KV Mechelen – Olympiakos Piräus 0:6, Sa. 08.07.17

Nach langer Zeit mal wieder ein kurzer Bericht, Grund dafür ist der Länderpunkt Belgien. Lange nicht für möglich gehalten, sollte es ganz spontan doch noch klappen.

Die Tage vorher verbrachte ich mit jeder Menge netter Menschen auf dem European Football Fans Congress in Gent und Lokeren. Veranstaltungsorte an beiden Tagen jeweils belgische Erstligastadien aber eben kein Spiel dort. Im Voraus war auch die Option auf ein Testspiel in der Umgebung eher unwahrscheinlich. Im Kopf schon bei den Planungen, statt FSE-Mitgliederversammlung mir Gent als Stadt noch etwas genauer anzugucken, ergab sich dann auf dem Weg zum Bahnhof doch noch die Möglichkeit. Zusammen mit 2 Gleichgesinnten wurde das oben genannte Spiel in der App gefunden, nach kurzer Kontrolle auf der Mechelen-Homepage, stellten sich Spielort und -zeit als richtig heraus.

Mit dem Zug ging es knapp 45 Minuten nach Mechelen und dank Handynavigation auch relativ schnell zum dortigen AFAS-Stadion. Immer gut, wenn man eine Person dabei hat, die der Sprache mächtig ist. Entsprechend unproblematisch war auch der Kartenkauf für knapp 10€ für den Sitzer. Funny fact hierbei die Tatsache, dass wir, obwohl wir 3 noch aneinander hängende Karten hatten, die Plätze 155, 156 und 159 hatten, zum Glück herrschte aber eh freie Platzwahl. Bevor wir unsere Plätze einnehmen konnten, hieß es aber erstmal den Einlass überwinden, was sich als schwieriger als erwartet herausstellte. Grund hierfür die verblüffende Logik der Belgier nach mehreren Terroranschlägen. Zwar gibt es im Stadion frei verkäuflich Getränke aus PET-Flaschen, die sich wunderbar als Wurfgeschoss eignen, den eigenen Beutel mit Klamotten und Heftchen drin darf man aber nicht mitnehmen. Da hilft es auch nicht, in der Landessprache den Sachverhalt zu erklären, dass man direkt vom Kongress mit dem Zug angereist ist und entsprechend kein Auto o.ä. hat, wo man seine Tasche lagern kann. Alles diskutieren half natürlich nichts, also erstmal wieder raus (was nach erneutem Scannen der Karten problemlos ging) und eine Möglichkeit finden, die Taschen loszuwerden. Zum Glück radelt der geneigte Belgier ja zum Fußballspiel und vergleichbar unserer Kontrolleure an den Autoparkplätzen gibt es hier entsprechende Personen am Fahrradparkplatz. Wir ernteten für unsere Frage, ob wir die Taschen dort lagern könnten zwar sehr verwirrte Blicke, aber unter einem Werbeaufsteller durften wir unsere Sachen dann doch lagern. Alle Wertsachen wie Laptops in die Hand genommen (Aussage der Security am Einsatz, alles, was wir in die Hand nehmen könnten, darf rein, aber eben keine Taschen) und zurück zum Stadion.

Diesmal klappte der Einlass problemlos und so ging es auf die Tribüne, die für ein Testspiel schon recht gut gefüllt war. Besonders auffällig der Kontrast im Stadion. Während unsere Tribüne noch eine der ursprünglichen Tribünen des Stadions ist, handelt es sich auf der gegenüberliegenden Seite um einen Neubau, der ob der schrägen Dachkonstruktion doch zu gefallen wusste. Im Gästeblock fanden sich einige Fans der Griechen (vor allem aus Deutschland, Zaunfahnen insbesondere der Sektion Wuppertal) ein, die Heimseite fiel dagegen durch 2 getrennte Supportblöcke auf. Hinter dem Tor eine Ultragruppe mit etwa 30 Personen im Alter von vielleicht 16 Jahren + 2 Vorsängern mit Trommel, Schwenkern und Zaunfahnen um Stimmung bemüht, auf der Gegentribüne eine deutlich kleinere Gruppe ebenfalls mit Schwenkern und Trommel. Man freut sich ja schon über Support beim Testspiel, aber nicht mal die selben Lieder singen, schon bescheuert. Die jungen Ultras hinterm Tor reagierten lieber auf den Wechselgesang angestimmt von einer Einzelperson auf unserer Tribüne. In der Halbzeit und damit verbundenem Stadionrundgang ernteten wir dann noch skeptische Blicke, als wir uns zu dritt dem Ultrablock näherten.

Auf dem Platz gestaltete sich das Spiel sehr einseitig. So gab es u.a. eine direkt verwandeltes Eckballtor und ein Kopfballtor unseres ehemaligen Kopfballungeheuerts Marko Marin zu sehen. Dass es mittlerweile selbst bei Testspielen in Belgien Videobeweis gibt, war mir bisher nicht bewusst. Wenn man dann aber auch nach Videobeweis noch die falsche Entscheidung trifft, macht eben diesen sinnlos. Aber auch vorher waren die Entscheidungen des Schiris ein wenig unglücklich. So setzte sich ein Mechelen Spieler nach Provokation des Griechen mit der Hand am Hals des Gegners zu wehr und es gab nicht mal gelb.

Etwa zur 70. Minute machten wir uns dann aber auch wieder auf den Weg, um unsere Taschen wieder in Empfang zu nehmen und auch noch etwas zu Essen vor der Rückfahrt zu suchen. Ich erzähle ja grundsätzlich immer jedem, dass wenn er sein Fahrrad nicht anschließt, am nächsten Tag 2 dort stehen. Dass dieses Prinzip aber tatsächlich klappt, merkt man erst in Belgien. Plötzlich lag nämlich eine weitere Tasche eines Schalkers auf unseren Taschen. Da aber noch alles in den Taschen war, halb so wild und so ging es in die Stadt, wo noch ein kurzer Weg über die Kirmes gemacht und eine Portion Pommes verspeist wurde, bevor es zurück zum Bahnhof und zurück nach Gent ging.

Länderpunkt Belgien und für mich auch der 100. Ground, quasi doppeltes Jubiläum!