Babelsberg 03 – SC Freiburg 0:4, Sa. 20.08.16

Babelsberg im Pokal dabei und nicht am selben Tag wie Werder? Kann man mal machen! Für mich war dieses Spiel allerdings etwas ungewohnt, da der Gegner Sportclub Freiburg hieß und das gleichzeitig für mich bedeutete, nach mehreren Besuchen auf Heimseite des Karl-Liebknecht-Stadions heute mal den Gästeblock kennenzulernen. Bereits im Vorverkauf deckten ich mich wie auch etwa 800 Südbadener mit einer Karte fürs Spiel ein, so dass der Vormittag noch dazu genutzt werden konnte, ein paar Dinge zu Hause zu erledigen. Erst etwa 2 Stunden vor dem Spiel ging es dann mit der S-Bahn nach Potsdam. Dort angekommen erstmal etwas überrascht, dass auch NBU die selbe Bahn gewählt hatte. Diese wurden von der Polizei zunächst auf direktem Wege Richtung der Kreuzung gelotst, wo sich vor jedem Heimspiel jede Menge Babelsberger treffen. Fand ich etwas komisch die Taktik, die Babelsberger wohl auch nicht so gut. Als ich mich vor der Gruppe rund um NBU abseilte und zunächst Richtung Heimeingang ging, zogen sich jedenfalls mehrere Babelsberger Jacken über. Merkte dann wohl auch die Polizei und so wurde der Freiburger Haufen dann doch sofort links parallel zur Karl-Liebknecht-Straße geführt. Ich traf mich lieber noch mit ein paar Freiburgern direkt vorm Stadion. Etwa 45 Minuten vor Anpfiff ging es dann auch zum Einlass, da nach einer vorherigen Ansage, dass alle Taschen, Karabiner etc verboten wären, schwer einzuschätzen war, wie gründlich die Kontrollen sein würden. Ist natürlich auch klar, Babelsberg gegen Freiburg, Hochrisikospiel! Am Ende waren die Kontrollen dann doch sehr entspannt.

Im Stadion schon lange Schlangen vor den Getränke- und Essensständen, was sich leider auch während des Spiels nicht änderte. Teilweise warteten die Gäste 20 Minuten auf ihr Bier. Da helfen dann auch gegenüber der Bundesliga sehr faire Preise nicht. Der Block war für die Entfernung und dem Gegner ganz gut gefüllt. Insgesamt werden es vielleicht 1000 Freiburger gewesen sein, man merkte halt, dass es gleich kommende Woche in der Bundesliga schon wieder nach Berlin geht, nicht unbedingt ideal.

Die Stimmung zu Spielbeginn noch ein wenig verhalten, lag vielleicht auch am Spielverlauf. Babelsberg dominierte die ersten 15 Minuten nämlich quasi nach belieben, typisch erste Runde Pokal. Erst mit einem etwas glücklichen Elfmeter konnte dann die Führung der Gäste erzielt werden, was für deutlich bessere Stimmung im Gästeblock sorgte. Leider gab es teilweise doch recht große Lücken im Gästeblock und auch die Mitmachquote der normalen Zuschauer überzeugte nicht wirklich. Der aktive Teil zog dagegen sein Ding durch, gegen Ende wirkte es dann auch mal wie ein kleiner Rausch 😉 Während des Spiels war aber auch immer wieder die Heimseite zu hören, die zu Beginn mit erstaunlich hoher Mitmachquote ihr Team unterstützte und mit den Toren der Freiburger dann ein wenig auf Trotzreaktion umstellten und weiter gut abgingen. Allgemein ist die Stimmung auf beiden Seiten halt schwer zu beurteilen, beide Blocke bis auf kleinen Puffer direkt nebeneinander und kein Dach.

Während die Freiburger nach Abpfiff wohl teilweise nicht mal zum S-Bahnhof Babelsberg durften, ging es für mich direkt mit Abpfiff raus, da ich mich noch mit jemandem auf Heimseite auf ein Bier treffen wollte. Klappte dann auch super und ich konnte direkt die erste Querstraße durch die Absperrungen Richtung Heimseite gehen. Einzig negativer Punkt des Tages war dann, dass ich vor lauter Planung des Treffens nach Spiel meine Jacke am Wellenbrecher im Stadion hängen lassen habe, blöd gelaufen!

 

FC St. Pauli – Eintracht Braunschweig 0:2, Sa. 13.08.16

Nach zwei Pflichtspielen in unterklassigen Ligen hieß es nun auch wieder Profifußball. Zwar gönnen sich die Werderaner noch eine Woche Pause, aber immerhin in der hanseatischen Nachbarstadt wird schon gegen den Ball getreten. USP plante zum ersten Heimspiel der Saison eine Choreo mit braun-weißen Fahnen im gesamten Stadion, so dass dort schon früh mit dem Aufbau begonnen wurde. Für den Rest der Stadionbesucher galt es noch wahlweise die Ruhe des benachbarten Festplatz zu genießen  (ja, es ist Dom) oder sich im Viertel noch einmal zu stärken. An Ständen vor so ziemlich jedem Eingang des Millerntors konnten vor Anpfiff Shirts für 10€ gekauft werden, welche zur Deckung der Choreokosten gedacht waren. Ob dann wirklich alle Shirts verkauft wurden, bleibt in Anbetracht der Anzahl an Kartons fraglich. Mein Fall war das einfache braune Motiv auf weißem Shirt leider nicht. Natürlich konnte man aber auch einfach Bargeld bei den Jungs und Mädels direkt hinter der Kartenkontrolle spenden, was ich dann doch bevorzugte.

Im Stadion wurde zunächst bis Anpfiff der mittlere Teil der Südkurve direkt vor den Vorsängerpodesten freigehalten und kurz vor Anpfiff erstmal diejenigen im Stadion zurück begrüßt, die seit dem Spiel bei Lübeck mit einem Stadionverbot belegt waren und nun auf Bewährung wieder dabei sind. Insgesamt bestimmt 80 Leute, die endlich wieder rein dürfen. Willkommen zurück! Dass dann im Pokal kommende Woche der Gegner gleich wieder Lübeck heißt, birgt dann schon ein wenig Brisanz.

Mit Anpfiff gab es besagte Choreo. Hierzu wurden in allen Bereichen des Stadions kleine braun-weiße Schwenker verteilt, die zum Einlaufen der Mannschaft geschwenkt wurden. So aus dem Block ist die Wirkung immer schwer zu beurteilen, auf Bildern sah es aber zumindest so aus, als hätten alle mitgemacht. Mir fehlte da so ein bisschen eine Folie oder Spruchbänder zu, aber gut, war ok und sicher nicht wenig Arbeit. Das Spiel lief von Beginn an eher durchwachsen für die braun-weißen. War man in Stuttgart eine Woche zuvor noch die erste Halbzeit spielbestimmend, so zeigte man heute eher das Gesicht der zweiten Halbzeit aus Stuttgart, sprich viele Fehlpässe, schlechte Zuordnung und kaum herausgespielte Chancen. Die Gäste aus Braunschweig von Beginn an bissiger, wie es so schön heißt und so war auch der Führungstreffer wenig verwunderlich. In der zweiten Halbzeit das Team von Ewald Lienen dann etwas besser eingestellt, dennoch machte Braunschweig mit dem 2:0 auch den Endstand klar. Auch stimmungsmäßig war der Gästeblock das ganze Spiel über leider immer mal wieder zu hören. Die Südkurve wirkte nach obligatorischer kurzer Saisonbegrüßung durch die Vorsänger am Anfang sehr motiviert und in Kombination mit den immer wieder genutzten Choreoschwenkern laut und mit hoher Mitmachquote dabei, mit zunehmendem Spielverlauf verflachte das Ganze leider etwas und auch die Koordination zwischen den einzelnen Vorsängern klappte nicht immer zu 100%. Aber ist ja erst das erste Heimspiel der Saison, da geht noch mehr!

Nach dem Spiel gab es dann trotz anfänglichem strömenden Regen noch ein gemeinsames Grillen der Südkurve in der Nähe des Stadions, auf welches auch per Spruchband im Stadion aufmerksam gemacht wurde. Trotz des Wetters (immerhin war es später dann doch trocken) war das Grillen erstaunlich gut besucht und so konnte bei Wurst/Steak und Bier zu fairen Preisen das Spiel gemeinsam rekapituliert werden oder auch von Erlebnissen der Vorbereitung berichtet werden.

St. Pauli – gerne wieder!

Germania Schöneiche – Tennis Borussia Berlin 1:2, Fr. 12.08.16

Zweites Spiel der Saison, zweite Mal auswärts, zweiter Sieg für Tennis Borussia Berlin. Für TeBe sollte es heute nach Schöneiche gehen. Erreicht wurde der dortige Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportplatz (nicht zu verwechseln mit dem Sportpark gleichen Namens in Berlin) nach gemeinsamem Treffpunkt am Ostkreuz klassisch mit S-Bahn und Tram Nummer 88 (was gibt es schöneres?!). Nach kurzem Stop am örtlichen Edeka, welcher wohl den Umsatz einer Woche an nur einem Abend gemacht hat, führte der Weg vorbei an Tierarztpraxis und Wohnhäusern hin zum Sportplatz. Da die heimische Germania ob des Gastes aus Berlin mal eben einen Topspielzuschlag von 8 statt 6 Euro für den Vollzahler ausgerufen hatte, blieb der ein oder andere vor den Toren. Immerhin konnte erreicht werden, dass einem gewisser Teil der Zuschauer zum Normalpreis von 6€ (der im übrigen auch überall ausgeschrieben war, selbst direkt an der Kasse) Einlass gewährt wurde und auch der ermäßigte Tarif blieb vom Topspielzuschlag verschont. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack.

Der Sportplatz selbst ist sowohl von Laufbahn als auch 2 anderen Rasenplätzen umgeben, wobei einer davon sogar eine einreihige Sitzplatztribüne besitzt. „Unser“ Platz dagegen bot außer einem Geländer und ein paar Bierbänken keinerlei Komfort. Wir sind aber ja auch zum Fußball da. Neben den im Berliner Umland irgendwie dazugehörenden 3 Flutlichtmasten pro Seite fällt aber insbesondere der große Funkmast direkt neben dem Platz auf. Auch wenn ich ganz schlecht im Schätzen der Zuschauerzahlen bin, bleibt festzuhalten, dass etwa 90% Fans der Lila-weißen waren. Ansonsten noch ein paar Leute mit Union-Klamotten, wieso man sowas zu einem TeBe-Spiel anzieht, wissen die Personen wohl nur selbst. Support gab es auf Gastseite wie üblich nur ab und zu mal. Ansonsten blieben die vielleicht 100 Personen hinter der Party Army Fahne eher ruhig oder beschäftigten sich mit dem Konsum alkoholischer Getränke. Highlight war sicherlich die ältere Dame auf Heimseite, die allein (später mit Unterstützung einer jüngeren Dame) mit Tröte, Trommel und kleinem Megaphon immer mal wieder die Germania anfeuerte. Half dann aber doch nicht so viel. Dominierten die Lila-weißen die erste Halbzeit noch und gingen verdient mit 2:0 Führung in die Pause, so wurde es in Halbzeit 2 zumindest noch einmal spannend und Schöneiche kam immerhin auf 1:2 ran. Am Ende konnte bei regnerischen Bedingungen dann aber schlussendlich der zweite Saisonsieg für Tennis Borussia eingefahren werden. Leider zog sich die Feierei mit der Mannschaft dann nochmal so lange hin, dass die Tram uns genau vor der Nase weg fuhr. Blöd nur, wenn abends nur noch im 30-Minuten-Takt gefahren wird. So wurde sich die Zeit an der immerhin überdachten Haltestelle mit dem ein oder anderen Gesang, letzten alkoholischen Getränken und Gespräche vertrieben, bevor es mit der S-Bahn, ebenfalls laut singend, zurück nach Berlin ging. Gerne wieder!

CFC Hertha 06 – Tennis Borussia Berlin 0:3, So. 07.08.16

Auch wenn meine Bremer in der Bundesliga noch Sommerpause haben, andere Ligen spielen schon bzw. sollten an diesem Wochenende mit der Saison beginnen. Letzteres galt auch für die Jungs von Tennis Borussia, die am heutigen Sonntag ihr erstes Saisonspiel beim CFC Hertha auf dem Charlottenburger Sportplatz Sömmeringstraße austragen sollten. Bei blauem Himmel wurden die etwa 600 Zuschauer zunächst mal von den Wahlkampfleuten der SPD vor den Eingängen begrüßt, bevor es für 6€ ermäßigt in den Gästeblock ging. Die paar Naturstufen des Gästeblocks waren dann auch mit dem größten Teil der 600 Zuschauer gefüllt, so dass es sich supporttechnisch, wenn denn mal etwas zu hören war, sehr einseitig gestaltete. Ebenso einseitig war auch das Spiel. Gegen die sehr aggressiv aufspielende Heimmannschaft gelang trotz Überlegenheit aber erst Mitte der ersten Hälfte der Führungstreffer für die lila-weißen. In Halbzeit zwei konnte das Ganze noch bis zu einem 0:3 Endstand ausgebaut werden und die ersten 3 Punkte der Saison eingefahren werden. Einzig negativer Punkt ist eigentlich nur die Verpflegung vor Ort. Essens- und Getränkestand außerhalb des Stadions und die Wartezeit betrug teilweise 15 Minuten. Die Biertrinker nutzten deshalb des öfteren die Möglichkeit, ihren Durst am Stand der Heimseite zu stillen, wo der Andrang wohl deutlich weniger war. Essen dagegen gab es nur für Gäste, so muss das sein (allerdings auch keine klassische Wurst, neben Cevapcici waren noch mir nicht bekannte, kleine Fleischtaschen im Angebot, die mich ob des Verhältnisses Größe-Preis aber nicht wirklich vom Kauf überzeugen konnten).

Hertha BSC – Brøndby IF 1:0, Do. 28.07.16

Wenn dein zweitliebster Verein nur vier Stationen von deiner Wohnung spielt, kann der Tag nur gut werden. Natürlich bin ich nicht nach Charlottenburg gezogen, sondern Hertha sollte im Jahn-Sportpark, Heimspielstätte des BFC Dynamo, spielen. Grund dafür sind wohl in erster Linie die hohen Kosten eines nur halb vollen Olympiastadions. Der Jahn-Sportpark mit seinen knapp 20.000 Plätzen war dagegen schon Tage vor dem Spiel ausverkauft. Da es Gästeblockkarten nur vor Ort am Brøndby Stadion zu kaufen gab, blieb für mich nur noch ein Restticket Reihe 3 der Gegentribüne.

Nach den Gewalttaten der letzten Wochen hieß es auch im Vorfeld des heutigen Spiels verschärfte Sicherheitskontrollen. Am Ende war es dann etwa so, dass nicht mal meine Kameratasche kontrolliert wurde, also deutlich harmloser als jedes Ligaspiel. Könnte aber auch an den vielen Zuschauern bei nur 2 Eingängen gelegen haben. Vor dem Spiel meinten dann ein paar spätpubertäre Hertha Fans auch noch, die Busfahrerin der Dänen mit dummen Sprüchen beeindrucken zu müssen. Ich glaube ja, wäre sie ausgestiegen, der ein oder andere mit großer Klappe wäre schnell geflüchtet.

Etwa eine Stunde vor Anpfiff war es auf den Rängen noch gähnend leer, die Hertha Szene sammelte sich im Umlauf und auch der normale Zuschauer versorgte sich erstmal mit Bratwurst und Bier. Herthas Szene postierte sich am heutigen Abend auf der rechten Seite der überdachten Gegentribüne etwa in Block J. Die Gäste aus Brøndby bekamen den Bereich der unüberdachten Kurve rechts der Haupttribüne zugesprochen. Vor dem Spiel fand wohl auf Gästeseite ein gemeinsamer Marsch vom Alex zum Stadion statt, entsprechend blieb der Gästeblock auch bis 30 Minuten vor Anpfiff leer und wurde dann bis Anpfiff mit gelben und blauen Bändern verziert. Auch stimmungsmäßig legten die Gäste von Beginn an im dann komplett gefüllten Gästeblock gut los. Laute Gesänge, rythmisches Klatschen und insbesondere Fahneneinsatz mit jeder Menge gelb-blauer Fahnen im gesamten Gästeblock. Der Zaun wurde mit der großen Brøndbyernes IF-Zaunfahne und einzelnen Dänemark-Fahnen beflaggt. Die erwartete Pyroaktion zu Beginn entfiel und so entflammte erst in der zweiten Hälfte die erste Fackel, allerdings auf Heimseite. Hertha nach kaum Materialeinsatz in Halbzeit 2 etwas aktiver und mit etwa 10 Fackeln und „nur echt in blau weiß“ Fahne wenigstens einmal auf sich aufmerksam machend. Ansonsten war es auf Heimseite eine wirklich enttäuschende Leistung. Trotz Dach war kaum was zu hören, außer zwei mal gemeinsamem Singen und Klatschen kam da gar nichts. Schon bitter, wenn man in der eigenen Stadt vom Gegner 90 Minuten an die Wand gesungen wird. Brøndby Mitte der zweiten Hälfte dann auch noch mit großer Pyroaktion inklusive Böllern und Leuchtspur in den Himmel und in Richtung Platz. Ich halte von Leuchtspur ja nicht so viel, aber bei einem Abendspiel in einem Oldschool-Stadion mit Laufbahn und unüberdachter Kurve hat das schon was. Allein der Fans wegen hätte Brøndby jedenfalls mindestens einen Punkt in Berlin verdient. Nachdem aber Hertha nach anfänglich gutem Beginn der gelb-blauen mehr und mehr das Spiel in Halbzeit eins dominierte und folgerichtig per Fallrückzieher in Führung ging, half auch eine gute zweite Hälfte den Gästen nicht mehr zum Ausgleich. Mit einem 1:0 für Hertha ist aber für das Rückspiel in Brøndby noch alles offen, wobei wir ehrlich sein sollten: auch wenn Brøndby die letzten 15 Jahre fast jedes Jahr international gespielt hat, so geht doch Hertha als klarer Favorit ins Rückspiel, nicht nur wegen dem Hinspiel. Ich werde mir das Rückspiel wohl nur vor dem TV geben, meine üblichen Wege nach Kopenhagen werden wohl mit Herthanern überfüllt sein, dass es als Heimfan keinen Spaß machen würde.

Zuletzt nochmal eine Empfehlung, sich Brøndby ruhig mal auswärts zu geben!

Hader FCK!

TSG Neustrelitz – VfB Lübeck 0:1, Mi. 13.07.16

Mitte Juli, Zeit der Vorbereitung. Nachdem gestern die Saison für mich mit dem Testspiel meiner Bremer bei Altglienicke endlich los ging, war für heute zunächst gar nichts geplant. Ein kurzer Blick am Morgen bei Facebook und eine Nachfrage in Whatsapp später schnell ein Flixbus-Ticket gebucht und schon ging es mit dem Bus zu zweit durch tiefste brandenburgische Provinz ins mecklenburgische Neustrelitz. Hier sollte die TSG Neustrelitz, Regionalliga Nordost, den VfB Lübeck aus der Regionalliga Nord zum Testspiel laden. Für uns die Möglichkeit, unseren kommenden Gegner (Werder testet am Samstag beim VfB in Lübeck) etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Zunächst hieß es aber mal Verpflegung im örtlichen Supermarkt fassen und unsern dritten Mitreisenden am Bahnhof in Empfang nehmen. Zu dritt ging es dann auch durch Altstadt und Schlossgarten der Kur- und Residenzstadt, die sich bei DDR-Bürgern wohl regem Interesse erfreute. Kann man durchaus verstehen, wirklich nett anzusehen.

Nett anzusehen ist auch das mitten in der Natur gelegene Parkstadion Neustrelitz. Neben dem wohl recht neuen Gästeblock sah es zwar eher nach Hochwasserrückhaltebecken aus, die Gegengerade wusste aber mit viel Wald zu gefallen, einzig die Werbebanden wirkten dann doch ein wenig zu groß. Da die Wetterkarte Regen und Unwetter ankündigte und es auch nur auf der überdachten Haupttribüne richtige Eintrittskarten gab, wurden unermäßigte 10€ für den Einlass geopfert und dank weiterhin strahlendem Sonnenschein dann doch das ganze Spiel in der ersten Reihe auf ebenfalls blauen Sitzschalen verweilt, die allerdings auch zum Preis der Steher zu haben gewesen wären. Die Zeit bis Anpfiff wurde dann verquatscht und mit Hände schütteln mit dem „Mäzen“ von Neustrelitz, Pokemons suchen (NICHT) und Nahrungsaufnahme (Wurst 2,50€ ok, das Vollkorntoastbrot dazu aber eher nicht so toll) verbracht. Spielerisch war das Ganze dann auch eher so, wie man ein Testspiel erwartet. Noch relativ viele Testspiele, Abstimmung stimmte noch nicht immer, dennoch gab es auch ein paar ganz nette Spielzüge zu sehen, von denen der Gast aus Lübeck auch einen mit einem Tor erfolgreich zu Ende bringen konnte. Die Neustrelitzer in den letzten 15 Minuten noch das ein oder andere mal richtig gefährlich vorm gegnerischen Tor, von Erfolg war dies aber leider nicht gekrönt und so blieb es beim 0:1. Für Werder am Wochenende bleibt festzuhalten, dass bei heutiger Leistung der Lübecker ein Sieg der Werderisti möglich sein sollte. Neustrelitz wurde übrigens trotz des Testspielstatus von ein paar Personen mit großem (Residenzstadtszene) und kleinem (blau weißen) Schwenker + Trommel zumindest teilweise angefeuert.

Auch nach Abpfiff blieb es trocken und so konnte ganz entspannt der Weg in Richtung Bahnhof in Angriff genommen werden und nach knapp einstündiger RE-Fahrt hatten wir dann auch wieder Berliner Boden unter den Füßen!

Union Fürstenwalde – CFC Hertha 06 5:0, So. 12.06.16

Eigentlich war für heute ein Doppler geplant. Zunächst sollte noch Frankfurt/Oder gegen TeBe A-Jugend vorher mitgenommen werden, ein Stadion, in dem immerhin schon Werder im Europapokal gespielt hat. Da die Spiele der Oberliga und damit unser Hauptspiel aber eine Woche vorher von 15 auf 14 Uhr verlegt wurden, fiel das A-Jugend-Spiel flach und es ging direkt über Königs Wusterhausen und von da per Auto zum heutigen Spiel zwischen Union Fürstenwalde und CFC Hertha 06 im Friesenstadion. Nachdem Fürstenwalde bereits letzte Woche den Aufstieg in die Regionalliga Nordost (kommende Saison also Gegner wie Babelsberg) klar gemacht werden konnte, sollte es heute noch um die Meisterschaft der Oberliga Nordost Staffel Nord gehen. Aus Anlass der Feierlichkeiten zum Aufstieg wurde heute auf Eintrittskosten verzichtet. Auch das Wetter spielte bei Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad mit und so waren wir nicht alleine im weiten Rund. Gäste aus Berlin waren allerdings wie zu erwarten keine vor Ort, so dass der Gästeblock lediglich als Spielplatz der Jugend genutzt wurde. Das Stadion selbst besteht aus einer mit Sitzschalen ausgestatteten Haupttribüne vor dem Vereinsheim und Stehtribünen hinter den Toren und auf der Gegengeraden. Umgeben ist es von 3 anderen Plätzen und viel Wald.

Zu Beginn des Spiels wurden jede Menge Spieler verabschiedet, was sich aufgrund der gähnend langweiligen Geschichten des Stadionsprechers ziemlich hinzog. Als das Spiel dann endlich mit 5 Minuten Verspätung angepfiffen wurde, entwickelte sich zunächst ein recht ausgeglichenes Spiel. CFC Hertha immer wieder mit einzelnen Angriffen, die vom heimischen Favoriten aber sicher geklärt werden konnten. Je länger das Spiel dauerte, desto überlegener spielte aber das Heimteam auf und ging nach einigen vergebenen Großchancen dann auch mit 1:0 in Führung, was dann auch den Halbzeitstand bedeutete. Nach der Pause dann ein ähnliches Bild, Fürstenwalde zwar klar besser aber bis weitere Tore fielen, dauerte es dann doch ein wenig. Erst die letzten 10 Minuten fielen dann auch die Tore zum auf dem Papier deutlichen 5:0. Während wir auf die wunderschönen kotzgrünen Aufstiegsshirts verzichteten, blieben wir dann doch noch zumindest bis zur Pokalübergabe zur Staffelmeisterschaft.

Während es zum Spiel auch nichts mehr zu erzählen gibt, bleiben noch die Fans. Relativ bunt gemischtes Publikum mit vielen Deutschlandfans, wobei leider auch sehr komische gestalten dort anzutreffen waren, die mit Thor Steinar und anderen einschlägigen Bekleidungsmarken auffielen. Mein „Refugees welcome“-Armband wurde dann auch ausgiebig gemustert. Ansonsten aber viele Familien und allerhand Bundesligatrikots zu bestaunen. Selbst eine etwa dreiköpfige Ultragruppe mit entsprechender Zaunfahne und komischem etwas daneben (sah aus wie ein großer Frosch) war vor Ort, die mit ihrer Trommel aber auch nur vor Spielbeginn auffiel. Passte auch irgendwie nicht so recht ins Bild, waren die Beteiligten doch eher gehobenen Alters. Essen gab es auch in Form von Würstchen, Frikadellen und Steaks, wobei man auf letztere beide auch während des Spiels mehr als 5 Minuten warten musste. Dafür waren die Preise mit knapp über 2 Euro für Essen und Bier ok.

Alles in allem eine ordentliche Wochenendbeschäftigung, öfter wird es mich aber wohl nicht in die Gegend verschlagen. Außer alle paar Minuten vorbei fahrenden Traktoren gibt es dort halt auch nicht viel.

BSV Hürtürkel – Tennis Borussia Berlin 3:10, So. 05.06.16

Während andere Teile Deutschlands von Unwettern heimgesucht wurden (so wurde u.a. der letzte Tag des Rock am Ring-Festivals wegen starker Unwetter abgesagt), versprach die Wettervorhersage für Berlin Sonnenschein. Da sich meine Masterarbeit nun im Druck befindet, also nichts mehr änderbar ist, hieß es für mich nach langer Zeit mal wieder ganz entspannter Sonntag. Glücklicherweise gibt es ja auch fernab der Bundesliga noch Fußball und im Gegensatz zur ersten Spielklasse wurde am heutigen Sonntag teilweise sogar noch gespielt. Ich entschied mich für Tennis Borussia auswärts beim BSV Hürtürkel. Die TeBe Leute mal wieder sehen, nicht soweit weg und auch politisch ein wenig Brisanz, soll es doch auf Seiten des heutigen Heimvereins Kontakte zu den faschistischen grauen Wölfen geben (Sören berichtete vor dem Hinspiel in seinem Blog über Hintergründe). Sportlich war dagegen eher wenig zu erwarten. Hürtürkel mit einem Torverhältnis von -92 (!!!) abgeschlagen auf dem letzten Platz, ein paar Tore waren also zu erwarten. Bevor ich los bin brav mit Sonnencreme eingecremt, gucke ich danach aus dem Fenster: fängt es in Strömen an zu regnen. Gut, kann mal passieren, Wetterbericht sagt weiter Sonne und 20% Niederschlagsrisiko und auch Matze meldete aus Neukölln Sonnenschein. Also Jacke zu Hause lassen und los. Beim Umstieg von U-Bahn in den Bus dann der nächste richtige Schauer, tolle Sache, hätte ich die Jacke mal mitgenommen.

Mit Ankunft in Neukölln dann aber zunächst doch erstmal wieder trocken und für 5 Euro ermäßigt den Einlass gewährt bekommen. Da noch nicht allzu viel los war, erstmal das Verpflegungsangebot getestet. Currywurst und Fanta für zusammen 2,50€, Kaffee und Kuchen zusammen für 1,50€, ist halt keine Bundesliga, geil! Nach der beschriebenen Nahrungsaufnahme hieß es dann die mehrstufige Tribüne als einzigen Ausbau des Rasenplatzes auf dem Sportplatz am Hertzbergplatz zu entern, wenig spektakulär. Aufgrund des grauen Himmels wurde sich unter den einzigen Bäumen postiert, so dass wenigstens ein wenig Regenschutz gegeben war.

Das Spiel begann mit viel Ballbesitz und Drang zum Tor durch die Außenseiter von Hürtürkel. Hielt dann aber auch nur drei Minuten an, bis die lila-weißen aufwachten und fortan das Spiel dominierten. Auf Heimseite klappte in der Folge nichts mehr und Tennis Borussia kam schnell zu Torchancen. Auf zwei schnelle Tore der Gäste folgte das erste Highlight. Bereits nach 9 Spielminuten hieß es „Bier ist alle“. Schnell wurde improvisiert und ein Kasten organisiert. Hielt natürlich nicht lange und so musste ab dann auf alkoholfreie Getränke umgeschwenkt werden. Auf dem Feld weiter nur TeBe in Ballbesitz. Nach knapp 15 Minuten musste Tebe dann allerdings schon verletzungsbedingt wechseln, was etwa 10 Minuten später das nächste Highlight zur Folge hatte. Das Spiel wurde unterbrochen, damit der Rettungswagen zum Verletzten auf die andere Seite des Rasens fahren kann. Habe ich so auch noch nicht erlebt. Noch nicht erlebt hat der Rettungswagenfahrer wohl auch ihm zujubelende Zuschauer, er konnte sich ein Grinsen jedenfalls nicht verkneifen. Nachspielzeit in Halbzeit eins dann ob der Unterbrechung natürlich auch locker 5 Minuten. Nachdem sich zwischendurch immer mal wieder blauer Himmel und die Sonne zeigten, wurde es anschließend mal wieder feucht. Wenn man aber Ziele vor Augen hat, ist das alles kein Problem. Die Ziele waren in diesem Falle:

1. Huke sollte noch in den Kampf um die Torjägerkanone eingreifen, klappte mit 7 Toren durch ihn ganz gut. Wenn man bedenkt, wie oft er Chancen vergeben hat oder uneigennützig an den besser stehenden Nebenmann abgegeben hat, war da noch mehr drin.

2. Das Torverhältnis von Hürtürkel sollte auf -100 gesetzt werden. Klappte mit dem 0:8 zur 70. Minute ebenfalls und wurde entsprechend bejubelt. Leider stellte man sich in der Folge eher blöd an oder hatte nicht mehr so richtig Lust. TeBe machte nämlich bis Abpfiff nur noch 2 Tore, Hürtürkel dagegen 3. Endstand also 3:10 und somit bleibt es bei -99, schade aber auch!

Alles in allem ein sehr lustiges Spiel mit netten Gesprächen und vielen Toren, gerne wieder! Nächstes Mal nehme ich aber meine Jacke mit!

VfL Wolfsburg U23 – SSV Jahn Regensburg 1:0, Mi. 25.05.16

Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga in meinem Arbeitsort? Kann man mal machen. Hier sollte heute das Spiel des Nachwuchses des VfL Wolfsburg, Meister der Regionalliga Nord, gegen denjenigen aus dem Süden, den SSV Jahn Regensburg, stattfinden. Im AOK-Stadion hinter der Volkswagen-Arena war ich diese Saison ja schon mit den Werder-Frauen im Ligaspiel gegen die Mannschaft der Wolfsburger. Damals nicht so erfolgreich, war heute wenigstens die Hoffnung auf eine Niederlage der Wolfsburger da. Von der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga ist eigentlich noch weniger zu halten als von den Relegationsspielen 1. Bundesliga gegen 2. Bundesliga und 2. Bundesliga gegen 3. Liga. Dennoch geht es natürlich für die Teilnehmer um viel. Während Wolfsburgs Jugend wohl nicht zwingend auf einen Aufstieg angewiesen ist, geht es um Jahn Regensburg um den möglichst schnellen Wiederaufstieg nach dem Abstieg in Liga 4 nach der letzten Saison.

Da der Andrang beim heutigen Spiel wirklich schwer abzuschätzen war, Sitzer waren bereits vorab ausverkauft und die Wolfsburger Ultraszene mobiliserte auch zum Spielbesuch, ging es mit einem Kollegen nach kurzer Nahrungsaufnahme etwa 60 bis 70 Minuten vor Anpfiff in Richtung Stadion. Hier zwar rund um Allerwiesen und Stadion für ein Spiel unter der Woche erstaunlich viel los, Karten gab es dennoch noch reichlich für faire 5 Euro, allerdings nur auf der Hintertortribüne des Heimbereichs. Einlass trotz Tasche mit Arbeitsunterlagen total entspannt, Bier gab es dennoch nur alkoholfrei, welchen Sinn sowas auch immer hat. Also ohne Getränke in den 40 Minuten vor Anpfiff noch ziemlich leeren Block, der sich bis Anpfiff allerdings gut füllte und auch die Sitz-Haupttribüne und die Steh-Gegentribüne waren gut gefüllt. Während um uns rum im linken Teil der Hintertortribüne eher Normalos mit Wolfsburg Schal standen, postierte sich die aktive Szene ziemlich zentral im Block. Zu hören waren sie aufgrund der Nähe und des Dachs direkt über dem Block ziemlich laut, neben viel Pöbelei gegen Südvereine aber auch nur ziemlich peinliche Lieder, die die Liebe zum Verein ausdrücken sollen. Wie man so einen Verein lieben kann, verstehen wohl die wenigsten. Optisch gab es noch 3 große Schwenker. Nichts berauschendes aber doch mehr als erwartet. Lustig war dann noch ein Mädel vor mir, dass auf meine Aussage gegenüber meinem Kollegen, dass Regensburg ja viel mehr Tradition hätte und cooler wäre, nur gehässig „dann geh doch rüber“ meinte. So sehr mag ich dann Regensburg auch nicht, wobei auf Gästeseite neben etwa 400 Bayern auch ein paar Freunde aus Stuttgart waren. Ich selbst hatte mit Regensburg aber bisher bis auf paar Gespräche bei Kickers-Spielen nie etwas zu tun. Die Gäste mit gut beflaggtem Zaun und zu Beginn des Spiels mit nettem Intro. Im Block jede Menge große rot-weiße Fahnen, dazu rote Wurfrollen, sah echt gut aus. Auch sonst boten die Gäste sowohl optisch und akustisch eine gute Show. Quasi durchgehend gesungen und in Bewegung, waren sie auch gegenüber regelmäßig zu hören.

Spielerisch war das ganze dann eher nicht so das Wahre. Regensburg zu Beginn die bessere Mannschaft, mit zunehmender Spielzeit offenbarten sich aber immer mehr schwächen in der Abwehr, die die Heimelf aber kaum nutzen konnte. Nach Foul der Regensburger forderte die halbe Tribüne Freistoß, der Schiri ließ dagegen Vorteil laufen, aus dem sich dann der einzige Treffer des Spiels ergab. Also ich hätte ja Freistoß gepfiffen. Ansonsten immer wieder Unterbrechungen, Regensburg sehr kämpferisch, aber auch oft unsportlich. Half alles nichts, am Ende blieb es beim 1:0 der jungen Wolfsburger. Mal sehen, was das Rückspiel am Sonntag so bringt und ob Wolfsburg auch so viele Fans mitbringt wie Regensburg heute 😀

VfB Oldenburg – SV Meppen 3:0, Sa. 21.05.16

Bundesliga vorbei. Manch einer würde sich freuen, endlich wieder freie Wochenenden für sich zu haben. Ich habe mich dagegen unter der Woche von Thorsten überreden lassen, auch ohne Bundesliga noch ein Spiel diese Saison mitzunehmen. Derby zwischen Oldenburg und Meppen, wollte ich eh schon immer mal hin, passt.

Nach bis Bremen völlig unspektakulärter Hinfahrt ging es ab dort noch eine Station im komplett überfüllten IC weiter nach Oldenburg. Aufgrund der großen Menge zusteigender Fahrgäste und Baustelle verzögerte sich die Ankunft etwas, so dass wir erst kurz nach den Meppener Gästen ankamen, die für den heutigen Tag zum gemeinsamen Treffpunkt am Oldenburger Bahnhof mobilisierten. Von dort ging es für etwa 250 Meppener mit reichlich Polizeibegleitung zu Fuß in Richtung Marschweg-Stadion. Für uns hieß es dagegen noch eine kleine Stadtrundfahrt machen und Tasche weg bringen. Da der Anstoß näher rückte, konnten wir dankenswerter Weise auf persönlichen Shuttle-Service bis fast vors Stadion zurückgreifen, danke dafür! Am Ende waren wir dann doch 20 Minuten vor Anpfiff am Stadion und da die Karten bereits unter der Woche gekauft wurden, auch relativ schnell im Stadion.

Den Deal, Thorsten zahlt Karten, ich das Bier, ausnutzend, ging es dann auch direkt Richtung Bierstand. 2,40€ + 10 Cent Pfand (Pfand auf Einweg-Plastikbecher?! Sachen gibt’s) sind durchaus fair, in Liga 1 zahlt man schließlich fast das Doppelte. Trotz Veltins mundete das Bier dann bei angenehmen 18 bis 20°C und Sonnenschein doch ganz gut. Mit Bier und Wurst bewaffnet ging es weiter in Richtung Block. Thorsten hatte mir ja vorab einen komplett leeren Block neben dem Gästeblock mit nur uns beiden versprochen (das Onlineticketing meldete wohl den Abend vorher nur 2 verkaufte Karten im entsprechenden Block). Konnte dann doch nicht ganz gehalten werden, was aber eher positiv ist. Der Block ganz rechts auf der von einem großen Segel überdachten Haupttribüne direkt neben der Kurve mit Gästeblock war durch ein einfaches Absperrband in einen kleinen Teil Meppen Sitzblock und Oldenburger Block aufgeteilt. Da die Sympathien bei diesem Spiel vorab natürlich klar verteilt sind, wurde sich entsprechend auch der Platz im Oldenburger Bereich gesichert. Diejenigen neben uns wirkten auf den ersten Blick wie das typische Hopperpublikum, stellten sich am Ende aber eher als sportliche Oldenburger Fraktion heraus. Die aktive Oldenburger Szene dagegen hat ihren Platz auf der gegenüberliegenden, unüberdachten Stehtribüne. Hinter einem großen, nett anzusehenden, VfB Oldenburg Banner war dann für ein Derby doch irgendwie verdammt wenig zu sehen und hören. Kaum Material und auch akustisch kam nicht so viel. Da hatte ich mir doch mehr erwartet. Erst beim Derbysieger-Gesang, mit dem wir dem Ergebnis schon einmal vorausgreifen, wurde es etwas lauter. Etwas mehr hatte ich mir auch von den Meppenern erwartet. Der kleine Teil der Gästekurve war zwar gut gefüllt und zu Beginn auch ordentlich Material im Einsatz, außer bei homophoben Gesängen war es dann aber auch nicht so richtig laut. Besagte Gäste fielen immer wieder mit „Lutscher“- und „Warum seid ihr Fotzen so leise?“-Gesängen in Richtung Oldenburger Block auf. Ebenso die zwei gezeigten Spruchbänder im Gästeblock. In Halbzeit eins wies man mit einem „http://feinde-nicht-erwaehnenswert.tumblr.com“-Spruchband auf einen Fotoaccount hin, auf dem alle möglichen Aktionen gegen Meppen dokumentiert sind. Ob es sich dabei um einen Oldenburger Account handelt oder die Meppener die Antipathie ihrer Gegner so sehr genießen, dass sie alle Infos sammeln, ist nicht sofort ersichtlich. In Halbzeit zwei dann mal wieder ein homophobes Spruchband mit dem Inhalt „Wir sind Bauern? Ihr seid Village People!“. Fand ich trotz allem ja eher lustig als provozierend und würde mich als Oldenburger eher stolz machen. Das Spiel selbst endete nach 0:0 Halbzeitstand 3:0. Klingt besser, als es war, dennoch ein schöner Derbysieg.

Absolutes Highlight aber sicher das Auftreten der Polizei. Gegen Ende der ersten Halbzeit klettern mehrere Meppener auf den Zaun und verharren da sicher 5 Minuten. Aus Langeweile klettert der eine dann immer weiter runter und steht schließlich auf der Laufbahn, gefühlt 2 Minuten. Jeder merkt seit Minuten, was gleich passieren wird, die Polizei und auch die Ordner stehen dagegen seelenruhig rum bzw sitzen faul auf der Tribüne. Nebenbei sollte man vielleicht erwähnen, dass im Meppener Sitzbereich (richtig, dem Bereich hinter dem Absperrband) dauerhaft 3 Meppener SKB saßen, deren Zahl in Halbzeit 2 sogar auf 8 anwuchs. Auch von denen jedenfalls null Reaktion. Wie nicht anders zu erwarten, machte der Meppener auf der Laufbahn sich dann jedenfalls auf in Richtung Heimbereich und wurde dort auch von jetzt ebenfalls über den Zaun kletternden Oldenburgern empfangen. Die vorher seelenruhig rumsitzende BFE in unserem Block daraufhin in totaler Panik Richtung Spielfeld laufend und sich am vermummen. War ja so unvorhersehbar, was passiert. Für den Meppener hieß es nach verlorenem kurzen Fight gegen die Oldenburger dann auch Niederlage gegen Ordner und BFE und so durfte er sich anschließend unter Fahnenstangenhagel und sonstigen Gegenständen aus dem Gästeblock auf die Polizei vor eben diesem fixieren und abführen lassen. Da fragt sich unsereins natürlich schon, wofür solche Polizeieinsätze von unseren Steuergeldern gezahlt werden, wenn die entsprechenden Beamten dann lieber im Block quatschen und essen (SKB) oder Fußball gucken, am Handy rumspielen bzw. Toiletten prüfen, nachdem man drauf war, ob man auch abgezogen und nichts dreckig gemacht hat(BFE) statt bei solch vorhersehbaren Aktionen früher einzugreifen. Aber egal, so hatten wir wenigstens unser Highlight.

Nach dem Spiel ging es dann noch Gyrosteller essen und dem am Wochenende stattfindenden Oldenburger Bierfest einen Besuch abstatten. Die Auswahl war dann doch ziemlich enttäuschend und unsere Wahl als letztes Bier des Tages mit einem niederländischen Starkbier mit 10,x er Alkoholgehalt geschmacklich auch eher unglücklich. Anschließend zum Bahnhof und mit diesmal leerem IC bis Hannover, wo dann leider einer der zwei Zugteile des ICE weiter nach Berlin schon endete und die Fahrt mit nur einem Zugteil entsprechend stressig aufgrund vieler stehender Fahrgäste war, Glanzleistung liebe deutsche Bahn!

Bilder gibt es hier: nurdersvw.de