Babelsberg 03 – SC Freiburg 0:4, Sa. 20.08.16

Babelsberg im Pokal dabei und nicht am selben Tag wie Werder? Kann man mal machen! Für mich war dieses Spiel allerdings etwas ungewohnt, da der Gegner Sportclub Freiburg hieß und das gleichzeitig für mich bedeutete, nach mehreren Besuchen auf Heimseite des Karl-Liebknecht-Stadions heute mal den Gästeblock kennenzulernen. Bereits im Vorverkauf deckten ich mich wie auch etwa 800 Südbadener mit einer Karte fürs Spiel ein, so dass der Vormittag noch dazu genutzt werden konnte, ein paar Dinge zu Hause zu erledigen. Erst etwa 2 Stunden vor dem Spiel ging es dann mit der S-Bahn nach Potsdam. Dort angekommen erstmal etwas überrascht, dass auch NBU die selbe Bahn gewählt hatte. Diese wurden von der Polizei zunächst auf direktem Wege Richtung der Kreuzung gelotst, wo sich vor jedem Heimspiel jede Menge Babelsberger treffen. Fand ich etwas komisch die Taktik, die Babelsberger wohl auch nicht so gut. Als ich mich vor der Gruppe rund um NBU abseilte und zunächst Richtung Heimeingang ging, zogen sich jedenfalls mehrere Babelsberger Jacken über. Merkte dann wohl auch die Polizei und so wurde der Freiburger Haufen dann doch sofort links parallel zur Karl-Liebknecht-Straße geführt. Ich traf mich lieber noch mit ein paar Freiburgern direkt vorm Stadion. Etwa 45 Minuten vor Anpfiff ging es dann auch zum Einlass, da nach einer vorherigen Ansage, dass alle Taschen, Karabiner etc verboten wären, schwer einzuschätzen war, wie gründlich die Kontrollen sein würden. Ist natürlich auch klar, Babelsberg gegen Freiburg, Hochrisikospiel! Am Ende waren die Kontrollen dann doch sehr entspannt.

Im Stadion schon lange Schlangen vor den Getränke- und Essensständen, was sich leider auch während des Spiels nicht änderte. Teilweise warteten die Gäste 20 Minuten auf ihr Bier. Da helfen dann auch gegenüber der Bundesliga sehr faire Preise nicht. Der Block war für die Entfernung und dem Gegner ganz gut gefüllt. Insgesamt werden es vielleicht 1000 Freiburger gewesen sein, man merkte halt, dass es gleich kommende Woche in der Bundesliga schon wieder nach Berlin geht, nicht unbedingt ideal.

Die Stimmung zu Spielbeginn noch ein wenig verhalten, lag vielleicht auch am Spielverlauf. Babelsberg dominierte die ersten 15 Minuten nämlich quasi nach belieben, typisch erste Runde Pokal. Erst mit einem etwas glücklichen Elfmeter konnte dann die Führung der Gäste erzielt werden, was für deutlich bessere Stimmung im Gästeblock sorgte. Leider gab es teilweise doch recht große Lücken im Gästeblock und auch die Mitmachquote der normalen Zuschauer überzeugte nicht wirklich. Der aktive Teil zog dagegen sein Ding durch, gegen Ende wirkte es dann auch mal wie ein kleiner Rausch 😉 Während des Spiels war aber auch immer wieder die Heimseite zu hören, die zu Beginn mit erstaunlich hoher Mitmachquote ihr Team unterstützte und mit den Toren der Freiburger dann ein wenig auf Trotzreaktion umstellten und weiter gut abgingen. Allgemein ist die Stimmung auf beiden Seiten halt schwer zu beurteilen, beide Blocke bis auf kleinen Puffer direkt nebeneinander und kein Dach.

Während die Freiburger nach Abpfiff wohl teilweise nicht mal zum S-Bahnhof Babelsberg durften, ging es für mich direkt mit Abpfiff raus, da ich mich noch mit jemandem auf Heimseite auf ein Bier treffen wollte. Klappte dann auch super und ich konnte direkt die erste Querstraße durch die Absperrungen Richtung Heimseite gehen. Einzig negativer Punkt des Tages war dann, dass ich vor lauter Planung des Treffens nach Spiel meine Jacke am Wellenbrecher im Stadion hängen lassen habe, blöd gelaufen!

 

SV Babelsberg 03 – FC Carl Zeiss Jena 0:0, Fr. 20.11.15

Freitag Abendspiel und mit Carl Zeiss Jena ein interessanter Gegner mit Fanszene. Grund genug für mich, mal wieder Babelsberg 03 und dem netten Karl-Liebknecht-Stadion einen Besuch abzustatten. Rund um den Babelsberger S-Bahnhof dann auch gleich von einer Menge Polizisten begrüßt worden, man rechnete wohl mit großem Andrang oder besteht jetzt schon Terrorgefahr in Liga 4? Am Ende waren es dann leider nur knapp 3300 Zuschauer, die den Weg ins Stadion fanden. Wenn man bedenkt, dass Jena immerhin Tabellenführer ist, schon ein wenig ernüchternd. Vielleicht klingt ein Duell der beiden besten Defensivmannschaften der Liga dann doch nicht soooo verlockend.

Aber egal, vor dem Spiel hieß es auf Heimseite erstmal fleißig Spenden für die geplante Choreo sammeln. Bei dieser wurde mit Anpfiff an der vorderen zweier blau-weiß-blauer Stoffbahnen am vorderen Zaun (hier inkl. gebastelter Flutlichtmasten) und hinter dem Block ein Babelsberg 03 Logo hochgezogen und vom M-Block dazu passende blaue bzw weiße Folien hochgehalten. Nachdem die Folien weg waren, leuchtete der Block von Wunderkerzen erhellt. Nichts großes, aber sah schon ganz nett aus und kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Neben besagten Stoffbahnen hingen das schon bei vorherigen Spielen gezeigte „Keep on fighting Yuri“ Spruchband für einen israelischen Ultra und der „We love Cem!“-Banner für Trainer Cem Efe nach dessen klaren Worten bezüglich Rassismus im Anschluss an das Zwickau-Spiel, welcher schon in Halberstadt hing, vor dem N-Block. Während der ersten Halbzeit waren die Babelsberger außer bei einzelnen „Yalla SVB“ von meiner gegenüberliegenden Position eher seltener zu hören, auch optisch fiel man außer durch 2 bis 3 eher unregelmäßig aktiven Schwenkern kaum auf. Ende der ersten Hälfte erinnerte der M-Block mit einem „Antifa bleibt notwendig – In Gedenken an Silvio Meier“ Spruchband an den heute vor 23 Jahren am U-Bahnhof Samariterstraße in Berlin-Friedrichshain von einem Nazi ermordeten Silvio Meier. Die Jenenser im relativ gut beflaggten Gästeblock waren von meinem Standort im O-Block an der Ecke zur Haupttribüne deutlich öfter zu vernehmen. Hinter der Südkurven-Zaunfahne waren etwa 50 bis 60 Jungs und Mädels dauerhaft aktiv und wussten mit Schalparaden und ähnlichem zu überzeugen. Auch hier waren 2 bis 3 größere Schwenker allerdings wesentlich häufiger in Aktion. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es auf Babelsberger Seite eine zweite Choreo, bestehend aus einem kyrillischen Spruchband vor dem Block und mehreren an Doppelhaltern befestigten Konterfeis von Faschisten in Russland ermordeter Antifaschisten in Verbindung mit einem „Fascism kills“-Spruchband im Block (ein Infotext hierzu findet sich im Ultra Unfug zu diesem Spiel und bei amaranto). Akustisch und optisch änderte sich am Bild von Halbzeit 1 wenig, die beiden Babelsberger Vorsänger versuchten immer wieder, die Menge zu mehr Support zu animieren, was teilweise auch gelang.

Auf dem Platz war zunächst Jena spielangebend. Die Thüringer erarbeiteten sich immer wieder einzelne, wenn auch nicht zwingende, Torchancen. Babelsberg gelang mit einer seiner ersten Chancen in der 24. Minute ein Tor, welches allerdings wegen Abseits nicht gegeben wurde. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich ein ziemlich ausgeglichenes Spiel, bei welchem Babelsberg mit zunehmender Spielzeit immer besser wurde und sich in der zweiten Halbzeit mehrere Ecken und auch Torchancen erarbeitete. Ein Tor blieb trotz allem bis zum Schluss aus, was auch daran lag, dass wie in Halbzeit eins auf Babelsberger Seite, diesmal auf Jenenser Seite ein Tor aufgrund Abseitsstellung kurz vor Ende keine Anerkennung fand. Das Duell der beiden defensivstärksten Mannschaften endete am Ende also 0:0, war bei diesen Vorzeichen vielleicht auch nicht anders zu erwarten.

 Bilder gibt es hier: nurdersvw.de