BSV Hürtürkel – Tennis Borussia Berlin 3:10, So. 05.06.16

Während andere Teile Deutschlands von Unwettern heimgesucht wurden (so wurde u.a. der letzte Tag des Rock am Ring-Festivals wegen starker Unwetter abgesagt), versprach die Wettervorhersage für Berlin Sonnenschein. Da sich meine Masterarbeit nun im Druck befindet, also nichts mehr änderbar ist, hieß es für mich nach langer Zeit mal wieder ganz entspannter Sonntag. Glücklicherweise gibt es ja auch fernab der Bundesliga noch Fußball und im Gegensatz zur ersten Spielklasse wurde am heutigen Sonntag teilweise sogar noch gespielt. Ich entschied mich für Tennis Borussia auswärts beim BSV Hürtürkel. Die TeBe Leute mal wieder sehen, nicht soweit weg und auch politisch ein wenig Brisanz, soll es doch auf Seiten des heutigen Heimvereins Kontakte zu den faschistischen grauen Wölfen geben (Sören berichtete vor dem Hinspiel in seinem Blog über Hintergründe). Sportlich war dagegen eher wenig zu erwarten. Hürtürkel mit einem Torverhältnis von -92 (!!!) abgeschlagen auf dem letzten Platz, ein paar Tore waren also zu erwarten. Bevor ich los bin brav mit Sonnencreme eingecremt, gucke ich danach aus dem Fenster: fängt es in Strömen an zu regnen. Gut, kann mal passieren, Wetterbericht sagt weiter Sonne und 20% Niederschlagsrisiko und auch Matze meldete aus Neukölln Sonnenschein. Also Jacke zu Hause lassen und los. Beim Umstieg von U-Bahn in den Bus dann der nächste richtige Schauer, tolle Sache, hätte ich die Jacke mal mitgenommen.

Mit Ankunft in Neukölln dann aber zunächst doch erstmal wieder trocken und für 5 Euro ermäßigt den Einlass gewährt bekommen. Da noch nicht allzu viel los war, erstmal das Verpflegungsangebot getestet. Currywurst und Fanta für zusammen 2,50€, Kaffee und Kuchen zusammen für 1,50€, ist halt keine Bundesliga, geil! Nach der beschriebenen Nahrungsaufnahme hieß es dann die mehrstufige Tribüne als einzigen Ausbau des Rasenplatzes auf dem Sportplatz am Hertzbergplatz zu entern, wenig spektakulär. Aufgrund des grauen Himmels wurde sich unter den einzigen Bäumen postiert, so dass wenigstens ein wenig Regenschutz gegeben war.

Das Spiel begann mit viel Ballbesitz und Drang zum Tor durch die Außenseiter von Hürtürkel. Hielt dann aber auch nur drei Minuten an, bis die lila-weißen aufwachten und fortan das Spiel dominierten. Auf Heimseite klappte in der Folge nichts mehr und Tennis Borussia kam schnell zu Torchancen. Auf zwei schnelle Tore der Gäste folgte das erste Highlight. Bereits nach 9 Spielminuten hieß es „Bier ist alle“. Schnell wurde improvisiert und ein Kasten organisiert. Hielt natürlich nicht lange und so musste ab dann auf alkoholfreie Getränke umgeschwenkt werden. Auf dem Feld weiter nur TeBe in Ballbesitz. Nach knapp 15 Minuten musste Tebe dann allerdings schon verletzungsbedingt wechseln, was etwa 10 Minuten später das nächste Highlight zur Folge hatte. Das Spiel wurde unterbrochen, damit der Rettungswagen zum Verletzten auf die andere Seite des Rasens fahren kann. Habe ich so auch noch nicht erlebt. Noch nicht erlebt hat der Rettungswagenfahrer wohl auch ihm zujubelende Zuschauer, er konnte sich ein Grinsen jedenfalls nicht verkneifen. Nachspielzeit in Halbzeit eins dann ob der Unterbrechung natürlich auch locker 5 Minuten. Nachdem sich zwischendurch immer mal wieder blauer Himmel und die Sonne zeigten, wurde es anschließend mal wieder feucht. Wenn man aber Ziele vor Augen hat, ist das alles kein Problem. Die Ziele waren in diesem Falle:

1. Huke sollte noch in den Kampf um die Torjägerkanone eingreifen, klappte mit 7 Toren durch ihn ganz gut. Wenn man bedenkt, wie oft er Chancen vergeben hat oder uneigennützig an den besser stehenden Nebenmann abgegeben hat, war da noch mehr drin.

2. Das Torverhältnis von Hürtürkel sollte auf -100 gesetzt werden. Klappte mit dem 0:8 zur 70. Minute ebenfalls und wurde entsprechend bejubelt. Leider stellte man sich in der Folge eher blöd an oder hatte nicht mehr so richtig Lust. TeBe machte nämlich bis Abpfiff nur noch 2 Tore, Hürtürkel dagegen 3. Endstand also 3:10 und somit bleibt es bei -99, schade aber auch!

Alles in allem ein sehr lustiges Spiel mit netten Gesprächen und vielen Toren, gerne wieder! Nächstes Mal nehme ich aber meine Jacke mit!

VfB Oldenburg – SV Meppen 3:0, Sa. 21.05.16

Bundesliga vorbei. Manch einer würde sich freuen, endlich wieder freie Wochenenden für sich zu haben. Ich habe mich dagegen unter der Woche von Thorsten überreden lassen, auch ohne Bundesliga noch ein Spiel diese Saison mitzunehmen. Derby zwischen Oldenburg und Meppen, wollte ich eh schon immer mal hin, passt.

Nach bis Bremen völlig unspektakulärter Hinfahrt ging es ab dort noch eine Station im komplett überfüllten IC weiter nach Oldenburg. Aufgrund der großen Menge zusteigender Fahrgäste und Baustelle verzögerte sich die Ankunft etwas, so dass wir erst kurz nach den Meppener Gästen ankamen, die für den heutigen Tag zum gemeinsamen Treffpunkt am Oldenburger Bahnhof mobilisierten. Von dort ging es für etwa 250 Meppener mit reichlich Polizeibegleitung zu Fuß in Richtung Marschweg-Stadion. Für uns hieß es dagegen noch eine kleine Stadtrundfahrt machen und Tasche weg bringen. Da der Anstoß näher rückte, konnten wir dankenswerter Weise auf persönlichen Shuttle-Service bis fast vors Stadion zurückgreifen, danke dafür! Am Ende waren wir dann doch 20 Minuten vor Anpfiff am Stadion und da die Karten bereits unter der Woche gekauft wurden, auch relativ schnell im Stadion.

Den Deal, Thorsten zahlt Karten, ich das Bier, ausnutzend, ging es dann auch direkt Richtung Bierstand. 2,40€ + 10 Cent Pfand (Pfand auf Einweg-Plastikbecher?! Sachen gibt’s) sind durchaus fair, in Liga 1 zahlt man schließlich fast das Doppelte. Trotz Veltins mundete das Bier dann bei angenehmen 18 bis 20°C und Sonnenschein doch ganz gut. Mit Bier und Wurst bewaffnet ging es weiter in Richtung Block. Thorsten hatte mir ja vorab einen komplett leeren Block neben dem Gästeblock mit nur uns beiden versprochen (das Onlineticketing meldete wohl den Abend vorher nur 2 verkaufte Karten im entsprechenden Block). Konnte dann doch nicht ganz gehalten werden, was aber eher positiv ist. Der Block ganz rechts auf der von einem großen Segel überdachten Haupttribüne direkt neben der Kurve mit Gästeblock war durch ein einfaches Absperrband in einen kleinen Teil Meppen Sitzblock und Oldenburger Block aufgeteilt. Da die Sympathien bei diesem Spiel vorab natürlich klar verteilt sind, wurde sich entsprechend auch der Platz im Oldenburger Bereich gesichert. Diejenigen neben uns wirkten auf den ersten Blick wie das typische Hopperpublikum, stellten sich am Ende aber eher als sportliche Oldenburger Fraktion heraus. Die aktive Oldenburger Szene dagegen hat ihren Platz auf der gegenüberliegenden, unüberdachten Stehtribüne. Hinter einem großen, nett anzusehenden, VfB Oldenburg Banner war dann für ein Derby doch irgendwie verdammt wenig zu sehen und hören. Kaum Material und auch akustisch kam nicht so viel. Da hatte ich mir doch mehr erwartet. Erst beim Derbysieger-Gesang, mit dem wir dem Ergebnis schon einmal vorausgreifen, wurde es etwas lauter. Etwas mehr hatte ich mir auch von den Meppenern erwartet. Der kleine Teil der Gästekurve war zwar gut gefüllt und zu Beginn auch ordentlich Material im Einsatz, außer bei homophoben Gesängen war es dann aber auch nicht so richtig laut. Besagte Gäste fielen immer wieder mit „Lutscher“- und „Warum seid ihr Fotzen so leise?“-Gesängen in Richtung Oldenburger Block auf. Ebenso die zwei gezeigten Spruchbänder im Gästeblock. In Halbzeit eins wies man mit einem „http://feinde-nicht-erwaehnenswert.tumblr.com“-Spruchband auf einen Fotoaccount hin, auf dem alle möglichen Aktionen gegen Meppen dokumentiert sind. Ob es sich dabei um einen Oldenburger Account handelt oder die Meppener die Antipathie ihrer Gegner so sehr genießen, dass sie alle Infos sammeln, ist nicht sofort ersichtlich. In Halbzeit zwei dann mal wieder ein homophobes Spruchband mit dem Inhalt „Wir sind Bauern? Ihr seid Village People!“. Fand ich trotz allem ja eher lustig als provozierend und würde mich als Oldenburger eher stolz machen. Das Spiel selbst endete nach 0:0 Halbzeitstand 3:0. Klingt besser, als es war, dennoch ein schöner Derbysieg.

Absolutes Highlight aber sicher das Auftreten der Polizei. Gegen Ende der ersten Halbzeit klettern mehrere Meppener auf den Zaun und verharren da sicher 5 Minuten. Aus Langeweile klettert der eine dann immer weiter runter und steht schließlich auf der Laufbahn, gefühlt 2 Minuten. Jeder merkt seit Minuten, was gleich passieren wird, die Polizei und auch die Ordner stehen dagegen seelenruhig rum bzw sitzen faul auf der Tribüne. Nebenbei sollte man vielleicht erwähnen, dass im Meppener Sitzbereich (richtig, dem Bereich hinter dem Absperrband) dauerhaft 3 Meppener SKB saßen, deren Zahl in Halbzeit 2 sogar auf 8 anwuchs. Auch von denen jedenfalls null Reaktion. Wie nicht anders zu erwarten, machte der Meppener auf der Laufbahn sich dann jedenfalls auf in Richtung Heimbereich und wurde dort auch von jetzt ebenfalls über den Zaun kletternden Oldenburgern empfangen. Die vorher seelenruhig rumsitzende BFE in unserem Block daraufhin in totaler Panik Richtung Spielfeld laufend und sich am vermummen. War ja so unvorhersehbar, was passiert. Für den Meppener hieß es nach verlorenem kurzen Fight gegen die Oldenburger dann auch Niederlage gegen Ordner und BFE und so durfte er sich anschließend unter Fahnenstangenhagel und sonstigen Gegenständen aus dem Gästeblock auf die Polizei vor eben diesem fixieren und abführen lassen. Da fragt sich unsereins natürlich schon, wofür solche Polizeieinsätze von unseren Steuergeldern gezahlt werden, wenn die entsprechenden Beamten dann lieber im Block quatschen und essen (SKB) oder Fußball gucken, am Handy rumspielen bzw. Toiletten prüfen, nachdem man drauf war, ob man auch abgezogen und nichts dreckig gemacht hat(BFE) statt bei solch vorhersehbaren Aktionen früher einzugreifen. Aber egal, so hatten wir wenigstens unser Highlight.

Nach dem Spiel ging es dann noch Gyrosteller essen und dem am Wochenende stattfindenden Oldenburger Bierfest einen Besuch abstatten. Die Auswahl war dann doch ziemlich enttäuschend und unsere Wahl als letztes Bier des Tages mit einem niederländischen Starkbier mit 10,x er Alkoholgehalt geschmacklich auch eher unglücklich. Anschließend zum Bahnhof und mit diesmal leerem IC bis Hannover, wo dann leider einer der zwei Zugteile des ICE weiter nach Berlin schon endete und die Fahrt mit nur einem Zugteil entsprechend stressig aufgrund vieler stehender Fahrgäste war, Glanzleistung liebe deutsche Bahn!

Bilder gibt es hier: nurdersvw.de

Hertha BSC U23 – FC Schönberg 95 3:0, Do. 21.04.16

Produktivität bei der Masterarbeit heute eher suboptimal, also spontan entschieden, sich einem Freund anzuschließen und doch noch abends zum Fußball zu gehen. Im Berliner Amateurstadion sollte das Nachholspiel der Regionalliga Nordost zwischen Hertha BSC II und dem FC Schönberg 95 stattfinden, quasi ein wahres Topspiel. Nach ein wenig Hetzerei aufgrund Verspätung der Züge nach Berlin klappte es dann doch pünktlich zum Anpfiff in den Olympiapark. Die Kontrollen finden hier sinnloserweise direkt bei Eintritt in den Olympiapark statt und nicht erst vorm Stadion, wie es zu erwarten wäre. Auf dem Weg zum Stadion dann noch 2 Herthafans mit jede Menge Schals und Fahnen getroffen. Nicht gerade meine Welt aber da der eine mir anbot, eine seiner zwei Freikarten zu bekommen, sagt man nicht nein. So ging es kostenlos wahlweise als eingefleischtrr Herthafan (DK-Inhaber) oder Kind ins Stadion (jedenfalls waren das die beiden Optionen auf der Karte, interessierte aber absolut niemanden) und dank freier Platzwahl auch erstmal schön zu zweit auf die Tribüne.

Zum Spiel gibt es eigentlich nicht so viel spannendes zu berichten. Hertha ziemlich überlegen und entsprechend verdient früh in Führung. Die zwei angesprochenen Kutten standen mit 2 Kindern 90 Minuten Fahne schwenkend und teilweise singend im kleinen Stehblock. Lustig anzusehen. Weiteres Highlight waren die regelmäßigen Hertha-Fans, welche an uns vorbei zu unseren Sitznachbarn gingen und sich Autogramme holten. Keine Ahnung, wer das so prominentes war. Kurz vor der Halbzeit gesellten sich noch ein paar Harlekins auf die Tribüne. Da es kurz vor der Pause war für uns Zeit, den Bierstand aufzusuchen und uns die zweite Halbzeit neben Zecke Neuendorf anzuschauen (ja, den kenne sogar ich). Außer 2 weiteren Toren fürs Heimteam und ein paar bösen Blicken eines Ordners, der nicht damit einverstanden war, dass ich direkt neben dem Spielfeld Bilder machte, gibt es dann auch nichts mehr zu berichten.

Eintracht Braunschweig – SC Freiburg 2:2, Mo. 18.04.16

Da wir unser Montagsspiel gegen den VfB boykottieren, wollte ich die Chance nutzen, zumindest mal mit den Freiburgern ein wenig Montagsspiel-Atmosphäre zu bekommen. Braunschweig war ich noch nicht und bietet sich ja aufgrund der Nähe zu meinem Arbeitsplatz und der Tatsache, dass es noch einen Zug zurück nach Berlin gibt, an.

An diesem Montag quasi extra lange gearbeitet (schon blöd, wenn ausgerechnet an dem Tag alle Kollegen im Büro schon früh abhauen und man sich allein mit Arbeit die Zeit vertreiben darf) und direkt von dort nach Braunschweig und nach knapp 20-minütiger Fahrt auch etwa 1 Stunde vor Anpfiff am Gästeblock angekommen. Während andere sich noch mit Karten an der Tageskasse eindeckten (ich war über den Vorverkauf versorgt, bei dem man übrigens direkt bei Bestellung erfährt, ob man eine Karte kriegt, sollte Werder auch mal drüber nachdenken), konnte ich mir schon mal einen Eindruck der Einlasskontrollen machen. Schon lustig mit anzusehen, wie normale Fans teilweise Jacken und Shirts ausziehen mussten und ich dann mit einem kleinen bisschen Abtasten durchgewunken wurde.

Nach Begrüßung einiger bekannter Gesichter ging es dann auch schnell in den Block, der heute mit vielleicht 700 Freiburgern gefüllt war. Ob der Entfernung und des Montagabends vollkommen ok. Macht einen trotzdem irgendwie nachdenklich, wenn man drüber nachdenkt, dass man noch nie in Braunschweig war, weil im Jahr der Erstklassigkeit über Werder keine Chance war, an Karten zu kommen und man nun viel Platz im Block hat. Damals war aber halt auch Samstags und Bremen deutlich näher als Freiburg. Vor dem Gästeblock hing wie des öfteren diese Saison der große „Love Football – Hate Mondays“-Banner. Zu Beginn zeigte NBU einige Doppelhalter, die zusammen das Wort „Campione“ ergaben und an ihre Freunde von Ultras Samb und deren Verein gerichtet waren. Stimmungsmäßig ging es gut los, hohe Lautstärke und Mitmachquote. Man merkte den Breisgauern im Block an, dass das Ziel Wiederaufstieg klar vor Augen ist. Leider war der Mannschaft auf dem Platz dieses Ziel zunächst nicht anzumerken. Viele Ballverluste und mehrere gefährliche Situationen vor dem Gästetor waren die Folge. Trotz allem gingnes mit einem 0:0 in die Pause, die Mitmachquote weiter sehr hoch. In Halbzeit zwei nach etwa 10 gespielten Minuten dann der Schock. Doppelschlag für Braunschweig innerhalb von 3 Minuten und somit die verdiente 2:0-Führung. Sollte etwa die Chance vertan werden, nach den Niederlagen der direkten Konkurrenz aus Leipzig und Nürnberg einen Schritt weiter Richtung Aufstieg zu machen? Nach kurzem Schockmoment wurde die Mannschaft wieder laut nach vorne geschrien. Da wir direkt mit Abpfiff raus wollten, um den letzten Zug sicher zu bekommen, ging ich bereits zur 70. Minute auf Toilette und natürlich fiel genau da der 1:2-Anschlusstreffer durch unseren Bremer Nils Petersen. Schnell wieder in den Block und mitjubeln. In der Folge immer mehr gute Chancen für die rot-schwarzen, Braunschweig wirkte verunsichert und auch der Gästeblock erkannte die Lage und legte noch eine Stufe zu. Als ich schon fast mit dem Thema abgeschlossen hatte und mich schon auf den Weg in Richtung Ausgang machte, fiel dann tatsächlich noch der Ausgleich. Ausrasten im Gästeblock, alle auf den Zaun! Fast wäre noch unser Zug in Gefahr geraten, da aber die Tram quasi genau hinter dem Gästeblock abfährt, konnte noch ein wenig Punktgewinnatmosphäre geschnuppert werden. Nach kurzer Verabschiedung ging es dann aber recht zügig zur Tram, welche uns passend zum Braunschweiger Bahnhof brachte und uns den ICE ohne Probleme erreichen ließ.

Die Fahrt wurde dann genutzt, mit den Berliner Freiburgfans noch ein Bier auf den Punktgewinn im Bordbistro zu trinken. Natürlich wollte die Dame dort nicht meinen Verzehrbon aufgrund meiner Verspätung in Hamburg nach dem Heimspiel gegen Augsburg annehmen…

Nette Gesellschaft hatten wir dann auch noch im Bordbistro mit einem älteren Herren, der sich damit brüstete, als Jäger am Morgen noch zwei Wildschweine geschossen zu haben und der beim besten Willen nicht verstehen konnte, dass mir die Tiere leid tun. Und die Begründung, er müsse sie schießen, weil es davon zu viele gäbe, überzeugt mich auch nicht. Das Gefühl habe ich bei Menschen auch oft genug, dennoch schieße ich nicht auf die. Seine Sympathie zum FC Bayern und die mir eiskalt gezeigten Mittelfinger, als er erfahren hat, dass ich Bremer bin, wurden dann nur noch dadurch getoppt, dass er uns verriet, dass er bis zur Rente Kommissar bei der Kripo war. Damit macht man sich viele Freunde in einem Waggon voller Fußballfans.

Wie auch immer, gegen 0:30 Uhr waren wir dann wieder in Berlin und für mich hieß es schnell schlafen gehen, 6 Stunden später sollte es ja schon wieder nach München zu unserem Pokalspiel gehen.

Viel Erfolg den Freiburgern in Sachen Aufstieg, auf dass man sich kommende Saison wieder in einer Liga trifft und nicht wir nachher nächste Saison in Braunschweig spielen.

Apropos Braunschweig: Deren Heimkurve fiel durch guten Materialeinsatz auf, akustisch kam im Gästeblock nicht viel an. Liegt aber natürlich auch am weitläufigen Eintracht-Stadion mit Laufbahn, das mir wirklich sehr gefällt. Während der ersten Hälfte hing vor der Braunschweiger Heimkurve ebenfalls ein Banner gegen Montagsspiele.

SG Wattenscheid 09 – FC Schalke 04 U23 1:3, Sa. 02.04.16

Letzte Woche bekam ich die Frage, ob ich nicht Lust hätte, vor unserem Spiel in Dortmund noch Wattenscheid mitzunehmen. Eigentlich bin ich ja nun wirklich nicht der Groundhopper, bei einem Traditionsverein wie Wattenscheid, die selbst mal Bundesliga gespielt haben, kann man aber nur schwer nein sagen. Daher ging es trotz 18:30-Spiel von Werder schon morgens um kurz nach Acht zum Bahnhof. Bei meinem Glück direkt mal auf der Treppe zum Bahnsteig so unglücklich umgeknickt, dass es den Rest des Tages humpeln und Schmerzen hieß, na toll. Die erste kurze Überlegung, die Tour daraufhin abzubrechen wurde aber ganz schnell verworfen. So ging es ohne besondere Vorkommnisse mit dem ICE nach Dortmund, Tasche einschließen. Am Bahnsteig des RE nach Wattenscheid lungerten dann auch noch ein paar Zivis rum, toller Start in den Tag. Vom Bahnsteig Wattenscheid sollte es dann zu Fuß in Richtung Stadion gehen, da es nach Aussage meines Begleiters nicht wirklich weit wäre. Nach einem etwa 25-minütigen Spaziergang (genau das Richtige mit schmerzendem Knöchel) und Hilfe der Handynavigation kamen wir dann auch tatsächlich genau passend etwa 10 Minuten vor Anpfiff am Lohrheidestadion an. Wer sich das ersparen will: Bahnhof Wattenscheid nach rechts raus, unter der Brücke fahren auch Busse (Linie 365) bis vors Stadion.

Nach Bezahlung der 7€ ermäßigten Eintritt ging es auch schnell rein ins Lohrheidestadion. In diesem klassischen, weitläufigen Stadion mit Laufbahn und 2 überdachten Tribünen tragen sich heute vor 851 Zuschauern die Teams der SG Wattenscheid 09 und der zweiten Mannschaft des FC Schalke 04, wahres Topspiel quasi. Auf dem Platz zunächst die Wattenscheider besser, aber wer die Chancen nicht nutzt. Entsprechend wurde der Schalker Nachwuchs immer besser und dominierte das Spiel trotz wesentlich schlechterer Ausgangssituation (Wattenscheid Top 5, Schalke eher Abstiegskampf) in der Folge. Nach dem 0:1 kam das Heimteam noch einmal zum Ausgleich, der 2:1-Führungstreffer der Gäste konnte aber nicht mehr gekontert werden und Schalke konnte gegen sehr offensiv stehende Wattenscheider mit dem 3:1 alles klar machen.

Fantechnisch gibt es nicht so viel zu berichten. Auf der Gegentribüne trafen sich etwa 50 Leute hinter der Szene WAT Zaunfahne und waren zeitweise mit eher klassischen Gesängen zu hören. An Material gab es 3 kleine Schwenker, wobei einer die Freundschaft zu den Würzburgern, unserem Erstrundengegner im Pokal, zeigt und einen Trommler, der nicht unbedingt mit Taktgefühl glänzte. An Gästen nur der übliche Pöbel da, den bei der ersten (Schalkes Profis spielten am selben Tag in Ingolstadt) keiner sehen will. Irgendwie verständlich, ziemlich peinliche Leute, bei denen man sich echt beherrschen musste, nicht handgreiflich zu werden.

Positive Highlights: Über der Essensmarkenausgabe (statt Bezahlkarten kauft man für 10€ eine Karte mit 50-Cent-Abschnitten, die je nach Verzehr entsprechend durchgestrichen werden) klebte ein Werder-Kleber (schon vorher!) und ab der zweiten Halbzeit kamen immer wieder Leute zum kostenneutralen Fußballgucken an den Zaun hinter dem Tor, hatte was von Stadionverbotlern.

Negatives Highlight: Auf dem Klo klebte neben Klebern aller möglicher Vereine u.a. auch ein „Titten raus“-Kleber der Offenbacher Kickers, erbärmlich.

Nach dem Spiel ging es dann mit besagtem 365er-Bus zurück zum Wattenscheider Hbf und von dort nach Dortmund zurück.

Rot-Weiß Oberhausen – SC Verl 1:1, Sa. 05.12.15

Gestern Köln, heute das nächste interessante und für mich neue Stadion von Rot-Weiß Oberhausen. Die Partie Rot-Weiß Oberhausen gegen den SC Verl setzte sich bei meiner Auswahl trotz mangelnder Gästefanszene gegen Partien wie Aachen gegen Lotte (ohne die lieben Leute von ACU mag ich nicht mehr zum Tivoli) oder Dortmund II gegen Rot-Weiss Essen (das vermeintlich interessanteste Spiel, aber Rote Erde war ich schon und mit Essen kann ich auch nichts mehr anfangen) durch.

Nach Oberhausen ging es für mich aus der Heimat diesmal ganz ohne Taxi Mama mit Bus, RB bis Köln, RE nach Duisburg und RB nach Oberhausen. Da auf der RWO-Homepage mit Shuttlebussen ab 2h vor Spiel geworben wurde, hatte ich mir eine entsprechende zeitlich passende Verbindung rausgesucht. Die Suche nach dem Abfahrtsort des Shuttlebusses dauerte dann ein wenig, keiner wusste so recht, wo er denn abfährt, die Ankunft des Shuttlebusses dagegen dauerte noch ein wenig länger. Erst um 12:38 tauchte der erste Bus auf. Ob das Spiel dann auch erst 14:38 statt 14 Uhr anfängt?! Scheinbar wussten jedenfalls alle, dass die 2h vor Anpfiff-Info scheinbar noch aus besseren Zeiten der Oberhausener stammt. Vorteil des ganzen: Da nur knapp 50 Leute im Bus waren, war ich einer der ersten am Eingang des Stadions. Bedeutete für mich nach entspannter Kontrolle einen Wertbon über ein Freibier in Empfang zu nehmen. Laut Ordner sollten wohl die ersten 60 pro Eingang eine Marke bezahlt vom Sponsor bekommen. Was der Anlass dieser Geste war, konnte ich leider nicht herausfinden. Ob des nicht so zahlreichen Andrangs wäre es jedenfalls sicher auch noch um 13:30 möglich gewesen, an einem der Eingänge eine Marke abzustauben. 😉

Das Niederrheinstadion ist wie das Südstadion gestern ein klassisches Oldschool-Stadion. Laufbahn, große unüberdachte Stehplatzkurven und je eine flache überdachte Haupt- und Gegentribüne. Einzig negativ fällt eigentlich die geringe Toilettendichte auf. Auf Seite der Gegentribüne nur ein kleiner Container, hinter der Haupttribüne eine etwas größere Anlage und hinter der Emscherkurve ein weiterer Container, der nur durch Verrenkungen durchs Geländer und über Trampelpfad zu erreichen ist, muss man nicht verstehen aber Toiletten sind ja auch nicht alles im Leben. Wie oben bereits erwähnt, füllte sich das Stadion wirklich langsam. Erst knapp 10 Minuten vor Anpfiff war dann eine gewisse Zahl von Zuschauern erreicht, die man eigentlich nicht mal als passabel bezeichnen kann. Insgesamt waren gerade einmal 1588 Zuschauer anwesend, die meisten weit verteilt in der Emscherkurve, die Ultras rund um Semper Fidelis und Handtuchmafia im überdachten Stehblock der Gegentribüne. Als mir die Ultras im Umlauf der Kurve vor Spielbeginn entgegen kamen, dachte ich eigentlich eher an Thor Steinar und Co, am Ende hing aber ein „RWO-Fans gegen Rassismus“ Lappen über der Handtuchmafia Fahne, wie man sich doch täuschen kann. Sich untereinander mit „Hey du Fotze“ begrüßen muss trotzdem nicht sein! Der Support war für die etwa 50 bis 100 Ultras eigentlich ganz ok. Eine Trommel, 1 bis 2 Schwenker, Lautstärke dank Dach recht gut, einzig die Auswahl an Liedern ließ ein wenig zu wünschen übrig. Gefühlt wurde die ganzen ersten 45 Minuten nur 3 verschiedene Lieder dauerhaft gesungen, außer viel Shalalalala RWO und Oberhausen olé olé kam textlich auch nicht viel bei mir an. Auf Gästeseite war heute Harry Potter Tarnumhang-Mottofahrt. Alle 10.000 Verler trugen heute eben diesen und waren damit im Gästeblock unsichtbar. Um genau zu sein, ich habe keinen Einzigen gesehen.

Das Spiel war aber auch nicht sonderlich ansehnlich, so dass man das Nicht-Erscheinen fast verstehen kann. Nur fast, da man natürlich auch beim Grottenkick hinter seiner Mannschaft stehen sollte. Highlights waren dann wohl zweite Minute, Verler foult, Oberhausen spielt den Vorteil aus und verwandelt, erst dann pfeift der Schiri den Vorteil ab und gibt Freistoß Oberhausen statt Tor. In der 36. Minute klärt ein Verler mit wer weiß welchem Körperteil auf der Linie, Fuß oder Kopf waren es jedenfalls nicht. Erst in der 52. Minute nutzen dann die Oberhausener einen Abwehrfehler der Gäste, der Verler rutscht weg und der Oberhausener Spieler kann frei vor dem herauskommenden Torwart zum 1:0 verwandeln. Als in der Folge 2 offensive Spieler der Oberhausener ausgewechselt werden, kommt auf der Tribüne Unmut auf, dass man nicht immer bei Führung die guten Spieler auswechseln und die schlechten auf dem Platz lassen solle, da sich dies schon bei den letzten Spielen gerächt hätte. Als dann Verl in der 85. Minute den etwas unerwarteten Ausgleich erzielt, fühlt sich ein Teil der Zuschauer bestätigt und skandiert „Trainer raus“-Rufe, ziemlich viel Pöbelvolk dort.

Viel mehr gibt es aber auch nicht zum Spiel zu sagen. Das spannendste sind eigentlich die Schiffe, die während dem Spiel auf dem Kanal hinter der Gästekurve entlangfahren. Fürs Stadion selbst gibts dennoch eine klare Besuchsempfehlung, wer weiß, wann der erste Geschäftsmann eine Multifunktionsarena in Oberhausen vorschlägt.

Fortuna Köln – VfL Osnabrück 3:1, Fr. 04.12.15

Die letzten zwei Wochen wurden fleißig Spielpläne studiert um den genauen ersten Geltungstag meiner für die Masterarbeit benötigten Probe-Bahncard 100 möglichst sinnvoll festzulegen. Da wir an Nikolaus in Stuttgart spielen sollten und direkt den folgenden Tag meine Masterarbeit beginnt, wurde ein Weg gesucht, das Wochenende reisetechnisch noch sinnvoll zu nutzen, gleichzeitig aber zu viel Stress zu vermeiden. Aus der Heimat reist es sich deutlich kürzer nach Stuttgart, also wurde der Plan gefasst, Freitag in die Heimat zu fahren und Freitag und Samstag zwei Spiele in NRW mitzunehmen. Da die Auswahl Freitags doch ziemlich begrenzt ist, blieb eigentlich nur Fortuna Köln gegen den VfL Osnabrück. Südstadion fehlte mir noch in Liga drei, abends noch entspannt nach Hause, perfekt. Also Bahncard-Beginn auf 04.12. gelegt und an diesem Tag mittags auf den Weg Richtung Domstadt gemacht. Die erste ICE-Fahrt mit einer Bahncard 100 gestaltete sich dann auch ziemlich ereignisarm. Nichts, wovon man noch Jahre später seinen Kindern erzählen wird, wobei eine Bahncard 100 meiner Meinung nach schon ein Gespräch wert ist. War die Fahrt bis Köln quasi kostenneutral (die BC100 wird ja eh ab Mo wochentags fürs Pendeln gebraucht), gab’s im örtlichen Hauptbahnhof den ersten Schock: Wollen die tatsächlich für die Gepäckschließanlage mittlerweile 4 Euro für 2 Stunden und 7 Euro für den Tag. Zum Vergleich, in Bremen kostet der Tag je nach Auslastung 3 bzw. 4 Euro. Aber vielleicht gibt’s für das Gepäckstück ja noch eine Führung durch den Dom inklusive, sieht ja keiner, wo die Box hinfährt. Den restlichen Weg per Straßenbahn zum Südstadion wurde sich dann wieder auf die BC100 verlassen (die gilt doch im City1-Bereich?!) und dort auf den zweiten Schock gewartet. Eintrittskarte Steh ermäßigt 12 Euro. Dafür komm ich selbst in Liga 1 ermäßigt rein. Es gibt zwar theoretisch günstigere Steher in den Kurven statt Steh Mitte, allerdings wird der Heimbereich der Kurve halt auch nur bei entsprechendem Andrang geöffnet.

Mit diesem Luxusticket wurde mir dann auch ohne Probleme (angekündigt waren auch hier vorab intensivere Kontrollen) Einlass ins Südstadion gewährt. Klassisches Fußballstadion mit Laufbahn, flacher Sitzplatzhaupttribüne und sonst Stehplatztribünen mit echten Kurven. Wie angekündigt war die Heimkurve gesperrt und so versammelte sich das Fortuna-Publikum auf der Gegengeraden auf beiden Seiten des Spielertunnels. Für mich interessant postiert sich auf jeder Seite eine aktive Gruppe links und rechts des Tunnels. Aus dem Block gesehen links stehen Eagles, Schäng Gäng und Umfeld, während auf der rechten Seite die Mülltonn stehen. Die Eagles sollten aufgrund ihres wirklich langen Bestehens so ziemlich jedem bekannt sein, am heutigen Abend versammelten sich in ihrem Bereich etwa 20 bis 30 Leute mit 2 bis 3 Schwenkern. Vor Spielbeginn verkauften Mitglieder am eigenen Stand auch Mützen und Kleberpakete direkt vorm Block. Die Mülltonns fallen zunächst mal durch ihre Mülltonnen-Trommel (quasi Metallmüllkorb mit Trommelfell in der Öffnung) und die starke Zaunbeflaggung auf. So hingen nicht nur Gruppen- und Vereinszaunfahnen sondern auch mehrere „Kein Mensch ist illegal“ und „Refugees welcome“ Fahnen, sehr sympathisch. Leider wurde der Großteil der Fahnen von einer Ersatztrainerbank (die beiden Mannschaften hatten je eine und das war eben eine dritte ungenutzte) direkt vorm Zaun verdeckt. Übrigens positionieren auch Eagles und Schäng Gäng sich ganz klar gegen Rassismus, wirklich nette Szene dort also, auch wenn man nicht unbedingt mit Auswärtsfahrerzahlen und stimmgewaltigen Support punkten kann 😉 Der Support war auch am heutigen Abend eher wenig und spielbezogen. Ab und zu kletterte mal ein Vorsänger bei Mülltonn auf den Zaun und stimmte etwas an, die meisten Lieder kamen aber direkt aus dem Block.

Die Gäste aus Osnabrück standen bis 10 Minuten vor Anpfiff noch sehr breitgefächert in der weiten Gästekurve. Erst kurz vor Anpfiff kam dann die Szene rund um Violet Crew an und beflaggte den zentralen Bereich des Blockes mit einem Ultras Osnabrück-Banner, dem Gruppenbanner und vielen kleinen Bannern ziemlich flächig in lila-weiß. Ergab für mich ein sehr stimmiges Bild, ebenso wie die Positionierung fast aller Osnabrücker hinter den Bannern. So waren von Gästeseite trotz fehlendem Dach während des ganzen Spiels über laute Gesänge zu hören, die von Trommel und mehreren Schwenkern begleitet wurden. War jetzt kein Lied dabei, was bei mir wirklich in Erinnerung bleibt aber für einen Freitag Abend wirklich gut. Wirklich gut wirkte auch die Pyroshow zu Beginn der zweiten Halbzeit. Neben zwei Mal Leuchtspur in Himmel bzw aufs Feld gab es mehrere Blinker und ein paar Fackeln am Zaun. Sieht einfach schick aus bei einem Abendspiel. (wie Faszination Fankurve berichtet, hätte es eine viel größere Pyroshow auf Gästeseite geben sollen, vor dem Gästeblock wurden vor dem Spiel 20 kg Pyrotechnik gefunden). Das einzige Problem was sich ergab war die Tatsache, dass man eine Pyroshow nicht so schlagartig beenden kann. Dem eigenen Team brachte die zusätzliche Motivation nämlich herzlich wenig, genau während der Show erzielte Fortuna das 3:0, nachdem man bereits in Halbzeit eins die Tore zum 1:0 und nach schönem Flankenlauf über links vorbei an 4 Osnabrückern und Pass in den Rücken der Abwehr das 2:0 erzielte. Hier hätte man als Gästefan vielleicht gerne die Pyroshow schlagartig beendet. Erst in der 72. Minute konnten die Gäste nach Flugkopfball zum 3:1 verkürzen. Half aber nichts mehr, in einer das ganze Spiel über sehr einseitigen Partie gewann die Fortuna auch in dieser Höhe verdient. Festzuhalten bleibt noch die sehr ruppige Art der Gastmannschaft. Viele auch härtere Fouls, die eher selten abgepfiffen wurden während man selbst bei jeder noch so kleinen Berührung zu Boden ging. Die ruppige Art hatte auch schon nach 20 Minuten eine verletzungsbedingten Wechsel bei Fortuna zur Folge.

Highlight war für mich ganz klar, als der Schiri das Spiel unterbrach und einen Osnabrücker dafür ermahnte, den Balljungen ziemlich hart angeschnauzt zu haben, gutes Ding! Nicht so gut waren leider einige wenige Fortuna-Fans, die Osnabrück-Spieler Dercho immer wieder sexistisch und homophob mit Gesängen wie „Dercho ist ne Frau“ und „…nimmt ihn in den Mund…“-Rufen beleidigten.

Zur Feier des Tages gab es am Ausgang dann noch für jeden einen Fortuna-Kalender 2016 vom Sponsor und ich erreichte dann dank leichter Verspätung der Bahn sogar noch den Zug eine Stunde früher. Hier bewies dann noch der Lokführer seinen Humor mit der Ansage: “ Guten Abend liebe Damen und Herren, hier spricht ihr Lokführer. Wegen eines Vandalismusschadens, irgendwelche Vollhonks haben eine Scheibe eingeschlagen, musste dieser Zug getauscht werden. Durch die verspätete Bereitstellung haben wir aktuell eine Verspätung von 10 Minuten. Wenn sie die Honks treffen, die sich damit brüsten, eine Scheibe in einem Zug eingeschlagen zu haben, bestellen Sie ihnen einen schönen Gruß und hauen ihnen eine rein!“ 😀

FC Carl Zeiss Jena – FSV Zwickau 0:1, So. 29.11.15

Eigentlich würde ich euch hier jetzt mit dem Bericht zum Spiel Chemie Leipzig gegen FSV Zwickau II beglücken. Per Fernbus um kurz nach zehn in Leipzig angekommen, war den anderen beiden Chemie dann doch nicht interessant genug und so wurde sich spontan entschieden, mit dem Wochenendticket für weitere 16 Euro weiter nach Jena zu fahren. Um 14:05 sollte hier das Spiel Carl Zeiss Jena gegen die erste Mannschaft des FSV Zwickau stattfinden. Da ich auch im Ernst-Abbe-Sportfeld noch nicht war, sprach von meiner Seite nichts dagegen und so wurde die Reise über Weltstädte wie Weißenfels und Großheringen gen Paradies angetreten. Klingt komisch, ist aber so! Von Jena Paradies beträgt der Fußweg nur knapp 10 Minuten und so fanden wir uns nach kurzem Kartenkauf (Steher ermäßigt für sieben Euro) schnell in der Schlange der Einlasskontrollen. Nachdem ich mich gestern in Bremen noch wunderte, wie lasch die Kontrollen nach den Ankündigungen vorab abliefen, durfte ich heute dann doch mal alle Taschen leeren und auch die Kamera noch aus ihrer Tasche holen. Den Blick des Ordners, als ich ihm anbot, die Kamera selbst zu inspizieren, war es allemal wert. Pünktlich zu unserem Eintritt ins Stadion versammelte sich die heimische Horda Azzuro nur für uns vorm eigenen Verkaufsstand zum gemeinsamen Weg in den Block. Schon lustig, wenn man plötzlich inmitten der örtlichen Ultragruppe steht, obwohl man sich doch eigentlich gekonnt unauffällig verhalten will. Da wir aber in Shoppinglaune waren, entschlossen wir uns, nicht mit unserer neuen Gruppe in den Block zu gehen sondern stattdessen noch was zu lesen und kleben zu kaufen. Dies konnte dann mit einem Bratwurstdealer (Spieltagsheft der HA), einem Legionär (280-seitiges Hoppingheft aus Jena) und insgesamt knapp 20 verschiedenen Klebermotiven aus der örtlichen Wühlkiste zur Erweiterung der Sammlung sehr erfolgreich umgesetzt werden. Jetzt weiß ich auch endlich, wozu Winterjacken so viele versteckte Taschen haben. Mit gefüllten Taschen (klingt ebenfalls komisch) wurde dann noch von den Nebenplätzen des Ernst-Abbe-Sportfeldes das Panorama des nebenan gelegenen Berges genossen, bevor uns laute Martinshörner Richtung Heimkurve zogen. Dort angekommen waren 15 bis 20 Polizisten in voller Montur vor dem Heimblock zu sehen. Gab wohl etwas Stress aufgrund des Versuchs, den Block ohne weitere Kontrollen zu stürmen. Könnte auch daran gelegen haben, dass in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Fans des FCC die gesamte nebeneinander befindliche Heim- und Gästekurve in den Vereinsfarben blau-weiß-gelb bemalt hatten, worauf Stadt und Verein Samstag alles wieder grau gepinselt haben. Begründet wurde dies damit, dass die gelb hervorgehobenen Fluchtwege nicht mehr klar erkennbar waren und das Spiel dadurch vor einer Absage gestanden hätte. Am Spieltag war die blau-weiß-gelbe Farbgebung jedenfalls leider nur noch im Pufferblock erkennbar. Beide Seiten nutzten im Laufe des Berichts noch folgende Spruchbänder zur Thematisierung des Ganzen.

Für uns ging es wieder zurück in Richtung des Blocks direkt neben der Haupttribüne gegenüber der Heim- und Gästekurve und auf weitere Erkundung des Stadions. Das Ernst-Abbe-Sportfeld ist ein wahres Oldschool-Stadion mit Laufbahn, einer großen überdachten Haupttribüne und rundrum verlaufenden unüberdachten Stehtribünen. Die Flutlichtmasten mussten zu Zeiten des Hochwassers vor einigen Jahren aufgrund von Unterspülung entfernt werden und so stellt der Holzturm mit Uhr und Carl Zeiss Logo auf dem Vereinsheim quasi die höchste Erhebung dar.

Sowohl Heim- als auch Gästeblock waren gut beflaggt. So hing vor der Heimkurve der große „Unbeugsam und unverkäuflich“-Banner gegen den am Verein beteiligten Investor und hinter dem Block die große „Ernst-Abbe-Sportfeld“-Fahne, welche leider aufgrund des starken Windes kaum zu lesen war. Während auf Heimseite die Freunde aus München mit einem Schickeria-Lappen anwesend waren, zeigte man auf Zwickauer Seite einen Ultras Dynamo-Fetzen neben der Red Kaos Fahne. Die Gästefans positionierten sich im Block hinter den ersten Wellenbrechern, an denen die in kyrillischer Schrift gehaltene Ultra-Fahne befestigt war. Sieht zwar wirklich nett aus, von der Anzahl an Gästefans war ich aber wirklich enttäuscht. Auch sonst gab es sowohl optisch als auch akustisch nichts sonderlich dolles von den Sachsen. Ein einzelner roter Schwenker war dauerhaft im sonst eher schwarz gehaltenen Block im Einsatz. Akustisch konnte nur wirklich selten etwas vernommen werden, einzig bei Klatsch- und Hüpfeinlagen merkte man ein wenig Motivation. Auf Heimseite waren viele gelbe und blaue Schwenker und Doppelhalter dauerhaft in Aktion und auch die Gesänge kamen sehr melodisch und auch etwas textreicher rüber. Nicht ganz so textreich dafür umso lauter bleibt das schon letzte Woche in Babelsberg öfter gesungene „Jena, Jena, Jena, Jena“ in Erinnerung. Vom Spiel bleibt dagegen eher wenig in Erinnerung. Sehr umkämpfte Angelegenheit mit sichtbaren Vorteilen für den FCC. Das einzige Tor des Tages machte aber Zwickau. Jena drängte zwar ab dem Gegentor immer mehr, scheiterte aber des öfteren am Torwart der Zwickauer. Apropos Torwart: Sein Gegenüber auf Jenenser Seite schaffte es, sich auf eher negative Weise in Erinnerung zu halten. Nach Abpfiff haute er einen der Zwickauer Spieler um, was zu einigen Tumulten und einer roten Karte für ihn führte. Auf dem Weg in die Kabine wurde dann auch das Schirigespann ausgepfiffen und mit Gegenständen beworfen, wobei der Linienrichter nach einem Treffer zu Boden ging. Wenn schon zwischen den Fanlagern ncht viel los ist. Trotzdem total unnötig und wird sicher noch Folgen für den Verein haben.

Folgen verhindert wurden durch den Verein dagegen wie bereits erwähnt durch Graumalerei im Stadion. Die Wiedererkennbarkeit der markierten Fluchtwege wurde während des Spiels sowohl von Heim- als auch Gästeseite mit Spruchbändern thematisiert. Auf Heimseite folgten auf ein „Südkurve bleibt unbequem“ und ein „Ernst-Abbe-Sportfeld: Südkurve grau, kein Flutlicht, Kaninchen in der Nordkurve, ein Ort zum flüchten“ mit einem „Zum Glück gibt es Fluchtwege“ und einem roten „Verpisst euch“ sarkastische aber auch klare Statements. Letzteres wurde unter anderem von einem „Cops“ Doppelhalter umgeben und von „Alle Bullen sind Schweine“-Gesängen akustisch untermalt. Die Gästekurve zeigte zur Thematik einen „Einen Fluchtweg, einen Fluchtweg, einen Fluchtweg bauen wir“-Banner. Bereits zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es im Gästeblock einen „Geburtstagsgruß“ an den NOFV in Form eines „Wir gratulieren zu 25 Jahren Stasi-Herrschaft nach der DDR: Alles Gute Silbermöven NOFV“-Spruchbandes.

Nach Abpfiff ging es für uns dann über Jena-Paradies, Großheringen, Halle und Magdeburg zurück nach Berlin. Einzig nervig war der Schaffner im Zug nach Magdeburg, der tatsächlich die Ausweise aller drei auf unserem Ticket eingetragener Personen sehen wollte und anschließend noch rumpöbelte. Ansonsten muss man sagen: entspannte WET-Tour, neues Stadion und vor allem viele neue Städte und Dörfer im Osten der Republik 😀

 Bilder gibt es hier: nurdersvw.de

Türkiyemspor Berlin – BSC Rehberge 1945 3:0, So. 22.11.15

Sonntag, Schneeregen, Landesligakick zwischen Türkiyemspor und dem BSC Rehberge mit Schnitzer-Stefan. Dem Spiel vorausgegangen war eine etwas chaotische Planung. Hatten wir uns gestern auf der Rückfahrt aus Wolfsburg alle zusammen zum Spiel Weissenseer FC – BSC Eintracht Südring verabredet, gab es morgens die Meldung, das Spiel würde wohl auf dem Nebenplatz stattfinden. Schnell wurde Türkiyemspor als Alternative präsentiert (sorry an dieser Stelle an Dirk, wir haben leider keinen Weg gefunden, mit dir in Kontakt zu treten, immerhin hast du als einziger von uns Weißensee doch auf dem Hauptplatz spielen sehen), bevor sich für Mahlsdorf – Altglienicke entschieden wurde. Da Matze von vor Ort berichtete, dass dies ebenfalls auf dem Nebenplatz ausgespielt wurde, hieß es am Ende doch wieder Türkiyemspor. Mit Stefan also Haltestelle Südstern getroffen und gemeinsam für je 3 Euro Eintritt den Sportplatz Blücherstraße betreten. Dieser ist der aktuelle Ausweichplatz von Türkiyemspor, da das Willy-Kressmann-Stadion als eigentlicher Spielort baufällig ist und aktuell renoviert wird. Frühestens in der Rückrunde geht es für Türkiyemspor zurück in ihre Heimspielstätte, so lange dient der Spielort der Frauen und Jugendmannschaften als Ausweichplatz. Dieser Ausweichplatz bietet nebem einem Kunstrasen mit Laufbahn und einer vierstufigen Tribüne auch eine Flutlichtanlage mit insgesamt 8 Masten. Wieso mit 4 begnügen, wenn man 8 haben kann?! Neben entsprechender Ausstattung weiß auch die Umgebung zu gefallen. Zwischen Wohnblöcken und Schule rundrum gelegen mit Blick auf eine Skyline mit Kirche, kommen bei mir ein wenig Heimatgefühle auf, erinnert das ganze doch ein wenig an den Kölner Dom.

Da es vor Anpfiff nur leicht bewölkt war, mit Spielbeginn aber begann zu schneien, erinnerte das Spiel teilweise ein wenig an Schlittschuhlaufen. Der anfangs grüne Kunstrasen wurde immer weißer, so dass der Spielball von weiß zu orange wechselte. Die Farbe des Balles wirkte sich allerdings wenig aufs Spielgeschehen aus. Türkiyemspor stellte in einer eher schlechten Partie das etwas bessere Team, was sich in einem 1:0 Halbzeitstand wiederspiegelte. Bei Tee, Kaffee und Sesamstangen im Vereinsheim konnte die Pause genutzt werden, den Körper wieder ein wenig auf Normaltemperatur zu bringen. In Halbzeit zwei dauerte es bis etwa zur 85. Minute, bis das technisch versiertere Heimteam mit dem 2:0 nach schöner Kombination über außen den Sieg klar machte. Kurz vor Ende erhöhte man noch auf 3:0, was dann auch den Endstand in einer ereignisarmen Partie bedeutete. Wenn uns also jemand fragen sollte, was wir am ersten Schneetag des Winters 15/16 gemacht haben, wir waren Fußball gucken. 😉

SV Babelsberg 03 – FC Carl Zeiss Jena 0:0, Fr. 20.11.15

Freitag Abendspiel und mit Carl Zeiss Jena ein interessanter Gegner mit Fanszene. Grund genug für mich, mal wieder Babelsberg 03 und dem netten Karl-Liebknecht-Stadion einen Besuch abzustatten. Rund um den Babelsberger S-Bahnhof dann auch gleich von einer Menge Polizisten begrüßt worden, man rechnete wohl mit großem Andrang oder besteht jetzt schon Terrorgefahr in Liga 4? Am Ende waren es dann leider nur knapp 3300 Zuschauer, die den Weg ins Stadion fanden. Wenn man bedenkt, dass Jena immerhin Tabellenführer ist, schon ein wenig ernüchternd. Vielleicht klingt ein Duell der beiden besten Defensivmannschaften der Liga dann doch nicht soooo verlockend.

Aber egal, vor dem Spiel hieß es auf Heimseite erstmal fleißig Spenden für die geplante Choreo sammeln. Bei dieser wurde mit Anpfiff an der vorderen zweier blau-weiß-blauer Stoffbahnen am vorderen Zaun (hier inkl. gebastelter Flutlichtmasten) und hinter dem Block ein Babelsberg 03 Logo hochgezogen und vom M-Block dazu passende blaue bzw weiße Folien hochgehalten. Nachdem die Folien weg waren, leuchtete der Block von Wunderkerzen erhellt. Nichts großes, aber sah schon ganz nett aus und kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Neben besagten Stoffbahnen hingen das schon bei vorherigen Spielen gezeigte „Keep on fighting Yuri“ Spruchband für einen israelischen Ultra und der „We love Cem!“-Banner für Trainer Cem Efe nach dessen klaren Worten bezüglich Rassismus im Anschluss an das Zwickau-Spiel, welcher schon in Halberstadt hing, vor dem N-Block. Während der ersten Halbzeit waren die Babelsberger außer bei einzelnen „Yalla SVB“ von meiner gegenüberliegenden Position eher seltener zu hören, auch optisch fiel man außer durch 2 bis 3 eher unregelmäßig aktiven Schwenkern kaum auf. Ende der ersten Hälfte erinnerte der M-Block mit einem „Antifa bleibt notwendig – In Gedenken an Silvio Meier“ Spruchband an den heute vor 23 Jahren am U-Bahnhof Samariterstraße in Berlin-Friedrichshain von einem Nazi ermordeten Silvio Meier. Die Jenenser im relativ gut beflaggten Gästeblock waren von meinem Standort im O-Block an der Ecke zur Haupttribüne deutlich öfter zu vernehmen. Hinter der Südkurven-Zaunfahne waren etwa 50 bis 60 Jungs und Mädels dauerhaft aktiv und wussten mit Schalparaden und ähnlichem zu überzeugen. Auch hier waren 2 bis 3 größere Schwenker allerdings wesentlich häufiger in Aktion. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es auf Babelsberger Seite eine zweite Choreo, bestehend aus einem kyrillischen Spruchband vor dem Block und mehreren an Doppelhaltern befestigten Konterfeis von Faschisten in Russland ermordeter Antifaschisten in Verbindung mit einem „Fascism kills“-Spruchband im Block (ein Infotext hierzu findet sich im Ultra Unfug zu diesem Spiel und bei amaranto). Akustisch und optisch änderte sich am Bild von Halbzeit 1 wenig, die beiden Babelsberger Vorsänger versuchten immer wieder, die Menge zu mehr Support zu animieren, was teilweise auch gelang.

Auf dem Platz war zunächst Jena spielangebend. Die Thüringer erarbeiteten sich immer wieder einzelne, wenn auch nicht zwingende, Torchancen. Babelsberg gelang mit einer seiner ersten Chancen in der 24. Minute ein Tor, welches allerdings wegen Abseits nicht gegeben wurde. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich ein ziemlich ausgeglichenes Spiel, bei welchem Babelsberg mit zunehmender Spielzeit immer besser wurde und sich in der zweiten Halbzeit mehrere Ecken und auch Torchancen erarbeitete. Ein Tor blieb trotz allem bis zum Schluss aus, was auch daran lag, dass wie in Halbzeit eins auf Babelsberger Seite, diesmal auf Jenenser Seite ein Tor aufgrund Abseitsstellung kurz vor Ende keine Anerkennung fand. Das Duell der beiden defensivstärksten Mannschaften endete am Ende also 0:0, war bei diesen Vorzeichen vielleicht auch nicht anders zu erwarten.

 Bilder gibt es hier: nurdersvw.de