Türkspor Augsburg – SC Fürstenfeldbruck 0:0, So. 08.11.15

Nach Duisburg ist vor Augsburg. Wie schon im Beitrag zum Duisburg-Spiel beschrieben, führten die Sparpreise der Bahn und mein weiterhin verzögerter Beginn der Masterarbeit dazu, dass ich mich relativ spontan entschloss, trotz der ekligen Anstoßzeit von Sonntag 17:30 doch mal wieder nach Augsburg zu fahren. Die letzten Fahrten hier hin waren ja aus Werder-Sicht eher suboptimal gelaufen und so konnte unser grün-weißer Sportverein bisher noch nie in Augsburg gewinnen. Dank Gratisreservierung über die ÖBB konnten die 7 Stunden Anfahrtsweg entspannt mit Buch und Musik verbracht werden.

Am Augsburger Hauptbahnhof mit Matze getroffen, der mal wieder den noch ein paar Euro günstigeren Weg per Fernbus gewählt hatte, um zu erfahren, dass es vor dem FCA-Spiel noch die Möglichkeit gäbe, ein Spiel der Landesliga Bayern, Staffel Südwest mitzunehmen. Eigentlich mache ich mir ja wenig aus unterklassigen Spielen, bei denen mich keine der beiden Mannschaften interessiert. Da es aber noch über 3 Stunden bis Anpfiff sein sollten und der ein oder andere Bremer sich bei dem Kick angekündigt hatte, machten wir uns dann doch auf den Weg.

Der Eintritt gestaltete sich für uns kostenneutral, da ausgerechnet als wir ankamen, die Spieler des Kicks auf dem Nachbarplatz (noch ein paar Ligen tiefer) aus ihren Umkleiden auf dem Gelände des Stadions Haunstetten, Spielort unserer heutigen Toppartie zwischen Türkspor Augsburg und SC Fürstenfeldbruck, kamen. Das Stadion Haunstetten ist ein wunderschönes altes Stadion mit einem Fassungsvermögen von knapp 10.000 Zuschauern und einer überdachten Sitzplatztribüne und einer unüberdachten Stehplatz-Gegengeraden. Besonders auffällig ist die Bahn rund um den Rasen. Wo sich sonst meist Leichtathletik-Laufbahnen befinden, gibt’s hier eine Speedway-Bahn und ich muss gestehen, ein Speedway-Rennen hätte mich deutlich mehr gereizt als ein Landesligakick. Da wir erst zur Halbzeit kamen, verabschiedeten sich die ersten Bremer schon wieder, auf der Tribüne konnten wir dennoch u.a. Schnitzer-Stefan antreffen, der uns vom 0:0-Zwischenstand berichten konnte, wir hatten quasi nichts verpasst. Verpasst hätte man auch durch Fernbleiben in Halbzeit 2 nicht viel. Das Spiel war wirklich richtig schlecht. Taktik bedeutet hier, mit 5 Mann gleichzeitig auf den Ball zu zurennen, da finde ich selbst U17-Bundesliga taktisch anspruchsvoller. Wie nicht anders zu erwarten, blieb es am Ende auch beim 0:0 und außer eines Platzverweises gab es für uns nicht so viel zu sehen. Das spannendste war da schon, dass die 2 Kassierer während der zweiten Halbzeit immer wieder umherliefen, um auch dem letzten der 110 gezählten Zuschauer seine 7€ Eintritt abzuknöpfen. War uns für eine Halbzeit Grottenkick dann doch zu viel und so galt es für uns, 45 Minuten den Kassierern aus dem Weg zu gehen, was dann auch gut klappte, indem wir einfach immer entgegen deren Laufrichtung liefen.

Abpfiff, Spiel und neuen Ground abhaken und weiter rüber zur WWK Arena und dem Spiel FC Augsburg – Werder Bremen.

MSV Duisburg – SC Freiburg 1:1, Sa. 07.11.15

Die heutige Fahrt nach Duisburg war schon ziemlich lange geplant. Einerseits fehlte mir das Stadion noch und andererseits hatte mich der ein oder andere Freiburger in Leipzig eingeladen, gerne auch mal wieder zu einem Spiel zu kommen, wo was mehr Leute dabei sind als unter der Woche in Leipzig. Da ich mir gleichzeitig am ersten Tag der 19€-Tickets der Bahn, den Tag nach dem Pokalspiel gegen Köln, um kurz nach Mitternacht am Automat im Bremer Hbf eine Fahrt für 28,50€ komplett fürs Duisburg-Spiel und die Fahrt nach Augsburg einen Tag später sichern konnte, perfekte Voraussetzungen.

Die Samstagsspiele der zweiten Liga beginnen ja leider schon um 13 Uhr, entsprechend hieß es 6:25 mit Freiburgern und 1 x Ahlawy am Berliner Hauptbahnhof zu treffen, viel zu früh. Waren bei Ankunft in Duisburg noch kaum Fußballfans zu sehen, war die S-Bahn zum Stadion dann mit bestimmt 20 Freiburgern voll. Der Weg zum Stadion gestaltete sich dann etwas kompliziert. Keiner wusste so recht den Weg und die Beschreibungen der Mitarbeiter an den Kassenhäuschen waren sehr ungenau. Nachdem wir uns erst durch geschlossene Tore zwängten (siehe Bild unten), mussten wir dann feststellen, dass das zweite Tor leider nicht mehr so leicht zu passieren war, obwohl man durch die Stangen schon den Gästebereich sehen konnte. Schlussendlich mussten wir dann doch einmal komplett um den See der Wakeboarding-Anlage laufen, scheint wohl Absicht zu sein um den Gegner zu schwächen. Hoffentlich muss man hier nicht öfter hin. Auf dem Weg zwischen S-Bahn und Stadion dann auch direkt die ersten Thor-Steinar-Träger getroffen. Die ganzen Berichte rund um Nazis in der MSV-Fanszene (z.B. in der Gruppe Toastbrot) lassen sich hier also direkt live erleben.

Am Stadion dann noch schnell einen Steher gekauft und nachdem die Gruppen schon drinnen waren, ebenfalls reingegangen. Der Weg in den Gästeblock erinnert mich ein wenig an Gelsenkirchen. Auch hier geht’s erst durch einen dunklen Tunnel. Das Stadion selbst unterscheidet sich optisch kaum gegenüber den heutigen 0815-Stadien, im Gästeblock in der Ecke der Hintertortribüne fühlt man sich aber eigentlich doch ganz wohl. Einzig die aus Gelsenkirchen oder Mönchengladbach bekannten Plexiglasscheiben nerven ein wenig und durch den relativ flachen Block ist die Sicht hinter Zaunfahnen teilweise etwas eingeschränkt. Die Zeit bis Anpfiff dann noch mit vielen netten Gesprächen verbracht. Einzig die dauerhaften Fragen, wieso ich denn nicht in der Heimat pennen und am nächsten Tag von Köln nach Augsburg fahren würde statt vorher nochmal nach Berlin, nervten ein wenig. 😉

Das Spiel verlief der Tabellensituation entsprechend (Freiburg ganz vorne, Duisburg ganz hinten dabei) in Halbzeit eins ziemlich einseitig. Die meisten Situationen spielten sich vor dem Duisburger Tor ab, so richtig zwingende Chancen konnte sich der Sportclub aber leider nicht herausspielen. Wie das bei solchen Spielen dann nunmal ist, kommt der MSV gefühlt einmal vors Freiburger Tor und es steht 1:0. Selten ein so unnötiges Gegentor erlebt. Auch in Halbzeit zwei war der Sportclub das deutlich bessere Team und konnte mehrere Chancen herausspielen, am Ende reichte es trotz Überzahl (ein Wunder, dass es nur einmal gelb-rot für Duisburg gab, gefühlt hatte zum Schluss jeder Duisburger gelb) nur zu einem Tor und so endete das Spiel 1:1. Klar war deutlich mehr drin, aber wenn man aufsteigen will, zählt es in erster Linie mal konstant zu punkten und das geht halt auch mit einem Unentschieden, also abhaken das ganze!

Im Block war die Stimmung im Vergleich zu Leipzig unabhängig vom teilweisen Protest in Leipzig super. Die Lieder wurden ziemlich laut mitgesungen und auch Mitmachquote und Fahneneinsatz stimmte. Nachdem ich mir in Leipzig noch etwas schwer tat, was die Texte angeht, kam ich diesmal trotz großer Bandbreite an Liedern gut mit und ich muss zugeben, dass mir manche Lieder doch wirklich gut gefallen. War also sicher nicht das letzte Mal, dass ich ein Spiel der Breisgauer besucht habe.

Auf Heimseite gab es zu Beginn eine Choreo für die Stadionverbotler. Hierzu wurden Doppelhalter mit Trikotmotiv und Namen der SVler hochgehalten und ein „Immer alles geben“-Spruchband gezeigt, was anschließend zu einem „Sektion Stadionverbot – Im Herzen immer bei uns“ wechselte. Ein weiteres Spruchband warb für den gemeinsamen Kampf von Fans und Mannschaft gegen einen möglichen Abstieg „Ihr auf dem Rasen, wir auf den Rängen, zusammen das Abstiegsgespenst besiegen“. Akustisch war von Heimseite außer beim Tor und kurz vor Abpfiff beim gemeinsamen Klatschen nichts zu hören.

Nach ewig langer Verabschiedung von den Freiburgern ging es dann mit den Berlinern noch Döner essen und ein paar Getränke für die Rückfahrt kaufen. Normal bin ich ja nicht so der Freund von Alkohol auf Fußballtouren, aber das Kölsch im Kiosk am Hbf sorgte bei mir für Heimatgefühle. Die Rückfahrt wurde dann mit Bier und vielen netten Gesprächen am 4er-Tisch des ICE verbracht, auch wenn sich bei unserem Ägypter immer wieder der fehlende Schlaf bemerkbar machte.

Auf ein baldiges Wiedersehen mit dem Sportclub und den lieben und netten Menschen dort, danke für die Gastfreundschaft!

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Tennis Borussia Berlin – Hertha 03 Zehlendorf 1:1, Fr. 30.10.15

Nachdem das Spiel gegen Altlüdersdorf vor 2 Wochen aufgrund des Wetters wortwörtlich ins Wasser fiel und abgesagt wurde, sollte es diesmal tatsächlich mit meiner Heimpremiere in der NOFV Oberliga Nord klappen. Matze hatte mich vorab gefragt, ob ich nicht Lust auf das Spiel hätte und da Werder erst Samstag spielt, fiel die Entscheidung nicht sonderlich schwer.

Wie schon am Mittwoch im DFB-Pokal hieß es auch an diesem Freitag Abend Flutlichtspiel. So langsam habe ich mich an die Atmosphäre gewöhnt, mal sehen wie das morgen mit einem Spiel am hellichten Tag (ok, um 17:15 wird’s ja schon dunkel) wird. Im Stadion macht sich sofort der Aufstieg vor der Saison bemerkbar. Die Karte ist um einen ganzen Euro teurer geworden und neben den Essens- und Getränkeständen neben dem Eingang, im Innenraum und dem Getränkestand am Heimblock gibt es zusätzlich einen Getränkestand neben Toilette und Anzeigetafel und vor der Haupttribüne. Wie soll das dann erst in der kommenden Saison noch eine Liga höher werden?!  😉

Positiv überrascht war ich persönlich über die Anzahl an Zuschauern. Der Stehbereich vor der Haupttribüne war voll und auch die Haupttribüne selbst war gut gefüllt. Sowas kannte ich von meinen bisgerigen Spielen hier noch nicht. Könnte natürlich auch daran liegen, dass es sich beim heutigen Spiel tatsächlich um ein Topspiel handelte, immerhin spielte der Erste (TeBe) gegen den Zweiten (Hertha Zehlendorf). Von der Haupttribüne ließ sich auch das Spiel ganz gut genießen. TeBe kombinierte bis zum gegnerischen 16er recht vielversprechend, wirklich kreativ und gefährlich wurde es ab da allerdings nicht. Auch die in rot-blau eher an Unterhaching (ja, genau die, die den Leipziger Verein rausgeworfen haben, sorry, aber das musste einfach noch mal sein) erinnernden Zehlendorfer kamen ab und an vors gegnerische Tor, man kann also wohl von einer ausgeglichenen Partie sprechen. In der 32. Minute nutzte Matt auf Heimseite die fehlende Zuordnung bei Hertha aus und flankte auf Huke, der zum 1:0 für TeBe versenken konnte. Leider hielt die Führung nicht lange und Gakpeto konnte in der 38. Minute ausgleichen, womit es auch in die Halbzeit ging. In Halbzeit 2 blieb das Spiel zunächst sehr ausgeglichen, beide Teams kombinierten ansehnlich, wirklich gute Chancen gab es aber kaum. Erst die letzte 15 Minuten drückte TeBe immer mehr, konnte aber auch die Überzahl nach Foul von Ryberg ab der 85. Minute nicht mehr nutzen. Zwar schien der Schiri zunächst so lange weiterspielen lassen zu wollen, bis TeBe ein Tor macht aber der Spitzenreiter schien am Ende mit dem Punkt doch zufrieden. Am Ende verteidigte man damit die Tabellenführung, nicht mehr und nicht weniger.

Stimmungsmäßig gibt es eigentlich nicht soooo viel zu berichten, die Heimseite stimmte von Zeit zu Zeit das ein oder andere Lied an und war dabei auch auf der gegenüberliegenden Haupttribüne gut zu hören. Optisch war außer den zahlreichen Zaunfahnen allerdings nicht zu sehen, was nicht weiter verwundert, gibt es doch bei TeBe allgemein eher weniger Materialeinsatz in Form von Fahnen o.ä.

FC Nordsjælland – Aarhus GF 2:0, So. 27.09.15

Wie schon im Derbybeitrag erwähnt, ging es mit den Aachenern per Auto nach Farum. Dort spielt der FC Nordsjælland, der, wie auch der FCK, ein typisch dänisches Tier im Vereinswappen hat, einen Tiger. Dank Presseausweis wurde auch schnell ein Parkplatz direkt neben dem Stadion gefunden. Da wir natürlich viel zu früh am Stadion waren, erstmal noch ein wenig ums Stadion gelaufen und kurz in den Fanshop geguckt. Hier kann man doch tatsächlich Essens- und Getränkechips für den Verzehr im Stadion vorab kaufen und dadurch ein paar Kronen sparen. Interessante Idee, insbesondere, weil man sich das Bestellen sparen kann, auf dem Chip steht ja drauf, was man will, also bei 10 Getränken/Würsten nur einmal im Fanshop 10 Stück bestellen statt 10 mal am Stand nach einem Getränk zu fragen.

Da wir wieder mal nur Print@Home-Tickets hatten, dann noch vor dem Familienblock der Aaachener versucht, diese in normale Tickets zu tauschen. Leider konnten uns die entsprechenden Ordner nur den Tipp geben, doch selbst mal die Zuschauer zu fragen. Wären wir selbst nie drauf gekommen…

Mit Einlass dann von den Aachenern getrennt, da mein Platz genau auf der anderen Seite des Stadions sein sollte. Auf dem Weg dorthin vor den Nachbarblöcken festgestellt, dass fast alle Familien richtige Tickets haben. An meinem Eingang aber mal wieder niemand. Also erstmal eine Frustwurst mit besagtem Chip gekauft und auf die Suche nach meinem Platz gemacht. Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht. Meinen Platz in A4, Reihe 11, Platz 23 gesucht und in Reihe 11 dann vor 22 und 24 gestanden, von 23 keine Spur. Die einzige 23 in Sichtweite war schon Block A5, also ein wenig rumgefragt und am Ende gemerkt, dass die Blöcke jeweils in einen Teil gerade und ungerade Platznummern getrennt ist, wieso konnte mir aber niemand erklären. Die Zeit bis Anpfiff dann auf den roten Lederklappsitzen mit Becherhalter (hatte ein wenig was von Kino) in der Sonne verbracht. Als eine Familie mit einer Kette von 4 Papiertickets vorbei kam, schnell aufgesprungen und diese angehauen, ob sie nicht ein Ticket tauschen wollten. Der Vater dachte wohl erst, ich wolle sein Ticket verkaufen oder ähnliches, wirkte jedenfalls nicht begeistert und ziemlich pampig. Nachdem ich ihm dann aber erklärt hatte, dass ich einfach alle meine Tickets sammle und ein print@home-Ticket einfach scheiße ist, hatte er dann doch Erbarmen und überließ mir eine Karte. Ein wenig lächeln musste ich noch, als ich einen Zuschauer mit Nordsjælland Champions League Schal, kann man sich kaum vorstellen.

Richtige Karte gesichert, kann das Spiel ja beginnen. Vor nicht mal 6000 Zuschauern in dem etwa 10000 Zuschauer fassenden Stadion entwickelte sich schnell ein Spiel auf ein Tor. Dem frühen 1:0 für Nordsjælland folgte auch relativ schnell schon das 2:0 in Minute 19. Nach dem zweiten Treffer machten sich dann auch etwa 10 bis 15 Kiddies auf der Hintertortribüne bemerkbar, welche mit Trommel, Vorsänger und 3 bis 4 rot-gelb karierten Fahnen ein wenig auf Ultra machten. Die Gesänge wirkten aber richtig schlecht. Aus Aarhus reisten etwa 100 Zuschauer an, die sich auf Steh- und Sitzbereich aufteilten. Neben einer Trommel, Vorsänger mit Megaphon und 2 bis 3 Schwenkern waren eine große Aarhus-Fahne und 2 kleinere Fahnen (1x Aarhus, 1x AGF Fans Sjælland) zu sehen. Wie schon beim Spiel beim FCK vor ein paar Wochen wurde ziemlich durchgehend von etwa 30 bis 40 aktiven supportet und auch trotz frühem 0:2 Rückstand weiter angefeuert. Zur zweiten Halbzeit wurde dann die auch vom letzten Spiel bekannte große „For Aarhus“-Zaunfahne im vorderen Teil des Blocks ausgelegt. Aarhus gelang im Laufe der zweiten Halbzeit noch ein Lattentreffer, der Sieg des FCN schien aber nie wirklich in Gefahr. Ich muss aber zugeben, dass ich es, in Anbetracht des aktuen Schlafmangels (seit Samstag 5 Uhr wach), tatsächlich geschafft habe, 2 mal während der zweiten Halbzeit kurz einzunicken, habe ich sonst auch noch nicht geschafft. Wenn also genau in diesen Momenten Weltklasse-Kombinationen vonstatten gingen, bitte ich die fehlende Erwähnung zu entschuldigen! 😉

Nach dem Spiel ging es dann zu Fuß zum Bahnhof Farum und mit der S-Bahn zurück nach Kopenhagen, wo dann um 23:40 auch pünktlich der Bus zurück nach Berlin erreicht wurde. Einzig ein Pinkelstop des Fahrers auf dem Standstreifen der Autobahn und eine mehr als einstündige Verspätung der Ankunft aufgrund der wenig erfolgreichen Idee des Fahrers, den Berufsverkehr in Berlin zu umfahren, sind vielleicht noch eine Erwähnung wert. Ab sofort beschränke ich mich erst mal wieder auf 1 bis maximal 2 Spiele pro Wochenende.

Brøndby IF – FC København 1:0, So. 27.09.15

Von Bremen ging es also wieder mal per Fernbus nach Hamburg. Da leider sämtliche Steckdosen im Bus ausgefallen waren, musste schon jetzt meine Powerbank für neue Energie sorgen. In Hamburg angekommen dann per Facebook erfahren, dass auch 4x ACU zum Derby und auch meinem zweiten geplanten Spiel fährt, also erstmal Treffen für den folgenden Tag ausgemacht. Nach knapp 2 Stunden Aufenthalt am Hamburger ZOB, begleitet von vielen HSV- und Schalkefans, die das abendliche Spiel live im Stadion erlebt hatten, ging es dann gegen 23:50 weiter im Bus nach Kopenhagen, dessen Fahrt sich aufgrund einer Diskussion über fehlende Ausweise mancher Mitreisender etwas verzögerte. Bei Verlassen der Fähre in Rødby dann das erste Highlight der Tour. 2 Mitreisende fehlten, wobei der eine dann kurz drauf kam mit der Frage, ob der Bus nicht noch kurz warten könnte. Als vorderstes Fahrzeug auf der Fähre natürlich schwer möglich, also rausgefahren aus der Fähre und im Hafenbereich auf die beiden gewartet, die dann fünf Minuten später dann auch angelaufen kamen. Und wieso waren sie nicht pünktlich am Bus? Der eine hatte gerade noch 400 Euro am Spielautomaten gewonnen und musste sich das Geld natürlich erst auszahlen lassen, verständlich dass man dann nicht sofort zum Autodeck rennt, wenn das Signal ertönt. Kurz drauf dann auch die zu erwartenden Grenzkontrolle durch die dänische Politi. Da eine Frau aus Somalia ohne Papiere an Bord war, verzögerte sich die Weiterfahrt noch einmal etwas, aber nach etwa 10-minütiger Diskussion und Versicherung ihrerseits, weiter nach Schweden zu fahren, durften wir dann auch weiter, schon ein wenig kurios alles. Ankunft in Kopenhagen dann gegen 5 Uhr und versucht, mir am Bahnhof die Zeit ein wenig zu vertreiben, was mehr schlecht als Recht funktionierte und mich dazu bewog, mit dem vorher gekauften 24h-Nahverkehrsticket eine kleine Bustour zu machen, die mich zunächst zum Zoo führte, ohne auch nur ein Tier zu sehen um dann anschließend auch noch zum Flughafen zu fahren und kein einziges Flugzeug zu sehen. Klingt komisch, aber was tut man nicht alles, um Zeit totzuschlagen und es dabei angenehm warm zu haben. Zurück am Hauptbahnhof dann auch schnell festgestellt, dass die heutige Amtssprache in Bahnhofsnähe deutsch war, jede Menge Hopper, die wohl die selbe Idee wie ich hatten, mit dem Unterschied, dass ich regelmäßig Brøndby verfolge und das ganze eher als Spiel einer meiner Mannschaften verbuche.

Aufgrund zu erwartender zahlreicher Sperrungen ums Brøndby Stadion herum wurde früh die S-Bahn Richtung Glostrup genommen, auch um den zahlreichen FCK-Fans aus dem Weg zu gehen, die sicher den selben Weg nutzen würden. Dies lief dann eher semioptimal, da direkt die erste Station nach Start eine Ladung Rude Boys Kopenhagen am Bahnsteig wartete, welche es sich zum Glück spontan aber anders überlegten und lieber die nächste Bahn nehmen wollten. In  Glostrup in den vollen Bus Richtung Stadion, dort vorbei an Sichtblenden, bestehend aus Bauzäunen und blauen Folien, direkt weiter Richtung Heimseite, um noch ein wenig Ausschau nach Derbyartikeln zu halten, leider keine Sonderartikel zum Derby gefunden, nur Flyer mit Infos zur Spende per SMS für die geplante Choreo. Im Fanshop schnell noch Matze den Pin gekauft, den er beim PAOK-Spiel nicht gefunden hat. Beim Rausgehen dann passend zur Ankunft des FCK-Busses vor dem Fanshop gewesen. Schon sehr lustig, dass man alles mit Sichtschutz absperrt aber dann den Bus daran vorbei Richtung Haupteingang schickt, nur in Begleitung zweier Motorradpolizisten, entsprechend viel Gepöbel von Brøndby Fans.

Mit Einlass ins Stadion erstmal die Aachener besucht, die mit Block T18 Plätze ziemlich nah am Gästeblock gebucht hatten, daher einen guten Blick auf die Kopenhagener Fans hatten. Diese waren mit einheitlich weißen Shirts im Unterrang und blauen im Oberrang und für die Choreo zusätzlichen blauen Müllsäcken o.ä. als Überzieher im Unterrang, gut als FCK-Fans zu erkennen. Was sehr positiv auf beiden Seiten auffiel ist, dass jeder einzelne Spieler beim Warmmachen vor dem Spiel mit Gesängen begrüßt wurde, sollte man bei Werder auch mal machen. Leider wurde ich dann relativ schnell durch die Besitzer der Plätze neben den Aachenern zu meinem Platz in Block T21, ebenfalls Oberrang, aber Richtung Heimkurve, vertrieben. Dort saß ich leider genau hinter der großen Heim-Choreo, die aus einer Art römischen Arena bestand, in der ein Gladiator gegen einen Löwen (Wappentier des FCK) kämpft und diesen schlussendlich besiegt und den abgetrennten Kopf präsentiert, das ganze über die komplette Heimkurve und Teile der Haupt- und Gegentribüne untermalt von mehreren Fackeln. Ich konnte das ganze aufgrund der Gladiatorenarena vor meiner Tribüne leider nur im Livestream sehen, den die beiden neben mir auf ihrem Handy verfolgten, wirkte schon beeindruckend. Gleichzeitig wurde vor dem Gästeblock von dort anwesenden Brøndbyfans viel gelber Rauch gezündet, so dass der Gästeblock erstmal ziemlich eingenebelt war und deren Choreo erst später richtig zu sehen war, klarer Punkt an Brøndby. Die Choreo des FCK bestand zunächst im Oberrang aus blauen Pappen + weißem Logo, im Unterrang aus weißen + blauem Logo und vor den Blöcken Spruchbändern „For evigt hvid“-„Tilhører FCK!“ (beide weiße Schrift auf blauem Hintergrund), dann Wechsel der Farben durch Umdrehen der Pappen und unten Wechsel des Spruchbandes zu „For altid blå“ (blaue Schrift auf weißem Hintergrund), anschließend weiß-blaue Fahnen im gesamten Block und Wechsel der Spruchbänder „Hele København“ (oben, blau auf weiß) „Tilhører FCK!“ (unten, weiß auf blau). Schon nett anzusehen. Die weiß-blauen Schwenker wurden dann in den Nachbarblock neben dem Gästeblock geworfen, in dem sich weitere FCK-Fans befanden, die die blauen Bahnen als Abgrenzung spontan zur Seite schoben und sich quasi neben den Gästeblock gestellt haben, um anschließend die Bahnen wieder neben sich hin zum Heimbereich neu auszulegen.

Auf Heimseite viele Spruchbänder, die durch einzelne Fackeln untermalt waren, sowohl gegen den FCK als auch die Polizei. Gästeblock mit Spruchband „Overdreven magt og tyranni – ingen dialog med vestegnens politi“ (Bedarf wohl keiner Übersetzung) + Tafeln mit „13“ im Oberrang und leider recht wenigen „12“er Tafeln im Unterrang. Zur zweiten Halbzeit große Pyroshow auf Kopenhagener Seite mit vielen roten Fackeln. Interessant dabei, dass die mit Sturmhauben vermummten Fans direkt neben Ordnern stehen und Fackeln zünden und die Ordner keinerlei Reaktion zeigen.

Stimmung zu Beginn vor allem auf Gästeseite dank guter Trommler und geschlossenem Auftreten sehr gut, bei Brøndby nur eine kleine Gruppe über dem mittleren Mundloch aktiv, mit zunehmendem Spiel aber deutlich lauter und zweite Halbzeit gute Lautstärke und abwechslungsreiche Gesänge. Nach dem 1:0 Siegtreffer Heimseite dann am durchdrehen und wieder viele Fackeln. Derbysieger!

Das kurioseste passierte aber zu Beginn des Spiels auf dem Platz. Ein Kopenhagener Spieler wurde von seinem gegenüber rüde umgetreten und der Schiri zog sofort rot für den Brøndby-Spieler. Als er dann aber bemerkte, dass er die rote Karte in der Hand hatte, holte er so schnell er konnte die gelbe Karte und die über die rote Karte sehr verärgerten Heimfans begannen lauthals zu lachen. Sowas habe ich in dem Sinne auch noch nicht erlebt.

Nach dem Spiel mit den Aachenern zu deren Auto gelaufen, um mit ihnen nach Farum zum zweiten Kick des Tages zu fahren. Dabei  sind wir noch zwei mal den abreisenden FCK-Fans in Polizeibegleitung begegnet, wobei die Polizei teilweise sehr orientierungslos wirkte und auch die vorher groß angekündigte Fantrennung wenig funktionierte.

An dieser Stelle möchte ich es noch einmal wiederholen: Derbysieger!

Red Bull Leipzig – SC Freiburg 1:1, Do. 24.09.15

Lange habe ich mich gesträubt, Leipzig und dem dortigen Zweitligaclub einen Besuch abzustatten. Da ich aber so langsam mal Liga zwei komplettieren möchte (nebe Leipzig fehlen noch Duisburg, Braunschweig und Sandhausen) und ja eigentlich fast nur mit Vereinen fahre, die ich mag, bot sich nun mit dem Sportclub die Möglichkeit. Natürlich wurde frühzeitig geklärt, dass das Spiel von der Fanszene in Freiburg nicht boykottiert wird und so konnte für schlappe 5 Euro hin und 8 Euro zurück der Fernbus gebucht werden. Trotz Spiel unter der Woche dank Nachtbus nach Berlin keine Probleme für mich hin und zurück zu kommen.

Nach nicht sonderlich spannender Hinfahrt dann frühzeitig mit den Freiburgern getroffen und anschließend mit Sack und Pack auf den Weg zum Stadion gemacht. So recht konnte uns rund ums Stadion aber niemand sagen, wo wir jetzt genau hin müssen und so wurde einmal ums fast komplette Stadion gelaufen. Der Weg auf der dem Heimblock abgewandten Seite komplett unbeleuchtet, alle Tore zum Stadiongelände zu und keinerlei Ordner oder Pozilei zu sehen, schon amüsant, wenn man bedenkt, wie es sonst in der Bundesliga zugeht. Am Eingang dann doch 2 oder 3 Wannen und auch die Schlange vorm Drehtor war schon etwas länger, also schnell Tasche abgegeben und eingereiht. Durch die Berichterstattung anderer Fanszenen, wie übel sie am Eingang in Leipzig behandelt worden wären, war ich eigentlich schon auf das Schlimmste gefasst. Wider Erwarten war es dann eigentlich relativ entspannt und kaum anders als in anderen Stadien. Den Blick ins Portmonnaie konnte ich mit dem Zeigen von gefühlt 20 Toilettenbons im Scheinfach schnell beenden, schön wie einfach man manche Ordner auf der Suche nach Aufklebern nur durch Toilettenbons verunsichern kann. Als er mir dann noch an den Arsch packen und mein Shirt hochziehen wollte, wurds mir dann aber doch zu blöd und ich musste ihn nachdrücklich daran hindern. Wer schon einmal in Leipzig war, weiß dass nach dem Einlass erst der harte Teil kommt. So läuft man erst einmal 3 große Treppen auf den Wall rund ums Stadion um oben erschöpft angekommen festzustellen, dass es gleich wieder runter zum Stadion geht und im Stadion dann noch einmal 2 Treppen wieder hoch in den Oberrang.

Im Block fanden sich dann nach und nach insgesamt knapp 700 Freiburger bzw Sympathisanten ein, was bei 700 km Entfernung an einem Donnerstag abend schon voll ok ist. NBU war mit einem großen Protestspruchband mit den Worten „Nai hämmer gsait!“ (auch die Nicht-Badener sollten dies verstehen können) angereist, welches vor dem Oberrang stilecht mit Anti-RB-Klebern befestigt wurde. Stimmungsmäßig war leider zu spüren, dass einerseits zu Beginn auf einen Vorsänger verzichtet wurde und andererseits viele Sympathisanten aus dem Umland zugegen waren, die wie ich auch, nicht sonderlich textsicher waren aber vor allem auch eher nicht gewillt anzufeuern. Das einzig positive hierbei ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass über 90 Minuten betrachtet die Anti-Gesänge zumindest nicht lauter waren als diejenigen für die eigenen Mannschaft, was ich bei uns in Bremen des öfteren kritisiert habe. So wurde schlussendlich von etwa 40 bis 50 Personen supportet, leider kam es aber auch immer wieder zu größeren Pausen, die Koordination und Motivation war wohl nicht sonderlich groß. Die Heimseite war von Zeit zu Zeit etwas lauter zu vernehmen und auch durch rumgehopse optisch bemerkbar, wirklich stimmungsvolle Lieder gab es aber nicht. Wenn man sich schon erst Jahre nach allen anderen Szenen gründet, könnte man wenigstens da ein wenig Kreativität zeigen. Insgesamt waren knapp 26000 Zuschauer im Stadion anwesend, klingt erstmal nicht wenig, wenn man aber bedenkt, wie riesig das Stadion ist, wirkte das schon sehr bitter.

Auf dem Platz machte in Halbzeit 1 nach anfänglichen Schwierigkeiten der Sportclub das Spiel und konnte durch unseren Nilsi in Führung gehen. Da hat sich der Besuch als Bremer doch schon gewohnt. Leider konnte ausgerechnet du weißt schon wer kurz nach dem Wechsel ausgleichen, als die Freiburger noch geistig in der Kabine zu sein schienen. Eben dieser du weißt schon wer bekam übrigens schon vor Spielbeginn einen Preis, für was auch immer er diesen verdient hat, kann ich nicht sagen und ist mir auch herzlich egal. Wer bei der Vertragsverlängerung noch groß verkündet, viel besseren Clubs abgesagt zu haben und unbedingt in Bremen bleiben zu wollen, um dann nicht mal ein halbes Jahr später ausgerechnet zu diesem Kunstprodukt zu wechseln, verdient aus Bremer Sicht eigentlich gar keine Erwähnung. Ab diesem Tor zum 1:1 spielte jedenfalls nur noch Red Bull und man muss am Ende mit dem Punkt glücklich sein, immerhin ging es gegen einen direkten Konkurrenten um den Aufstieg (der es hoffentlich verkacken und sich dann irgendwann endlich verabschieden wird).

Nach dem Spiel ging es dann wieder geschlossen über unbeleuchtete Wege ganz ohne Ordner und Co zur Straßenbahn und mit dieser zum Hauptbahnhof, wo sich die einzelnen Hostelgruppen aufteilten, um sich dann später in der Stadt nochmal zur Verpflegung zu treffen. Da mein Bus eigentlich 1:40 fahren sollte, dann relativ bald mit einem der Freiburger, der schon um 1 Uhr mit Bus über Frankfurt nach Freiburg zurück fahren wollte, abgeseilt und die Zeit bis zu seiner Abfahrt noch bei einem Bier im Irish Pub unweit des ZOB verbracht. Leider erreichte mich auch dort die Nachricht, dass mein Bus (der um 14 Uhr in Zürich gestartet war) aufgrund des Verkehrs ca. eine Stunde später eintrifft. Nachdem der Freiburger also weg war, statt knapp 30 Minuten noch 1,5 Stunden am Leipziger ZOB gewartet, welcher eigentlich nur aus einem langen Bürgersteig und einer Bushaltestellenhütte besteht, wirklich spannend nachts um 1. Am Ende war ich dann gegen 4:40 auch wieder in Berlin. Der einzige Vorteil der Verspätung war die Tatsache, dass dadurch neben der Ringbahn auch die U-Bahn schon wieder fuhr.

Leipzig also auch abgehakt, muss man nicht nochmal hin. Also bitte steigt niemals auf!

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Holstein Kiel – Stuttgarter Kickers 1:2, Sa. 05.09.15

Bundesligafreies Wochenende, was macht man da? Richtig, man besucht Freunde, die man ansonsten aufgrund der Spiele des grün-weißen Sportvereins nicht sehen kann. Durch die Kombination Spieltag in Liga 3 und Flixbus-Gutscheinen bot es sich an diesem Samstag an, die Stuttgarter Kickers mal wieder live zu sehen, Spielort Kiel.

Dauert die Fahrt nach Kiel nicht so schon ewig (um genau zu sein 4:55 Stunden), hatten es sich jegliche Autofahrer hinter Hamburg an diesem regnerischen Samstag auch noch überlegt, in der Baustelle einfach mal stehen zu bleiben. Über eine Stunde im Stau und nichts ging mehr. Insgeheim schon erste Horrorszenarien ausgedacht wie „zum Glück gibt es hier WLAN im Bus, guck ich das Spiel eben im NDR-Stream“. Alles Hoffen half nichts, Ankunft am Kieler Interims-ZOB (da wird gerade kräftig gebaut) 14:10 statt geplant 12:50, blöd nur, dass Anpfiff um 14 Uhr war. Also schnell zum Hauptbahnhof gesprintet, Tasche eingeschlossen und glücklicherweise genau einen Bus zum Stadion erreicht. Unterwegs die Zeit genutzt, um wenigstens den Ticker mal nach dem Zwischenstand zu befragen: 1:0 für Kiel ausgerechnet durch den Ex-Bremer Dominik Schmidt.

Am Stadion dann das nächste Problem. Natürlich hatten zu der Zeit schon alle Kassen zu, für 5€ in die Kieler Jugendkasse (dafür ohne Eintrittskarte 🙁 ) ließ mich der Ordner des Nachbarblocks neben den Gästen dann doch noch rein und dank nicht verschlossener Tür zum Gästeblock war es auch kein Problem, in diesen zu kommen. Mit der 42. Minute war ich dann also auch im Stadion. Da mehr als 45 Minuten noch zu spielen waren, auch kein Problem mit der überall befindlichen Groundhopper-Polizei (deren Regeln mir allerdings auch total egal sind). Die einzige Anzeigetafel im Stadion steht genau vor dem Gästeblock, so dass kein Blick darauf möglich war, also Nachfrage bei den knapp 60 übrigen Kickers-Fans (welche mit 1 Bus, 1 9er und mehreren Autos angereist waren) nach dem Spielstand: 1:1. Bis zur Halbzeit dann nichts spannendes mehr passiert und anschließend erstmal eine Frikadelle für faire 2,50€ gegönnt, vorm Spiel fiel die Verpflegung ja aus unerklärlichen Gründen weg. Pünktlich zur Halbzeit begann es dann auch mal wieder wie angekündigt zu regnen. Die restliche Dauer des Spieles gab es wettertechnisch alles, von strahlendem Sonnenschein über grauem Himmel bis hin zu stärkerem Regen. Trotz fehlendem Dach (in Kiel sind nur Haupttribüne, Gegentribüne und die heimische Hintertortribüne überdacht) ging es aber, einzig der starke Wind nervte etwas. Kurz nach Wiederanpfiff machte dann Berko das 2:1 für die Blauen aus Degerloch. Da das ganze auf der gegenüberliegenden Seite stattfand und der Gästeblock nur etwa 10 Stufen hoch ist, dauerte es etwas, bis man das Tor auch im Gästeblock mitbekam. Von da an konnten dann zumindest auch alle aus dem Süden angereisten Gästefans zur Anfeuerung überredet werden. Insgesamt war der Support in anbetracht von nur etwa 10 dauerhaft am Support Beteiligten + Trommel und 2 Schwenkfahnen ok, im Rest des Stadions aber vermutlich kaum wahrzunehmen. Auf Heimseite ein Haufen von etwa 50 Leuten unter dem Dach des einstöckigen Blocks am singen und klatschen, akustisch war aber trotz Dach kaum was zu hören. Das 2:1 konnte über die Zeit gerettet werden und so konnte für die Gästefans der Heimweg nach Degerloch mit 3 Punkten im Gepäck in Angriff genommen werden.

Als Fazit muss man leider sagen, dass die Zahl an Gästefans doch etwas enttäuschend war, nicht vergessen darf man dabei aber, dass die Strecke Stuttgart-Kiel nicht wirklich kurz ist und das letzte Spiel im Holstein-Stadion noch nicht so lange her ist. Damals wurde per vollem Sonderzug nach Kiel gefahren, da bei Planung des Zuges noch ein Relegationsplatz im direkten Duell möglich war.

Zum Stadion selbst kann ich leider nicht viel sagen, der Blick aus dem Gästeblock ist doch arg begrenzt und da ich ja nur eine Halbzeit da war. Trotzdem sicher eine Empfehlung wert, nettes, kleines Stadion mit frei stehenden Flutlichtmasten, kein Vergleich zu den 0815-Neubauten der letzten Jahre. Einzig das große Werbebanner für die Bundeswehr an einem der Flutlichtmasten fiel mir sehr negativ auf, braucht kein Mensch!

Die Rückfahrt per Fernbus nach Berlin gestaltete sich dann für mich relativ unproblematisch. Ab Hamburg einen Zweier für mich alleine und trotz Baustellen nur etwa 20 Minuten Verspätung.

FC København – Aarhus GF 2:2, So. 23.08.15

Nachdem der Länderpunkt Dänemark schon mit dem Drittligakick bei Fremad Amager gemacht wurde, gab es am Abend noch eine Runde erste dänische Liga. Der FC København dürfte den Werderanern fantechnisch insbesondere durch seine Fanfreundschaft zu Teilen der verbotenen Stadt bekannt sein. Ansonsten möchte ich mich als langjähriger Brøndbysympathisant und damit Ablehner dieses erst 1992 entstandenen Produkts gar nicht weiter zum FCK äußern. Nur so viel, Bilder sagen mehr als tausend Worte:

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mit diesem Etwas fahren die vorm Spiel rum und feuern Fanartikel ins Publikum, es lebe der Kommerz!

Zu Gast heute im Telia Parken, welches auch als Stadion der Nationalmannschaft dient, Aarhus GF. Insgesamt sahen knapp 19000 Zuschauer das Spiel. Aus Aarhus waren etwa 1000 Personen angereist, welche in einheitlichem weiß, den Gästeblock komplett füllten. Man muss allerdings dazu sagen, dass der Gästeblock im Parken lediglich durch 2 Stoffbahnen vom angrenzenden Familienblock getrennt und somit flexibel in der Größe ist, die Aarhus Fans werden also vermutlich nur den kleinstmöglichen Bereich bekommen haben. Nichtsdestotrotz macht auch ein voller kleiner Block etwas her. Die aktive Szene postierte sich mit etwa 30-40 Leuten inkl. 4 bis 5 Schwenkern hinter dem Mundloch des Blocks und feuerte dort durchgehend ihre Mannschaft an. Vor dem Spiel wurde im unteren Teil des Blocks eine Blockfahne mit dem Text „Samlet for Aarhus“ ausgebreitet, die allerdings später aufgrund des benötigten Platzes wieder eingepackt wurde. Dafür wurde mit Anpfiff ein Spruchband („Bag jer til sidste ende“) gezeigt.

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„Samlet for Aarhus“ Blockfahne vor dem Spiel
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„Bag jer til sidste ende“-Spruchband zum Anpfiff

Auf Heimseite sangen etwa 300 bis 400 ebenfalls größtenteils in weiß gekleidete Fans hinter den Fahnen von Urban Crew København und Rebels København mit Unterstützung von 2 Trommeln.  Zu Beginn gab es eine Gedenkchoreo für Harald Nielsen, der stark an der Entstehung des FC København beteiligt und in den 90ern im Verein in verschiedensten Rollen aktiv war.  Hierzu gab es ein schwarzes Spruchband am Zaun und im Block wurden mit Anpfiff schwarze Papptafeln hochgehalten, welche durch ein Konterfei Harald Nielsens vom Oberrang und knapp 20 Fackeln auf der Tribüne unterstützt wurden.

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Gedenkchoreo für Harald Nielsen
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Infoflyerverteilung zur Choreo auf dänische Art (einfach vom leeren Oberrang geworfen)

Zu Beginn des Spiels gab es dann viel Gehüpfe und Geklatsche auf Heimseite, was mir persönlich sehr gut gefiel. Die Liedauswahl war sehr groß und trotz der geringen Zuschauermenge in dänischen Stadion muss man eins sagen: Die aktiven Fans sind zwar wenige, aber wirklich alle beteiligen sich am Support und sind dadurch ziemlich laut, deutlich lauter als manche Szene in der Bundesliga!

Auf dem Spielfeld dominierte die Mannschaft aus der Hauptstadt das Spiel eigentlich nach Belieben und ging nach 21 Minuten durch einen sehenswerten Freistoßtreffer in Führung. In der 38. Minute konnte Aarhus etwas glücklich ausgleichen, in dem der Torwart der Kopenhagener getunnelt wurde. Nach der Pause eigentlich das selbe Bild wie zuvor, Kopenhagen macht das Spiel und erzielt das 2:1 bevor Aarhus in der 89. (!) Minute per Fallrückzieher (!!!) ausgleicht. Ich musste meine Freude über den klasse Ausgleich etwas zurückhalten, um mich rum saßen natürlich nur FCK-Fans, die vom gerade gesehenen nicht sonderlich angetan waren. Der Gästeblock dagegen feierte das Tor und auch die Mannschaft noch bis nach Abpfiff.

Nach dem Abpfiff dann noch auf die Suche nach einem richtigen Ticket gemacht, leider war quasi der ganze Block ebenfalls mit Print@home-Tickets ausgestattet, so dass mir ein Erfolgserlebnis versagt blieb. Auch der Weg zurück in die Stadt gestaltete sich ein wenig aufwändiger als gedacht. Der eine Bus zurück kam aufgrund des Verkehrs ums Stadion so spät, dass quasi alle heimischen Fans schon zu Fuß oder mit dem Rad auf dem Heimweg waren und fast nur noch englischsprachige Stadionbesucher auf den Bus warteten. Im Bus dann noch eine sehr lustige Situation: ein leicht angetrunkener Aarhus-Fan klebt einen Aarhus-Aufkleber auf die Haltestellenanzeige im Bus. Darauf ein etwa 16-jähriger mit Seidenschal und Rebels Kopenhagen Shirt vom hinteren Teil des Busses nach vorne gelaufen und geguckt, was der Aarhus-Fan da geklebt hat. Statt den Kleber aber zu entfernen oder zu überkleben, rennt er lieber heulend zu seinen fünf Freunden, damit sie dann zusammen einen Kleber überkleben, ganz stark und wahrlich rebellisch! 😀

Wieder am Rathausplatz angekommen, dann noch 2 Stunden die Zeit bei Burger King und mit erneutem Stadtrundgang vertrieben, um dann wieder mit Bus und Fähre zurück nach Berlin zu fahren. Die Rückfahrt gestaltete sich deutlich entspannter. Relativ wenig los, dadurch eine Reihe für mich alleine und auch schlafen ging diesmal ganz gut.

Fazit: Für knapp 25€ Fahrkosten sollte man sowas ruhig mal machen, zwei mal neun Stunden Busfahrt in 24 Stunden ist aber schon nicht ohne.

Noch ein paar Bilder:

Fremad Amager – B 93 2:0, So. 23.08.15

Fremad wer? Ich gebe zu, diese Paarung wird nicht vielen etwas sagen, es sei aber schon zu Beginn verraten, dass es sich beim Spiel Fremad Amager gegen B 93 um ein Spiel der dritten dänischen Liga (2. Division) in Kopenhagen handelt.

Kopenhagen, genau. Als ich vor einiger Zeit gemerkt habe, dass die Lidl Flixbus-Gutscheine für das gesamte meinFernbus/Flixbus-Netz gelten und meinFernbus ja nach Kopenhagen und Malmö fährt, war der Plan schnell gefasst, einmal nach Kopenhagen zu fahren und auf diesem Wege den Länderpunkt Dänemark zu machen. Für 9,95€ Gutscheinpreis pro Strecke bzw. bei mir etwa 12€ über ebay, sprich reinen Fahrtkosten von knapp 25€ kann man das ganze mal in Angriff nehmen.

Die Terminierung der Bundesliga wollte es so, dass wir an diesem Wochenende Freitags hier in Berlin spielen sollten, so dass das Wochenende bzw der Tag, Sonntag der 23.08., auch schnell feststanden. Zunächst war die Planung eigentlich, endlich mal ein Brøndby-Spiel (an dem Wochenende gegen SønderjyskE) zu besuchen, also Fernbus entsprechend gebucht. 1,5 Wochen vor dem Spiel schreibt mich dann Matze an, dass er am Do., den 27.08. mit dem Fernbus zu Brøndby gegen PAOK, Europa-League-Quali fährt, ob ich nicht mitkommen würde. Da die Fahrt für Sonntag schon gebucht war, die Fahrten per Gutschein sich nicht stornieren lassen und zwei mal Brøndby in einer Woche mir dann doch etwas zu viel war, schnell umgeplant. Glücklicherweise spielte auch der FC København an diesem Sonntag zu Hause (Bericht dazu). Da der Anpfiff beim FCK auf 18 Uhr festgelegt war, mal schnell geguckt, was sich sonst noch an diesem Tag in Kopenhagen für Möglichkeiten ergeben und siehe da, Fremad Amager – B 93, Kopenhagener Derby in Liga 3, Anpfiff 13 Uhr, passt.

Nachdem nun also die Paarungen feststanden und sich fürs FCK-Spiel schnell online mit print@home-Ticket eingedeckt werden konnte (knapp 22€ für den Sitzer Gegentribüne Oberrang Mitte), konnte das Wochenende also kommen. Abfahrt im Fernbus sollte Samstag abend um 23:50 ab Berlin ZOB sein, geplante Ankunft 8:40 Sonntag morgen in Kopenhagen, Rückfahrt Sonntag abend 23:40 und Rückankunft in Berlin 8:30 Montag morgen, man ist ja noch jung!

Samstag abend 23:15 also am ZOB gewesen, kurz drauf kam dann auch der Bus. Da die Ansage des Busfahrers war, dass es voll werden würde, schnell einen guten Platz am Fenster gesucht. Nach und nach wurde es voller und irgendwann kam dann eine Familie, die mich höflich bat, ihr meinen Platz zu überlassen und stattdessen den Platz letzte Reihe links am Fenster zu nehmen. Nett wie ich bin natürlich zugestimmt und mit Sack und Pack umgestiegen. Wie sich kurz darauf herausstellte, war meine Höflichkeit ein großer Fehler, da sich natürlich genau neben mich ein etwas kräftiger Herr setzen musste, der etwa 1,5 Plätze einnahm, mein Bewegungsradius also deutlich eingeschränkt wurde. So kam es, dass ich mit Abfahrt die Augen zwar zugemacht habe, aber bis Ankunft in Puttgarden am Fehrterminal quasi nicht wie geplant schlafen konnte (zum Glück habe ich Samstag tagsüber noch eine Runde gepennt). Die Überfahrt der Fähre dauerte dann leider nur knapp 45 Minuten von Puttgarden nach Rødby, man war quasi gerade aus dem Bus raus (ja, seit dem Estonia Unglück muss man auch bei solch kurzen Strecken immer aussteigen und aufs Personendeck gehen), da kam schon wieder das Signal, sich zu den Fahrzeugen zu begeben. In Dänemark dann noch entspannte 2h die Landschaft betrachtet und pünktlich 8:40 bei Sonnenschein in Kopenhagen angekommen.

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bisschen Sightseeing bei strahlendem Sonnenschein

In Kopenhagen erstmal am Hauptbahnhof ein paar Kronen besorgt, für umgerechnet 8€ (man hat’s ja als Student) die Tasche eingeschlossen und am Fahrkartenautomat ein Cityticket für 80 dänische Kronen (knapp 11€) gekauft. Mit diesem Ticket kann man quasi 24h mit Bus, Bahn und Metro beliebig oft die Zonen 1-4 (also Kopenhagen Innenstadt + Flughafen) befahren. Nachdem nun also alles organisatorische soweit klar war, ging’s ab in die Stadt. Was ich leider vorher nicht bedacht hatte bzw. mich nicht informiert hatte, war, dass genau an diesem Sonntag der IronMan Kopenhagen stattfinden sollte und in der Stadt viele Brücken aktuell wegen Baustellen nicht nutzbar sind. Vorteil an der Sache ist, dass man so auch mal die kleineren Straßen kennen lernt und seinen Orientierungssinn etwas fördert. Da ich während meiner Kindheit schon öfter in Kopenhagen war, war konkretes Sightseeing nicht geplant, die Planung war eher vom Hauptbahnhof zum Wasser, am Wasser entlang, vorbei am Christiansborg Palast durch die Gassen zu Schloss Rosenborg und zurück durchs Stadtzentrum Richtung Rathausplatz, von dem aus der Bus Richtung Stadion fahren sollte. Da wie gesagt wirklich schönes Wetter war und Kopenhagen praktischerweise sehr kompakt ist, ist in der Innenstadt alles fußläufig erreichbar und so reichten knapp 2 Stunden für den gesamten Weg. In Dänemark haben netterweise ja Supermärkte oft auch Sonntags auf, so dass ich mich auch noch mit Getränken eindecken konnte. Kulinarisches Highlight war dann aber doch wieder der Cheeseburger bei McDonalds und später bei Burger King, die Preise in Kopenhagen sind halt doch nicht ohne und da Fisch auch nicht so mein Fall ist…

Auf geht’s zum Spiel, Länderpunkt Dänemark sichern!

Gegen 11:15 dann zurück zum Rathausplatz und den Bus zum Sundby Idrætspark, Spielort von Fremad Amager, genommen. Vorm Eingang noch ziemlich tote Hose, einzig ein paar aktive Fans mit Bannern und Choreomaterial kamen gerade an. Auf meine Frage nach Tickets wurde ich mit einem „we will open in a few minutes“ vertröstet. Zwischenzeitlich dann mal auf die Karte fürs Abendspiel geguckt und dabei festgestellt, dass selbst in der ersten liga erst 1 Stunde vor Anpfiff Einlass ist, mit meinen 1,5 Stunden vor Anpfiff in Liga 3 war ich dann wirklich etwas zu optimistisch. Irgendwann kam dann aber der Kassierer und so durfte sich für 50 Kronen durchs Holzdrehtor geschlängelt werden, sehr stylisch.

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Sundby Idrætspark, Stadion von Fremad Amager
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der Eingang mit Holzdrehtoren

Das Stadion selbst bietet eine überdachte Sitzplatzhaupttribüne mit 13 Reihen und eine klassische 5-stufige Holztribüne über die komplette Gegengerade. Insgesamt soll das ganze Stadion ein Fassungsvermögen von etwa 7200 Personen haben, am heutigen Spieltag waren etwa 900 Zuschauer anwesend. Witziges Detail am Rande war der mit einer Leine abgesperrte Sponsorenbereich mittig auf der Haupttribüne unter der Sprecherkabine. Da dort überwiegend Familien mit Kindern saßen, vermute ich allerdings, dass besagte Sponsoren normale Fans sind, die sich eine lebenslage Mitgliedschaft oder ähnliches gekauft haben, Sponsoren hatte ich mir jedenfalls anders vorgestellt.

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Blick auf die Haupttribüne
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Holz-Gegentribüne

Da mir vor Spielbeginn mehrere Fans mit Choreomaterial, Schwenkern und einer Trommel aufgefallen waren, hatte ich mich ein wenig auf aktiven Support eingestellt. Leider kam dieser eigentlich nur von B93, die mit etwa 50 Leuten am Rand der Haupttribüne platznahmen und mit einer Trommel und einem Schwenker 90 Minuten rythmisch vor sich hin trommelten. Anfeuerungsrufe gab es dazu allerdings nur bei Standards. Auf Heimseite erkannte ich etwa 4 getrennte Fangruppen. Mittig auf der Haupttribüne saßen diejenigen, die dank Anfeuerungsrufen für ein wenig Stimmung sorgten. Am rechten Rand der Hauptribüne versammelten sich etwa 10 Personen mit blau-weißen Schwenkern hinter einer Ammager Loyalists Zaunfahne. Die Schwenker wurden in der ersten Halbzeit aber nur einmal genutzt, zur zweiten Halbzeit schwenkten 3 Jungs diese durchgehend, akustischer Support fand aber nicht statt. Auf der Gegentribüne stand dagegen eine Gruppe von ebenfalls etwa 10 bis 15 Leuten, die zu Beginn ein Spruchband mit dem Titel „De Blå/Hvide Engle“ inkl. blau-weißen Papierschnipseln zeigten, was nach Spielbeginn über einem weiteren Spruchband „Tak for sidst! HA HA HA“ aufgehangen wurde. Letzteres Spruchband spielt auf die derzeitigen Leistungen an. die ersten beiden Spiele wurden verloren, so dass man als Tabellenletzter ins Spiel ging.  Wie auf den Bildern unten zu sehen, besitzt diese Fangruppe ebenfalls Schwenker, diese wurden aber nur in die Hecke hinter der Tribüne gesteckt und verblieben dort die gesamten 90 Minuten. Bis auf einzelne Töne aus einer Tröte gab es auch hier nichts akustisches zu hören. Letzte und mir persönlich mit Abstand sympatischste Gruppe waren die Fans rechts auf der Gegengeraden, welche sich vor und hinter jeweils einer gedruckten Zaunfahne „Sunny Side – Antiracistik Ståsted“ einfanden. Mir war es ehrlich gesagt nicht bewusst, dass es in den dänischen Ligen solche klaren antirassistischen (und somit auch irgendwie politischen) Positionierungen gibt (mal abgesehen von einzelnen Fangruppen des FCK). Sehr sympathisch jedenfalls! Leider war niemand so wirklich greifbar, den man zu Details befragen konnte.

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Spruchband zu Beginn des Spiels
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Antirassistische Fußballfans auch in Dänemark

Zum Spiel selbst gibt es gar nicht so viel zu sagen. Vom Niveau würde ich es eher mit unserer 5. oder 6. Liga vergleichen. Fremad Amager ging bereits in der fünften Minute in Führung und konnte diese in der 75. Minute zum 2:0 Endstand ausbauen, nachdem B 93 kurz vorher 2 Großchancen zum Ausgleich hatte. Der Co-Trainer der Heimmannschaft durfte dann 5 Minuten vor Ende die Bank in Richtung Tribüne verlassen, nachdem er in feinster Dorfplatzmanier nach einem nicht gepfiffenen Foul gegen den Schiri gepöbelt hat.

Zum Schluss bleiben noch ein paar Kuriositäten in Erinnerung:

  • B 93 hat nicht, wie in Deutschland üblich, einen einheitlichen Sponsor auf der Brust, die Mannschaft spielte mit mindestens 3 verschiedenen Sponsoren auf den Trikots der Spieler
  • in der Halbzeit gab es beim Toilettengang ein wenig Verwirrung, als vor mir die Spieler in die als „Toilette“ ausgezeichneten Räume gingen, nachdem dann aber nach und nach andere Fans reingingen, hab ich mich auch getraut, scheint dort normal zu sein, dass Spieler und Fans die selben Toiletten nutzen 😀
  • in der 46. Minute fiel die Spielzeitanzeige aus (bzw. blieb bei 1:xx) stehen, ab diesem Zeitpunkt wurden alle Zeiten nur noch als „etwa zur xx. Minute“ bzw. „etwa xx. Minuten vor Schluss“ angesagt
  • die ausgewechselten Spieler der Heimmannschaft wurden von der Fangruppe mittig auf der Haupttribüne jeweils so lange gefeiert, bis sie aufstanden und sich bei den Fans bedankten, kann man mal machen
  • die Tormusik von Fremad hat es mir angetan (ab 00:39)

Ein paar Eindrücke vom Stadion/Spiel: