganz hinten dabei) in Halbzeit eins ziemlich einseitig. Die meisten Situationen spielten sich vor dem Duisburger Tor ab, so richtig zwingende Chancen konnte sich der Sportclub aber leider nicht herausspielen. Wie das bei solchen Spielen dann nunmal ist, kommt der MSV gefühlt einmal vors Freiburger Tor und es steht 1:0. Selten ein so unnötiges Gegentor erlebt. Auch in Halbzeit zwei war der Sportclub das deutlich bessere Team und konnte mehrere Chancen herausspielen, am Ende reichte es trotz Überzahl (ein Wunder, dass es nur einmal gelb-rot für Duisburg gab, gefühlt hatte zum Schluss jeder Duisburger gelb) nur zu einem Tor und so endete das Spiel 1:1. Klar war deutlich mehr drin, aber wenn man aufsteigen will, zählt es in erster Linie mal konstant zu punkten und das geht halt auch mit einem Unentschieden, also abhaken das ganze!

Im Block war die Stimmung im Vergleich zu Leipzig unabhängig vom teilweisen Protest in Leipzig super. Die Lieder wurden ziemlich laut mitgesungen und auch Mitmachquote und Fahneneinsatz stimmte. Nachdem ich mir in Leipzig noch etwas schwer tat, was die Texte angeht, kam ich diesmal trotz großer Bandbreite an Liedern gut mit und ich muss zugeben, dass mir manche Lieder doch wirklich gut gefallen. War also sicher nicht das letzte Mal, dass ich ein Spiel der Breisgauer besucht habe.

Auf Heimseite gab es zu Beginn eine Choreo für die Stadionverbotler. Hierzu wurden Doppelhalter mit Trikotmotiv und Namen der SVler hochgehalten und ein “Immer alles geben”-Spruchband gezeigt, was anschließend zu einem “Sektion Stadionverbot – Im Herzen immer bei uns” wechselte. Ein weiteres Spruchband warb für den gemeinsamen Kampf von Fans und Mannschaft gegen einen möglichen Abstieg “Ihr auf dem Rasen, wir auf den Rängen, zusammen das Abstiegsgespenst besiegen”. Akustisch war von Heimseite außer beim Tor und kurz vor Abpfiff beim gemeinsamen Klatschen nichts zu hören.

Nach ewig langer Verabschiedung von den Freiburgern ging es dann mit den Berlinern noch Döner essen und ein paar Getränke für die Rückfahrt kaufen. Normal bin ich ja nicht so der Freund von Alkohol auf Fußballtouren, aber das Kölsch im Kiosk am Hbf sorgte bei mir für Heimatgefühle. Die Rückfahrt wurde dann mit Bier und vielen netten Gesprächen am 4er-Tisch des ICE verbracht, auch wenn sich bei unserem Ägypter immer wieder der fehlende Schlaf bemerkbar machte.

Auf ein baldiges Wiedersehen mit dem Sportclub und den lieben und netten Menschen dort, danke für die Gastfreundschaft!

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Tennis Borussia Berlin – Hertha 03 Zehlendorf 1:1, Fr. 30.10.15

Nachdem das Spiel gegen Altlüdersdorf vor 2 Wochen aufgrund des Wetters wortwörtlich ins Wasser fiel und abgesagt wurde, sollte es diesmal tatsächlich mit meiner Heimpremiere in der NOFV Oberliga Nord klappen. Matze hatte mich vorab gefragt, ob ich nicht Lust auf das Spiel hätte und da Werder erst Samstag spielt, fiel die Entscheidung nicht sonderlich schwer.

Wie schon am Mittwoch im DFB-Pokal hieß es auch an diesem Freitag Abend Flutlichtspiel. So langsam habe ich mich an die Atmosphäre gewöhnt, mal sehen wie das morgen mit einem Spiel am hellichten Tag (ok, um 17:15 wird’s ja schon dunkel) wird. Im Stadion macht sich sofort der Aufstieg vor der Saison bemerkbar. Die Karte ist um einen ganzen Euro teurer geworden und neben den Essens- und Getränkeständen neben dem Eingang, im Innenraum und dem Getränkestand am Heimblock gibt es zusätzlich einen Getränkestand neben Toilette und Anzeigetafel und vor der Haupttribüne. Wie soll das dann erst in der kommenden Saison noch eine Liga höher werden?!  😉

Positiv überrascht war ich persönlich über die Anzahl an Zuschauern. Der Stehbereich vor der Haupttribüne war voll und auch die Haupttribüne selbst war gut gefüllt. Sowas kannte ich von meinen bisgerigen Spielen hier noch nicht. Könnte natürlich auch daran liegen, dass es sich beim heutigen Spiel tatsächlich um ein Topspiel handelte, immerhin spielte der Erste (TeBe) gegen den Zweiten (Hertha Zehlendorf). Von der Haupttribüne ließ sich auch das Spiel ganz gut genießen. TeBe kombinierte bis zum gegnerischen 16er recht vielversprechend, wirklich kreativ und gefährlich wurde es ab da allerdings nicht. Auch die in rot-blau eher an Unterhaching (ja, genau die, die den Leipziger Verein rausgeworfen haben, sorry, aber das musste einfach noch mal sein) erinnernden Zehlendorfer kamen ab und an vors gegnerische Tor, man kann also wohl von einer ausgeglichenen Partie sprechen. In der 32. Minute nutzte Matt auf Heimseite die fehlende Zuordnung bei Hertha aus und flankte auf Huke, der zum 1:0 für TeBe versenken konnte. Leider hielt die Führung nicht lange und Gakpeto konnte in der 38. Minute ausgleichen, womit es auch in die Halbzeit ging. In Halbzeit 2 blieb das Spiel zunächst sehr ausgeglichen, beide Teams kombinierten ansehnlich, wirklich gute Chancen gab es aber kaum. Erst die letzte 15 Minuten drückte TeBe immer mehr, konnte aber auch die Überzahl nach Foul von Ryberg ab der 85. Minute nicht mehr nutzen. Zwar schien der Schiri zunächst so lange weiterspielen lassen zu wollen, bis TeBe ein Tor macht aber der Spitzenreiter schien am Ende mit dem Punkt doch zufrieden. Am Ende verteidigte man damit die Tabellenführung, nicht mehr und nicht weniger.

Stimmungsmäßig gibt es eigentlich nicht soooo viel zu berichten, die Heimseite stimmte von Zeit zu Zeit das ein oder andere Lied an und war dabei auch auf der gegenüberliegenden Haupttribüne gut zu hören. Optisch war außer den zahlreichen Zaunfahnen allerdings nicht zu sehen, was nicht weiter verwundert, gibt es doch bei TeBe allgemein eher weniger Materialeinsatz in Form von Fahnen o.ä.

FC Nordsjælland – Aarhus GF 2:0, So. 27.09.15

Wie schon im Derbybeitrag erwähnt, ging es mit den Aachenern per Auto nach Farum. Dort spielt der FC Nordsjælland, der, wie auch der FCK, ein typisch dänisches Tier im Vereinswappen hat, einen Tiger. Dank Presseausweis wurde auch schnell ein Parkplatz direkt neben dem Stadion gefunden. Da wir natürlich viel zu früh am Stadion waren, erstmal noch ein wenig ums Stadion gelaufen und kurz in den Fanshop geguckt. Hier kann man doch tatsächlich Essens- und Getränkechips für den Verzehr im Stadion vorab kaufen und dadurch ein paar Kronen sparen. Interessante Idee, insbesondere, weil man sich das Bestellen sparen kann, auf dem Chip steht ja drauf, was man will, also bei 10 Getränken/Würsten nur einmal im Fanshop 10 Stück bestellen statt 10 mal am Stand nach einem Getränk zu fragen.

Da wir wieder mal nur Print@Home-Tickets hatten, dann noch vor dem Familienblock der Aaachener versucht, diese in normale Tickets zu tauschen. Leider konnten uns die entsprechenden Ordner nur den Tipp geben, doch selbst mal die Zuschauer zu fragen. Wären wir selbst nie drauf gekommen…

Mit Einlass dann von den Aachenern getrennt, da mein Platz genau auf der anderen Seite des Stadions sein sollte. Auf dem Weg dorthin vor den Nachbarblöcken festgestellt, dass fast alle Familien richtige Tickets haben. An meinem Eingang aber mal wieder niemand. Also erstmal eine Frustwurst mit besagtem Chip gekauft und auf die Suche nach meinem Platz gemacht. Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht. Meinen Platz in A4, Reihe 11, Platz 23 gesucht und in Reihe 11 dann vor 22 und 24 gestanden, von 23 keine Spur. Die einzige 23 in Sichtweite war schon Block A5, also ein wenig rumgefragt und am Ende gemerkt, dass die Blöcke jeweils in einen Teil gerade und ungerade Platznummern getrennt ist, wieso konnte mir aber niemand erklären. Die Zeit bis Anpfiff dann auf den roten Lederklappsitzen mit Becherhalter (hatte ein wenig was von Kino) in der Sonne verbracht. Als eine Familie mit einer Kette von 4 Papiertickets vorbei kam, schnell aufgesprungen und diese angehauen, ob sie nicht ein Ticket tauschen wollten. Der Vater dachte wohl erst, ich wolle sein Ticket verkaufen oder ähnliches, wirkte jedenfalls nicht begeistert und ziemlich pampig. Nachdem ich ihm dann aber erklärt hatte, dass ich einfach alle meine Tickets sammle und ein print@home-Ticket einfach scheiße ist, hatte er dann doch Erbarmen und überließ mir eine Karte. Ein wenig lächeln musste ich noch, als ich einen Zuschauer mit Nordsjælland Champions League Schal, kann man sich kaum vorstellen.

Richtige Karte gesichert, kann das Spiel ja beginnen. Vor nicht mal 6000 Zuschauern in dem etwa 10000 Zuschauer fassenden Stadion entwickelte sich schnell ein Spiel auf ein Tor. Dem frühen 1:0 für Nordsjælland folgte auch relativ schnell schon das 2:0 in Minute 19. Nach dem zweiten Treffer machten sich dann auch etwa 10 bis 15 Kiddies auf der Hintertortribüne bemerkbar, welche mit Trommel, Vorsänger und 3 bis 4 rot-gelb karierten Fahnen ein wenig auf Ultra machten. Die Gesänge wirkten aber richtig schlecht. Aus Aarhus reisten etwa 100 Zuschauer an, die sich auf Steh- und Sitzbereich aufteilten. Neben einer Trommel, Vorsänger mit Megaphon und 2 bis 3 Schwenkern waren eine große Aarhus-Fahne und 2 kleinere Fahnen (1x Aarhus, 1x AGF Fans Sjælland) zu sehen. Wie schon beim Spiel beim FCK vor ein paar Wochen wurde ziemlich durchgehend von etwa 30 bis 40 aktiven supportet und auch trotz frühem 0:2 Rückstand weiter angefeuert. Zur zweiten Halbzeit wurde dann die auch vom letzten Spiel bekannte große “For Aarhus”-Zaunfahne im vorderen Teil des Blocks ausgelegt. Aarhus gelang im Laufe der zweiten Halbzeit noch ein Lattentreffer, der Sieg des FCN schien aber nie wirklich in Gefahr. Ich muss aber zugeben, dass ich es, in Anbetracht des aktuen Schlafmangels (seit Samstag 5 Uhr wach), tatsächlich geschafft habe, 2 mal während der zweiten Halbzeit kurz einzunicken, habe ich sonst auch noch nicht geschafft. Wenn also genau in diesen Momenten Weltklasse-Kombinationen vonstatten gingen, bitte ich die fehlende Erwähnung zu entschuldigen! 😉

Nach dem Spiel ging es dann zu Fuß zum Bahnhof Farum und mit der S-Bahn zurück nach Kopenhagen, wo dann um 23:40 auch pünktlich der Bus zurück nach Berlin erreicht wurde. Einzig ein Pinkelstop des Fahrers auf dem Standstreifen der Autobahn und eine mehr als einstündige Verspätung der Ankunft aufgrund der wenig erfolgreichen Idee des Fahrers, den Berufsverkehr in Berlin zu umfahren, sind vielleicht noch eine Erwähnung wert. Ab sofort beschränke ich mich erst mal wieder auf 1 bis maximal 2 Spiele pro Wochenende.