TuS Koblenz – Stuttgarter Kickers 1:1, Sa. 10.09.16

Nachdem es zum Kassel-Spiel nicht geklappt hat, nun also heute endlich mal wieder Kickers auswärts! Während die Blauen aus Stuttgart per WET-Tour anreisten, ging es für mich bereits um 5:30 mit ICE und IC in Richtung Koblenz. Entsprechend der frühen Abfahrtszeit war ich leider schon um 11:30 in Koblenz und so schön es dort auch sein mag, am Wochenende ist dann doch nicht so viel los. Für ein wenig Überraschung sorgte eine Gruppe Hamburger mit Polizeibegleitung. Interessanter Anreiseweg von Hamburg nach Leverkusen jedenfalls! Da der Zug aus Stuttgart erst kurz vor 13 Uhr eintreffen sollte, blieb auch jeglicher Kontakt mit den Jungs aus der verbotenen Stadt aus. War 13 Uhr nicht eh schon eine späte Ankunft bei Anpfiff 14 Uhr, wurde die Zeit bis zum Spiel noch weniger als sich der Zug immer weiter verspätete. Erst waren es 5 Minuten, dann 10 Minuten und am Ende 27 Minuten. Meine Befürchtungen, es könnte noch zu Konfrontationen mit der zwischenzeitlich wieder auflaufenden Polizei kommen, bestätigten sich zum Glück nicht, so dass es dann 13:30 auch in Begleitung eines Polizei-Sprinters und dem Kasseler Zivi endlich auf den Fußweg in Richtung Stadion Oberwerth ging. Auf der Homepage des TuS aus Koblenz hieß es vorab zum Anreiseweg etwas von 2 Kilometern und etwa 20 Minuten. Schlussendlich waren es dann locker 25 bis 30 Minuten bei 30 Grad und Sonne mitten durch Wohngebiete. Wieso den Stuttgartern vorher dann Shuttlebusse angekündigt wurden, wissen wohl nur die Verantwortlichen beider Mannschaften.

Während die ersten der Zugreisenden nach kleinem Sprint mit Anpfiff im Stadion waren, war der Rest bis etwa zur zehnten Minute im Stadion. Machte aber nicht so viel, da einerseits auf dem Spielfeld zu Beginn nicht allzu viel passierte und andererseits das Material erst zur 25. Minute da war. Gab wohl einige Orientierungsprobleme und auch Diskussionen mit der Polizei bezüglich Vorfahren mit dem Auto direkt vor den Gästeeingang. Aufgrund der Temperaturen und des fehlenden Daches im weiten Rund war die Motivation eh nicht so groß, so dass der ein oder andere lieber den Bierstand belagerte oder es sich im Schatten der Mauer zum Bereich links vom Block gemütlich machte. Mit fortlaufender Spielzeit wurde der Block schließlich beflaggt und mit etwa 30 Leuten supportet. Zwischenzeitlich kamen die „SVK“-Gesänge richtig laut rüber. Ob sie auch auf Heimseite ankamen, kann ich natürlich nicht beurteilen, von Heimseite kam jedenfalls bis auf einmal nichts bei uns an. An Material wurde sich heute auf Trommel und einen zeitweise genutzten großen Schwenker beschränkt, während die Heimseite auf mehrere kleine blau-gelb-schwarze Schwenker zurückgriff. Leider konnte auch das (leider) alkoholfreie Bier den Temperaturen nichts entgegen setzen. Manch ein Kickers-Fan machte allerdings den Anschein, dass er doch noch Alkohol bekommen hat.

Spielerisch von den Gästen aus Stuttgart nicht viel zu sehen. Entsprechend überraschend fiel kurz vor der Halbzeitpause der 0:1-Führungstreffer. Trotz super Leistung des Gästetorwarts konnte in Halbzeit zwei der Ausgleich aber nicht verhindert werden. Koblenz hätte bei so vielen Chancen eigentlich gewinnen müssen, das 1:1 war also aus Gästesicht ein eher glückliches Ergebnis. Wenn man bedenkt, dass die Kickers vor 2 Jahren noch um den Aufstieg in Liga 2 kämpften und letzte Saison dann, wenn auch knapp, aus Liga 3 abstiegen eigentlich traurig, sollte man doch davon ausgehen können, mit den Stuttgarter Kickers hier den klaren Favoriten zu sehen. War wohl nix.

Nach Abpfiff gab es natürlich wieder keine Shuttlebusse und so ging es nach kurzer Abkühlung am kleinen Brunnen vorm Walkingzentrum (wer kann schon von sich behaupten, mal ein Walkingzentrum gesehen zu haben?!) zurück zum Bahnhof. Wer mal als Gast nach Koblenz reisen sollte, verlasst euch nicht auf aushängende Busfahrpläne. Auch wenn dort für Samstag 16:10 ein Bus zum Hbf steht, er wird nicht kommen. Diese Erkenntnis mussten etwa 40 Blaue machen, der Koblenzer Zivi wusste auch keinen Rat. Also den selben Weg wie vor Anpfiff zurück. Etwas hektisch wurde es dann nochmal, als Fanradio-Leute von Übergriffen der Koblenzer vor der Heimkurve berichteten. Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um das Fanradio des Gegners anzugreifen?! Koblenzer Arschlöcher! Die Suche nach den Tätern oder anderen motivierten Koblenzern blieb dann leider erfolglos, einzig eine kurze Rennerei mit ein paar Koblenzern am Hbf sorgte noch einmal für Panik bei der Besatzung der begleitenden Polizeiwanne.

Am Ende ging es für die Stuttgarter per Zug zurück nach Stuttgart, während ich noch einen kurzen Stop in der Heimat vor dem tags drauf folgenden Werder-Heimspiel einlegte. Auch wenn ich sexistische Pöbeleien weiterhin peinlich finde, hoffentlich klappt es dennoch öfter mal wieder mit einem Spiel der Kickers!

Holstein Kiel – Stuttgarter Kickers 1:2, Sa. 05.09.15

Bundesligafreies Wochenende, was macht man da? Richtig, man besucht Freunde, die man ansonsten aufgrund der Spiele des grün-weißen Sportvereins nicht sehen kann. Durch die Kombination Spieltag in Liga 3 und Flixbus-Gutscheinen bot es sich an diesem Samstag an, die Stuttgarter Kickers mal wieder live zu sehen, Spielort Kiel.

Dauert die Fahrt nach Kiel nicht so schon ewig (um genau zu sein 4:55 Stunden), hatten es sich jegliche Autofahrer hinter Hamburg an diesem regnerischen Samstag auch noch überlegt, in der Baustelle einfach mal stehen zu bleiben. Über eine Stunde im Stau und nichts ging mehr. Insgeheim schon erste Horrorszenarien ausgedacht wie „zum Glück gibt es hier WLAN im Bus, guck ich das Spiel eben im NDR-Stream“. Alles Hoffen half nichts, Ankunft am Kieler Interims-ZOB (da wird gerade kräftig gebaut) 14:10 statt geplant 12:50, blöd nur, dass Anpfiff um 14 Uhr war. Also schnell zum Hauptbahnhof gesprintet, Tasche eingeschlossen und glücklicherweise genau einen Bus zum Stadion erreicht. Unterwegs die Zeit genutzt, um wenigstens den Ticker mal nach dem Zwischenstand zu befragen: 1:0 für Kiel ausgerechnet durch den Ex-Bremer Dominik Schmidt.

Am Stadion dann das nächste Problem. Natürlich hatten zu der Zeit schon alle Kassen zu, für 5€ in die Kieler Jugendkasse (dafür ohne Eintrittskarte 🙁 ) ließ mich der Ordner des Nachbarblocks neben den Gästen dann doch noch rein und dank nicht verschlossener Tür zum Gästeblock war es auch kein Problem, in diesen zu kommen. Mit der 42. Minute war ich dann also auch im Stadion. Da mehr als 45 Minuten noch zu spielen waren, auch kein Problem mit der überall befindlichen Groundhopper-Polizei (deren Regeln mir allerdings auch total egal sind). Die einzige Anzeigetafel im Stadion steht genau vor dem Gästeblock, so dass kein Blick darauf möglich war, also Nachfrage bei den knapp 60 übrigen Kickers-Fans (welche mit 1 Bus, 1 9er und mehreren Autos angereist waren) nach dem Spielstand: 1:1. Bis zur Halbzeit dann nichts spannendes mehr passiert und anschließend erstmal eine Frikadelle für faire 2,50€ gegönnt, vorm Spiel fiel die Verpflegung ja aus unerklärlichen Gründen weg. Pünktlich zur Halbzeit begann es dann auch mal wieder wie angekündigt zu regnen. Die restliche Dauer des Spieles gab es wettertechnisch alles, von strahlendem Sonnenschein über grauem Himmel bis hin zu stärkerem Regen. Trotz fehlendem Dach (in Kiel sind nur Haupttribüne, Gegentribüne und die heimische Hintertortribüne überdacht) ging es aber, einzig der starke Wind nervte etwas. Kurz nach Wiederanpfiff machte dann Berko das 2:1 für die Blauen aus Degerloch. Da das ganze auf der gegenüberliegenden Seite stattfand und der Gästeblock nur etwa 10 Stufen hoch ist, dauerte es etwas, bis man das Tor auch im Gästeblock mitbekam. Von da an konnten dann zumindest auch alle aus dem Süden angereisten Gästefans zur Anfeuerung überredet werden. Insgesamt war der Support in anbetracht von nur etwa 10 dauerhaft am Support Beteiligten + Trommel und 2 Schwenkfahnen ok, im Rest des Stadions aber vermutlich kaum wahrzunehmen. Auf Heimseite ein Haufen von etwa 50 Leuten unter dem Dach des einstöckigen Blocks am singen und klatschen, akustisch war aber trotz Dach kaum was zu hören. Das 2:1 konnte über die Zeit gerettet werden und so konnte für die Gästefans der Heimweg nach Degerloch mit 3 Punkten im Gepäck in Angriff genommen werden.

Als Fazit muss man leider sagen, dass die Zahl an Gästefans doch etwas enttäuschend war, nicht vergessen darf man dabei aber, dass die Strecke Stuttgart-Kiel nicht wirklich kurz ist und das letzte Spiel im Holstein-Stadion noch nicht so lange her ist. Damals wurde per vollem Sonderzug nach Kiel gefahren, da bei Planung des Zuges noch ein Relegationsplatz im direkten Duell möglich war.

Zum Stadion selbst kann ich leider nicht viel sagen, der Blick aus dem Gästeblock ist doch arg begrenzt und da ich ja nur eine Halbzeit da war. Trotzdem sicher eine Empfehlung wert, nettes, kleines Stadion mit frei stehenden Flutlichtmasten, kein Vergleich zu den 0815-Neubauten der letzten Jahre. Einzig das große Werbebanner für die Bundeswehr an einem der Flutlichtmasten fiel mir sehr negativ auf, braucht kein Mensch!

Die Rückfahrt per Fernbus nach Berlin gestaltete sich dann für mich relativ unproblematisch. Ab Hamburg einen Zweier für mich alleine und trotz Baustellen nur etwa 20 Minuten Verspätung.