VfL Wolfsburg U23 – SSV Jahn Regensburg 1:0, Mi. 25.05.16

Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga in meinem Arbeitsort? Kann man mal machen. Hier sollte heute das Spiel des Nachwuchses des VfL Wolfsburg, Meister der Regionalliga Nord, gegen denjenigen aus dem Süden, den SSV Jahn Regensburg, stattfinden. Im AOK-Stadion hinter der Volkswagen-Arena war ich diese Saison ja schon mit den Werder-Frauen im Ligaspiel gegen die Mannschaft der Wolfsburger. Damals nicht so erfolgreich, war heute wenigstens die Hoffnung auf eine Niederlage der Wolfsburger da. Von der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga ist eigentlich noch weniger zu halten als von den Relegationsspielen 1. Bundesliga gegen 2. Bundesliga und 2. Bundesliga gegen 3. Liga. Dennoch geht es natürlich für die Teilnehmer um viel. Während Wolfsburgs Jugend wohl nicht zwingend auf einen Aufstieg angewiesen ist, geht es um Jahn Regensburg um den möglichst schnellen Wiederaufstieg nach dem Abstieg in Liga 4 nach der letzten Saison.

Da der Andrang beim heutigen Spiel wirklich schwer abzuschätzen war, Sitzer waren bereits vorab ausverkauft und die Wolfsburger Ultraszene mobiliserte auch zum Spielbesuch, ging es mit einem Kollegen nach kurzer Nahrungsaufnahme etwa 60 bis 70 Minuten vor Anpfiff in Richtung Stadion. Hier zwar rund um Allerwiesen und Stadion für ein Spiel unter der Woche erstaunlich viel los, Karten gab es dennoch noch reichlich für faire 5 Euro, allerdings nur auf der Hintertortribüne des Heimbereichs. Einlass trotz Tasche mit Arbeitsunterlagen total entspannt, Bier gab es dennoch nur alkoholfrei, welchen Sinn sowas auch immer hat. Also ohne Getränke in den 40 Minuten vor Anpfiff noch ziemlich leeren Block, der sich bis Anpfiff allerdings gut füllte und auch die Sitz-Haupttribüne und die Steh-Gegentribüne waren gut gefüllt. Während um uns rum im linken Teil der Hintertortribüne eher Normalos mit Wolfsburg Schal standen, postierte sich die aktive Szene ziemlich zentral im Block. Zu hören waren sie aufgrund der Nähe und des Dachs direkt über dem Block ziemlich laut, neben viel Pöbelei gegen Südvereine aber auch nur ziemlich peinliche Lieder, die die Liebe zum Verein ausdrücken sollen. Wie man so einen Verein lieben kann, verstehen wohl die wenigsten. Optisch gab es noch 3 große Schwenker. Nichts berauschendes aber doch mehr als erwartet. Lustig war dann noch ein Mädel vor mir, dass auf meine Aussage gegenüber meinem Kollegen, dass Regensburg ja viel mehr Tradition hätte und cooler wäre, nur gehässig „dann geh doch rüber“ meinte. So sehr mag ich dann Regensburg auch nicht, wobei auf Gästeseite neben etwa 400 Bayern auch ein paar Freunde aus Stuttgart waren. Ich selbst hatte mit Regensburg aber bisher bis auf paar Gespräche bei Kickers-Spielen nie etwas zu tun. Die Gäste mit gut beflaggtem Zaun und zu Beginn des Spiels mit nettem Intro. Im Block jede Menge große rot-weiße Fahnen, dazu rote Wurfrollen, sah echt gut aus. Auch sonst boten die Gäste sowohl optisch und akustisch eine gute Show. Quasi durchgehend gesungen und in Bewegung, waren sie auch gegenüber regelmäßig zu hören.

Spielerisch war das ganze dann eher nicht so das Wahre. Regensburg zu Beginn die bessere Mannschaft, mit zunehmender Spielzeit offenbarten sich aber immer mehr schwächen in der Abwehr, die die Heimelf aber kaum nutzen konnte. Nach Foul der Regensburger forderte die halbe Tribüne Freistoß, der Schiri ließ dagegen Vorteil laufen, aus dem sich dann der einzige Treffer des Spiels ergab. Also ich hätte ja Freistoß gepfiffen. Ansonsten immer wieder Unterbrechungen, Regensburg sehr kämpferisch, aber auch oft unsportlich. Half alles nichts, am Ende blieb es beim 1:0 der jungen Wolfsburger. Mal sehen, was das Rückspiel am Sonntag so bringt und ob Wolfsburg auch so viele Fans mitbringt wie Regensburg heute 😀

VfB Oldenburg – SV Meppen 3:0, Sa. 21.05.16

Bundesliga vorbei. Manch einer würde sich freuen, endlich wieder freie Wochenenden für sich zu haben. Ich habe mich dagegen unter der Woche von Thorsten überreden lassen, auch ohne Bundesliga noch ein Spiel diese Saison mitzunehmen. Derby zwischen Oldenburg und Meppen, wollte ich eh schon immer mal hin, passt.

Nach bis Bremen völlig unspektakulärter Hinfahrt ging es ab dort noch eine Station im komplett überfüllten IC weiter nach Oldenburg. Aufgrund der großen Menge zusteigender Fahrgäste und Baustelle verzögerte sich die Ankunft etwas, so dass wir erst kurz nach den Meppener Gästen ankamen, die für den heutigen Tag zum gemeinsamen Treffpunkt am Oldenburger Bahnhof mobilisierten. Von dort ging es für etwa 250 Meppener mit reichlich Polizeibegleitung zu Fuß in Richtung Marschweg-Stadion. Für uns hieß es dagegen noch eine kleine Stadtrundfahrt machen und Tasche weg bringen. Da der Anstoß näher rückte, konnten wir dankenswerter Weise auf persönlichen Shuttle-Service bis fast vors Stadion zurückgreifen, danke dafür! Am Ende waren wir dann doch 20 Minuten vor Anpfiff am Stadion und da die Karten bereits unter der Woche gekauft wurden, auch relativ schnell im Stadion.

Den Deal, Thorsten zahlt Karten, ich das Bier, ausnutzend, ging es dann auch direkt Richtung Bierstand. 2,40€ + 10 Cent Pfand (Pfand auf Einweg-Plastikbecher?! Sachen gibt’s) sind durchaus fair, in Liga 1 zahlt man schließlich fast das Doppelte. Trotz Veltins mundete das Bier dann bei angenehmen 18 bis 20°C und Sonnenschein doch ganz gut. Mit Bier und Wurst bewaffnet ging es weiter in Richtung Block. Thorsten hatte mir ja vorab einen komplett leeren Block neben dem Gästeblock mit nur uns beiden versprochen (das Onlineticketing meldete wohl den Abend vorher nur 2 verkaufte Karten im entsprechenden Block). Konnte dann doch nicht ganz gehalten werden, was aber eher positiv ist. Der Block ganz rechts auf der von einem großen Segel überdachten Haupttribüne direkt neben der Kurve mit Gästeblock war durch ein einfaches Absperrband in einen kleinen Teil Meppen Sitzblock und Oldenburger Block aufgeteilt. Da die Sympathien bei diesem Spiel vorab natürlich klar verteilt sind, wurde sich entsprechend auch der Platz im Oldenburger Bereich gesichert. Diejenigen neben uns wirkten auf den ersten Blick wie das typische Hopperpublikum, stellten sich am Ende aber eher als sportliche Oldenburger Fraktion heraus. Die aktive Oldenburger Szene dagegen hat ihren Platz auf der gegenüberliegenden, unüberdachten Stehtribüne. Hinter einem großen, nett anzusehenden, VfB Oldenburg Banner war dann für ein Derby doch irgendwie verdammt wenig zu sehen und hören. Kaum Material und auch akustisch kam nicht so viel. Da hatte ich mir doch mehr erwartet. Erst beim Derbysieger-Gesang, mit dem wir dem Ergebnis schon einmal vorausgreifen, wurde es etwas lauter. Etwas mehr hatte ich mir auch von den Meppenern erwartet. Der kleine Teil der Gästekurve war zwar gut gefüllt und zu Beginn auch ordentlich Material im Einsatz, außer bei homophoben Gesängen war es dann aber auch nicht so richtig laut. Besagte Gäste fielen immer wieder mit „Lutscher“- und „Warum seid ihr Fotzen so leise?“-Gesängen in Richtung Oldenburger Block auf. Ebenso die zwei gezeigten Spruchbänder im Gästeblock. In Halbzeit eins wies man mit einem „http://feinde-nicht-erwaehnenswert.tumblr.com“-Spruchband auf einen Fotoaccount hin, auf dem alle möglichen Aktionen gegen Meppen dokumentiert sind. Ob es sich dabei um einen Oldenburger Account handelt oder die Meppener die Antipathie ihrer Gegner so sehr genießen, dass sie alle Infos sammeln, ist nicht sofort ersichtlich. In Halbzeit zwei dann mal wieder ein homophobes Spruchband mit dem Inhalt „Wir sind Bauern? Ihr seid Village People!“. Fand ich trotz allem ja eher lustig als provozierend und würde mich als Oldenburger eher stolz machen. Das Spiel selbst endete nach 0:0 Halbzeitstand 3:0. Klingt besser, als es war, dennoch ein schöner Derbysieg.

Absolutes Highlight aber sicher das Auftreten der Polizei. Gegen Ende der ersten Halbzeit klettern mehrere Meppener auf den Zaun und verharren da sicher 5 Minuten. Aus Langeweile klettert der eine dann immer weiter runter und steht schließlich auf der Laufbahn, gefühlt 2 Minuten. Jeder merkt seit Minuten, was gleich passieren wird, die Polizei und auch die Ordner stehen dagegen seelenruhig rum bzw sitzen faul auf der Tribüne. Nebenbei sollte man vielleicht erwähnen, dass im Meppener Sitzbereich (richtig, dem Bereich hinter dem Absperrband) dauerhaft 3 Meppener SKB saßen, deren Zahl in Halbzeit 2 sogar auf 8 anwuchs. Auch von denen jedenfalls null Reaktion. Wie nicht anders zu erwarten, machte der Meppener auf der Laufbahn sich dann jedenfalls auf in Richtung Heimbereich und wurde dort auch von jetzt ebenfalls über den Zaun kletternden Oldenburgern empfangen. Die vorher seelenruhig rumsitzende BFE in unserem Block daraufhin in totaler Panik Richtung Spielfeld laufend und sich am vermummen. War ja so unvorhersehbar, was passiert. Für den Meppener hieß es nach verlorenem kurzen Fight gegen die Oldenburger dann auch Niederlage gegen Ordner und BFE und so durfte er sich anschließend unter Fahnenstangenhagel und sonstigen Gegenständen aus dem Gästeblock auf die Polizei vor eben diesem fixieren und abführen lassen. Da fragt sich unsereins natürlich schon, wofür solche Polizeieinsätze von unseren Steuergeldern gezahlt werden, wenn die entsprechenden Beamten dann lieber im Block quatschen und essen (SKB) oder Fußball gucken, am Handy rumspielen bzw. Toiletten prüfen, nachdem man drauf war, ob man auch abgezogen und nichts dreckig gemacht hat(BFE) statt bei solch vorhersehbaren Aktionen früher einzugreifen. Aber egal, so hatten wir wenigstens unser Highlight.

Nach dem Spiel ging es dann noch Gyrosteller essen und dem am Wochenende stattfindenden Oldenburger Bierfest einen Besuch abstatten. Die Auswahl war dann doch ziemlich enttäuschend und unsere Wahl als letztes Bier des Tages mit einem niederländischen Starkbier mit 10,x er Alkoholgehalt geschmacklich auch eher unglücklich. Anschließend zum Bahnhof und mit diesmal leerem IC bis Hannover, wo dann leider einer der zwei Zugteile des ICE weiter nach Berlin schon endete und die Fahrt mit nur einem Zugteil entsprechend stressig aufgrund vieler stehender Fahrgäste war, Glanzleistung liebe deutsche Bahn!

Bilder gibt es hier: nurdersvw.de