TuS Makkabi Berlin – Füchse Berlin 6:3, So. 10.09.17

Schon vor Wochen kam die Ansage aus der Schweiz, dass man doch gemeinsam dieses Spiel machen könnte. Wie es dazu kam? Die Elf in grün und weiß sollte im Anschluss ihr Spiel im Olympiastadion austragen und da die Bahnverbindung eh eine frühe Ankunft in Berlin prophezeite und mir der Ground trotz langer Berlinzeit noch fehlte, wieso nicht?

Am Ende war der Organisator des gemeinsamen Spielbesuchs natürlich nicht dabei, dafür fand sich ein weiterer Werderisti, der mit Groundhopping in der Regel noch weniger anfangen kann als ich. Der Rest der Grün-Weißen meldete aufgrund zu langer Feierei den Abend vorher in Babelsberg die Ankunft an der Julius-Hirsch-Sportanlage erst für Mitte der ersten Hälfte. Also hieß es für uns ab Messe Süd und vorbei am Mommse den Weg selbst finden. Klappte nach einigem hin und her dann auch ohne Probleme, wobei der Ground schon sehr weit nach hinten versetzt gegenüber dem einzigen Weg der Schrebergartenanlage liegt. Mit den hohen Bäumen rund um den Platz ohne wirklichen Ausbau und den großen unmarkierten Sportfeldern auf dem Rest des Geländes hatte das Ganze etwas von Skandinavien. Sympathisch auf jeden Fall die Tafel mit Aufstellung neben dem Kassierer-Tisch, der erst mit unserer Ankunft aufbaute und so gab es zum Eintrittspreis mal wieder eine Kinokarte und immerhin ein farbiges Programmheft (allerdings wie vom heimischen Drucker).

Wir machten es uns bis zur Ankunft der anderen in einer der hinteren Ecken des Platzes quasi schon im Gebüsch hinter der Außenlinie gemütlich. Auf dem Weg dorthin noch kurz von den 3-4 mitgereisten Gästefans per Handschlag begrüßt worden, nette Menschen könnte man meinen. Waren sie dann leider doch nicht, fielen sie doch immer wieder mit Beleidigungen des Schiedsrichters aufgrund ihrer Meinung nach falscher Entscheidungen auf. Auch die Spieler des Heimteams, insbesondere der Torhüter, wurden immer wieder provoziert, hatten sich aber zum Glück im Griff, sehr unnötige Aktionen. Nicht so gut im Griff hatte sich bereits nach 12 Minuten ein Auswechselspieler, der so lange rumpöbelte, bis er in Richtung Kabine gebeten wurde. Auch noch nicht erlebt, nicht mal gespielt und schon darf man sich verabschieden. Ebenfalls früh verabschieden durfte sich der Keeper der Gäste. In der 24. Minute verschuldete er einen Elfer und sah dafür gelb. Nachdem der folgende Strafstoß verwandelt wurde, haute er verbunden mit dem ein oder anderen unschönen Wort den Ball noch einmal mit voller Wucht selbst ins Netz, was in der Konsequenz gelb-rot bedeutete. Den Rest des Spiels durfte er dadurch von hinterm Tor verfolgen, toller Typ.

Wie ihr merkt, hatte das Spiel so einige Highlights zu bieten. Dennoch zog es uns nach Ankunft der anderen (die die letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit draußen hinterm Zaun verbrachten, da sie unbedingt den Eintritt sparen wollten) so um die 65. Minute dann doch zum Auto und von dort in Richtung Olympiastadion. Am Ende hieß es in der Partie 6:3 für Makkabi und die Zuschauer erlebten in Halbzeit 2 sicher noch ein paar Highlights. Manchmal sind unterklassige Spiele dann doch für was gut.

Füchse Berlin – VfL Gummersbach 26:24, Mi. 11.11.15

Wie startet man am besten in die fünfte Jahreszeit? Richtig, mit einem Spielbesuch. Diesmal sollte es allerdings zum Handball gehen. Zufällig hatte ich per Facebook ein paar Tage vorher mitbekommen, dass mein Heimatverein, der VfL Gummersbach, an diesem Mittwoch in Berlin zu Gast sein sollte. Also nicht lange überlegt und Matze angeschlossen, der eh zu fast jedem Spiel der Füchse geht. Mein letztes Handballspiel liegt nun schon ein paar Jährchen zurück, der VfL spielte in der Kölnarena (mittlerweile Lanxess-Arena) gegen Magdeburg, ich wusste also nicht so recht, mit was ich rechnen sollte. Die Max-Schmeling-Halle kannte ich ja schon von den Fußball-Traditionsmasters letzten Januar, allerdings war sie damals wirklich gut gefüllt. Am heutigen Abend war der Großteil des Oberrangs mit schwarzen Vorhängen verdeckt, die 10.000 Gummersbacher feierten scheinbar lieber zu Hause den Karnevalsbeginn. Außer mir konnte ich in der ganzen Halle genau 3 andere VfL-Fans ausmachen, mit ein paar mehr hätte ich schon gerechnet. Da der Andrang auch auf Heimseite sehr gering war, konnten wir das Spiel trotz Stehplätzen im eigentlichen Gästeblock sitzend verbringen. Einzig durch ein paar Kleber der Flensburger Ultras war der Block allerdings als Gästeblock erkennbar.

Leider muss ich festhalten, dass sich der Handball die letzten Jahre wohl immer mehr zu einem Riesenevent entwickelt hat. Auf jedem Sitzplatz fanden sich die obligatorischen Klatschpappen, die auch rege Verwendung während des Spiels fanden. Die Heimmannschaft wurde mit Lichteffekten und Flammen vor Spielbeginn begrüßt und während der Pausen durften die örtlichen Cheerleaderinnen ihr Können zeigen. Ich merkte schnell, wieso ich normal zum Fußball gehe. Der Support des Heimanhangs klang am heutigen Abend passend zum Datum auch eher nach Karnevalszug und nervte schon nach 10 Minuten tierisch.

Auf dem Platz schlug sich der VfL zunächst erstaunlich gut und das Spiel gestaltete sich ausgeglichen. Mit zunehmender Spielzeit konnten sich dann die Füchse immer weiter absetzen, was in erster Linie am Füchsetorwart Petr Stochl lag, der so ziemlich jeden gefährlichen Ball hielt. Auch die Siebenmeter-Quote war richtig schlecht, so vergaben Raul Santos (2x) und Bult (1x) am Ende wohl entscheidende Siebenmeter. Gegen Ende des Spiels wurde der VfL dann noch einmal aktiver und kam zeitweise bis auf ein Tor ran. Man merkte den Zuschauern ihre Anspannung an, der zuvor sicher geglaubte Sieg des Heimteams geriet noch einmal in Gefahr. Schlussendlich konnte sich aber der Favorit aus Berlin mit 2 Toren Vorsprung durchsetzen. Wenn man bedenkt, dass man 3 Siebenmeter leichtfertig hergegeben hat, war heute deutlich mehr für das Gastteam möglich.

Alles in allem muss ich sagen, wenn man diesen ganzen Eventscheiß ausblendet, ist Handball schon ein netter Zeitvertreib und mit 13 Euro für den Steher auch durchaus bezahlbar. Nächstes Nicht-Fußball-Spiel werden dann wohl im Dezember oder Januar mal die Kölner Haie bei den Eisbären Berlin, irgendwie müssen ja Heimatgefühle in Berlin aufkommen. 😉