We save TeBe + DFC Kreuzberg – SV Schmöckwitz-Eichwalde 5:0, Sa. 02.03.19

Eigentlich hatte ich mir ja gesagt, dass die wöchentlichen Ausflüge nach Berlin auch mal wieder ein Ende haben müssten (seit Jahresbeginn 6x, mit heute 5 Wochen in Folge), aber dann erfuhr ich beim Makkabi-Spiel, dass heute der DFC Kreuzberg besucht werden sollte. Seit dem Fußballfans gegen Homophobie Hallenturnier, bei dem mir die spielerische Leistung einer Spielerin des DFC ganz besonders gefiel, und ich aufgrund eben dieser Erwähnung im Turnierbericht sowohl unter den Bericht als auch per Mail sexistische und homophobe Nachrichten bekam, stand für mich eigentlich fest, dass ich unbedingt mal zum DFC möchte. Nun ergab sich also die Chance und dann muss man so etwas natürlich annehmen.

Die TeBe Fanszene hatte vor dem Spiel zusätzlich zu einer “We save TeBe” Infoveranstaltung ins Musik und Frieden in Kreuzberg geladen, um über die aktuellen Entwicklungen, das Projekt “Come on TeBe” und zukünftige Veranstaltungen der Caravan of Love-Tour zu informieren. Das Motto “We save TeBe” gibt es dabei schon über 10 Jahre und kommt aus der Zeit, als es TeBe finanziell mehr als schlecht ging und aus der Fanszene heraus Unterstützung über eben diese Kampagne gegeben wurde.

Meine Einladung zum gemeinsamen Spielbesuch beim DFC fand leider nicht den erhofften Anklang und so machte ich mich Samstag morgen alleine auf den Weg nach Berlin. Pünktlich zur angegebenen Zeit öffneten sich die Türen des Musik und Frieden und am Ende dürften es etwa 70 Personen, vor allem aus der TeBe-Fanszene, gewesen sein, die den Worten u.a. von Rudi folgten. Begonnen wurde mit ein paar Worten des 11-Freunde-Chefredakteurs Philipp Köster, der die Kampagne lobte, der Fanszene viel Durchhaltevermögen wünschte und auch noch einmal auf die Wichtigkeit von fanpolitischen Fragen und der Mitgestaltung durch Fans in Vereinen hinwies. Anschließend wurde mittels Präsentation die aktuelle Situation und die Chronik seit dem Einstieg von Crunch Fit vorgestellt, welche mittlerweile über 10 Din A4-Seiten lang ist. Nach einer Übersicht über die zahlreichen Entlassungen und Rücktritte seit Jens Redlich wurde es etwas emotional, als Bangel, der Stadionsprecher von TeBe, erklärte, wieso er als letzter Verbliebener nun auch seinen Rücktritt vollzogen und dem Verein (zumindest vorerst) den Rücken gekehrt hat. Per Videobotschaft sendete Audiolith solidarische Grüße aus Hamburg. Gleichzeitig wurde die Veranstaltung dazu genutzt, die Seite comeontebe.de nun offiziell online zu stellen. Hier findet ihr ab sofort alle Hintergründe, Infos zu den einzelnen Arbeitsgruppen bei Come on TeBe und auch alle Termine sowohl der Gruppen als auch des Caravan of Love. Termine der Caravan of Love Tour gibt es mittlerweile bis Juni, so dass auch ihr sicher eine Möglichkeit findet, die Fanszene von TeBe bei ihrer Aktion zu unterstützen. Mit “Come on Tebe” und “We save TeBe” ist auch verbunden, dass es entsprechende Trikots in Zukunft käuflich zu erwerben gibt. Als erster Trikotsponsor hat sich das Musik und Frieden selbst gefunden, auf dem Ärmel findet ihr einen schicken “Berlin gegen Nazis” Print. Mit Kuchen und Getränken endete die Veranstaltung und zu Fuß und per U-Bahn ging es anschließend weiter zum DFC Kreuzberg.

Auf dem Sportplatz Lobeckstraße sollte das Team des DFC Kreuzberg als Tabellenführer heute auf den Dritten vom SV Schmöckwitz-Eichwalde treffen. Was auf dem Papier sehr spannend klang, war in der Realität dann doch ein sehr einseitiges Spiel und der DFC führte früh sehr hoch. Bereits zur Halbzeit konnte die mehrfache Torschützin ausgewechselt werden und am Ende hieß es mehr als verdient 5:0. Zwischendurch blieb immer wieder Zeit, neben den 150 bis 200 Zuschauer*innen auch die Damen* des DFC in die Gesänge einzubeziehen, so dass auch diese immer mal wieder im Spiel hüpfen mussten. Bereits zum Anpfiff gab es Konfettishooter, die geplanten Luftballons erblickten dann aber doch nicht das Licht der Welt bzw. verschwanden hinter’m Zaun, der auch heute wieder mit der “TeBe’s on Fire” Zaunfahne und einigen weiteren beflaggt war. Das Catering übernahmen die Jungs und Mädels der Party Army und so konnte aus einer reichhaltigen Auswahl an Bier, Bier und ähm Bier gewählt werden. Am Ende durfte ich sogar meinen schicken FfgH Becher behalten und mit zurück nach Bremen nehmen. Den Damen* des DFC hat der Besuch augenscheinlich sehr gut gefallen und so wurde nach dem verdienten Sieg mit dem Publikum abgeklatscht und auch die Flasche Westberliner Luft als Geschenk fair mit dem Publikum geteilt.

Auch wenn die Strecke Bremen-Berlin etwas schlaucht und mich einige Personen bereits vorab für verrückt erklärt haben, genau solche Spiele und Aktionen machen für mich den Fußball aus und es war mir eine Freude, sowohl die TeBe-Leute wieder zu sehen als auch endlich mal den DFC auf heimischem Platz spielen zu sehen. Wer mal in Berlin ist, dem/der sei auf jeden Fall ein Besuch beim DFC empfohlen. Alle Infos und Termine findet ihr hier.

Was gibt es zum Sportplatz Lobeckstraße zu sagen? Einfacher Kunstrasenplatz mit Laufbahn, mehrstufiger Tribüne auf der einen Seite und Kabinentrakt hinter’m Tor. Das Umfeld mit zahlreichen Hochhäusern ergibt dabei eine wirklich nette Kulisse.

Station 4 des Caravan of Love folgt dann bereits nächstes Wochenende mit dem Spiel Polar Pinguin gegen Chemie Adlershof, diesmal tatsächlich ohne mich. Nach 3 sehr schönen Stops des Caravan of Love heißt es für mich jetzt auch mal wieder Ernst des Lebens und andere Verpflichtungen, so dass es außer Werder wohl wieder weniger anderes geben wird. Der Fanszene von TeBe bleibt mir nur weiterhin viel Kraft zu wünschen und bezüglich der Kommentare nach dem FfgH-Turnier bleibt auch nur festzuhalten:

Kein Fußball den Sexisten!


TuS Makkabi Berlin – Tasmania Berlin 1:2, So. 24.02.19

Als Station 2 des Caravan of Love der Fanszene von Tennis Borussia wurde nach dem Spiel auf dem Metrodach nun das Spiel Makkabi gegen Tasmania auserkoren. Als Besonderheit ist hier zu erwähnen, dass beide Vereine von je einem Teil der TeBe Fanszene unterstützt wurde. Bei Tasmania fanden sich bei strahlendem Sonnenschein auf dem Hauptplatz der Julius-Hirsch-Sportanlage neben den TeBe Fans auch die eigenen Tasmania Fans ein. Insgesamt dürften es etwa 170 Zuschauer beim Spiel der Berlin-Liga gewesen sein. Normalerweise liegt der Zuschauerschnitt bei Makkabi wohl im niedrigen zweistelligen Bereich. Trotz immer mal wieder lautem Support der TeBe Fans für den Außenseiter Makkabi entsprach die spielerische Leistung dann doch in etwa der Tabellensituation und Tasmania gewann verdient mit 2:1. Bei sehr guten Gesprächen wurde das Spiel gut verquatscht und sich über die aktuelle Situation der TeBe-Fanszene informiert, so dass ich zu Einzelheiten des Spiels gar nichts sagen kann und selbst für’s Ergebnis im Anschluss noch mal per Twitter nachfragen musste. Zur Halbzeit wurde sich noch mit der Landauer Unikneipe Fatal solidarisiert, welche Ende März schließen muss (Fatal für immer – Für immer Fatal).

Gegenüber meinem ersten Besuch bei Makkabi wurde wie angedeutet heute auf dem Hauptplatz gespielt. Statt Kunstrasen gibt es hier noch Naturrasen und Laufbahn, wirklichen Ausbau gibt es aber nicht. Geben sollte es dafür richtige Eintrittskarten mit Spielpaarung (zwar abgeschnitten von einem normalen Bogen Din A4 Druckerpapier, aber immerhin) und eine Brezel für jede*n Zuschauer*in.

Teil 3 des Caravan of Love folgt dann bereits nächsten Samstag. Diesmal geht es zum DFC Kreuzberg, was mich besonders freut, da ich dort nach den bescheuerten Kommentaren im Blogbericht zum Fußballfans gegen Homophobie Hallenmasters und per Mail unbedingt mal hin wollte. Dass es nun so schnell und auch noch mit vielen weiteren Zuschauer*innen klappt ist umso schöner!

Berliner AK – BFC Dynamo 1:0, So. 17.02.19

Nachdem der glorreiche SVW am Abend zuvor durch den alten Mann in der 96. Minute noch einen Punkt gegen die Hertha retten konnte und der nächste Termin mit dem Eisbärenspiel erst am Abend anstand, hieß es den Sonntag Vormittag irgendwie zu verplanen. Zum Jugendeishockey im Wellblechpalast konnte ich die anderen nicht überzeugen, also blieb eigentlich nur die Option BAK gegen die falschen Dynamos (die richtigen sollten ja erst am Abend spielen) im Poststadion.

Da ich hier schon 2 Mal war (einmal mit Babelsberg im Gästeblock, einmal Jugendpokal mit TeBe vor’m CL-Finale der Frauen im Jahn-Sportpark), spare ich mir Details zum Stadion. Der BFC zieht ja immer ein sehr fragwürdiges Publikum an und so wunderte die ein oder andere komische Person rund um’s Stadion nicht wirklich. Trotz schönstem Fußballwetter wurde für 10€ der Sitzplatz auf der überdachten Haupttribüne eingenommen. So richtige Fantrennung gibt es im Poststadion leider auch nicht, so dass man spätestens beim Toiletten- oder Verpflegungsgang den Gästen vor’m Vereinsheim begegnete. Diese füllten heute den Gästeblock gut aus und auch der Zaun war voll beflaggt. Der Support beschränkte sich allerdings auf Pöbeleinlagen bei vermeintlich falschen Schirientscheidungen und in der zweiten Halbzeit ein wenig Hüpferei hinter der “Ultras”-Zaunfahne. Schwenker oder sonstiges Tifomaterial sucht man beim BFC leider vergebens. Auf der Heimseite gab es außer einer Tröte ebenfalls keinen Support. Für jemanden, der wirklich nicht der größte Hoppingfreund ist (wenn ihr hier im Blog die Spiele mal durch guckt, ist der Großteil halt doch eher Freundschaftsbesuche), war das heute echt nichts. Einzig spannend waren da eigentlich ein paar Chancen des BAK und ein zurückgenommener Elfmeter ebenfalls für den BAK. Am Ende siegte der BAK in einem recht ausgeglichenen aber sehr aggressiv geführten Spiel knapp mit 1:0. Wir verabschiedeten uns schon 10 Minuten vor Ende in Richtung Warschauer Straße und Fanbogen. Vielleicht können ja die anderen anwesenden Werderaner*innen und Hopper*innen dem Spiel mehr abgewinnen und mit einem tollen Bericht dienen.

Blau-Weiß Friedrichshain – SF Charlottenburg-Wilmersdorf II 0:1, Sa. 09.02.19

Nachdem sich die Fanszene von Tennis Borussia Berlin rund um TBAF (TeBe Aktive Fans) und Party Army nach Zerwürfnissen mit dem Vorstandsvorsitzenden und Hauptsponsor Redlich und dem Vorstand, die zu sehr unschönen Szenen auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins führten, schweren Herzens entschieden hat, dem eigenen Verein vorerst den Rücken zu kehren, wurde der Caravan of Love in’s Leben gerufen. Per Anzeige in der “Fußball-Woche” rief man andere Vereine dazu auf, sich bei Interesse an einem kleinen Haufen supportwilliger Fußballfans als Unterstützung des eigenen Vereins, per Chiffre bei den TeBe-Fans zu melden. Ziel des Ganzen ist neben dem weiteren gemeinsamen Spielbesuch natürlich auch dem Vorstand von TeBe vor Augen zu führen, was dieser durch sein Handeln aufgibt.

Die erste Station des Caravan of Love sollte die TeBe-Fans einen Tag vor unserem Augsburg-Spiel inkl. Fanmarsch an einen ganz besonderen Spielort führen. Zwar spielt der lokale Verein Blau-Weiß Friedrichshain irgendwo in der Kreisliga A in den tiefen des Berliner Fußballs, mit dem Metro Fußballhimmel hat man aber einen außergewöhnlichen Spielort. Der eigene Kunstrasenplatz befindet sich nämlich, wie der Name schon vermuten lässt, auf dem Dach des örtlichen Metro-Kaufhauses in unmittelbarer Nähe des Ostbahnhofes.

Etwa 100 Lila-Weiße trafen sich an diesem Samstag Vormittag bei schönstem Fußballwetter (zunächst nieselte es noch ein wenig und es kamen schon die ersten Sorgen auf, dass das heute ins Wasser fällt, danach schien aber quasi durchgehend die Sonne) vor’m Ostbahnhof und legten gemeinsam den 5-minütigen Fußweg zur Metro zurück. Vor Ort wurde man schon von den ersten Fernsehteams empfangen, die es sich nicht nehmen ließen, den heutigen Spielbesuch zu begleiten. Mich persönlich nervt sowas ja tierisch und so war ich nicht sonderlich begeistert, am Ende im Bericht des RBB groß zu sehen zu sein, der aktiven Fanszene und allen aktiven Fußballfans in Deutschland kann eine solche Aufmerksamkeit aber nur helfen, um den Fußballfans klar aufzuzeigen, welche Folgen fehlendes Mitspracherecht, Aufweichung von Regelungen wie 50+1 und ähnlichem haben können.

Der Blick vom Metro-Fußballhimmel entschädigt dann auch für den Kraftakt, erstmal zahlreiche Treppen nach oben laufen zu müssen (so viele sind es dann aber doch nicht). Der Heimverein hatte natürlich aufgrund der zahlreich erwarteten Gäste etwas Verpflegung aufgefahren und sogar Schals der Blau-Weißen wurden sicher nicht wenige verkauft. Apropos Blau-Weiß: Die aktive Fanszene der Lila-Weißen hatte extra für das Spiel die wichtigsten TeBe-Lieder auf den heutigen Heimverein angepasst und die Liedtexte als Flyer dabei. So sang man heute des öfteren vom “Rooftop”, passte die Vereinsfarben in den Liedern auf blau-weiß an und auch die Kritik am eigenen Verein kam natürlich nicht zu kurz. Am Ende dürften es heute etwa 250 Zuschauer*innen gewesen sein, die mit zahlreichen Zaunfahnen am Zaun hinter dem Tor anflaggten. Zunächst wurde die erste Reihe der kleinen Plastiksitzschalentribüne eingenommen, bis sich herausstellte, dass hier normal die Auswechselspieler sitzen. Sowas weiß man als Gast halt nicht. Am Ende besorgten sich die beiden Vereine Bierbänke als Auswechselbank und so war die komplette Tribüne in lila-weißer Hand. War für die Friedrichshainer wohl eine nette Abwechslung, verirren sich sonst wohl nicht so viele Personen auf’s Metrodach. Leider konnte am Ende trotz lautem Support inklusive Wechselgesängen mit der gegenüberliegenden Seite (inkl. Ostblock-Westblock und BRD-DDR-Wechselgesängen) kein Punkt für die Blau-Weißen geholt werden und man verlor knapp mit 0:1. Spaß gemacht hat es vermutlich trotzdem allen Anwesenden und schreit quasi nach einer Wiederholung an einem anderen Ort.

Für mich hieß es nach Abpfiff leider relativ schnell zum Bahnhof zurück, da es am nächsten Tag ja schon früh morgens zum Fanmarsch auf den Marktplatz gehen sollte.

Infos zu allen weiteren Aktionen findet ihr ab sofort unter anderem auf dem Twitter-Account der Jungs und Mädels von “Come on TeBe”. Einen ausführlichen Bericht zum Spiel und den Hintergründen gibt es auch bei Faszination Fankurve.

FC St. Pauli – SV Sandhausen 3:1, So. 07.10.18

Ist schon was länger her, dass sich hier was getan hat. Ich habe in der Zwischenzeit nicht ganz auf Spiele ohne Werder-Beteiligung verzichtet, die Anzahl ist aber weiterhin sehr niedrig. Dazu so spaßige Dinge wie Jobwechsel und Umzug. Und wenn ich ehrlich bin, so was richtig Schreibenswertes war nicht dabei.

Da unser glorreicher SVW bereits am Freitag gegen Wolfsburg gewann, ergab sich für Sonntag spontan die Möglichkeit, endlich mal wieder ans Millerntor zu fahren. Samstag Abend kam die Frage, ob ich nicht mitfahren wolle und aufgrund der kurzen und kostenneutralen Anreisemöglichkeit musste nicht wirklich lange überlegt werden. Auch wenn der Gegner Sandhausen heißt, Millerntor geht immer. Apropos Sandhausen: die habe ich tatsächlich schon mal gesehen, wenn auch leider nur auswärts. Vor einigen Jahren dachte sich die liebe Deutsche Bahn an einem Samstag: ach komm, streike ich mal. Blöd nur, dass wir an diesem Tag mit Werder in München spielen sollten. Ende des ganzen: Flixbus und Co so kurzfristig viel zu teuer und so spontan zu Union gegen Sandhausen in die Försterei. An das Spiel damals kann ich mich absolut nicht mehr erinnern. Was in Erinnerung blieb war die Tatsache, dass selbst zu einem Auswärtsspiel zu fairer Anstoßzeit in einer durchaus interessanten Stadt wie Berlin nur 20 Sandhausener Gäste anreisen. Vielleicht sehe ich diese ja heute wieder.

Bereits im Vorfeld war klar, dass wir nicht die einzigen Werder-Gäste heute am Millerntor sein würden und so war es wenig verwunderlich, dass schon am Sielwall die ersten Hamburgreisenden zu sehen waren. Mit dem IC ging es für mich mit zahlreichen Urlaubern auf dem Weg zu ihrer ach so tollen Kreuzfahrt nach Hamburg. Kurz die Lounge besucht und ab zum Stadion. Dort die üblichen Verdächtigen getroffen und erstmal was essen gegangen. Es beschweren sich ja immer alle über Anstoßzeiten von Sonntag 13:30 Uhr. Klar, für die Auswärtsfans (also in diesem Fall die 20 aus Sandhausen) schon ziemlich mies, wenn man das als Tagesausflug plant, aber als Heimfan finde ich das eigentlich echt ganz geil. Kurz Mittagessen, das ein oder andere Bier dabei zu sich nehmen. Anschließend zurück zum Millerntor, dort einige bekannte Gesichter am Eingang zur Süd treffen und noch viel mehr zumindest mir unbekannte und dann ohne allzu intensive Kontrollen rein. Während der Großteil der Grün-Weißen schon zum Derby gegen diesen anderen komischen Hamburger Verein in der verbotenen Stadt war, war es auf Heimseite tatsächlich erst mein zweites (!!!) Spiel, da muss sich dringend was ändern. Außer zwei Mal mit Werder (einmal in der Liga mitten in der Umbauphase, also eine Woche vorher noch nicht feststand, ob das Spiel überhaupt mit Zuschauer*innen stattfinden wird, da St. Pauli ein Geisterspiel drohte, entsprechend auch das Motto damals im Gästeblock, dann letztes Jahr nochmal zum Testspiel) bleibt auf Heimseite nur das Saisoneröffnungsspiel vor 2 (?) Jahren gegen Braunschweig mit anschließendem USP-Grillen. Da man die St. Pauli-Leute sonst ja auch nur beim Antira, uns oder bei Babelsbergbesuchen trifft, musste heute erstmal ein Schal her. Netterweise verkauft man sowas ebenso wie Aufkleberpakete und -rollen und sonstigen Artikeln der aktiven Szene dort ja IM Stadion. Wenn ich dran denke, was bei uns schon bei nur einem Kleber am Einlass los ist…

Mit neuem Schal, paar neuen Klebern, Kiezkiecker und Bier ausgestattet ging es dann auch so 20 bis 30 Minuten vor Anpfiff in die Süd. Der Plan heute: erstmal schön entspannt Süd Sitz das Essen verdauen und den Sonntag genießen, zweite Hälfte dann runter zu den anderen. Nach 25 Minuten und dem ersten leeren Bier war es dann mit dem ungewohnten Fußballgucken im Sitzen aber auch vorbei und man gesellte sich zum Rest. Stimmung fand ich zumindest in den Randblöcken sonntagstypisch etwas ruhig. Zu Beginn wurden jede Menge braun-weiße Stofffahnen verteilt, die sogar ich schon von St. Pauli-Spielen kenne. Sind also schon was älter 😉

Eigentlich wollten wir den ersten Toilettengang ja so timen, dass das erste Tor genau da fällt. Klappte dann nicht so ganz und St. Pauli ging bereits nach 17 Minuten durch den Diamant verdient in Führung. Leider setzte auf dem Platz danach bereits relativ früh ein Verhalten ein, das man als Werderaner*in nur zu gut kennt. Ergebnis halten ist unsere Stärke wirklich nicht und auch die Elf vom Millerntor wirkte dabei nicht immer wirklich überzeugend. In Halbzeit zwei eigentlich nur noch Sandhausen am spielen und war ja klar, 73. Minute fiel dann auch der mehr als verdiente Ausgleich. Dass es nicht schlimmer kam, verdankten die Braun-Weißen zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall ihrem Torhüter. Für mich war das Spiel zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon gelaufen. 87. Minute dann Einwechslung Allagui und was macht der Kerl in der 90. Minute? Richtig, das 2:1. Als dann Buchtmann 3 Minuten später auch noch das 3:1 machte, glaubte man seinen Augen nicht und Ausrasten überall! Schon sehr zum Schmunzeln das Ergebnis aber scheiß drauf, Heimsieg und damit für mich ein Wochenende mit 6 Punkten. Und da u.a. Babelsberg Samstag auch gewann, ein sportlich ziemlich erfolgreiches Wochenende. Auch sonst fühle ich mich am Millerntor irgendwie wohl. Hoffentlich klappt es in Zukunft nicht nur zu sonstigen Veranstaltungen dorthin. Nach kurzem Besuch im Fanladen ging es anschließend aber doch ziemlich zurück in die richtige Hansestadt, ist halt doch Sonntag!

Hannover 96 – Wacker Nordhausen 2:0, Mi. 18.07.18

Und nochmal Hannover. Irgendwie muss man die Plätze in der Umgebung ja doch machen. Auch wenn es für’s Eilenriedestadion kommende Saison die Chance im Spiel mit Werder II gäbe, Spiel unter der Woche, nichts zu tun, kann man mal machen. Die Chance auf wirklichen Support im Eilenriede durch die Hannoi-Fanszene hat man ja damals leider verpasst.

Da die Preise bei Testspielen ja glücklicherweise nicht so hoch sind, gönnte man sich heute mal einen Platz auf der Haupttribüne auf Höhe der Mittellinie mit Blick auf die Stehplatz-Gegentribüne. Im eigentlichen Gästeblock der Gegentribüne fanden sich kaum Leute ein, was allerdings wenig wundert. Unter der Woche fährt man für so ein Knallerspiel auch nicht mal eben aus Thüringen in Niedersachsens Landeshauptstadt. Auch der Heimstehbereich war nur mit vielleicht 100 bis 200 Personen gefüllt, die echt nette Hintertortribüne mit Holzbänken mit eingebautem Kabinentrakt war leider geschlossen. So saß man heute zwischen Familien auf Feierabendausflug und Rentnern und konnte das Spiel als Gegnerbeobachtung nutzen, schließlich lautet unser erster Gegner der neuen Saison Hannoi. Was man da alles mitbekam seitens der Rentner, so herrlich. Wundern die sich tatsächlich, dass in Halbzeit eins eigentlich Nordhausen das Spiel macht, obwohl Hannoi doch Bundesliga spielt. Ey Leute, eure Mannschaft ist vor 3 Tagen oder so in die Vorbereitung gestartet, die Regionalliga Nordost startet viel früher, entsprechend weit in der Vorbereitung ist der Gast aus Nordhausen eben schon. Das einzig tolle an der Sinnlosdiskussion der alten Herren war die Erkenntnis, dass man so gegen Werder untergehen wird. Na hoffentlich wird es so kommen! Trotz frühem Tor des Heimteams durch Anton dauerte es tatsächlich bis zur 88. Minute, bis Asano dann wenigstens den zumindest auf dem Papier halbwegs akzeptablen Endstand für den Zeitpunkt der Vorbereitung erzielte. Zwischendurch hatte man aber tatsächlich mehrmals die Hoffnung, Nordhausen kommt zumindest zu einem Tor. Was da los gewesen wäre bei den Rentnern. Da hätten die vorhandenen Rettungswagen sicher nicht gereicht, so viele Herzinfarkte wären zu erwarten gewesen. So konnte am Ende auch dieses Volk beruhigt und bei bester Gesundheit nach Hause gehen. Zwischendurch erntete man noch ein paar böse Blicke der anwesenden Hannoi-Leute. Ja, ihr habt richtig gesehen, auch nicht-96er waren da und wollten sich dieses Topspiel nicht entgehen lassen. Ansonsten gibt es nicht viel von diesem Spiel zu berichten.

VfL Wolfsburg – SC Freiburg 3:1, Sa. 18.11.17

Seit längerer Zeit mal wieder ein Hoppingbericht. Liegt einfach daran, dass ich neben Werder und Arbeit aktuell kaum zu Besuchen anderer Spiele komme und so schaffe ich es nicht mal, Freunde zu besuchen.

Da Werder an diesem Wochenende erst Sonntag gegen Hannover spielen sollte und der Weg nach Wolfsburg ja nun auch nicht so weit ist, wurde heute mal die Chance genutzt, ein paar bekannte Nasen zu sehen. Schon früh ging es mit dem Nahverkehr in die Autostadt, wo uns der Weg auf Nahrungssuche erst einmal in Richtung Outlet führte. Dort angekommen war natürlich nichts mit Essen oder alkoholischen Getränken, stattdessen schon zahlreiche Menschen in vorweihnachtlicher Kauflaune. Da aufgrund einer Baustelle auch der Weg raus aus dem Outlet-Wirrwarr gesperrt war, musste man auch noch sportlich aktiv werden und gewisse Geländer überwinden. Die Alternative wäre gewesen, den ganzen Weg noch einmal zurück zu gehen. In Wolfsburg gibt es tatsächlich nicht viel und so ging es zu Fuß vorbei am Stadion in Richtung Allersee. Im Sommer soll es hier wohl mal ein Kiosk gegeben haben. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verbunden mit richtig heftigem Wind war es dagegen weniger schön, so dass es doch recht schnell wieder ins Stadionumfeld ging.

Die Zeit bis Ankunft der restlichen Bekannten Gesichter wurde verquatscht und man munkelt, ich war heute nicht der einzige Grün-weiße. Der Gästeblock heute gegenüber den letzten gemeinsamen Besuchen in Wolfsburg mal eher gering gefüllt. Während im linken Teil des Blocks vor allem Kutten und Familien Platz nahmen, breitete sich die aktive Szene im rechten Teil des Blocks aus. Der Zaun bis oben hin gut beflaggt (inkl. “Forza Luca”-Banner seitens NBU für einen befreundeten italienischen Ultra, welcher bei einem fragwürdigen  Polizeieinsatz schwer verletzt wurde), verteilten sich die Gruppen im rechten Teil, während die vorderen Stufen bewusst mit Klebeband freigehalten wurden. Von dort hätte man eh wenig gesehen und so wirkte es auch geschlossener. Den Support fand ich bis Mitte der ersten Halbzeit eigentlich echt okay. In der Folge und aufgrund des Spielstandes (bereits nach 30 Minuten stand es 2:0 für das Heimteam) flachte der Support leider deutlich ab und auch der linke Teil des Blockes ließ sich nur schwer aktivieren. Nach dem 2:1-Anschlusstreffer in Minute 68 kam kurz Hoffnung auf, welche für eine Steigerung der Stimmung sorgte, welche dann nach dem kurz drauf folgenden 3:1 in Trotz umschlug und das Spiel anschließend vor allem mit dem “Sportclub Freiburg e.V.” Lied noch würdig zu Ende gebracht wurde.

Die Heimseite heute mit einem großen Glaube versetzt Berge Banner vorm Oberrang und einiges an Material zu Beginn. Man versuchte, in der aktuell wirklich nicht guten sportlichen Situation für einen Umschwung zu sorgen. Während die Mannschaft ihren Anteil dazu beitrug, blieb die Heimkurve 90 Minuten mehr als blass.

Borussia Lindenthal-Hohenlind – TuS 05 Oberpleis 3:2, So. 22.10.17

Wer mich kennt, weiß, dass ich mir solche Spiele nicht antue. Wie aber schon vorm Hertha-Spiel in Berlin zeigte auch diesmal die liebe Groundhopper-App ein Spiel in unmittelbarer Nähe zum heutigen Ligaspiel beim 1. FC Köln. Da sich neben Mama und einem Freund auch schnell zwei weitere Personen (1x Werder, 1x St. Pauli) fanden, wurde die eh relativ lange Wartezeit nach dem Bundesliga-Spiel bis zur Abfahrt meines ICE für einen Kurzbesuch auf der Westkampfbahn genutzt.

Diese befindet sich fast direkt hinter der Heimkurve des Rhein-Energie-Stadions und wer beim Namen Westkampfbahn jetzt auf einen tollen Platz hoffte, wurde leider enttäuscht. Kunstrasen mit Geländer rundrum und ein paar Bänke auf der Gegenseite. Mehr gibt es hier nicht. Ein deutlich ansprechenderes Stadion mit großer Tribüne steht direkt nebenan. Auch der Ausschank von Getränken ist wohl an Bundesliga-Spieltagen verboten, so blieb nur die Option Kölsch aus der Flasche von anderen Anwesenden kaufen. Anwesend waren heute in Summe vielleicht 40 Personen, davon der Großteil wohl Familie und Freunde der Spieler des Heimteams. Außer uns sonst nur 2 Jungs mit Stone Island und Co, die hier ebenso fehl am Platz wirkten und uns skeptisch musterten. Ansonsten echt tote Hose. Ganz anders war es wohl unter der Woche, als das Heimteam auf dem selben Platz Alemannia Aachen im Pokal empfing.

Das Spiel war am Ende so spannend, dass ich selbst die Tore, die während unserer Anwesenheit fielen (in Summe waren wir vielleicht gerade 45 Minuten da, aber das Erreichen des Zuges war dann doch wichtiger), aufgrund von Quatscherei nicht sah. Wobei, eins habe ich tatsächlich gesehen. Am Ende hieß es 3:2 für’s Heimteam, ob es verdient war oder nicht, mag ich nicht zu beurteilen.

Kleine Anekdote am Rande: In der selben Liga der beiden Teams spielt übrigens auch mein Heimatverein, in dem ich zu E- und D-Jugend-Zeiten mal “aktiv” (ob man das wirklich so nennen darf) war.

TuS Makkabi Berlin – Füchse Berlin 6:3, So. 10.09.17

Schon vor Wochen kam die Ansage aus der Schweiz, dass man doch gemeinsam dieses Spiel machen könnte. Wie es dazu kam? Die Elf in grün und weiß sollte im Anschluss ihr Spiel im Olympiastadion austragen und da die Bahnverbindung eh eine frühe Ankunft in Berlin prophezeite und mir der Ground trotz langer Berlinzeit noch fehlte, wieso nicht?

Am Ende war der Organisator des gemeinsamen Spielbesuchs natürlich nicht dabei, dafür fand sich ein weiterer Werderisti, der mit Groundhopping in der Regel noch weniger anfangen kann als ich. Der Rest der Grün-Weißen meldete aufgrund zu langer Feierei den Abend vorher in Babelsberg die Ankunft an der Julius-Hirsch-Sportanlage erst für Mitte der ersten Hälfte. Also hieß es für uns ab Messe Süd und vorbei am Mommse den Weg selbst finden. Klappte nach einigem hin und her dann auch ohne Probleme, wobei der Ground schon sehr weit nach hinten versetzt gegenüber dem einzigen Weg der Schrebergartenanlage liegt. Mit den hohen Bäumen rund um den Platz ohne wirklichen Ausbau und den großen unmarkierten Sportfeldern auf dem Rest des Geländes hatte das Ganze etwas von Skandinavien. Sympathisch auf jeden Fall die Tafel mit Aufstellung neben dem Kassierer-Tisch, der erst mit unserer Ankunft aufbaute und so gab es zum Eintrittspreis mal wieder eine Kinokarte und immerhin ein farbiges Programmheft (allerdings wie vom heimischen Drucker).

Wir machten es uns bis zur Ankunft der anderen in einer der hinteren Ecken des Platzes quasi schon im Gebüsch hinter der Außenlinie gemütlich. Auf dem Weg dorthin noch kurz von den 3-4 mitgereisten Gästefans per Handschlag begrüßt worden, nette Menschen könnte man meinen. Waren sie dann leider doch nicht, fielen sie doch immer wieder mit Beleidigungen des Schiedsrichters aufgrund ihrer Meinung nach falscher Entscheidungen auf. Auch die Spieler des Heimteams, insbesondere der Torhüter, wurden immer wieder provoziert, hatten sich aber zum Glück im Griff, sehr unnötige Aktionen. Nicht so gut im Griff hatte sich bereits nach 12 Minuten ein Auswechselspieler, der so lange rumpöbelte, bis er in Richtung Kabine gebeten wurde. Auch noch nicht erlebt, nicht mal gespielt und schon darf man sich verabschieden. Ebenfalls früh verabschieden durfte sich der Keeper der Gäste. In der 24. Minute verschuldete er einen Elfer und sah dafür gelb. Nachdem der folgende Strafstoß verwandelt wurde, haute er verbunden mit dem ein oder anderen unschönen Wort den Ball noch einmal mit voller Wucht selbst ins Netz, was in der Konsequenz gelb-rot bedeutete. Den Rest des Spiels durfte er dadurch von hinterm Tor verfolgen, toller Typ.

Wie ihr merkt, hatte das Spiel so einige Highlights zu bieten. Dennoch zog es uns nach Ankunft der anderen (die die letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit draußen hinterm Zaun verbrachten, da sie unbedingt den Eintritt sparen wollten) so um die 65. Minute dann doch zum Auto und von dort in Richtung Olympiastadion. Am Ende hieß es in der Partie 6:3 für Makkabi und die Zuschauer erlebten in Halbzeit 2 sicher noch ein paar Highlights. Manchmal sind unterklassige Spiele dann doch für was gut.

Chemie Leipzig – Babelsberg 03 1:0, So. 06.08.17

Wenige Tage nach Lok direkt wieder Leipzig. Wieso ich nicht gleich da geblieben bin? Ganz einfach: es gab gewisse Verpflichtungen am Tag der Fans in Bremen, denen ich nachkommen musste. Entsprechend ging es auch auf der Hinfahrt alleine nach Leipzig, wo die Zeit bis zum Eintreffen der bekannten Nasen wie üblich in der Lounge verbracht wurde. Im Zug zunächst noch jede Menge Dortmunder, die wohl vom Supercup-Spiel kamen, am Bahnhof Leipzig weiterhin viel gelb-schwarz. Dabei handelte es sich aber um etwa 25 Personen der Fanszene aus Plauen, die mit Material wohl auf dem Weg nach Hoyerswerda waren (jedenfalls ging es für sie in die S-Bahn dorthin und damit nur eine S-Bahn bevor die Potsdamer per WET am selben Bahnsteig ankamen). In Polizeibegleitung ging es mit dem Potsdamer Zugfahrerhaufen kurz drauf in die S-Bahn Richtung Alfred-Kunze-Sportpark und vom dortigen Bahnhof hieß es nochmal etwa 15 Minuten Fußweg bei brütender Hitze. Die Polizei-Hundertschaft wirkte ob der Babelsberger Anwesenheit nicht ganz so begeistert, die ständigen Ermahnungen, man solle nicht auf der Gegenfahrbahn laufen, waren jedenfalls mehr als unnötig, da nur die Polizei selbst dort lief.

Vorm Stadion das typische Bild. 100 Leute wollen eine Karte, aber nur ein Kartenhäuschen hat auf, na toll. Für 6 Euro ermäßigt wechselte gefühlt 20 Minuten später aber doch noch eine Karte den Besitzer und gewährte Einlass in den schmalen, mehrstufigen Gästeblock. Ich mag ja irgendwie Stadien, die nach außen hin so offen sind, dass eigentlich nur ein Zaun Straße und Block trennt. Muss für die sonntäglichen Ausflügler mit ihren Fahrrädern sicher auch ein ungewohnter Anblick sein. Für den geneigten Fußballfan ist auch der Alfred-Kunze-Sportpark ein ungewohnter Anblick. Richtig geiles Stadion mit zweistöckiger, aber unüberdachter Heimkurve inklusive großem Banner. Der Hopperauflauf auf der überdachten Haupttribüne wird sich heute wohl in Grenzen gehalten haben (man hört da ja immer wilde Geschichten), spielte das Wochenende vorher doch Lok beim Derby dort.

Während die Heimkurve mit großer, bunter Blockfahne ins Spiel startete, gab es im Gästeblock zunächst eine kurze Ansage, welche Möglichkeiten man durch den Aufstieg von Chemie nun doch hätte, seine Spuren (akustischer Natur) im Gästeblock zu hinterlassen. Trotz vollem Stehbereich und gutem Wetter wirkten die Worte im Rückblick dann doch eher hemmend. Legte man gut und laut los, flachten die Gesänge ab Mitte der ersten Hälfte schon sehr ab. Zwischendurch konnte bei Klatscheinlagen immer mal wieder der ganze Block mit einbezogen werden, viele kämpften aber doch eher mit ihrem Hass auf die Stadiongastronomie. Das Bier war wohl einerseits alkoholfrei (wofür sich die Chemiker im Nachgang entschuldigten und mit Freibier beim nächsten Spiel dort für die Gäste aus Babelsberg warben) und andererseits wie auch die Cola einfach schlecht. Standen wohl zu lange in der Sonne oder waren noch die Reste vom Lok-Spiel. Zum Trost gab es das ein oder andere Gratiseis, natürlich genau in dem Moment, als ich im hinteren Teil des Blocks war. Zum Glück hatte ich morgens mein Kaktuseis. Ihr merkt, was in anderen Hoppingberichten das Bier, ist bei mir das Eis.

War das Spiel von Anfang an hart umkämpft und ein Unentschieden wäre wohl nur fair gewesen, gab es fünf Minuten vor Abpfiff noch den unnötigen 1:0-Siegtreffer der Hausherren zu bestaunen. Ich scheine den Potsdamern jedenfalls kein Glück zu bringen.

So ging es gesenkten Hauptes nach Abpfiff raus und gemeinsam zurück zum Bahnhof, wo ich mir in der vollen S-Bahn sogar noch einen Sitzplatz sichern konnte. Aufgrund der zahlreichen Mitfahrer in der S-Bahn verzögerte sich deren Ankunft am Hauptbahnhof doch etwas, was es für uns in Richtung Hannover Weiterreisenden nochmal spannend machte, sagte die App bei Abfahrt der S-Bahn doch noch +0 beim IC. Im Hbf mit viel Rennerei noch was (zu teures) zu essen und trinken gesucht, nur um dann am Bahnsteig zu erfahren, dass die Bahn wegen Warten auf Anschlussreisende und das Bordpersonal mit 20-minütiger Verspätung abfahren solle. Wieso steht sowas 10 Minuten vorher nicht in der App? Danke Deutsche Bahn. Aus 20 Minuten wurden bis Hannover dann fast 50 Minuten, schönes Ende des Wochenendes, auch weil der IC weiter nach Bremen für meinen Mitfahrer natürlich auch weg war und es RE hieß. Immerhin kann ich nun zwei meiner bis dahin noch offenen Wunschstadien abhaken!