Tennis Borussia Berlin – Hertha 03 Zehlendorf 1:1, Fr. 30.10.15

Nachdem das Spiel gegen Altlüdersdorf vor 2 Wochen aufgrund des Wetters wortwörtlich ins Wasser fiel und abgesagt wurde, sollte es diesmal tatsächlich mit meiner Heimpremiere in der NOFV Oberliga Nord klappen. Matze hatte mich vorab gefragt, ob ich nicht Lust auf das Spiel hätte und da Werder erst Samstag spielt, fiel die Entscheidung nicht sonderlich schwer.

Wie schon am Mittwoch im DFB-Pokal hieß es auch an diesem Freitag Abend Flutlichtspiel. So langsam habe ich mich an die Atmosphäre gewöhnt, mal sehen wie das morgen mit einem Spiel am hellichten Tag (ok, um 17:15 wird’s ja schon dunkel) wird. Im Stadion macht sich sofort der Aufstieg vor der Saison bemerkbar. Die Karte ist um einen ganzen Euro teurer geworden und neben den Essens- und Getränkeständen neben dem Eingang, im Innenraum und dem Getränkestand am Heimblock gibt es zusätzlich einen Getränkestand neben Toilette und Anzeigetafel und vor der Haupttribüne. Wie soll das dann erst in der kommenden Saison noch eine Liga höher werden?!  😉

Positiv überrascht war ich persönlich über die Anzahl an Zuschauern. Der Stehbereich vor der Haupttribüne war voll und auch die Haupttribüne selbst war gut gefüllt. Sowas kannte ich von meinen bisgerigen Spielen hier noch nicht. Könnte natürlich auch daran liegen, dass es sich beim heutigen Spiel tatsächlich um ein Topspiel handelte, immerhin spielte der Erste (TeBe) gegen den Zweiten (Hertha Zehlendorf). Von der Haupttribüne ließ sich auch das Spiel ganz gut genießen. TeBe kombinierte bis zum gegnerischen 16er recht vielversprechend, wirklich kreativ und gefährlich wurde es ab da allerdings nicht. Auch die in rot-blau eher an Unterhaching (ja, genau die, die den Leipziger Verein rausgeworfen haben, sorry, aber das musste einfach noch mal sein) erinnernden Zehlendorfer kamen ab und an vors gegnerische Tor, man kann also wohl von einer ausgeglichenen Partie sprechen. In der 32. Minute nutzte Matt auf Heimseite die fehlende Zuordnung bei Hertha aus und flankte auf Huke, der zum 1:0 für TeBe versenken konnte. Leider hielt die Führung nicht lange und Gakpeto konnte in der 38. Minute ausgleichen, womit es auch in die Halbzeit ging. In Halbzeit 2 blieb das Spiel zunächst sehr ausgeglichen, beide Teams kombinierten ansehnlich, wirklich gute Chancen gab es aber kaum. Erst die letzte 15 Minuten drückte TeBe immer mehr, konnte aber auch die Überzahl nach Foul von Ryberg ab der 85. Minute nicht mehr nutzen. Zwar schien der Schiri zunächst so lange weiterspielen lassen zu wollen, bis TeBe ein Tor macht aber der Spitzenreiter schien am Ende mit dem Punkt doch zufrieden. Am Ende verteidigte man damit die Tabellenführung, nicht mehr und nicht weniger.

Stimmungsmäßig gibt es eigentlich nicht soooo viel zu berichten, die Heimseite stimmte von Zeit zu Zeit das ein oder andere Lied an und war dabei auch auf der gegenüberliegenden Haupttribüne gut zu hören. Optisch war außer den zahlreichen Zaunfahnen allerdings nicht zu sehen, was nicht weiter verwundert, gibt es doch bei TeBe allgemein eher weniger Materialeinsatz in Form von Fahnen o.ä.

Red Bull Leipzig – SC Freiburg 1:1, Do. 24.09.15

Lange habe ich mich gesträubt, Leipzig und dem dortigen Zweitligaclub einen Besuch abzustatten. Da ich aber so langsam mal Liga zwei komplettieren möchte (nebe Leipzig fehlen noch Duisburg, Braunschweig und Sandhausen) und ja eigentlich fast nur mit Vereinen fahre, die ich mag, bot sich nun mit dem Sportclub die Möglichkeit. Natürlich wurde frühzeitig geklärt, dass das Spiel von der Fanszene in Freiburg nicht boykottiert wird und so konnte für schlappe 5 Euro hin und 8 Euro zurück der Fernbus gebucht werden. Trotz Spiel unter der Woche dank Nachtbus nach Berlin keine Probleme für mich hin und zurück zu kommen.

Nach nicht sonderlich spannender Hinfahrt dann frühzeitig mit den Freiburgern getroffen und anschließend mit Sack und Pack auf den Weg zum Stadion gemacht. So recht konnte uns rund ums Stadion aber niemand sagen, wo wir jetzt genau hin müssen und so wurde einmal ums fast komplette Stadion gelaufen. Der Weg auf der dem Heimblock abgewandten Seite komplett unbeleuchtet, alle Tore zum Stadiongelände zu und keinerlei Ordner oder Pozilei zu sehen, schon amüsant, wenn man bedenkt, wie es sonst in der Bundesliga zugeht. Am Eingang dann doch 2 oder 3 Wannen und auch die Schlange vorm Drehtor war schon etwas länger, also schnell Tasche abgegeben und eingereiht. Durch die Berichterstattung anderer Fanszenen, wie übel sie am Eingang in Leipzig behandelt worden wären, war ich eigentlich schon auf das Schlimmste gefasst. Wider Erwarten war es dann eigentlich relativ entspannt und kaum anders als in anderen Stadien. Den Blick ins Portmonnaie konnte ich mit dem Zeigen von gefühlt 20 Toilettenbons im Scheinfach schnell beenden, schön wie einfach man manche Ordner auf der Suche nach Aufklebern nur durch Toilettenbons verunsichern kann. Als er mir dann noch an den Arsch packen und mein Shirt hochziehen wollte, wurds mir dann aber doch zu blöd und ich musste ihn nachdrücklich daran hindern. Wer schon einmal in Leipzig war, weiß dass nach dem Einlass erst der harte Teil kommt. So läuft man erst einmal 3 große Treppen auf den Wall rund ums Stadion um oben erschöpft angekommen festzustellen, dass es gleich wieder runter zum Stadion geht und im Stadion dann noch einmal 2 Treppen wieder hoch in den Oberrang.

Im Block fanden sich dann nach und nach insgesamt knapp 700 Freiburger bzw Sympathisanten ein, was bei 700 km Entfernung an einem Donnerstag abend schon voll ok ist. NBU war mit einem großen Protestspruchband mit den Worten “Nai hämmer gsait!” (auch die Nicht-Badener sollten dies verstehen können) angereist, welches vor dem Oberrang stilecht mit Anti-RB-Klebern befestigt wurde. Stimmungsmäßig war leider zu spüren, dass einerseits zu Beginn auf einen Vorsänger verzichtet wurde und andererseits viele Sympathisanten aus dem Umland zugegen waren, die wie ich auch, nicht sonderlich textsicher waren aber vor allem auch eher nicht gewillt anzufeuern. Das einzig positive hierbei ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass über 90 Minuten betrachtet die Anti-Gesänge zumindest nicht lauter waren als diejenigen für die eigenen Mannschaft, was ich bei uns in Bremen des öfteren kritisiert habe. So wurde schlussendlich von etwa 40 bis 50 Personen supportet, leider kam es aber auch immer wieder zu größeren Pausen, die Koordination und Motivation war wohl nicht sonderlich groß. Die Heimseite war von Zeit zu Zeit etwas lauter zu vernehmen und auch durch rumgehopse optisch bemerkbar, wirklich stimmungsvolle Lieder gab es aber nicht. Wenn man sich schon erst Jahre nach allen anderen Szenen gründet, könnte man wenigstens da ein wenig Kreativität zeigen. Insgesamt waren knapp 26000 Zuschauer im Stadion anwesend, klingt erstmal nicht wenig, wenn man aber bedenkt, wie riesig das Stadion ist, wirkte das schon sehr bitter.

Auf dem Platz machte in Halbzeit 1 nach anfänglichen Schwierigkeiten der Sportclub das Spiel und konnte durch unseren Nilsi in Führung gehen. Da hat sich der Besuch als Bremer doch schon gewohnt. Leider konnte ausgerechnet du weißt schon wer kurz nach dem Wechsel ausgleichen, als die Freiburger noch geistig in der Kabine zu sein schienen. Eben dieser du weißt schon wer bekam übrigens schon vor Spielbeginn einen Preis, für was auch immer er diesen verdient hat, kann ich nicht sagen und ist mir auch herzlich egal. Wer bei der Vertragsverlängerung noch groß verkündet, viel besseren Clubs abgesagt zu haben und unbedingt in Bremen bleiben zu wollen, um dann nicht mal ein halbes Jahr später ausgerechnet zu diesem Kunstprodukt zu wechseln, verdient aus Bremer Sicht eigentlich gar keine Erwähnung. Ab diesem Tor zum 1:1 spielte jedenfalls nur noch Red Bull und man muss am Ende mit dem Punkt glücklich sein, immerhin ging es gegen einen direkten Konkurrenten um den Aufstieg (der es hoffentlich verkacken und sich dann irgendwann endlich verabschieden wird).

Nach dem Spiel ging es dann wieder geschlossen über unbeleuchtete Wege ganz ohne Ordner und Co zur Straßenbahn und mit dieser zum Hauptbahnhof, wo sich die einzelnen Hostelgruppen aufteilten, um sich dann später in der Stadt nochmal zur Verpflegung zu treffen. Da mein Bus eigentlich 1:40 fahren sollte, dann relativ bald mit einem der Freiburger, der schon um 1 Uhr mit Bus über Frankfurt nach Freiburg zurück fahren wollte, abgeseilt und die Zeit bis zu seiner Abfahrt noch bei einem Bier im Irish Pub unweit des ZOB verbracht. Leider erreichte mich auch dort die Nachricht, dass mein Bus (der um 14 Uhr in Zürich gestartet war) aufgrund des Verkehrs ca. eine Stunde später eintrifft. Nachdem der Freiburger also weg war, statt knapp 30 Minuten noch 1,5 Stunden am Leipziger ZOB gewartet, welcher eigentlich nur aus einem langen Bürgersteig und einer Bushaltestellenhütte besteht, wirklich spannend nachts um 1. Am Ende war ich dann gegen 4:40 auch wieder in Berlin. Der einzige Vorteil der Verspätung war die Tatsache, dass dadurch neben der Ringbahn auch die U-Bahn schon wieder fuhr.

Leipzig also auch abgehakt, muss man nicht nochmal hin. Also bitte steigt niemals auf!

weitere Bilder gibt es hier:

Nordtribuene.org

Holstein Kiel – Stuttgarter Kickers 1:2, Sa. 05.09.15

Bundesligafreies Wochenende, was macht man da? Richtig, man besucht Freunde, die man ansonsten aufgrund der Spiele des grün-weißen Sportvereins nicht sehen kann. Durch die Kombination Spieltag in Liga 3 und Flixbus-Gutscheinen bot es sich an diesem Samstag an, die Stuttgarter Kickers mal wieder live zu sehen, Spielort Kiel.

Dauert die Fahrt nach Kiel nicht so schon ewig (um genau zu sein 4:55 Stunden), hatten es sich jegliche Autofahrer hinter Hamburg an diesem regnerischen Samstag auch noch überlegt, in der Baustelle einfach mal stehen zu bleiben. Über eine Stunde im Stau und nichts ging mehr. Insgeheim schon erste Horrorszenarien ausgedacht wie “zum Glück gibt es hier WLAN im Bus, guck ich das Spiel eben im NDR-Stream”. Alles Hoffen half nichts, Ankunft am Kieler Interims-ZOB (da wird gerade kräftig gebaut) 14:10 statt geplant 12:50, blöd nur, dass Anpfiff um 14 Uhr war. Also schnell zum Hauptbahnhof gesprintet, Tasche eingeschlossen und glücklicherweise genau einen Bus zum Stadion erreicht. Unterwegs die Zeit genutzt, um wenigstens den Ticker mal nach dem Zwischenstand zu befragen: 1:0 für Kiel ausgerechnet durch den Ex-Bremer Dominik Schmidt.

Am Stadion dann das nächste Problem. Natürlich hatten zu der Zeit schon alle Kassen zu, für 5€ in die Kieler Jugendkasse (dafür ohne Eintrittskarte 🙁 ) ließ mich der Ordner des Nachbarblocks neben den Gästen dann doch noch rein und dank nicht verschlossener Tür zum Gästeblock war es auch kein Problem, in diesen zu kommen. Mit der 42. Minute war ich dann also auch im Stadion. Da mehr als 45 Minuten noch zu spielen waren, auch kein Problem mit der überall befindlichen Groundhopper-Polizei (deren Regeln mir allerdings auch total egal sind). Die einzige Anzeigetafel im Stadion steht genau vor dem Gästeblock, so dass kein Blick darauf möglich war, also Nachfrage bei den knapp 60 übrigen Kickers-Fans (welche mit 1 Bus, 1 9er und mehreren Autos angereist waren) nach dem Spielstand: 1:1. Bis zur Halbzeit dann nichts spannendes mehr passiert und anschließend erstmal eine Frikadelle für faire 2,50€ gegönnt, vorm Spiel fiel die Verpflegung ja aus unerklärlichen Gründen weg. Pünktlich zur Halbzeit begann es dann auch mal wieder wie angekündigt zu regnen. Die restliche Dauer des Spieles gab es wettertechnisch alles, von strahlendem Sonnenschein über grauem Himmel bis hin zu stärkerem Regen. Trotz fehlendem Dach (in Kiel sind nur Haupttribüne, Gegentribüne und die heimische Hintertortribüne überdacht) ging es aber, einzig der starke Wind nervte etwas. Kurz nach Wiederanpfiff machte dann Berko das 2:1 für die Blauen aus Degerloch. Da das ganze auf der gegenüberliegenden Seite stattfand und der Gästeblock nur etwa 10 Stufen hoch ist, dauerte es etwas, bis man das Tor auch im Gästeblock mitbekam. Von da an konnten dann zumindest auch alle aus dem Süden angereisten Gästefans zur Anfeuerung überredet werden. Insgesamt war der Support in anbetracht von nur etwa 10 dauerhaft am Support Beteiligten + Trommel und 2 Schwenkfahnen ok, im Rest des Stadions aber vermutlich kaum wahrzunehmen. Auf Heimseite ein Haufen von etwa 50 Leuten unter dem Dach des einstöckigen Blocks am singen und klatschen, akustisch war aber trotz Dach kaum was zu hören. Das 2:1 konnte über die Zeit gerettet werden und so konnte für die Gästefans der Heimweg nach Degerloch mit 3 Punkten im Gepäck in Angriff genommen werden.

Als Fazit muss man leider sagen, dass die Zahl an Gästefans doch etwas enttäuschend war, nicht vergessen darf man dabei aber, dass die Strecke Stuttgart-Kiel nicht wirklich kurz ist und das letzte Spiel im Holstein-Stadion noch nicht so lange her ist. Damals wurde per vollem Sonderzug nach Kiel gefahren, da bei Planung des Zuges noch ein Relegationsplatz im direkten Duell möglich war.

Zum Stadion selbst kann ich leider nicht viel sagen, der Blick aus dem Gästeblock ist doch arg begrenzt und da ich ja nur eine Halbzeit da war. Trotzdem sicher eine Empfehlung wert, nettes, kleines Stadion mit frei stehenden Flutlichtmasten, kein Vergleich zu den 0815-Neubauten der letzten Jahre. Einzig das große Werbebanner für die Bundeswehr an einem der Flutlichtmasten fiel mir sehr negativ auf, braucht kein Mensch!

Die Rückfahrt per Fernbus nach Berlin gestaltete sich dann für mich relativ unproblematisch. Ab Hamburg einen Zweier für mich alleine und trotz Baustellen nur etwa 20 Minuten Verspätung.