FC Carl Zeiss Jena – FSV Zwickau 0:1, So. 29.11.15

Eigentlich würde ich euch hier jetzt mit dem Bericht zum Spiel Chemie Leipzig gegen FSV Zwickau II beglücken. Per Fernbus um kurz nach zehn in Leipzig angekommen, war den anderen beiden Chemie dann doch nicht interessant genug und so wurde sich spontan entschieden, mit dem Wochenendticket für weitere 16 Euro weiter nach Jena zu fahren. Um 14:05 sollte hier das Spiel Carl Zeiss Jena gegen die erste Mannschaft des FSV Zwickau stattfinden. Da ich auch im Ernst-Abbe-Sportfeld noch nicht war, sprach von meiner Seite nichts dagegen und so wurde die Reise über Weltstädte wie Weißenfels und Großheringen gen Paradies angetreten. Klingt komisch, ist aber so! Von Jena Paradies beträgt der Fußweg nur knapp 10 Minuten und so fanden wir uns nach kurzem Kartenkauf (Steher ermäßigt für sieben Euro) schnell in der Schlange der Einlasskontrollen. Nachdem ich mich gestern in Bremen noch wunderte, wie lasch die Kontrollen nach den Ankündigungen vorab abliefen, durfte ich heute dann doch mal alle Taschen leeren und auch die Kamera noch aus ihrer Tasche holen. Den Blick des Ordners, als ich ihm anbot, die Kamera selbst zu inspizieren, war es allemal wert. Pünktlich zu unserem Eintritt ins Stadion versammelte sich die heimische Horda Azzuro nur für uns vorm eigenen Verkaufsstand zum gemeinsamen Weg in den Block. Schon lustig, wenn man plötzlich inmitten der örtlichen Ultragruppe steht, obwohl man sich doch eigentlich gekonnt unauffällig verhalten will. Da wir aber in Shoppinglaune waren, entschlossen wir uns, nicht mit unserer neuen Gruppe in den Block zu gehen sondern stattdessen noch was zu lesen und kleben zu kaufen. Dies konnte dann mit einem Bratwurstdealer (Spieltagsheft der HA), einem Legionär (280-seitiges Hoppingheft aus Jena) und insgesamt knapp 20 verschiedenen Klebermotiven aus der örtlichen Wühlkiste zur Erweiterung der Sammlung sehr erfolgreich umgesetzt werden. Jetzt weiß ich auch endlich, wozu Winterjacken so viele versteckte Taschen haben. Mit gefüllten Taschen (klingt ebenfalls komisch) wurde dann noch von den Nebenplätzen des Ernst-Abbe-Sportfeldes das Panorama des nebenan gelegenen Berges genossen, bevor uns laute Martinshörner Richtung Heimkurve zogen. Dort angekommen waren 15 bis 20 Polizisten in voller Montur vor dem Heimblock zu sehen. Gab wohl etwas Stress aufgrund des Versuchs, den Block ohne weitere Kontrollen zu stürmen. Könnte auch daran gelegen haben, dass in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Fans des FCC die gesamte nebeneinander befindliche Heim- und Gästekurve in den Vereinsfarben blau-weiß-gelb bemalt hatten, worauf Stadt und Verein Samstag alles wieder grau gepinselt haben. Begründet wurde dies damit, dass die gelb hervorgehobenen Fluchtwege nicht mehr klar erkennbar waren und das Spiel dadurch vor einer Absage gestanden hätte. Am Spieltag war die blau-weiß-gelbe Farbgebung jedenfalls leider nur noch im Pufferblock erkennbar. Beide Seiten nutzten im Laufe des Berichts noch folgende Spruchbänder zur Thematisierung des Ganzen.

Für uns ging es wieder zurück in Richtung des Blocks direkt neben der Haupttribüne gegenüber der Heim- und Gästekurve und auf weitere Erkundung des Stadions. Das Ernst-Abbe-Sportfeld ist ein wahres Oldschool-Stadion mit Laufbahn, einer großen überdachten Haupttribüne und rundrum verlaufenden unüberdachten Stehtribünen. Die Flutlichtmasten mussten zu Zeiten des Hochwassers vor einigen Jahren aufgrund von Unterspülung entfernt werden und so stellt der Holzturm mit Uhr und Carl Zeiss Logo auf dem Vereinsheim quasi die höchste Erhebung dar.

Sowohl Heim- als auch Gästeblock waren gut beflaggt. So hing vor der Heimkurve der große “Unbeugsam und unverkäuflich”-Banner gegen den am Verein beteiligten Investor und hinter dem Block die große “Ernst-Abbe-Sportfeld”-Fahne, welche leider aufgrund des starken Windes kaum zu lesen war. Während auf Heimseite die Freunde aus München mit einem Schickeria-Lappen anwesend waren, zeigte man auf Zwickauer Seite einen Ultras Dynamo-Fetzen neben der Red Kaos Fahne. Die Gästefans positionierten sich im Block hinter den ersten Wellenbrechern, an denen die in kyrillischer Schrift gehaltene Ultra-Fahne befestigt war. Sieht zwar wirklich nett aus, von der Anzahl an Gästefans war ich aber wirklich enttäuscht. Auch sonst gab es sowohl optisch als auch akustisch nichts sonderlich dolles von den Sachsen. Ein einzelner roter Schwenker war dauerhaft im sonst eher schwarz gehaltenen Block im Einsatz. Akustisch konnte nur wirklich selten etwas vernommen werden, einzig bei Klatsch- und Hüpfeinlagen merkte man ein wenig Motivation. Auf Heimseite waren viele gelbe und blaue Schwenker und Doppelhalter dauerhaft in Aktion und auch die Gesänge kamen sehr melodisch und auch etwas textreicher rüber. Nicht ganz so textreich dafür umso lauter bleibt das schon letzte Woche in Babelsberg öfter gesungene “Jena, Jena, Jena, Jena” in Erinnerung. Vom Spiel bleibt dagegen eher wenig in Erinnerung. Sehr umkämpfte Angelegenheit mit sichtbaren Vorteilen für den FCC. Das einzige Tor des Tages machte aber Zwickau. Jena drängte zwar ab dem Gegentor immer mehr, scheiterte aber des öfteren am Torwart der Zwickauer. Apropos Torwart: Sein Gegenüber auf Jenenser Seite schaffte es, sich auf eher negative Weise in Erinnerung zu halten. Nach Abpfiff haute er einen der Zwickauer Spieler um, was zu einigen Tumulten und einer roten Karte für ihn führte. Auf dem Weg in die Kabine wurde dann auch das Schirigespann ausgepfiffen und mit Gegenständen beworfen, wobei der Linienrichter nach einem Treffer zu Boden ging. Wenn schon zwischen den Fanlagern ncht viel los ist. Trotzdem total unnötig und wird sicher noch Folgen für den Verein haben.

Folgen verhindert wurden durch den Verein dagegen wie bereits erwähnt durch Graumalerei im Stadion. Die Wiedererkennbarkeit der markierten Fluchtwege wurde während des Spiels sowohl von Heim- als auch Gästeseite mit Spruchbändern thematisiert. Auf Heimseite folgten auf ein “Südkurve bleibt unbequem” und ein “Ernst-Abbe-Sportfeld: Südkurve grau, kein Flutlicht, Kaninchen in der Nordkurve, ein Ort zum flüchten” mit einem “Zum Glück gibt es Fluchtwege” und einem roten “Verpisst euch” sarkastische aber auch klare Statements. Letzteres wurde unter anderem von einem “Cops” Doppelhalter umgeben und von “Alle Bullen sind Schweine”-Gesängen akustisch untermalt. Die Gästekurve zeigte zur Thematik einen “Einen Fluchtweg, einen Fluchtweg, einen Fluchtweg bauen wir”-Banner. Bereits zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es im Gästeblock einen “Geburtstagsgruß” an den NOFV in Form eines “Wir gratulieren zu 25 Jahren Stasi-Herrschaft nach der DDR: Alles Gute Silbermöven NOFV”-Spruchbandes.

Nach Abpfiff ging es für uns dann über Jena-Paradies, Großheringen, Halle und Magdeburg zurück nach Berlin. Einzig nervig war der Schaffner im Zug nach Magdeburg, der tatsächlich die Ausweise aller drei auf unserem Ticket eingetragener Personen sehen wollte und anschließend noch rumpöbelte. Ansonsten muss man sagen: entspannte WET-Tour, neues Stadion und vor allem viele neue Städte und Dörfer im Osten der Republik 😀

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Türkiyemspor Berlin – BSC Rehberge 1945 3:0, So. 22.11.15

Sonntag, Schneeregen, Landesligakick zwischen Türkiyemspor und dem BSC Rehberge mit Schnitzer-Stefan. Dem Spiel vorausgegangen war eine etwas chaotische Planung. Hatten wir uns gestern auf der Rückfahrt aus Wolfsburg alle zusammen zum Spiel Weissenseer FC – BSC Eintracht Südring verabredet, gab es morgens die Meldung, das Spiel würde wohl auf dem Nebenplatz stattfinden. Schnell wurde Türkiyemspor als Alternative präsentiert (sorry an dieser Stelle an Dirk, wir haben leider keinen Weg gefunden, mit dir in Kontakt zu treten, immerhin hast du als einziger von uns Weißensee doch auf dem Hauptplatz spielen sehen), bevor sich für Mahlsdorf – Altglienicke entschieden wurde. Da Matze von vor Ort berichtete, dass dies ebenfalls auf dem Nebenplatz ausgespielt wurde, hieß es am Ende doch wieder Türkiyemspor. Mit Stefan also Haltestelle Südstern getroffen und gemeinsam für je 3 Euro Eintritt den Sportplatz Blücherstraße betreten. Dieser ist der aktuelle Ausweichplatz von Türkiyemspor, da das Willy-Kressmann-Stadion als eigentlicher Spielort baufällig ist und aktuell renoviert wird. Frühestens in der Rückrunde geht es für Türkiyemspor zurück in ihre Heimspielstätte, so lange dient der Spielort der Frauen und Jugendmannschaften als Ausweichplatz. Dieser Ausweichplatz bietet nebem einem Kunstrasen mit Laufbahn und einer vierstufigen Tribüne auch eine Flutlichtanlage mit insgesamt 8 Masten. Wieso mit 4 begnügen, wenn man 8 haben kann?! Neben entsprechender Ausstattung weiß auch die Umgebung zu gefallen. Zwischen Wohnblöcken und Schule rundrum gelegen mit Blick auf eine Skyline mit Kirche, kommen bei mir ein wenig Heimatgefühle auf, erinnert das ganze doch ein wenig an den Kölner Dom.

Da es vor Anpfiff nur leicht bewölkt war, mit Spielbeginn aber begann zu schneien, erinnerte das Spiel teilweise ein wenig an Schlittschuhlaufen. Der anfangs grüne Kunstrasen wurde immer weißer, so dass der Spielball von weiß zu orange wechselte. Die Farbe des Balles wirkte sich allerdings wenig aufs Spielgeschehen aus. Türkiyemspor stellte in einer eher schlechten Partie das etwas bessere Team, was sich in einem 1:0 Halbzeitstand wiederspiegelte. Bei Tee, Kaffee und Sesamstangen im Vereinsheim konnte die Pause genutzt werden, den Körper wieder ein wenig auf Normaltemperatur zu bringen. In Halbzeit zwei dauerte es bis etwa zur 85. Minute, bis das technisch versiertere Heimteam mit dem 2:0 nach schöner Kombination über außen den Sieg klar machte. Kurz vor Ende erhöhte man noch auf 3:0, was dann auch den Endstand in einer ereignisarmen Partie bedeutete. Wenn uns also jemand fragen sollte, was wir am ersten Schneetag des Winters 15/16 gemacht haben, wir waren Fußball gucken. 😉

SV Babelsberg 03 – FC Carl Zeiss Jena 0:0, Fr. 20.11.15

Freitag Abendspiel und mit Carl Zeiss Jena ein interessanter Gegner mit Fanszene. Grund genug für mich, mal wieder Babelsberg 03 und dem netten Karl-Liebknecht-Stadion einen Besuch abzustatten. Rund um den Babelsberger S-Bahnhof dann auch gleich von einer Menge Polizisten begrüßt worden, man rechnete wohl mit großem Andrang oder besteht jetzt schon Terrorgefahr in Liga 4? Am Ende waren es dann leider nur knapp 3300 Zuschauer, die den Weg ins Stadion fanden. Wenn man bedenkt, dass Jena immerhin Tabellenführer ist, schon ein wenig ernüchternd. Vielleicht klingt ein Duell der beiden besten Defensivmannschaften der Liga dann doch nicht soooo verlockend.

Aber egal, vor dem Spiel hieß es auf Heimseite erstmal fleißig Spenden für die geplante Choreo sammeln. Bei dieser wurde mit Anpfiff an der vorderen zweier blau-weiß-blauer Stoffbahnen am vorderen Zaun (hier inkl. gebastelter Flutlichtmasten) und hinter dem Block ein Babelsberg 03 Logo hochgezogen und vom M-Block dazu passende blaue bzw weiße Folien hochgehalten. Nachdem die Folien weg waren, leuchtete der Block von Wunderkerzen erhellt. Nichts großes, aber sah schon ganz nett aus und kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Neben besagten Stoffbahnen hingen das schon bei vorherigen Spielen gezeigte “Keep on fighting Yuri” Spruchband für einen israelischen Ultra und der “We love Cem!”-Banner für Trainer Cem Efe nach dessen klaren Worten bezüglich Rassismus im Anschluss an das Zwickau-Spiel, welcher schon in Halberstadt hing, vor dem N-Block. Während der ersten Halbzeit waren die Babelsberger außer bei einzelnen “Yalla SVB” von meiner gegenüberliegenden Position eher seltener zu hören, auch optisch fiel man außer durch 2 bis 3 eher unregelmäßig aktiven Schwenkern kaum auf. Ende der ersten Hälfte erinnerte der M-Block mit einem “Antifa bleibt notwendig – In Gedenken an Silvio Meier” Spruchband an den heute vor 23 Jahren am U-Bahnhof Samariterstraße in Berlin-Friedrichshain von einem Nazi ermordeten Silvio Meier. Die Jenenser im relativ gut beflaggten Gästeblock waren von meinem Standort im O-Block an der Ecke zur Haupttribüne deutlich öfter zu vernehmen. Hinter der Südkurven-Zaunfahne waren etwa 50 bis 60 Jungs und Mädels dauerhaft aktiv und wussten mit Schalparaden und ähnlichem zu überzeugen. Auch hier waren 2 bis 3 größere Schwenker allerdings wesentlich häufiger in Aktion. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es auf Babelsberger Seite eine zweite Choreo, bestehend aus einem kyrillischen Spruchband vor dem Block und mehreren an Doppelhaltern befestigten Konterfeis von Faschisten in Russland ermordeter Antifaschisten in Verbindung mit einem “Fascism kills”-Spruchband im Block (ein Infotext hierzu findet sich im Ultra Unfug zu diesem Spiel und bei amaranto). Akustisch und optisch änderte sich am Bild von Halbzeit 1 wenig, die beiden Babelsberger Vorsänger versuchten immer wieder, die Menge zu mehr Support zu animieren, was teilweise auch gelang.

Auf dem Platz war zunächst Jena spielangebend. Die Thüringer erarbeiteten sich immer wieder einzelne, wenn auch nicht zwingende, Torchancen. Babelsberg gelang mit einer seiner ersten Chancen in der 24. Minute ein Tor, welches allerdings wegen Abseits nicht gegeben wurde. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich ein ziemlich ausgeglichenes Spiel, bei welchem Babelsberg mit zunehmender Spielzeit immer besser wurde und sich in der zweiten Halbzeit mehrere Ecken und auch Torchancen erarbeitete. Ein Tor blieb trotz allem bis zum Schluss aus, was auch daran lag, dass wie in Halbzeit eins auf Babelsberger Seite, diesmal auf Jenenser Seite ein Tor aufgrund Abseitsstellung kurz vor Ende keine Anerkennung fand. Das Duell der beiden defensivstärksten Mannschaften endete am Ende also 0:0, war bei diesen Vorzeichen vielleicht auch nicht anders zu erwarten.

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Lichtenberg 47 – Tennis Borussia Berlin 2:0, Sa. 14.11.15

Mal wieder bundesligafreies Wochenende aufgrund der Länderspielpause, was also machen? Für die Spiele Lübeck-Kiel, Chemie Leipzig-Rapid Chemnitz (was aufgrund rassistischer Vorfälle vorab gar nicht erst angepfiffen wurde) und Strausberg-Babelsberg ließ sich niemand so richtig begeistern, also blieb nur Tennis Borussia Berlin auswärts im Berliner Pokal bei Lichtenberg 47. Da viele meiner berliner Freunde fast schon regelmäßig in der dortigen HOWOGE Arena “Hans Zoschke” anzutreffen sind, sollte die Chance genutzt werden, mit TeBe dieses Stadion auch mal zu besuchen.

Vorab veröffentlichte TeBe auf der Homepage einen Treffpunkt am U-Bahnhof Frankfurter Allee, an dem sich gegen 12 Uhr etwa 20 bis 30 Leute einfanden. Die Weiterfahrt von dort wurde aufgrund der eisigen Temperaturen noch ein wenig verschoben, so dass man sich erst etwa 30 Minuten vor Anpfiff an der HOWOGE Arena zwischen Hochhäusern und Stasiarchiv einfand. Bei der HOWOGE handelt es sich um eine Wohnungsbaugesellschaft, beim Blick rund um das Stadion also nicht weiter verwunderlich, dass das Stadion eines Fünftligisten einen solchen Stadionnamen trägt. Von außen ist das Stadion kaum erkennbar, da es sich hinter einer kleinen Erhebung befindet, die durch die Bäume rundrum eher nach Park aussieht. Positiv zu erwähnen ist eine Schale Bonbons am Kassenhäuschen, negativ dagegen eine Wanne direkt vorm Gästeeingang und 2 weitere neben dem Vereinsheim, braucht es sowas wirklich bei einem Pokalspiel zweier Fünftligisten? Im weiten Rund dann viele alte, teilweise unbefestigte Stehtribünen und eine Tribüne mit Sitzschalen gegenüber des Gästeblocks. Direkt neben dem Gästeeingang steht eine klassische händisch bediente Anzeigetafel. Die gegenüberliegende Hintertortribüne wird durch den Zugang zum Vereinsheim unterbrochen, hat ein wenig was von VIP-Loge, sich ins Vereinsheim zu setzen und von da freien Blick auf den Platz zu haben (wenn auch der Blickwinkel sicher nicht der beste ist).

Der Gästeblock erstreckte sich heute übrigens quasi übers halbe Stadion und war durch Absperrband vom Rest des Stadions abgetrennt. Ziemlich lächerlich fand ich dagegen die Ordner an eben diesen Absperrbändern, die einem den Weg auf die andere Seite für ein kurzes Foto erst nach längerer Diskussion erlaubten. Insgesamt werden wohl etwa die Hälfte der zahlenden Zuschauer TeBeler gewesen sein, die sich im gesamten Gästeblock verteilten. Neben den üblichen Zaunfahnen rund um TeBe Party Army hingen auch links und rechts von dieser je eine Frankreich-Fahne als Solidaritätsbekundung nach den schlimmen Anschlägen in Paris am Abend zuvor. Aus diesem Grund gab es vor Anpfiff ebenfalls eine Schweigeminute. Im Block war das ganze mal wieder TeBe-typisch, ab und zu mal der ein oder andere humorvolle Gesang, sonst aber wenig.

Auf dem Platz ein eher durchwachsenes Spiel. TeBe erkämpfte sich zwar in Halbzeit eins deutlich mehr Chancen, allerdings hob der Linienrichter auf der dem Gästeblock gegenüberliegenden Seite bei wirklich jedem Angriff die Fahne, ihm war wohl ziemlich kalt. Kann man ja nach den letzten warmen Tagen durchaus verstehen, dem Spielfluss hilft so etwas aber nicht und wenn es dann noch falsche Entscheidungen sind. Dank des Linienrichters blieb es dann wohl auch beim 0:0 zur Halbzeit. In der zweiten Halbzeit dann ein komplett anderes Spiel. Diesmal Lichtenberg deutlich aktiver und mit vielen Chancen. Lag vielleicht auch an dem Tor, scheinbar gehen hier immer alle Angriffe auf das Tor auf Seite des Gästeblocks, egal wer auf dieses schießt. Der Linienrichter ließ diesmal jedenfalls seine Fahne dauerhaft unten, so dass der TeBe-Torwart das ein oder andere Mal eingreifen musste. TeBe selbst kam zunächst nur noch zu Entlastungsangriffen und wurde erst die letzten 15 bis 20 Minuten noch einmal etwas aktiver. Als sich schon alle auf eine Verlängerung eingestellt hatten, erzielte Lichtenberg in der 91. und 95. Minute der regulären Spielzeit die Treffer zum 1:0 und 2:0. Auf die gesamten 90 Minuten bezogen eine unnötige Niederlage und somit mal wieder kein DFB-Pokal-Spiel im Mommsenstadion in der kommenden Saison.

Füchse Berlin – VfL Gummersbach 26:24, Mi. 11.11.15

Wie startet man am besten in die fünfte Jahreszeit? Richtig, mit einem Spielbesuch. Diesmal sollte es allerdings zum Handball gehen. Zufällig hatte ich per Facebook ein paar Tage vorher mitbekommen, dass mein Heimatverein, der VfL Gummersbach, an diesem Mittwoch in Berlin zu Gast sein sollte. Also nicht lange überlegt und Matze angeschlossen, der eh zu fast jedem Spiel der Füchse geht. Mein letztes Handballspiel liegt nun schon ein paar Jährchen zurück, der VfL spielte in der Kölnarena (mittlerweile Lanxess-Arena) gegen Magdeburg, ich wusste also nicht so recht, mit was ich rechnen sollte. Die Max-Schmeling-Halle kannte ich ja schon von den Fußball-Traditionsmasters letzten Januar, allerdings war sie damals wirklich gut gefüllt. Am heutigen Abend war der Großteil des Oberrangs mit schwarzen Vorhängen verdeckt, die 10.000 Gummersbacher feierten scheinbar lieber zu Hause den Karnevalsbeginn. Außer mir konnte ich in der ganzen Halle genau 3 andere VfL-Fans ausmachen, mit ein paar mehr hätte ich schon gerechnet. Da der Andrang auch auf Heimseite sehr gering war, konnten wir das Spiel trotz Stehplätzen im eigentlichen Gästeblock sitzend verbringen. Einzig durch ein paar Kleber der Flensburger Ultras war der Block allerdings als Gästeblock erkennbar.

Leider muss ich festhalten, dass sich der Handball die letzten Jahre wohl immer mehr zu einem Riesenevent entwickelt hat. Auf jedem Sitzplatz fanden sich die obligatorischen Klatschpappen, die auch rege Verwendung während des Spiels fanden. Die Heimmannschaft wurde mit Lichteffekten und Flammen vor Spielbeginn begrüßt und während der Pausen durften die örtlichen Cheerleaderinnen ihr Können zeigen. Ich merkte schnell, wieso ich normal zum Fußball gehe. Der Support des Heimanhangs klang am heutigen Abend passend zum Datum auch eher nach Karnevalszug und nervte schon nach 10 Minuten tierisch.

Auf dem Platz schlug sich der VfL zunächst erstaunlich gut und das Spiel gestaltete sich ausgeglichen. Mit zunehmender Spielzeit konnten sich dann die Füchse immer weiter absetzen, was in erster Linie am Füchsetorwart Petr Stochl lag, der so ziemlich jeden gefährlichen Ball hielt. Auch die Siebenmeter-Quote war richtig schlecht, so vergaben Raul Santos (2x) und Bult (1x) am Ende wohl entscheidende Siebenmeter. Gegen Ende des Spiels wurde der VfL dann noch einmal aktiver und kam zeitweise bis auf ein Tor ran. Man merkte den Zuschauern ihre Anspannung an, der zuvor sicher geglaubte Sieg des Heimteams geriet noch einmal in Gefahr. Schlussendlich konnte sich aber der Favorit aus Berlin mit 2 Toren Vorsprung durchsetzen. Wenn man bedenkt, dass man 3 Siebenmeter leichtfertig hergegeben hat, war heute deutlich mehr für das Gastteam möglich.

Alles in allem muss ich sagen, wenn man diesen ganzen Eventscheiß ausblendet, ist Handball schon ein netter Zeitvertreib und mit 13 Euro für den Steher auch durchaus bezahlbar. Nächstes Nicht-Fußball-Spiel werden dann wohl im Dezember oder Januar mal die Kölner Haie bei den Eisbären Berlin, irgendwie müssen ja Heimatgefühle in Berlin aufkommen. 😉

Türkspor Augsburg – SC Fürstenfeldbruck 0:0, So. 08.11.15

Nach Duisburg ist vor Augsburg. Wie schon im Beitrag zum Duisburg-Spiel beschrieben, führten die Sparpreise der Bahn und mein weiterhin verzögerter Beginn der Masterarbeit dazu, dass ich mich relativ spontan entschloss, trotz der ekligen Anstoßzeit von Sonntag 17:30 doch mal wieder nach Augsburg zu fahren. Die letzten Fahrten hier hin waren ja aus Werder-Sicht eher suboptimal gelaufen und so konnte unser grün-weißer Sportverein bisher noch nie in Augsburg gewinnen. Dank Gratisreservierung über die ÖBB konnten die 7 Stunden Anfahrtsweg entspannt mit Buch und Musik verbracht werden.

Am Augsburger Hauptbahnhof mit Matze getroffen, der mal wieder den noch ein paar Euro günstigeren Weg per Fernbus gewählt hatte, um zu erfahren, dass es vor dem FCA-Spiel noch die Möglichkeit gäbe, ein Spiel der Landesliga Bayern, Staffel Südwest mitzunehmen. Eigentlich mache ich mir ja wenig aus unterklassigen Spielen, bei denen mich keine der beiden Mannschaften interessiert. Da es aber noch über 3 Stunden bis Anpfiff sein sollten und der ein oder andere Bremer sich bei dem Kick angekündigt hatte, machten wir uns dann doch auf den Weg.

Der Eintritt gestaltete sich für uns kostenneutral, da ausgerechnet als wir ankamen, die Spieler des Kicks auf dem Nachbarplatz (noch ein paar Ligen tiefer) aus ihren Umkleiden auf dem Gelände des Stadions Haunstetten, Spielort unserer heutigen Toppartie zwischen Türkspor Augsburg und SC Fürstenfeldbruck, kamen. Das Stadion Haunstetten ist ein wunderschönes altes Stadion mit einem Fassungsvermögen von knapp 10.000 Zuschauern und einer überdachten Sitzplatztribüne und einer unüberdachten Stehplatz-Gegengeraden. Besonders auffällig ist die Bahn rund um den Rasen. Wo sich sonst meist Leichtathletik-Laufbahnen befinden, gibt’s hier eine Speedway-Bahn und ich muss gestehen, ein Speedway-Rennen hätte mich deutlich mehr gereizt als ein Landesligakick. Da wir erst zur Halbzeit kamen, verabschiedeten sich die ersten Bremer schon wieder, auf der Tribüne konnten wir dennoch u.a. Schnitzer-Stefan antreffen, der uns vom 0:0-Zwischenstand berichten konnte, wir hatten quasi nichts verpasst. Verpasst hätte man auch durch Fernbleiben in Halbzeit 2 nicht viel. Das Spiel war wirklich richtig schlecht. Taktik bedeutet hier, mit 5 Mann gleichzeitig auf den Ball zu zurennen, da finde ich selbst U17-Bundesliga taktisch anspruchsvoller. Wie nicht anders zu erwarten, blieb es am Ende auch beim 0:0 und außer eines Platzverweises gab es für uns nicht so viel zu sehen. Das spannendste war da schon, dass die 2 Kassierer während der zweiten Halbzeit immer wieder umherliefen, um auch dem letzten der 110 gezählten Zuschauer seine 7€ Eintritt abzuknöpfen. War uns für eine Halbzeit Grottenkick dann doch zu viel und so galt es für uns, 45 Minuten den Kassierern aus dem Weg zu gehen, was dann auch gut klappte, indem wir einfach immer entgegen deren Laufrichtung liefen.

Abpfiff, Spiel und neuen Ground abhaken und weiter rüber zur WWK Arena und dem Spiel FC Augsburg – Werder Bremen.

MSV Duisburg – SC Freiburg 1:1, Sa. 07.11.15

Die heutige Fahrt nach Duisburg war schon ziemlich lange geplant. Einerseits fehlte mir das Stadion noch und andererseits hatte mich der ein oder andere Freiburger in Leipzig eingeladen, gerne auch mal wieder zu einem Spiel zu kommen, wo was mehr Leute dabei sind als unter der Woche in Leipzig. Da ich mir gleichzeitig am ersten Tag der 19€-Tickets der Bahn, den Tag nach dem Pokalspiel gegen Köln, um kurz nach Mitternacht am Automat im Bremer Hbf eine Fahrt für 28,50€ komplett fürs Duisburg-Spiel und die Fahrt nach Augsburg einen Tag später sichern konnte, perfekte Voraussetzungen.

Die Samstagsspiele der zweiten Liga beginnen ja leider schon um 13 Uhr, entsprechend hieß es 6:25 mit Freiburgern und 1 x Ahlawy am Berliner Hauptbahnhof zu treffen, viel zu früh. Waren bei Ankunft in Duisburg noch kaum Fußballfans zu sehen, war die S-Bahn zum Stadion dann mit bestimmt 20 Freiburgern voll. Der Weg zum Stadion gestaltete sich dann etwas kompliziert. Keiner wusste so recht den Weg und die Beschreibungen der Mitarbeiter an den Kassenhäuschen waren sehr ungenau. Nachdem wir uns erst durch geschlossene Tore zwängten (siehe Bild unten), mussten wir dann feststellen, dass das zweite Tor leider nicht mehr so leicht zu passieren war, obwohl man durch die Stangen schon den Gästebereich sehen konnte. Schlussendlich mussten wir dann doch einmal komplett um den See der Wakeboarding-Anlage laufen, scheint wohl Absicht zu sein um den Gegner zu schwächen. Hoffentlich muss man hier nicht öfter hin. Auf dem Weg zwischen S-Bahn und Stadion dann auch direkt die ersten Thor-Steinar-Träger getroffen. Die ganzen Berichte rund um Nazis in der MSV-Fanszene (z.B. in der Gruppe Toastbrot) lassen sich hier also direkt live erleben.

Am Stadion dann noch schnell einen Steher gekauft und nachdem die Gruppen schon drinnen waren, ebenfalls reingegangen. Der Weg in den Gästeblock erinnert mich ein wenig an Gelsenkirchen. Auch hier geht’s erst durch einen dunklen Tunnel. Das Stadion selbst unterscheidet sich optisch kaum gegenüber den heutigen 0815-Stadien, im Gästeblock in der Ecke der Hintertortribüne fühlt man sich aber eigentlich doch ganz wohl. Einzig die aus Gelsenkirchen oder Mönchengladbach bekannten Plexiglasscheiben nerven ein wenig und durch den relativ flachen Block ist die Sicht hinter Zaunfahnen teilweise etwas eingeschränkt. Die Zeit bis Anpfiff dann noch mit vielen netten Gesprächen verbracht. Einzig die dauerhaften Fragen, wieso ich denn nicht in der Heimat pennen und am nächsten Tag von Köln nach Augsburg fahren würde statt vorher nochmal nach Berlin, nervten ein wenig. 😉

Das Spiel verlief der Tabellensituation entsprechend (Freiburg ganz vorne, Duisburg ganz hinten dabei) in Halbzeit eins ziemlich einseitig. Die meisten Situationen spielten sich vor dem Duisburger Tor ab, so richtig zwingende Chancen konnte sich der Sportclub aber leider nicht herausspielen. Wie das bei solchen Spielen dann nunmal ist, kommt der MSV gefühlt einmal vors Freiburger Tor und es steht 1:0. Selten ein so unnötiges Gegentor erlebt. Auch in Halbzeit zwei war der Sportclub das deutlich bessere Team und konnte mehrere Chancen herausspielen, am Ende reichte es trotz Überzahl (ein Wunder, dass es nur einmal gelb-rot für Duisburg gab, gefühlt hatte zum Schluss jeder Duisburger gelb) nur zu einem Tor und so endete das Spiel 1:1. Klar war deutlich mehr drin, aber wenn man aufsteigen will, zählt es in erster Linie mal konstant zu punkten und das geht halt auch mit einem Unentschieden, also abhaken das ganze!

Im Block war die Stimmung im Vergleich zu Leipzig unabhängig vom teilweisen Protest in Leipzig super. Die Lieder wurden ziemlich laut mitgesungen und auch Mitmachquote und Fahneneinsatz stimmte. Nachdem ich mir in Leipzig noch etwas schwer tat, was die Texte angeht, kam ich diesmal trotz großer Bandbreite an Liedern gut mit und ich muss zugeben, dass mir manche Lieder doch wirklich gut gefallen. War also sicher nicht das letzte Mal, dass ich ein Spiel der Breisgauer besucht habe.

Auf Heimseite gab es zu Beginn eine Choreo für die Stadionverbotler. Hierzu wurden Doppelhalter mit Trikotmotiv und Namen der SVler hochgehalten und ein “Immer alles geben”-Spruchband gezeigt, was anschließend zu einem “Sektion Stadionverbot – Im Herzen immer bei uns” wechselte. Ein weiteres Spruchband warb für den gemeinsamen Kampf von Fans und Mannschaft gegen einen möglichen Abstieg “Ihr auf dem Rasen, wir auf den Rängen, zusammen das Abstiegsgespenst besiegen”. Akustisch war von Heimseite außer beim Tor und kurz vor Abpfiff beim gemeinsamen Klatschen nichts zu hören.

Nach ewig langer Verabschiedung von den Freiburgern ging es dann mit den Berlinern noch Döner essen und ein paar Getränke für die Rückfahrt kaufen. Normal bin ich ja nicht so der Freund von Alkohol auf Fußballtouren, aber das Kölsch im Kiosk am Hbf sorgte bei mir für Heimatgefühle. Die Rückfahrt wurde dann mit Bier und vielen netten Gesprächen am 4er-Tisch des ICE verbracht, auch wenn sich bei unserem Ägypter immer wieder der fehlende Schlaf bemerkbar machte.

Auf ein baldiges Wiedersehen mit dem Sportclub und den lieben und netten Menschen dort, danke für die Gastfreundschaft!

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Nordtribuene.org

Tennis Borussia Berlin – Hertha 03 Zehlendorf 1:1, Fr. 30.10.15

Nachdem das Spiel gegen Altlüdersdorf vor 2 Wochen aufgrund des Wetters wortwörtlich ins Wasser fiel und abgesagt wurde, sollte es diesmal tatsächlich mit meiner Heimpremiere in der NOFV Oberliga Nord klappen. Matze hatte mich vorab gefragt, ob ich nicht Lust auf das Spiel hätte und da Werder erst Samstag spielt, fiel die Entscheidung nicht sonderlich schwer.

Wie schon am Mittwoch im DFB-Pokal hieß es auch an diesem Freitag Abend Flutlichtspiel. So langsam habe ich mich an die Atmosphäre gewöhnt, mal sehen wie das morgen mit einem Spiel am hellichten Tag (ok, um 17:15 wird’s ja schon dunkel) wird. Im Stadion macht sich sofort der Aufstieg vor der Saison bemerkbar. Die Karte ist um einen ganzen Euro teurer geworden und neben den Essens- und Getränkeständen neben dem Eingang, im Innenraum und dem Getränkestand am Heimblock gibt es zusätzlich einen Getränkestand neben Toilette und Anzeigetafel und vor der Haupttribüne. Wie soll das dann erst in der kommenden Saison noch eine Liga höher werden?!  😉

Positiv überrascht war ich persönlich über die Anzahl an Zuschauern. Der Stehbereich vor der Haupttribüne war voll und auch die Haupttribüne selbst war gut gefüllt. Sowas kannte ich von meinen bisgerigen Spielen hier noch nicht. Könnte natürlich auch daran liegen, dass es sich beim heutigen Spiel tatsächlich um ein Topspiel handelte, immerhin spielte der Erste (TeBe) gegen den Zweiten (Hertha Zehlendorf). Von der Haupttribüne ließ sich auch das Spiel ganz gut genießen. TeBe kombinierte bis zum gegnerischen 16er recht vielversprechend, wirklich kreativ und gefährlich wurde es ab da allerdings nicht. Auch die in rot-blau eher an Unterhaching (ja, genau die, die den Leipziger Verein rausgeworfen haben, sorry, aber das musste einfach noch mal sein) erinnernden Zehlendorfer kamen ab und an vors gegnerische Tor, man kann also wohl von einer ausgeglichenen Partie sprechen. In der 32. Minute nutzte Matt auf Heimseite die fehlende Zuordnung bei Hertha aus und flankte auf Huke, der zum 1:0 für TeBe versenken konnte. Leider hielt die Führung nicht lange und Gakpeto konnte in der 38. Minute ausgleichen, womit es auch in die Halbzeit ging. In Halbzeit 2 blieb das Spiel zunächst sehr ausgeglichen, beide Teams kombinierten ansehnlich, wirklich gute Chancen gab es aber kaum. Erst die letzte 15 Minuten drückte TeBe immer mehr, konnte aber auch die Überzahl nach Foul von Ryberg ab der 85. Minute nicht mehr nutzen. Zwar schien der Schiri zunächst so lange weiterspielen lassen zu wollen, bis TeBe ein Tor macht aber der Spitzenreiter schien am Ende mit dem Punkt doch zufrieden. Am Ende verteidigte man damit die Tabellenführung, nicht mehr und nicht weniger.

Stimmungsmäßig gibt es eigentlich nicht soooo viel zu berichten, die Heimseite stimmte von Zeit zu Zeit das ein oder andere Lied an und war dabei auch auf der gegenüberliegenden Haupttribüne gut zu hören. Optisch war außer den zahlreichen Zaunfahnen allerdings nicht zu sehen, was nicht weiter verwundert, gibt es doch bei TeBe allgemein eher weniger Materialeinsatz in Form von Fahnen o.ä.

Red Bull Leipzig – SC Freiburg 1:1, Do. 24.09.15

Lange habe ich mich gesträubt, Leipzig und dem dortigen Zweitligaclub einen Besuch abzustatten. Da ich aber so langsam mal Liga zwei komplettieren möchte (nebe Leipzig fehlen noch Duisburg, Braunschweig und Sandhausen) und ja eigentlich fast nur mit Vereinen fahre, die ich mag, bot sich nun mit dem Sportclub die Möglichkeit. Natürlich wurde frühzeitig geklärt, dass das Spiel von der Fanszene in Freiburg nicht boykottiert wird und so konnte für schlappe 5 Euro hin und 8 Euro zurück der Fernbus gebucht werden. Trotz Spiel unter der Woche dank Nachtbus nach Berlin keine Probleme für mich hin und zurück zu kommen.

Nach nicht sonderlich spannender Hinfahrt dann frühzeitig mit den Freiburgern getroffen und anschließend mit Sack und Pack auf den Weg zum Stadion gemacht. So recht konnte uns rund ums Stadion aber niemand sagen, wo wir jetzt genau hin müssen und so wurde einmal ums fast komplette Stadion gelaufen. Der Weg auf der dem Heimblock abgewandten Seite komplett unbeleuchtet, alle Tore zum Stadiongelände zu und keinerlei Ordner oder Pozilei zu sehen, schon amüsant, wenn man bedenkt, wie es sonst in der Bundesliga zugeht. Am Eingang dann doch 2 oder 3 Wannen und auch die Schlange vorm Drehtor war schon etwas länger, also schnell Tasche abgegeben und eingereiht. Durch die Berichterstattung anderer Fanszenen, wie übel sie am Eingang in Leipzig behandelt worden wären, war ich eigentlich schon auf das Schlimmste gefasst. Wider Erwarten war es dann eigentlich relativ entspannt und kaum anders als in anderen Stadien. Den Blick ins Portmonnaie konnte ich mit dem Zeigen von gefühlt 20 Toilettenbons im Scheinfach schnell beenden, schön wie einfach man manche Ordner auf der Suche nach Aufklebern nur durch Toilettenbons verunsichern kann. Als er mir dann noch an den Arsch packen und mein Shirt hochziehen wollte, wurds mir dann aber doch zu blöd und ich musste ihn nachdrücklich daran hindern. Wer schon einmal in Leipzig war, weiß dass nach dem Einlass erst der harte Teil kommt. So läuft man erst einmal 3 große Treppen auf den Wall rund ums Stadion um oben erschöpft angekommen festzustellen, dass es gleich wieder runter zum Stadion geht und im Stadion dann noch einmal 2 Treppen wieder hoch in den Oberrang.

Im Block fanden sich dann nach und nach insgesamt knapp 700 Freiburger bzw Sympathisanten ein, was bei 700 km Entfernung an einem Donnerstag abend schon voll ok ist. NBU war mit einem großen Protestspruchband mit den Worten “Nai hämmer gsait!” (auch die Nicht-Badener sollten dies verstehen können) angereist, welches vor dem Oberrang stilecht mit Anti-RB-Klebern befestigt wurde. Stimmungsmäßig war leider zu spüren, dass einerseits zu Beginn auf einen Vorsänger verzichtet wurde und andererseits viele Sympathisanten aus dem Umland zugegen waren, die wie ich auch, nicht sonderlich textsicher waren aber vor allem auch eher nicht gewillt anzufeuern. Das einzig positive hierbei ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass über 90 Minuten betrachtet die Anti-Gesänge zumindest nicht lauter waren als diejenigen für die eigenen Mannschaft, was ich bei uns in Bremen des öfteren kritisiert habe. So wurde schlussendlich von etwa 40 bis 50 Personen supportet, leider kam es aber auch immer wieder zu größeren Pausen, die Koordination und Motivation war wohl nicht sonderlich groß. Die Heimseite war von Zeit zu Zeit etwas lauter zu vernehmen und auch durch rumgehopse optisch bemerkbar, wirklich stimmungsvolle Lieder gab es aber nicht. Wenn man sich schon erst Jahre nach allen anderen Szenen gründet, könnte man wenigstens da ein wenig Kreativität zeigen. Insgesamt waren knapp 26000 Zuschauer im Stadion anwesend, klingt erstmal nicht wenig, wenn man aber bedenkt, wie riesig das Stadion ist, wirkte das schon sehr bitter.

Auf dem Platz machte in Halbzeit 1 nach anfänglichen Schwierigkeiten der Sportclub das Spiel und konnte durch unseren Nilsi in Führung gehen. Da hat sich der Besuch als Bremer doch schon gewohnt. Leider konnte ausgerechnet du weißt schon wer kurz nach dem Wechsel ausgleichen, als die Freiburger noch geistig in der Kabine zu sein schienen. Eben dieser du weißt schon wer bekam übrigens schon vor Spielbeginn einen Preis, für was auch immer er diesen verdient hat, kann ich nicht sagen und ist mir auch herzlich egal. Wer bei der Vertragsverlängerung noch groß verkündet, viel besseren Clubs abgesagt zu haben und unbedingt in Bremen bleiben zu wollen, um dann nicht mal ein halbes Jahr später ausgerechnet zu diesem Kunstprodukt zu wechseln, verdient aus Bremer Sicht eigentlich gar keine Erwähnung. Ab diesem Tor zum 1:1 spielte jedenfalls nur noch Red Bull und man muss am Ende mit dem Punkt glücklich sein, immerhin ging es gegen einen direkten Konkurrenten um den Aufstieg (der es hoffentlich verkacken und sich dann irgendwann endlich verabschieden wird).

Nach dem Spiel ging es dann wieder geschlossen über unbeleuchtete Wege ganz ohne Ordner und Co zur Straßenbahn und mit dieser zum Hauptbahnhof, wo sich die einzelnen Hostelgruppen aufteilten, um sich dann später in der Stadt nochmal zur Verpflegung zu treffen. Da mein Bus eigentlich 1:40 fahren sollte, dann relativ bald mit einem der Freiburger, der schon um 1 Uhr mit Bus über Frankfurt nach Freiburg zurück fahren wollte, abgeseilt und die Zeit bis zu seiner Abfahrt noch bei einem Bier im Irish Pub unweit des ZOB verbracht. Leider erreichte mich auch dort die Nachricht, dass mein Bus (der um 14 Uhr in Zürich gestartet war) aufgrund des Verkehrs ca. eine Stunde später eintrifft. Nachdem der Freiburger also weg war, statt knapp 30 Minuten noch 1,5 Stunden am Leipziger ZOB gewartet, welcher eigentlich nur aus einem langen Bürgersteig und einer Bushaltestellenhütte besteht, wirklich spannend nachts um 1. Am Ende war ich dann gegen 4:40 auch wieder in Berlin. Der einzige Vorteil der Verspätung war die Tatsache, dass dadurch neben der Ringbahn auch die U-Bahn schon wieder fuhr.

Leipzig also auch abgehakt, muss man nicht nochmal hin. Also bitte steigt niemals auf!

weitere Bilder gibt es hier:

Nordtribuene.org

Holstein Kiel – Stuttgarter Kickers 1:2, Sa. 05.09.15

Bundesligafreies Wochenende, was macht man da? Richtig, man besucht Freunde, die man ansonsten aufgrund der Spiele des grün-weißen Sportvereins nicht sehen kann. Durch die Kombination Spieltag in Liga 3 und Flixbus-Gutscheinen bot es sich an diesem Samstag an, die Stuttgarter Kickers mal wieder live zu sehen, Spielort Kiel.

Dauert die Fahrt nach Kiel nicht so schon ewig (um genau zu sein 4:55 Stunden), hatten es sich jegliche Autofahrer hinter Hamburg an diesem regnerischen Samstag auch noch überlegt, in der Baustelle einfach mal stehen zu bleiben. Über eine Stunde im Stau und nichts ging mehr. Insgeheim schon erste Horrorszenarien ausgedacht wie “zum Glück gibt es hier WLAN im Bus, guck ich das Spiel eben im NDR-Stream”. Alles Hoffen half nichts, Ankunft am Kieler Interims-ZOB (da wird gerade kräftig gebaut) 14:10 statt geplant 12:50, blöd nur, dass Anpfiff um 14 Uhr war. Also schnell zum Hauptbahnhof gesprintet, Tasche eingeschlossen und glücklicherweise genau einen Bus zum Stadion erreicht. Unterwegs die Zeit genutzt, um wenigstens den Ticker mal nach dem Zwischenstand zu befragen: 1:0 für Kiel ausgerechnet durch den Ex-Bremer Dominik Schmidt.

Am Stadion dann das nächste Problem. Natürlich hatten zu der Zeit schon alle Kassen zu, für 5€ in die Kieler Jugendkasse (dafür ohne Eintrittskarte 🙁 ) ließ mich der Ordner des Nachbarblocks neben den Gästen dann doch noch rein und dank nicht verschlossener Tür zum Gästeblock war es auch kein Problem, in diesen zu kommen. Mit der 42. Minute war ich dann also auch im Stadion. Da mehr als 45 Minuten noch zu spielen waren, auch kein Problem mit der überall befindlichen Groundhopper-Polizei (deren Regeln mir allerdings auch total egal sind). Die einzige Anzeigetafel im Stadion steht genau vor dem Gästeblock, so dass kein Blick darauf möglich war, also Nachfrage bei den knapp 60 übrigen Kickers-Fans (welche mit 1 Bus, 1 9er und mehreren Autos angereist waren) nach dem Spielstand: 1:1. Bis zur Halbzeit dann nichts spannendes mehr passiert und anschließend erstmal eine Frikadelle für faire 2,50€ gegönnt, vorm Spiel fiel die Verpflegung ja aus unerklärlichen Gründen weg. Pünktlich zur Halbzeit begann es dann auch mal wieder wie angekündigt zu regnen. Die restliche Dauer des Spieles gab es wettertechnisch alles, von strahlendem Sonnenschein über grauem Himmel bis hin zu stärkerem Regen. Trotz fehlendem Dach (in Kiel sind nur Haupttribüne, Gegentribüne und die heimische Hintertortribüne überdacht) ging es aber, einzig der starke Wind nervte etwas. Kurz nach Wiederanpfiff machte dann Berko das 2:1 für die Blauen aus Degerloch. Da das ganze auf der gegenüberliegenden Seite stattfand und der Gästeblock nur etwa 10 Stufen hoch ist, dauerte es etwas, bis man das Tor auch im Gästeblock mitbekam. Von da an konnten dann zumindest auch alle aus dem Süden angereisten Gästefans zur Anfeuerung überredet werden. Insgesamt war der Support in anbetracht von nur etwa 10 dauerhaft am Support Beteiligten + Trommel und 2 Schwenkfahnen ok, im Rest des Stadions aber vermutlich kaum wahrzunehmen. Auf Heimseite ein Haufen von etwa 50 Leuten unter dem Dach des einstöckigen Blocks am singen und klatschen, akustisch war aber trotz Dach kaum was zu hören. Das 2:1 konnte über die Zeit gerettet werden und so konnte für die Gästefans der Heimweg nach Degerloch mit 3 Punkten im Gepäck in Angriff genommen werden.

Als Fazit muss man leider sagen, dass die Zahl an Gästefans doch etwas enttäuschend war, nicht vergessen darf man dabei aber, dass die Strecke Stuttgart-Kiel nicht wirklich kurz ist und das letzte Spiel im Holstein-Stadion noch nicht so lange her ist. Damals wurde per vollem Sonderzug nach Kiel gefahren, da bei Planung des Zuges noch ein Relegationsplatz im direkten Duell möglich war.

Zum Stadion selbst kann ich leider nicht viel sagen, der Blick aus dem Gästeblock ist doch arg begrenzt und da ich ja nur eine Halbzeit da war. Trotzdem sicher eine Empfehlung wert, nettes, kleines Stadion mit frei stehenden Flutlichtmasten, kein Vergleich zu den 0815-Neubauten der letzten Jahre. Einzig das große Werbebanner für die Bundeswehr an einem der Flutlichtmasten fiel mir sehr negativ auf, braucht kein Mensch!

Die Rückfahrt per Fernbus nach Berlin gestaltete sich dann für mich relativ unproblematisch. Ab Hamburg einen Zweier für mich alleine und trotz Baustellen nur etwa 20 Minuten Verspätung.