Waldhof Mannheim – MSV Duisburg 4:3, So. 25.08.19

Da Hoffenheim auswärts wirklich keins meiner Lieblingsspiele ist, wurde bereits bei Terminierung geguckt, mit was sich ein Ausflug nach Sinsheim verbinden lassen würde. Schnell kristallisierte sich Mannheim als Ziel heraus. Das Carl-Benz-Stadion fehlte mir eh noch nach dem Aufstieg von Waldhof in Liga 3 und ebenso lag die Stadt quasi auf dem Rückweg von Sinsheim. Gegner des SV Waldhof sollte einen Tag nach unserer unglücklichen Niederlage gegen die TSG heute der MSV Duisburg sein, quasi Aufsteiger gegen Absteiger in die dritte Liga. Beide Vereine vorab eher schwer einzuschätzen, obwohl ich Mannheim sogar schon diese Saison in Magdeburg gesehen hatte. Damals zeigte ein kompakt stehender Mannheim-Block für ein Mittwoch-Abend-Spiel eine gar nicht so schlechte Leistung, auch wenn man gegen Magdeburg kaum zu hören war. Waren mir die Mannheimer*innen aus Magdeburg also durchaus positiv in Erinnerung, wirkte das beim Heimspiel schon anders. Wenn bereits in der Straßenbahn zum Stadion der ganze Waggon ein „Lautern, ihr Zigeuner“ anstimmt, man sich gegenseitig als „Fotze“ tituliert und es auch nicht lange bis zu den ersten homophoben Äußerungen dauert, fragt man sich schon, was so eine Fanszene in Liga 3 zu suchen hat. Klar, Lautern ist wohl schon aufgrund der geographischen Nähe der Hauptfeind und klar auch, steht bereits nächsten Sonntag für Mannheim das Derby gegen Lautern an. Rassistische, sexistische und homophobe Scheiße sollte aber nie Teil der Fankultur sein! 

Spätestens jetzt waren meine Sympathien jedenfalls klar auf Seiten des MSV. Die Karte in einer der ersten Reihen der Gegentribüne konnten bereits vorab online erworben werden. Trotz frühzeitiger Buchung blieb allerdings nur die Option Print@home. Das 1994 eröffnete Carl-Benz-Stadion fasst maximal knapp 24.000 Personen. Mit einer Zahl von 12169 war es heute allerdings gerade mal zur Hälfte gefüllt. Die gegenüberliegende Haupttribüne blieb fast komplett leer. Gut gefüllt wirkte nur der komplett volle Gästeblock auf der vom Rest des Stadions getrennten Hintertortribüne und die Otto Siffling Tribüne, wo sich hinter einer großen „Ultras Mannheim“-Zaunfahne die Heimszene positionierte. Diese steht seit einiger Zeit wieder im Zentrum der Tribüne, nachdem sie in Folge der Vorfälle rund um das Aufstiegsspiel gegen Uerdingen im Jahr zuvor die Selbstverwaltung aufgeben musste und in die Randblöcke der Tribüne verdrängt wurde. Bei den Gästen waren am komplett beflaggten Zaun u.a. auch die Freund*innen des Q-Blocks Mainz (Freundschaft Kohorte mit der USM) mit einem kleinen Lappen erkennbar. Ins Spiel startete der Gästeblock mit viel und sehr dichtem blauen Rauch. Das machte schon ordentlich was her. Auch während des Spiels wirkte das von MSV-Seite sehr laut und geschlossen. Supporttechnisch war es heute kein leichtes Spiel, lagen die Gäste doch bereits nach 26 Minuten schon mit 0:2 gegen den in der Tabelle hinter ihnen stehenden SVW (ja, das musste jetzt mal sein, irritierte mich auch das ganze Spiel) zurück. Der Anschlusstreffer der Duisburger dann sehr kurios. Einer der Waldhof-Spieler passt zurück zu seinem Torwart, der will dem Ball entgegenkommen, knickt dabei um und bleibt verletzt liegen. Der Duisburger Spieler nutzt die Chance, schnappt sich den Ball und versenkt im Tor. Kam so direkt vor der Heimkurve eher weniger gut an und schnell war die ein oder andere sportliche Person wild pöbelnd auf dem Zaun. Nur kurz nach Einwechslung des Ersatztorwarts fiel auch der Ausgleich zum 2:2. Als Duisburg in der 59. Minute dann sogar das Spiel zum 2:3 drehte, pure Euphorie im Gästeblock. Das Ausbreiten eines „Spitzenreiter“-Banners auf dem Zaun dauerte dann aber bestimmt 4 Minuten bis man feststellte, dass es alleine nicht klappt, 2 Personen aber auch nicht reichen und schlussendlich 3 Personen auf dem Zaun waren. Passend zur etwas unglücklichen Situation auf dem Zaun in der Folge auch der Spielverlauf. Innerhalb von 5 Minuten drehte Waldhof ab der 70. Minute das Spiel wieder und gewann schlussendlich mit 4:3, was zur Folge hatte, dass Duisburg auf Platz 3 abrutschte und nun genau vor’m SV Waldhof steht. Die Heimszene fiel auch während des Spiels eher mit Anti-Gesängen gegen Lautern als mit spielbezogenem Support auf. Nach dem 2:0 und dem 4:3 wurde es natürlich auch dort richtig laut und sah aus der Entfernung schon gut wild aus, so richtig überzeugt bin ich aber nicht vom Support. Ist vom Stil her doch komplett anders als bei uns. Freund*innen aus Frankfurt waren aufgrund des eigenen Spiels bei RB nicht anwesend. Da ich vor dem Spiel gewarnt wurde, dass man auch in Mannheim nicht sonderlich auf Hopper*innen steht hierzu noch zwei Sätze. Die Reihen neben und direkt vor mir bestanden quasi nur aus Hopper*innen. Lustigerweise outeten sich die beiden direkt neben mir aufgrund der Tätowierungen schnell als Werderaner.  Gruß an dieser Stelle!

SV Meppen – 1. FC Magdeburg 1:3, Sa. 03.08.19

Am Tag der Fans in Meppen? Ja, ihr lest richtig. Aber es sollte ja bekannt sein, wie wenig ich von dem Event Tag der Fans und des dadurch angezogenen Publikums halte. Da klang die Option Meppen deutlich reizvoller. Immerhin sprang hier neben der Chance, einen Berliner Kumpel mal wieder zu sehen, auch noch die Möglichkeit heraus, die Zahl fehlender Stadien in Liga 3 um eins zu reduzieren. Mein bisher einziges Meppenspiel war ein Derby in Oldenburg und die Meppener Fanszene ist mir eigentlich nur durch peinlichen Pöbel in Erinnerung geblieben. Mit dem IC ging es über Münster nach Meppen. Kurz vor Meppen verzögerte sich die Weiterfahrt ein wenig, wollte doch ein Großteil der Magdeburger Szene in Rheine zusteigen. Ich erwähnte ja bereits beim Magdeburg Heimspiel, wie unangenehm ich deren Szene teilweise finde. Am Ende benahmen sich die mit uns reisenden aber. Was man von den schon am Bahnhof wartenden weiteren Magdeburger*innen nicht sagen kann. Die Meppener Polizei sperrt den Bereich um den Bahnhof für Heimfans und lässt die Magdeburger*innen auf ihren Shuttlebus warten und denen fällt nichts besseres ein, als unter ihnen herlaufende Meppener*innen zu bespucken. Wirklich starke Typen seid ihr! Ebenso unsympathisch die Anwohner*innen in Meppen. Quasi auf dem gesamten Weg vom Bahnhof zum Stadion Tags wie „Nazikiez“, Aufkleber mit „Nationaler Aufbau“, „FCK ANTIFA“ u.ä.. Juckt hier aber anscheinend nur wenige. Ein paar „Seenotrettung ist kein Verbrechen“ und „Emsland nazifrei“ Kleber, die Meppener Fanszene stört sich wohl weniger an den rechten Spinner*innen. Anders lässt sich jedenfalls nicht erklären, wieso direkt neben Naziklebern Meppener Szenekleber kleben. Man muss sich ja nicht zwingend politisch links geben, Nazikleber überkleben sollte aber auch für eine Szene wie Meppen selbstverständlich sein. Gut gefallen hat mir dagegen das Stadion. Schöne Lage umgeben von Bäumen, bis auf die unüberdachte Hintertortribüne mit kleinem Heim- und Gästeblock wirklich Oldschool und kleinem Stehbereich über die gesamte Haupt- und Gegentribüne vor dem eigentlichen Sitzbereich hat schon was. Die alte Hintertortribüne und die Haupttribüne haben für mich was von Lübeck in cool. Lustig auch, dass hier Cateringleute mit Zapfanlage, 4 Fässern Bier und 2 Kästen Softdrinks vorne im Block stehen. Stimmungsmäßig erwartete ich von Meppen wirklich nichts, konnte entsprechend auch nicht enttäuscht werden. Da sich die Szene am anderen Ende der Gegentribüne positioniert, war sie für mich quasi gar nicht wahrnehmbar. Anders der Gästeblock, auf den wir von unserer Position einen guten Blick hatten. Was mir schon beim Heimspiel von Magdeburg auffiel, wurde hier wieder einmal bestätigt. Keinerlei Schwenker, dafür ständig mit Armen und Schal aktiv, wurde gefühlt über 80 der 90 Minuten geschlossen und laut gesungen. Man stelle sich mal vor, über dem Gästeblock befände sich ein Dach. Der Block wurde vorne mit dem großen Block U Banner beflaggt, seitlich fanden sich Fanclubfahnen u. a. aus Köln und Bremen. Beim bestimmt 5 Minuten gesungenen „Wir war’n noch niemals in Paris, wir war’n noch niemals in Madrid“ wippte sicher nicht nur ich gut mit. Spielerisch wurde heute mal wieder eher Magerkost geboten. Nach vielen unkontrollierten Angriffen landete der Ball irgendwann im Magdeburger Tor und die Heimseite feierte. In der Folge wurde es nicht wirklich besser und auch das 1:1 wirkte ähnlich glücklich. Richtig interessant wurde es eigentlich erst die letzten 10 Minuten. Wurde der Meppener Torwart vor dem Spiel noch mit eigener Zaunfahne geehrt, wollte man diese jetzt wohl nur noch verbrennen. Erst legte er sich einen locker haltbaren Ball von der Seite selbst rein, indem er ihn um 90° abgelenkt ins Tor bugsierte. Kurz darauf vertändelte er einen leicht erreichbaren Rückpass und der Magdeburger musste nur noch einnetzen. In der Folge Durchdrehen im Gästeblock, kamen die zwei Tore doch mehr als überraschend. Am Ende blieb es beim 1:3, auf dem Rückweg noch einmal ein paar Nazikleber besichtigt und entfernt, ging es zurück diesmal über Leer. Gegen 19:30 Uhr hatte ich dann auch wieder Bremer Boden unter den Füßen. 

1. FC Magdeburg – SV Waldhof Mannheim 1:1, Mi. 31.07.19

Wer das Datum im Nachgang im Kalender nachschlägt, wird schnell feststellen, dass es sich um eines der ungeliebten Spiele unter der Woche handelt. Wenn man selbst aber mehr als genug Überstunden auf dem Zeitkonto hat und sich sogar noch eine Rückfahrtoption aus Magdeburg am Mittwochabend ergibt, nimmt man solche Spiele doch gerne mit. Vor allem, weil mit Magdeburg eine sehr interessante Fanszene schon länger auf meiner Liste stand. Letzte Saison mit St. Pauli musste ich leider krankheitsbedingt am Spieltag noch absagen. Heute also gegen Mannheim als neutraler Zuschauer. Online konnte sich vorab ein Ticket für den Nichtraucherblock direkt neben dem gesperrten Heimbereich gesichert werden. Gesperrter Heimbereich? Wer jetzt an Verbandsstrafen denkt, liegt ausnahmsweise Mal nicht richtig. Die fleißige Hüpferei ist das Problem. Oder Bauingenieure, die, wie ich selbst auch, eher schlecht in Statik waren. Beim Neubau der MDCC-Arena wurde jedenfalls nicht in Betracht gezogen, dass man in Magdeburg gerne auch mal geschlossen hüpft. Welche Auswirkungen das auf eine Tribüne haben kann, mussten die Verantwortlichen schnell feststellen. Die Sommerpause bis in den Herbst hinein wird die gesamte Heimkurve nun also renoviert und ist aktuell gesperrt. Hat zur Folge, dass Block U sich aktuell im Sitzbereich neben dem Gästeblock breit macht und für eine interessante Konstellation mit direkter Nähe zu den Gästen sorgt. Bedeutet aber auch wieder für mich beste Sicht auf die Heimkurve und zumindest ein eingeschränkter Blick auf den Gästeblock. Zunächst muss man aber natürlich erst einmal nach Magdeburg kommen. Hin gibt es glücklicherweise auch unter der Woche eine Direktverbindung in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt. Da ja allseits bekannt sein sollte, dass man in Magdeburg von Hopper*innen nicht sonderlich viel hält, hieß es heute auch unauffällig verhalten. Was da teilweise an Gestalten rum lief, war wirklich nicht feierlich. Das Klischee von sehr sportlichen jungen Kerlen mit Hooligantätowierungen wurde jedenfalls schon am Bahnhof bestätigt. Aufgrund der Sperrung der Straßenbahnhaltestellen direkt am Hauptbahnhof musste erstmal der neue Abfahrtsort gefunden werden, um anschließend mit vielen Blau-Weißen in Richtung Stadion zu fahren. Schon hier fiel auf, dass in Magdeburg so ziemlich jede*r entweder mit Trikot oder Schal ins Stadion geht. Dieses ohne Fankleidung, wie es bei uns häufig zu sehen ist, gibt es dort nach meinem Eindruck quasi nicht. Entsprechend fiel ich auch im Stadion ohne Fanartikel doch deutlich auf. Ebenso ungewohnt, aus diversen Berichten und von Fotos aber schon bekannt, dass einfach das gesamte Stadion bei Liedern dauerhaft mitsingt und auch auf den Sitzplätzen 90 Minuten gestanden wird. Kein Vergleich zum Eventpublikum in der Bundesliga. Entsprechend schepperten die bekannten Magdeburger Gesänge auch im Sitzbereich der Gegentribüne. Optisch fiel die aktive Magdeburger Szene in erster Linie durch die große Block U Zaunfahne und sehr häufigen Schaleinsatz auf. Was bei uns schon bei einfachen Schalschwenkereien bei Wechselgesängen scheitert, klappt hier in Perfektion. Schwenker wurden nur sehr wenige genutzt. Was mir ja persönlich gar nicht zusagt und ich ehrlich gesagt zu mackerhaft und peinlich finde, sind diese Momente, wenn sich plötzlich der gesamte Block der aktiven Szene ab Minute 70 seines Shirts entledigt und Oberkörper frei rum hüpft. Ansonsten gefiel mir der Support wirklich super und die Gäste aus Mannheim, die mit vielleicht 400 Leuten den weiten Weg auf sich nahmen, konnten sich nur nach der Führung und in der Halbzeitpause kurz Gehör verschaffen. Jegliche weiteren Versuche, Gesänge anzustimmen, wurden sofort mit viel Pöbel seitens Magdeburg niedergesungen. Magdeburg zeigte zu Beginn noch längere Zeit ein Spruchband mit der Forderung nach Absetzung des Stadionsprechers. Hintergründe kenne ich nicht. Viel nerviger als den Stadionsprecher fand ich aber die ständigen Werbefilmchen bei Ecken, Spielständen etc.. Sportlich hatte das Spiel dafür nicht sonderlich viel zu bieten. Mannheim machte eigentlich das Spiel. Das erste Tor erzielte dennoch die Heimmannschaft etwas überraschend. Quasi mit dem Halbzeitpfiff glichen die Gäste zum 1:1 aus. Die zweite Hälfte hatte dagegen nicht mehr so viel zu bieten. Am Ende ein verdientes 1:1, ich glücklich, zumindest zwei Tore gesehen zu haben und die Rückfahrt klappte auch besser als gedacht, so dass ich früh morgens am Donnerstag auch wieder in Bremen war.

Atlas Delmenhorst – SC Spelle-Venhaus 10:11 n.E., Sa. 27.07.19

Atlas Delmenhorst, da war doch was? Richtig, beim heutigen Heimverein handelt es sich um unseren Pokalgegner. Und so lässt sich im Grunde auch der Besuch erklären. Seit ich so ziemlich alle Werder-Spiele mitnehme, bedeutete die erste DFB-Pokalrunde immer ein neues Stadion (seit Ahlen alle Erstrundenpartien mitgenommen). Selbst beim Würzburg-Spiel hat es mit der spontanen Verlegung nach Offenbach damals geklappt. Wer die Medienberichte der letzten Wochen verfolgt hat, wird schnell merken, dass diese Serie dieses Jahr reißen wird. Schuld daran ist natürlich der DFB. Die Auflagen an Stadien in der ersten Pokalrunde sind mittlerweile so hoch, dass eigentlich kaum noch ein unterklassiger Verein zu Hause spielen kann. Das beginnt bei den Flächen für die Fernsehproduktion und endet bei abstrusen Regeln für die Mindestgröße von Kabinen. Da Oldenburg als Austragungsort ausfiel, blieb für das DFB-Pokalspiel eigentlich nur das Weserstadion. Das Delmenhorster Stadion an der Düsternortstraße wollte natürlich trotzdem irgendwie gemacht werden. Außerdem wollte ich mir selber mal ein Bild der Delmenhorster Fanszene machen. Man hat ja schon in vielen Berichten von Fans in Thor Steinar Klamotten und ähnlichem gelesen.

Auf dem Weg zum Werder-Testturnier nach Lohne entstand also spontan die Idee, nach unserem heutigen Werder II-Spiel gegen Lüneburg weiter nach Delmenhorst zu fahren, wo Atlas im Niedersachsenpokal am Abend auf Spelle-Venhaus treffen sollte. Die Tage vor dem Spiel wurde viel spekuliert, was uns denn heute erwarten würde. Würde es wirklich so scheiße, wie viele berichtet hatten? Treten dort Nazis ganz offen auf? Am Tag selbst ging es also direkt von Platz 11 zum Hauptbahnhof und von dort mit der Regio-S-Bahn weiter nach Delmenhorst. Während wir neutral gekleidet aber vorbereitet waren, was Bus zum Stadion etc. anging, traf man am Busbahnhof Delmenhorst direkt die ersten Werderaner*innen, die sofort durch Unwissenheit und dumme Fragen auffielen. Ich finde sowas ja irgendwie ein wenig respektlos gegenüber dem Heimverein, wenn man sich vorab nicht mal informiert, wie man denn zum Stadion kommt. Nachdem wir also ohne Probleme unseren Bus fanden und die paar Stationen bis zum Umfeld des Stadions fuhren, bot sich dort bereits unser erstes „Highlight“. In der Vereinskneipe von Atlas hockte ein wild zusammengemixter Haufen Personen, u.a. mit Deutschland-Fischerhüten und Klamotten der Marke Brachial. Was es damit auf sich hat, fassen die Jungs und Mädels von “Runter von der Matte” hier gut zusammen. Passend dazu wurde in dem Moment die Bedienung gefragt, ob das und das (ich habe wirklich nicht mitbekommen, was es konkret war) auch wirklich deutsch sei und über die Frage erstmal herzhaft gelacht. Wo sind wir hier gelandet?! Das Stadion selbst liegt umgeben von zahlreichen weiteren Sportplätzen auf einem wirklich netten Gelände, so dass sich die Zeit bis Anpfiff ein wenig auf den umliegenden Rasenplätzen liegend gesonnt wurde. Nur unterbrochen von einem kurzen Toilettengang. Wieso ich das erwähne? Brav der Beschilderung zur Herrentoilette gefolgt, stand ich plötzlich umgeben von Gästespielern beim Pinkeln. War wohl doch nicht die offizielle Toilette für Zuschauer*innen. Die Spieler nahmen es jedenfalls mit Humor und so habe ich auf dem Rückweg zumindest noch ein, zwei Worte der Kabinenansprache mitbekommen.

Das Stadion an der Düsternortstraße gefällt mir richtig, richtig gut. Neben einer überdachten, reinen Sitzplatztribüne gibt es große fast unausgebaute Kurven, in denen Bäume schön Schatten spenden und nur einzelne Naturstufen zum Hinsetzen bis Anpfiff einladen. Also auf den ersten Blick hätte man mit ein bisschen Arbeit hier auch ein Pokalspiel austragen können. Wie gerne hätte ich mit den anderen Grün-Weißen einen Teil der überdachten Sitzplatztribüne eingenommen und von da lauthals gesungen. So blieb das heute dem sogenannten Block H vorbehalten. Unter diesem Namen firmiert die aktive Szene in Delmenhorst. Neben bereits erwähnter Person mit Brachial Shirt liefen hier auch mehrere Personen mit Yakuza– und Onkelz-Shirts inkl. Wikinger-Tätowierungen bzw. sonstigen Symbolen der nordischen Mythologie rum. Also im Grunde jede Menge Leute, die wir bei uns im Weserstadion ganz sicher nicht haben wollen. Passend dazu pflegt man wohl in Delmenhorst Kontakte zu den Farge Ultras und auch einzelne Werder- und RWE-Hools lassen sich hier wohl öfter mal blicken. Einfach eine sympathische Fanszene, NICHT! Um das Klischee zu erfüllen, lief als Halbzeitmusik Terpentin der Onkelz und bereits vor dem Spiel verkaufte man DFB-Pokal-Freundschaftsschals unter dem Motto „Auf gute Freunde“. Der Onkelz-Slogan ist dabei nach der Halbzeitmusik sicher kein Zufall. Ich bin wirklich mal gespannt, was uns da beim Pokalspiel gegen Delmenhorst im August im Weserstadion erwartet.

Was gibt es zum Spiel zu sagen? Spielerisch war die meiste Zeit kein wirklicher Favorit auszumachen. Nicht weiter verwunderlich, spielen doch beide Teams auch zusammen in der Oberliga Niedersachsen. Die frühe Führung der Speller wurde mit zahlreichen wüsten Pöbeleien seitens Block H beantwortet. Aber auch die Spieler von Atlas zeigten relativ schnell eine Antwort und konnten ausgleichen. Trotz einzelner guter Chancen wurde der Großteil des Spiels dann doch mit anderen anwesenden Werderaner*innen verquatscht oder die Personen in Block H ein wenig unter die Lupe genommen. Während wir aufgrund anderer noch vorhandener Abendplanungen an diesem Samstag schon zur 75. Minuten das Spiel beim Stande von 1:1 verließen, muss im Anschluss wohl noch einiges geboten worden sein. Am Ende ging es noch bis ins Elfmeterschießen und auch dort zog es sich ein wenig. Nach insgesamt 10 Schützen hieß der Sieger Spelle mit einem 11:10 n.E.. Kommende Saison wird es also ganz sicher kein Pokalspiel Delmenhorst-Werder geben.

Was bleibt am Ende festzuhalten? Die Fanszene in Delmenhorst ist wirklich nicht gerade sympathisch. Dass wir heute keine Thor-Steinar-Träger getroffen haben, darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die dortige Fanszene mindestens mal rechtsoffen ist. Auch sonst fiel man in erster Linie durch stumpfen Support und diskriminierender Scheiße bei vermeintlich falschen Entscheidungen des Schiris auf. Also einfach eine Fanszene, die wirklich niemand braucht!

We save TeBe + DFC Kreuzberg – SV Schmöckwitz-Eichwalde 5:0, Sa. 02.03.19

Eigentlich hatte ich mir ja gesagt, dass die wöchentlichen Ausflüge nach Berlin auch mal wieder ein Ende haben müssten (seit Jahresbeginn 6x, mit heute 5 Wochen in Folge), aber dann erfuhr ich beim Makkabi-Spiel, dass heute der DFC Kreuzberg besucht werden sollte. Seit dem Fußballfans gegen Homophobie Hallenturnier, bei dem mir die spielerische Leistung einer Spielerin des DFC ganz besonders gefiel, und ich aufgrund eben dieser Erwähnung im Turnierbericht sowohl unter den Bericht als auch per Mail sexistische und homophobe Nachrichten bekam, stand für mich eigentlich fest, dass ich unbedingt mal zum DFC möchte. Nun ergab sich also die Chance und dann muss man so etwas natürlich annehmen.

Die TeBe Fanszene hatte vor dem Spiel zusätzlich zu einer “We save TeBe” Infoveranstaltung ins Musik und Frieden in Kreuzberg geladen, um über die aktuellen Entwicklungen, das Projekt “Come on TeBe” und zukünftige Veranstaltungen der Caravan of Love-Tour zu informieren. Das Motto “We save TeBe” gibt es dabei schon über 10 Jahre und kommt aus der Zeit, als es TeBe finanziell mehr als schlecht ging und aus der Fanszene heraus Unterstützung über eben diese Kampagne gegeben wurde.

Meine Einladung zum gemeinsamen Spielbesuch beim DFC fand leider nicht den erhofften Anklang und so machte ich mich Samstag morgen alleine auf den Weg nach Berlin. Pünktlich zur angegebenen Zeit öffneten sich die Türen des Musik und Frieden und am Ende dürften es etwa 70 Personen, vor allem aus der TeBe-Fanszene, gewesen sein, die den Worten u.a. von Rudi folgten. Begonnen wurde mit ein paar Worten des 11-Freunde-Chefredakteurs Philipp Köster, der die Kampagne lobte, der Fanszene viel Durchhaltevermögen wünschte und auch noch einmal auf die Wichtigkeit von fanpolitischen Fragen und der Mitgestaltung durch Fans in Vereinen hinwies. Anschließend wurde mittels Präsentation die aktuelle Situation und die Chronik seit dem Einstieg von Crunch Fit vorgestellt, welche mittlerweile über 10 Din A4-Seiten lang ist. Nach einer Übersicht über die zahlreichen Entlassungen und Rücktritte seit Jens Redlich wurde es etwas emotional, als Bangel, der Stadionsprecher von TeBe, erklärte, wieso er als letzter Verbliebener nun auch seinen Rücktritt vollzogen und dem Verein (zumindest vorerst) den Rücken gekehrt hat. Per Videobotschaft sendete Audiolith solidarische Grüße aus Hamburg. Gleichzeitig wurde die Veranstaltung dazu genutzt, die Seite comeontebe.de nun offiziell online zu stellen. Hier findet ihr ab sofort alle Hintergründe, Infos zu den einzelnen Arbeitsgruppen bei Come on TeBe und auch alle Termine sowohl der Gruppen als auch des Caravan of Love. Termine der Caravan of Love Tour gibt es mittlerweile bis Juni, so dass auch ihr sicher eine Möglichkeit findet, die Fanszene von TeBe bei ihrer Aktion zu unterstützen. Mit “Come on Tebe” und “We save TeBe” ist auch verbunden, dass es entsprechende Trikots in Zukunft käuflich zu erwerben gibt. Als erster Trikotsponsor hat sich das Musik und Frieden selbst gefunden, auf dem Ärmel findet ihr einen schicken “Berlin gegen Nazis” Print. Mit Kuchen und Getränken endete die Veranstaltung und zu Fuß und per U-Bahn ging es anschließend weiter zum DFC Kreuzberg.

Auf dem Sportplatz Lobeckstraße sollte das Team des DFC Kreuzberg als Tabellenführer heute auf den Dritten vom SV Schmöckwitz-Eichwalde treffen. Was auf dem Papier sehr spannend klang, war in der Realität dann doch ein sehr einseitiges Spiel und der DFC führte früh sehr hoch. Bereits zur Halbzeit konnte die mehrfache Torschützin ausgewechselt werden und am Ende hieß es mehr als verdient 5:0. Zwischendurch blieb immer wieder Zeit, neben den 150 bis 200 Zuschauer*innen auch die Damen* des DFC in die Gesänge einzubeziehen, so dass auch diese immer mal wieder im Spiel hüpfen mussten. Bereits zum Anpfiff gab es Konfettishooter, die geplanten Luftballons erblickten dann aber doch nicht das Licht der Welt bzw. verschwanden hinter’m Zaun, der auch heute wieder mit der “TeBe’s on Fire” Zaunfahne und einigen weiteren beflaggt war. Das Catering übernahmen die Jungs und Mädels der Party Army und so konnte aus einer reichhaltigen Auswahl an Bier, Bier und ähm Bier gewählt werden. Am Ende durfte ich sogar meinen schicken FfgH Becher behalten und mit zurück nach Bremen nehmen. Den Damen* des DFC hat der Besuch augenscheinlich sehr gut gefallen und so wurde nach dem verdienten Sieg mit dem Publikum abgeklatscht und auch die Flasche Westberliner Luft als Geschenk fair mit dem Publikum geteilt.

Auch wenn die Strecke Bremen-Berlin etwas schlaucht und mich einige Personen bereits vorab für verrückt erklärt haben, genau solche Spiele und Aktionen machen für mich den Fußball aus und es war mir eine Freude, sowohl die TeBe-Leute wieder zu sehen als auch endlich mal den DFC auf heimischem Platz spielen zu sehen. Wer mal in Berlin ist, dem/der sei auf jeden Fall ein Besuch beim DFC empfohlen. Alle Infos und Termine findet ihr hier.

Was gibt es zum Sportplatz Lobeckstraße zu sagen? Einfacher Kunstrasenplatz mit Laufbahn, mehrstufiger Tribüne auf der einen Seite und Kabinentrakt hinter’m Tor. Das Umfeld mit zahlreichen Hochhäusern ergibt dabei eine wirklich nette Kulisse.

Station 4 des Caravan of Love folgt dann bereits nächstes Wochenende mit dem Spiel Polar Pinguin gegen Chemie Adlershof, diesmal tatsächlich ohne mich. Nach 3 sehr schönen Stops des Caravan of Love heißt es für mich jetzt auch mal wieder Ernst des Lebens und andere Verpflichtungen, so dass es außer Werder wohl wieder weniger anderes geben wird. Der Fanszene von TeBe bleibt mir nur weiterhin viel Kraft zu wünschen und bezüglich der Kommentare nach dem FfgH-Turnier bleibt auch nur festzuhalten:

Kein Fußball den Sexisten!


TuS Makkabi Berlin – Tasmania Berlin 1:2, So. 24.02.19

Als Station 2 des Caravan of Love der Fanszene von Tennis Borussia wurde nach dem Spiel auf dem Metrodach nun das Spiel Makkabi gegen Tasmania auserkoren. Als Besonderheit ist hier zu erwähnen, dass beide Vereine von je einem Teil der TeBe Fanszene unterstützt wurde. Bei Tasmania fanden sich bei strahlendem Sonnenschein auf dem Hauptplatz der Julius-Hirsch-Sportanlage neben den TeBe Fans auch die eigenen Tasmania Fans ein. Insgesamt dürften es etwa 170 Zuschauer beim Spiel der Berlin-Liga gewesen sein. Normalerweise liegt der Zuschauerschnitt bei Makkabi wohl im niedrigen zweistelligen Bereich. Trotz immer mal wieder lautem Support der TeBe Fans für den Außenseiter Makkabi entsprach die spielerische Leistung dann doch in etwa der Tabellensituation und Tasmania gewann verdient mit 2:1. Bei sehr guten Gesprächen wurde das Spiel gut verquatscht und sich über die aktuelle Situation der TeBe-Fanszene informiert, so dass ich zu Einzelheiten des Spiels gar nichts sagen kann und selbst für’s Ergebnis im Anschluss noch mal per Twitter nachfragen musste. Zur Halbzeit wurde sich noch mit der Landauer Unikneipe Fatal solidarisiert, welche Ende März schließen muss (Fatal für immer – Für immer Fatal).

Gegenüber meinem ersten Besuch bei Makkabi wurde wie angedeutet heute auf dem Hauptplatz gespielt. Statt Kunstrasen gibt es hier noch Naturrasen und Laufbahn, wirklichen Ausbau gibt es aber nicht. Geben sollte es dafür richtige Eintrittskarten mit Spielpaarung (zwar abgeschnitten von einem normalen Bogen Din A4 Druckerpapier, aber immerhin) und eine Brezel für jede*n Zuschauer*in.

Teil 3 des Caravan of Love folgt dann bereits nächsten Samstag. Diesmal geht es zum DFC Kreuzberg, was mich besonders freut, da ich dort nach den bescheuerten Kommentaren im Blogbericht zum Fußballfans gegen Homophobie Hallenmasters und per Mail unbedingt mal hin wollte. Dass es nun so schnell und auch noch mit vielen weiteren Zuschauer*innen klappt ist umso schöner!

Berliner AK – BFC Dynamo 1:0, So. 17.02.19

Nachdem der glorreiche SVW am Abend zuvor durch den alten Mann in der 96. Minute noch einen Punkt gegen die Hertha retten konnte und der nächste Termin mit dem Eisbärenspiel erst am Abend anstand, hieß es den Sonntag Vormittag irgendwie zu verplanen. Zum Jugendeishockey im Wellblechpalast konnte ich die anderen nicht überzeugen, also blieb eigentlich nur die Option BAK gegen die falschen Dynamos (die richtigen sollten ja erst am Abend spielen) im Poststadion.

Da ich hier schon 2 Mal war (einmal mit Babelsberg im Gästeblock, einmal Jugendpokal mit TeBe vor’m CL-Finale der Frauen im Jahn-Sportpark), spare ich mir Details zum Stadion. Der BFC zieht ja immer ein sehr fragwürdiges Publikum an und so wunderte die ein oder andere komische Person rund um’s Stadion nicht wirklich. Trotz schönstem Fußballwetter wurde für 10€ der Sitzplatz auf der überdachten Haupttribüne eingenommen. So richtige Fantrennung gibt es im Poststadion leider auch nicht, so dass man spätestens beim Toiletten- oder Verpflegungsgang den Gästen vor’m Vereinsheim begegnete. Diese füllten heute den Gästeblock gut aus und auch der Zaun war voll beflaggt. Der Support beschränkte sich allerdings auf Pöbeleinlagen bei vermeintlich falschen Schirientscheidungen und in der zweiten Halbzeit ein wenig Hüpferei hinter der “Ultras”-Zaunfahne. Schwenker oder sonstiges Tifomaterial sucht man beim BFC leider vergebens. Auf der Heimseite gab es außer einer Tröte ebenfalls keinen Support. Für jemanden, der wirklich nicht der größte Hoppingfreund ist (wenn ihr hier im Blog die Spiele mal durch guckt, ist der Großteil halt doch eher Freundschaftsbesuche), war das heute echt nichts. Einzig spannend waren da eigentlich ein paar Chancen des BAK und ein zurückgenommener Elfmeter ebenfalls für den BAK. Am Ende siegte der BAK in einem recht ausgeglichenen aber sehr aggressiv geführten Spiel knapp mit 1:0. Wir verabschiedeten uns schon 10 Minuten vor Ende in Richtung Warschauer Straße und Fanbogen. Vielleicht können ja die anderen anwesenden Werderaner*innen und Hopper*innen dem Spiel mehr abgewinnen und mit einem tollen Bericht dienen.

Blau-Weiß Friedrichshain – SF Charlottenburg-Wilmersdorf II 0:1, Sa. 09.02.19

Nachdem sich die Fanszene von Tennis Borussia Berlin rund um TBAF (TeBe Aktive Fans) und Party Army nach Zerwürfnissen mit dem Vorstandsvorsitzenden und Hauptsponsor Redlich und dem Vorstand, die zu sehr unschönen Szenen auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins führten, schweren Herzens entschieden hat, dem eigenen Verein vorerst den Rücken zu kehren, wurde der Caravan of Love in’s Leben gerufen. Per Anzeige in der “Fußball-Woche” rief man andere Vereine dazu auf, sich bei Interesse an einem kleinen Haufen supportwilliger Fußballfans als Unterstützung des eigenen Vereins, per Chiffre bei den TeBe-Fans zu melden. Ziel des Ganzen ist neben dem weiteren gemeinsamen Spielbesuch natürlich auch dem Vorstand von TeBe vor Augen zu führen, was dieser durch sein Handeln aufgibt.

Die erste Station des Caravan of Love sollte die TeBe-Fans einen Tag vor unserem Augsburg-Spiel inkl. Fanmarsch an einen ganz besonderen Spielort führen. Zwar spielt der lokale Verein Blau-Weiß Friedrichshain irgendwo in der Kreisliga A in den tiefen des Berliner Fußballs, mit dem Metro Fußballhimmel hat man aber einen außergewöhnlichen Spielort. Der eigene Kunstrasenplatz befindet sich nämlich, wie der Name schon vermuten lässt, auf dem Dach des örtlichen Metro-Kaufhauses in unmittelbarer Nähe des Ostbahnhofes.

Etwa 100 Lila-Weiße trafen sich an diesem Samstag Vormittag bei schönstem Fußballwetter (zunächst nieselte es noch ein wenig und es kamen schon die ersten Sorgen auf, dass das heute ins Wasser fällt, danach schien aber quasi durchgehend die Sonne) vor’m Ostbahnhof und legten gemeinsam den 5-minütigen Fußweg zur Metro zurück. Vor Ort wurde man schon von den ersten Fernsehteams empfangen, die es sich nicht nehmen ließen, den heutigen Spielbesuch zu begleiten. Mich persönlich nervt sowas ja tierisch und so war ich nicht sonderlich begeistert, am Ende im Bericht des RBB groß zu sehen zu sein, der aktiven Fanszene und allen aktiven Fußballfans in Deutschland kann eine solche Aufmerksamkeit aber nur helfen, um den Fußballfans klar aufzuzeigen, welche Folgen fehlendes Mitspracherecht, Aufweichung von Regelungen wie 50+1 und ähnlichem haben können.

Der Blick vom Metro-Fußballhimmel entschädigt dann auch für den Kraftakt, erstmal zahlreiche Treppen nach oben laufen zu müssen (so viele sind es dann aber doch nicht). Der Heimverein hatte natürlich aufgrund der zahlreich erwarteten Gäste etwas Verpflegung aufgefahren und sogar Schals der Blau-Weißen wurden sicher nicht wenige verkauft. Apropos Blau-Weiß: Die aktive Fanszene der Lila-Weißen hatte extra für das Spiel die wichtigsten TeBe-Lieder auf den heutigen Heimverein angepasst und die Liedtexte als Flyer dabei. So sang man heute des öfteren vom “Rooftop”, passte die Vereinsfarben in den Liedern auf blau-weiß an und auch die Kritik am eigenen Verein kam natürlich nicht zu kurz. Am Ende dürften es heute etwa 250 Zuschauer*innen gewesen sein, die mit zahlreichen Zaunfahnen am Zaun hinter dem Tor anflaggten. Zunächst wurde die erste Reihe der kleinen Plastiksitzschalentribüne eingenommen, bis sich herausstellte, dass hier normal die Auswechselspieler sitzen. Sowas weiß man als Gast halt nicht. Am Ende besorgten sich die beiden Vereine Bierbänke als Auswechselbank und so war die komplette Tribüne in lila-weißer Hand. War für die Friedrichshainer wohl eine nette Abwechslung, verirren sich sonst wohl nicht so viele Personen auf’s Metrodach. Leider konnte am Ende trotz lautem Support inklusive Wechselgesängen mit der gegenüberliegenden Seite (inkl. Ostblock-Westblock und BRD-DDR-Wechselgesängen) kein Punkt für die Blau-Weißen geholt werden und man verlor knapp mit 0:1. Spaß gemacht hat es vermutlich trotzdem allen Anwesenden und schreit quasi nach einer Wiederholung an einem anderen Ort.

Für mich hieß es nach Abpfiff leider relativ schnell zum Bahnhof zurück, da es am nächsten Tag ja schon früh morgens zum Fanmarsch auf den Marktplatz gehen sollte.

Infos zu allen weiteren Aktionen findet ihr ab sofort unter anderem auf dem Twitter-Account der Jungs und Mädels von “Come on TeBe”. Einen ausführlichen Bericht zum Spiel und den Hintergründen gibt es auch bei Faszination Fankurve.

Hannover 96 – Wacker Nordhausen 2:0, Mi. 18.07.18

Und nochmal Hannover. Irgendwie muss man die Plätze in der Umgebung ja doch machen. Auch wenn es für’s Eilenriedestadion kommende Saison die Chance im Spiel mit Werder II gäbe, Spiel unter der Woche, nichts zu tun, kann man mal machen. Die Chance auf wirklichen Support im Eilenriede durch die Hannoi-Fanszene hat man ja damals leider verpasst.

Da die Preise bei Testspielen ja glücklicherweise nicht so hoch sind, gönnte man sich heute mal einen Platz auf der Haupttribüne auf Höhe der Mittellinie mit Blick auf die Stehplatz-Gegentribüne. Im eigentlichen Gästeblock der Gegentribüne fanden sich kaum Leute ein, was allerdings wenig wundert. Unter der Woche fährt man für so ein Knallerspiel auch nicht mal eben aus Thüringen in Niedersachsens Landeshauptstadt. Auch der Heimstehbereich war nur mit vielleicht 100 bis 200 Personen gefüllt, die echt nette Hintertortribüne mit Holzbänken mit eingebautem Kabinentrakt war leider geschlossen. So saß man heute zwischen Familien auf Feierabendausflug und Rentnern und konnte das Spiel als Gegnerbeobachtung nutzen, schließlich lautet unser erster Gegner der neuen Saison Hannoi. Was man da alles mitbekam seitens der Rentner, so herrlich. Wundern die sich tatsächlich, dass in Halbzeit eins eigentlich Nordhausen das Spiel macht, obwohl Hannoi doch Bundesliga spielt. Ey Leute, eure Mannschaft ist vor 3 Tagen oder so in die Vorbereitung gestartet, die Regionalliga Nordost startet viel früher, entsprechend weit in der Vorbereitung ist der Gast aus Nordhausen eben schon. Das einzig tolle an der Sinnlosdiskussion der alten Herren war die Erkenntnis, dass man so gegen Werder untergehen wird. Na hoffentlich wird es so kommen! Trotz frühem Tor des Heimteams durch Anton dauerte es tatsächlich bis zur 88. Minute, bis Asano dann wenigstens den zumindest auf dem Papier halbwegs akzeptablen Endstand für den Zeitpunkt der Vorbereitung erzielte. Zwischendurch hatte man aber tatsächlich mehrmals die Hoffnung, Nordhausen kommt zumindest zu einem Tor. Was da los gewesen wäre bei den Rentnern. Da hätten die vorhandenen Rettungswagen sicher nicht gereicht, so viele Herzinfarkte wären zu erwarten gewesen. So konnte am Ende auch dieses Volk beruhigt und bei bester Gesundheit nach Hause gehen. Zwischendurch erntete man noch ein paar böse Blicke der anwesenden Hannoi-Leute. Ja, ihr habt richtig gesehen, auch nicht-96er waren da und wollten sich dieses Topspiel nicht entgehen lassen. Ansonsten gibt es nicht viel von diesem Spiel zu berichten.

VfL Wolfsburg – SC Freiburg 3:1, Sa. 18.11.17

Seit längerer Zeit mal wieder ein Hoppingbericht. Liegt einfach daran, dass ich neben Werder und Arbeit aktuell kaum zu Besuchen anderer Spiele komme und so schaffe ich es nicht mal, Freunde zu besuchen.

Da Werder an diesem Wochenende erst Sonntag gegen Hannover spielen sollte und der Weg nach Wolfsburg ja nun auch nicht so weit ist, wurde heute mal die Chance genutzt, ein paar bekannte Nasen zu sehen. Schon früh ging es mit dem Nahverkehr in die Autostadt, wo uns der Weg auf Nahrungssuche erst einmal in Richtung Outlet führte. Dort angekommen war natürlich nichts mit Essen oder alkoholischen Getränken, stattdessen schon zahlreiche Menschen in vorweihnachtlicher Kauflaune. Da aufgrund einer Baustelle auch der Weg raus aus dem Outlet-Wirrwarr gesperrt war, musste man auch noch sportlich aktiv werden und gewisse Geländer überwinden. Die Alternative wäre gewesen, den ganzen Weg noch einmal zurück zu gehen. In Wolfsburg gibt es tatsächlich nicht viel und so ging es zu Fuß vorbei am Stadion in Richtung Allersee. Im Sommer soll es hier wohl mal ein Kiosk gegeben haben. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verbunden mit richtig heftigem Wind war es dagegen weniger schön, so dass es doch recht schnell wieder ins Stadionumfeld ging.

Die Zeit bis Ankunft der restlichen Bekannten Gesichter wurde verquatscht und man munkelt, ich war heute nicht der einzige Grün-weiße. Der Gästeblock heute gegenüber den letzten gemeinsamen Besuchen in Wolfsburg mal eher gering gefüllt. Während im linken Teil des Blocks vor allem Kutten und Familien Platz nahmen, breitete sich die aktive Szene im rechten Teil des Blocks aus. Der Zaun bis oben hin gut beflaggt (inkl. “Forza Luca”-Banner seitens NBU für einen befreundeten italienischen Ultra, welcher bei einem fragwürdigen  Polizeieinsatz schwer verletzt wurde), verteilten sich die Gruppen im rechten Teil, während die vorderen Stufen bewusst mit Klebeband freigehalten wurden. Von dort hätte man eh wenig gesehen und so wirkte es auch geschlossener. Den Support fand ich bis Mitte der ersten Halbzeit eigentlich echt okay. In der Folge und aufgrund des Spielstandes (bereits nach 30 Minuten stand es 2:0 für das Heimteam) flachte der Support leider deutlich ab und auch der linke Teil des Blockes ließ sich nur schwer aktivieren. Nach dem 2:1-Anschlusstreffer in Minute 68 kam kurz Hoffnung auf, welche für eine Steigerung der Stimmung sorgte, welche dann nach dem kurz drauf folgenden 3:1 in Trotz umschlug und das Spiel anschließend vor allem mit dem “Sportclub Freiburg e.V.” Lied noch würdig zu Ende gebracht wurde.

Die Heimseite heute mit einem großen Glaube versetzt Berge Banner vorm Oberrang und einiges an Material zu Beginn. Man versuchte, in der aktuell wirklich nicht guten sportlichen Situation für einen Umschwung zu sorgen. Während die Mannschaft ihren Anteil dazu beitrug, blieb die Heimkurve 90 Minuten mehr als blass.