Hertha BSC – Brøndby IF 1:0, Do. 28.07.16

Wenn dein zweitliebster Verein nur vier Stationen von deiner Wohnung spielt, kann der Tag nur gut werden. Natürlich bin ich nicht nach Charlottenburg gezogen, sondern Hertha sollte im Jahn-Sportpark, Heimspielstätte des BFC Dynamo, spielen. Grund dafür sind wohl in erster Linie die hohen Kosten eines nur halb vollen Olympiastadions. Der Jahn-Sportpark mit seinen knapp 20.000 Plätzen war dagegen schon Tage vor dem Spiel ausverkauft. Da es Gästeblockkarten nur vor Ort am Brøndby Stadion zu kaufen gab, blieb für mich nur noch ein Restticket Reihe 3 der Gegentribüne.

Nach den Gewalttaten der letzten Wochen hieß es auch im Vorfeld des heutigen Spiels verschärfte Sicherheitskontrollen. Am Ende war es dann etwa so, dass nicht mal meine Kameratasche kontrolliert wurde, also deutlich harmloser als jedes Ligaspiel. Könnte aber auch an den vielen Zuschauern bei nur 2 Eingängen gelegen haben. Vor dem Spiel meinten dann ein paar spätpubertäre Hertha Fans auch noch, die Busfahrerin der Dänen mit dummen Sprüchen beeindrucken zu müssen. Ich glaube ja, wäre sie ausgestiegen, der ein oder andere mit großer Klappe wäre schnell geflüchtet.

Etwa eine Stunde vor Anpfiff war es auf den Rängen noch gähnend leer, die Hertha Szene sammelte sich im Umlauf und auch der normale Zuschauer versorgte sich erstmal mit Bratwurst und Bier. Herthas Szene postierte sich am heutigen Abend auf der rechten Seite der überdachten Gegentribüne etwa in Block J. Die Gäste aus Brøndby bekamen den Bereich der unüberdachten Kurve rechts der Haupttribüne zugesprochen. Vor dem Spiel fand wohl auf Gästeseite ein gemeinsamer Marsch vom Alex zum Stadion statt, entsprechend blieb der Gästeblock auch bis 30 Minuten vor Anpfiff leer und wurde dann bis Anpfiff mit gelben und blauen Bändern verziert. Auch stimmungsmäßig legten die Gäste von Beginn an im dann komplett gefüllten Gästeblock gut los. Laute Gesänge, rythmisches Klatschen und insbesondere Fahneneinsatz mit jeder Menge gelb-blauer Fahnen im gesamten Gästeblock. Der Zaun wurde mit der großen Brøndbyernes IF-Zaunfahne und einzelnen Dänemark-Fahnen beflaggt. Die erwartete Pyroaktion zu Beginn entfiel und so entflammte erst in der zweiten Hälfte die erste Fackel, allerdings auf Heimseite. Hertha nach kaum Materialeinsatz in Halbzeit 2 etwas aktiver und mit etwa 10 Fackeln und „nur echt in blau weiß“ Fahne wenigstens einmal auf sich aufmerksam machend. Ansonsten war es auf Heimseite eine wirklich enttäuschende Leistung. Trotz Dach war kaum was zu hören, außer zwei mal gemeinsamem Singen und Klatschen kam da gar nichts. Schon bitter, wenn man in der eigenen Stadt vom Gegner 90 Minuten an die Wand gesungen wird. Brøndby Mitte der zweiten Hälfte dann auch noch mit großer Pyroaktion inklusive Böllern und Leuchtspur in den Himmel und in Richtung Platz. Ich halte von Leuchtspur ja nicht so viel, aber bei einem Abendspiel in einem Oldschool-Stadion mit Laufbahn und unüberdachter Kurve hat das schon was. Allein der Fans wegen hätte Brøndby jedenfalls mindestens einen Punkt in Berlin verdient. Nachdem aber Hertha nach anfänglich gutem Beginn der gelb-blauen mehr und mehr das Spiel in Halbzeit eins dominierte und folgerichtig per Fallrückzieher in Führung ging, half auch eine gute zweite Hälfte den Gästen nicht mehr zum Ausgleich. Mit einem 1:0 für Hertha ist aber für das Rückspiel in Brøndby noch alles offen, wobei wir ehrlich sein sollten: auch wenn Brøndby die letzten 15 Jahre fast jedes Jahr international gespielt hat, so geht doch Hertha als klarer Favorit ins Rückspiel, nicht nur wegen dem Hinspiel. Ich werde mir das Rückspiel wohl nur vor dem TV geben, meine üblichen Wege nach Kopenhagen werden wohl mit Herthanern überfüllt sein, dass es als Heimfan keinen Spaß machen würde.

Zuletzt nochmal eine Empfehlung, sich Brøndby ruhig mal auswärts zu geben!

Hader FCK!

TSG Neustrelitz – VfB Lübeck 0:1, Mi. 13.07.16

Mitte Juli, Zeit der Vorbereitung. Nachdem gestern die Saison für mich mit dem Testspiel meiner Bremer bei Altglienicke endlich los ging, war für heute zunächst gar nichts geplant. Ein kurzer Blick am Morgen bei Facebook und eine Nachfrage in Whatsapp später schnell ein Flixbus-Ticket gebucht und schon ging es mit dem Bus zu zweit durch tiefste brandenburgische Provinz ins mecklenburgische Neustrelitz. Hier sollte die TSG Neustrelitz, Regionalliga Nordost, den VfB Lübeck aus der Regionalliga Nord zum Testspiel laden. Für uns die Möglichkeit, unseren kommenden Gegner (Werder testet am Samstag beim VfB in Lübeck) etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Zunächst hieß es aber mal Verpflegung im örtlichen Supermarkt fassen und unsern dritten Mitreisenden am Bahnhof in Empfang nehmen. Zu dritt ging es dann auch durch Altstadt und Schlossgarten der Kur- und Residenzstadt, die sich bei DDR-Bürgern wohl regem Interesse erfreute. Kann man durchaus verstehen, wirklich nett anzusehen.

Nett anzusehen ist auch das mitten in der Natur gelegene Parkstadion Neustrelitz. Neben dem wohl recht neuen Gästeblock sah es zwar eher nach Hochwasserrückhaltebecken aus, die Gegengerade wusste aber mit viel Wald zu gefallen, einzig die Werbebanden wirkten dann doch ein wenig zu groß. Da die Wetterkarte Regen und Unwetter ankündigte und es auch nur auf der überdachten Haupttribüne richtige Eintrittskarten gab, wurden unermäßigte 10€ für den Einlass geopfert und dank weiterhin strahlendem Sonnenschein dann doch das ganze Spiel in der ersten Reihe auf ebenfalls blauen Sitzschalen verweilt, die allerdings auch zum Preis der Steher zu haben gewesen wären. Die Zeit bis Anpfiff wurde dann verquatscht und mit Hände schütteln mit dem „Mäzen“ von Neustrelitz, Pokemons suchen (NICHT) und Nahrungsaufnahme (Wurst 2,50€ ok, das Vollkorntoastbrot dazu aber eher nicht so toll) verbracht. Spielerisch war das Ganze dann auch eher so, wie man ein Testspiel erwartet. Noch relativ viele Testspiele, Abstimmung stimmte noch nicht immer, dennoch gab es auch ein paar ganz nette Spielzüge zu sehen, von denen der Gast aus Lübeck auch einen mit einem Tor erfolgreich zu Ende bringen konnte. Die Neustrelitzer in den letzten 15 Minuten noch das ein oder andere mal richtig gefährlich vorm gegnerischen Tor, von Erfolg war dies aber leider nicht gekrönt und so blieb es beim 0:1. Für Werder am Wochenende bleibt festzuhalten, dass bei heutiger Leistung der Lübecker ein Sieg der Werderisti möglich sein sollte. Neustrelitz wurde übrigens trotz des Testspielstatus von ein paar Personen mit großem (Residenzstadtszene) und kleinem (blau weißen) Schwenker + Trommel zumindest teilweise angefeuert.

Auch nach Abpfiff blieb es trocken und so konnte ganz entspannt der Weg in Richtung Bahnhof in Angriff genommen werden und nach knapp einstündiger RE-Fahrt hatten wir dann auch wieder Berliner Boden unter den Füßen!

Union Fürstenwalde – CFC Hertha 06 5:0, So. 12.06.16

Eigentlich war für heute ein Doppler geplant. Zunächst sollte noch Frankfurt/Oder gegen TeBe A-Jugend vorher mitgenommen werden, ein Stadion, in dem immerhin schon Werder im Europapokal gespielt hat. Da die Spiele der Oberliga und damit unser Hauptspiel aber eine Woche vorher von 15 auf 14 Uhr verlegt wurden, fiel das A-Jugend-Spiel flach und es ging direkt über Königs Wusterhausen und von da per Auto zum heutigen Spiel zwischen Union Fürstenwalde und CFC Hertha 06 im Friesenstadion. Nachdem Fürstenwalde bereits letzte Woche den Aufstieg in die Regionalliga Nordost (kommende Saison also Gegner wie Babelsberg) klar gemacht werden konnte, sollte es heute noch um die Meisterschaft der Oberliga Nordost Staffel Nord gehen. Aus Anlass der Feierlichkeiten zum Aufstieg wurde heute auf Eintrittskosten verzichtet. Auch das Wetter spielte bei Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad mit und so waren wir nicht alleine im weiten Rund. Gäste aus Berlin waren allerdings wie zu erwarten keine vor Ort, so dass der Gästeblock lediglich als Spielplatz der Jugend genutzt wurde. Das Stadion selbst besteht aus einer mit Sitzschalen ausgestatteten Haupttribüne vor dem Vereinsheim und Stehtribünen hinter den Toren und auf der Gegengeraden. Umgeben ist es von 3 anderen Plätzen und viel Wald.

Zu Beginn des Spiels wurden jede Menge Spieler verabschiedet, was sich aufgrund der gähnend langweiligen Geschichten des Stadionsprechers ziemlich hinzog. Als das Spiel dann endlich mit 5 Minuten Verspätung angepfiffen wurde, entwickelte sich zunächst ein recht ausgeglichenes Spiel. CFC Hertha immer wieder mit einzelnen Angriffen, die vom heimischen Favoriten aber sicher geklärt werden konnten. Je länger das Spiel dauerte, desto überlegener spielte aber das Heimteam auf und ging nach einigen vergebenen Großchancen dann auch mit 1:0 in Führung, was dann auch den Halbzeitstand bedeutete. Nach der Pause dann ein ähnliches Bild, Fürstenwalde zwar klar besser aber bis weitere Tore fielen, dauerte es dann doch ein wenig. Erst die letzten 10 Minuten fielen dann auch die Tore zum auf dem Papier deutlichen 5:0. Während wir auf die wunderschönen kotzgrünen Aufstiegsshirts verzichteten, blieben wir dann doch noch zumindest bis zur Pokalübergabe zur Staffelmeisterschaft.

Während es zum Spiel auch nichts mehr zu erzählen gibt, bleiben noch die Fans. Relativ bunt gemischtes Publikum mit vielen Deutschlandfans, wobei leider auch sehr komische gestalten dort anzutreffen waren, die mit Thor Steinar und anderen einschlägigen Bekleidungsmarken auffielen. Mein „Refugees welcome“-Armband wurde dann auch ausgiebig gemustert. Ansonsten aber viele Familien und allerhand Bundesligatrikots zu bestaunen. Selbst eine etwa dreiköpfige Ultragruppe mit entsprechender Zaunfahne und komischem etwas daneben (sah aus wie ein großer Frosch) war vor Ort, die mit ihrer Trommel aber auch nur vor Spielbeginn auffiel. Passte auch irgendwie nicht so recht ins Bild, waren die Beteiligten doch eher gehobenen Alters. Essen gab es auch in Form von Würstchen, Frikadellen und Steaks, wobei man auf letztere beide auch während des Spiels mehr als 5 Minuten warten musste. Dafür waren die Preise mit knapp über 2 Euro für Essen und Bier ok.

Alles in allem eine ordentliche Wochenendbeschäftigung, öfter wird es mich aber wohl nicht in die Gegend verschlagen. Außer alle paar Minuten vorbei fahrenden Traktoren gibt es dort halt auch nicht viel.

BSV Hürtürkel – Tennis Borussia Berlin 3:10, So. 05.06.16

Während andere Teile Deutschlands von Unwettern heimgesucht wurden (so wurde u.a. der letzte Tag des Rock am Ring-Festivals wegen starker Unwetter abgesagt), versprach die Wettervorhersage für Berlin Sonnenschein. Da sich meine Masterarbeit nun im Druck befindet, also nichts mehr änderbar ist, hieß es für mich nach langer Zeit mal wieder ganz entspannter Sonntag. Glücklicherweise gibt es ja auch fernab der Bundesliga noch Fußball und im Gegensatz zur ersten Spielklasse wurde am heutigen Sonntag teilweise sogar noch gespielt. Ich entschied mich für Tennis Borussia auswärts beim BSV Hürtürkel. Die TeBe Leute mal wieder sehen, nicht soweit weg und auch politisch ein wenig Brisanz, soll es doch auf Seiten des heutigen Heimvereins Kontakte zu den faschistischen grauen Wölfen geben (Sören berichtete vor dem Hinspiel in seinem Blog über Hintergründe). Sportlich war dagegen eher wenig zu erwarten. Hürtürkel mit einem Torverhältnis von -92 (!!!) abgeschlagen auf dem letzten Platz, ein paar Tore waren also zu erwarten. Bevor ich los bin brav mit Sonnencreme eingecremt, gucke ich danach aus dem Fenster: fängt es in Strömen an zu regnen. Gut, kann mal passieren, Wetterbericht sagt weiter Sonne und 20% Niederschlagsrisiko und auch Matze meldete aus Neukölln Sonnenschein. Also Jacke zu Hause lassen und los. Beim Umstieg von U-Bahn in den Bus dann der nächste richtige Schauer, tolle Sache, hätte ich die Jacke mal mitgenommen.

Mit Ankunft in Neukölln dann aber zunächst doch erstmal wieder trocken und für 5 Euro ermäßigt den Einlass gewährt bekommen. Da noch nicht allzu viel los war, erstmal das Verpflegungsangebot getestet. Currywurst und Fanta für zusammen 2,50€, Kaffee und Kuchen zusammen für 1,50€, ist halt keine Bundesliga, geil! Nach der beschriebenen Nahrungsaufnahme hieß es dann die mehrstufige Tribüne als einzigen Ausbau des Rasenplatzes auf dem Sportplatz am Hertzbergplatz zu entern, wenig spektakulär. Aufgrund des grauen Himmels wurde sich unter den einzigen Bäumen postiert, so dass wenigstens ein wenig Regenschutz gegeben war.

Das Spiel begann mit viel Ballbesitz und Drang zum Tor durch die Außenseiter von Hürtürkel. Hielt dann aber auch nur drei Minuten an, bis die lila-weißen aufwachten und fortan das Spiel dominierten. Auf Heimseite klappte in der Folge nichts mehr und Tennis Borussia kam schnell zu Torchancen. Auf zwei schnelle Tore der Gäste folgte das erste Highlight. Bereits nach 9 Spielminuten hieß es „Bier ist alle“. Schnell wurde improvisiert und ein Kasten organisiert. Hielt natürlich nicht lange und so musste ab dann auf alkoholfreie Getränke umgeschwenkt werden. Auf dem Feld weiter nur TeBe in Ballbesitz. Nach knapp 15 Minuten musste Tebe dann allerdings schon verletzungsbedingt wechseln, was etwa 10 Minuten später das nächste Highlight zur Folge hatte. Das Spiel wurde unterbrochen, damit der Rettungswagen zum Verletzten auf die andere Seite des Rasens fahren kann. Habe ich so auch noch nicht erlebt. Noch nicht erlebt hat der Rettungswagenfahrer wohl auch ihm zujubelende Zuschauer, er konnte sich ein Grinsen jedenfalls nicht verkneifen. Nachspielzeit in Halbzeit eins dann ob der Unterbrechung natürlich auch locker 5 Minuten. Nachdem sich zwischendurch immer mal wieder blauer Himmel und die Sonne zeigten, wurde es anschließend mal wieder feucht. Wenn man aber Ziele vor Augen hat, ist das alles kein Problem. Die Ziele waren in diesem Falle:

1. Huke sollte noch in den Kampf um die Torjägerkanone eingreifen, klappte mit 7 Toren durch ihn ganz gut. Wenn man bedenkt, wie oft er Chancen vergeben hat oder uneigennützig an den besser stehenden Nebenmann abgegeben hat, war da noch mehr drin.

2. Das Torverhältnis von Hürtürkel sollte auf -100 gesetzt werden. Klappte mit dem 0:8 zur 70. Minute ebenfalls und wurde entsprechend bejubelt. Leider stellte man sich in der Folge eher blöd an oder hatte nicht mehr so richtig Lust. TeBe machte nämlich bis Abpfiff nur noch 2 Tore, Hürtürkel dagegen 3. Endstand also 3:10 und somit bleibt es bei -99, schade aber auch!

Alles in allem ein sehr lustiges Spiel mit netten Gesprächen und vielen Toren, gerne wieder! Nächstes Mal nehme ich aber meine Jacke mit!

VfL Wolfsburg U23 – SSV Jahn Regensburg 1:0, Mi. 25.05.16

Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga in meinem Arbeitsort? Kann man mal machen. Hier sollte heute das Spiel des Nachwuchses des VfL Wolfsburg, Meister der Regionalliga Nord, gegen denjenigen aus dem Süden, den SSV Jahn Regensburg, stattfinden. Im AOK-Stadion hinter der Volkswagen-Arena war ich diese Saison ja schon mit den Werder-Frauen im Ligaspiel gegen die Mannschaft der Wolfsburger. Damals nicht so erfolgreich, war heute wenigstens die Hoffnung auf eine Niederlage der Wolfsburger da. Von der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga ist eigentlich noch weniger zu halten als von den Relegationsspielen 1. Bundesliga gegen 2. Bundesliga und 2. Bundesliga gegen 3. Liga. Dennoch geht es natürlich für die Teilnehmer um viel. Während Wolfsburgs Jugend wohl nicht zwingend auf einen Aufstieg angewiesen ist, geht es um Jahn Regensburg um den möglichst schnellen Wiederaufstieg nach dem Abstieg in Liga 4 nach der letzten Saison.

Da der Andrang beim heutigen Spiel wirklich schwer abzuschätzen war, Sitzer waren bereits vorab ausverkauft und die Wolfsburger Ultraszene mobiliserte auch zum Spielbesuch, ging es mit einem Kollegen nach kurzer Nahrungsaufnahme etwa 60 bis 70 Minuten vor Anpfiff in Richtung Stadion. Hier zwar rund um Allerwiesen und Stadion für ein Spiel unter der Woche erstaunlich viel los, Karten gab es dennoch noch reichlich für faire 5 Euro, allerdings nur auf der Hintertortribüne des Heimbereichs. Einlass trotz Tasche mit Arbeitsunterlagen total entspannt, Bier gab es dennoch nur alkoholfrei, welchen Sinn sowas auch immer hat. Also ohne Getränke in den 40 Minuten vor Anpfiff noch ziemlich leeren Block, der sich bis Anpfiff allerdings gut füllte und auch die Sitz-Haupttribüne und die Steh-Gegentribüne waren gut gefüllt. Während um uns rum im linken Teil der Hintertortribüne eher Normalos mit Wolfsburg Schal standen, postierte sich die aktive Szene ziemlich zentral im Block. Zu hören waren sie aufgrund der Nähe und des Dachs direkt über dem Block ziemlich laut, neben viel Pöbelei gegen Südvereine aber auch nur ziemlich peinliche Lieder, die die Liebe zum Verein ausdrücken sollen. Wie man so einen Verein lieben kann, verstehen wohl die wenigsten. Optisch gab es noch 3 große Schwenker. Nichts berauschendes aber doch mehr als erwartet. Lustig war dann noch ein Mädel vor mir, dass auf meine Aussage gegenüber meinem Kollegen, dass Regensburg ja viel mehr Tradition hätte und cooler wäre, nur gehässig „dann geh doch rüber“ meinte. So sehr mag ich dann Regensburg auch nicht, wobei auf Gästeseite neben etwa 400 Bayern auch ein paar Freunde aus Stuttgart waren. Ich selbst hatte mit Regensburg aber bisher bis auf paar Gespräche bei Kickers-Spielen nie etwas zu tun. Die Gäste mit gut beflaggtem Zaun und zu Beginn des Spiels mit nettem Intro. Im Block jede Menge große rot-weiße Fahnen, dazu rote Wurfrollen, sah echt gut aus. Auch sonst boten die Gäste sowohl optisch und akustisch eine gute Show. Quasi durchgehend gesungen und in Bewegung, waren sie auch gegenüber regelmäßig zu hören.

Spielerisch war das ganze dann eher nicht so das Wahre. Regensburg zu Beginn die bessere Mannschaft, mit zunehmender Spielzeit offenbarten sich aber immer mehr schwächen in der Abwehr, die die Heimelf aber kaum nutzen konnte. Nach Foul der Regensburger forderte die halbe Tribüne Freistoß, der Schiri ließ dagegen Vorteil laufen, aus dem sich dann der einzige Treffer des Spiels ergab. Also ich hätte ja Freistoß gepfiffen. Ansonsten immer wieder Unterbrechungen, Regensburg sehr kämpferisch, aber auch oft unsportlich. Half alles nichts, am Ende blieb es beim 1:0 der jungen Wolfsburger. Mal sehen, was das Rückspiel am Sonntag so bringt und ob Wolfsburg auch so viele Fans mitbringt wie Regensburg heute 😀

VfB Oldenburg – SV Meppen 3:0, Sa. 21.05.16

Bundesliga vorbei. Manch einer würde sich freuen, endlich wieder freie Wochenenden für sich zu haben. Ich habe mich dagegen unter der Woche von Thorsten überreden lassen, auch ohne Bundesliga noch ein Spiel diese Saison mitzunehmen. Derby zwischen Oldenburg und Meppen, wollte ich eh schon immer mal hin, passt.

Nach bis Bremen völlig unspektakulärter Hinfahrt ging es ab dort noch eine Station im komplett überfüllten IC weiter nach Oldenburg. Aufgrund der großen Menge zusteigender Fahrgäste und Baustelle verzögerte sich die Ankunft etwas, so dass wir erst kurz nach den Meppener Gästen ankamen, die für den heutigen Tag zum gemeinsamen Treffpunkt am Oldenburger Bahnhof mobilisierten. Von dort ging es für etwa 250 Meppener mit reichlich Polizeibegleitung zu Fuß in Richtung Marschweg-Stadion. Für uns hieß es dagegen noch eine kleine Stadtrundfahrt machen und Tasche weg bringen. Da der Anstoß näher rückte, konnten wir dankenswerter Weise auf persönlichen Shuttle-Service bis fast vors Stadion zurückgreifen, danke dafür! Am Ende waren wir dann doch 20 Minuten vor Anpfiff am Stadion und da die Karten bereits unter der Woche gekauft wurden, auch relativ schnell im Stadion.

Den Deal, Thorsten zahlt Karten, ich das Bier, ausnutzend, ging es dann auch direkt Richtung Bierstand. 2,40€ + 10 Cent Pfand (Pfand auf Einweg-Plastikbecher?! Sachen gibt’s) sind durchaus fair, in Liga 1 zahlt man schließlich fast das Doppelte. Trotz Veltins mundete das Bier dann bei angenehmen 18 bis 20°C und Sonnenschein doch ganz gut. Mit Bier und Wurst bewaffnet ging es weiter in Richtung Block. Thorsten hatte mir ja vorab einen komplett leeren Block neben dem Gästeblock mit nur uns beiden versprochen (das Onlineticketing meldete wohl den Abend vorher nur 2 verkaufte Karten im entsprechenden Block). Konnte dann doch nicht ganz gehalten werden, was aber eher positiv ist. Der Block ganz rechts auf der von einem großen Segel überdachten Haupttribüne direkt neben der Kurve mit Gästeblock war durch ein einfaches Absperrband in einen kleinen Teil Meppen Sitzblock und Oldenburger Block aufgeteilt. Da die Sympathien bei diesem Spiel vorab natürlich klar verteilt sind, wurde sich entsprechend auch der Platz im Oldenburger Bereich gesichert. Diejenigen neben uns wirkten auf den ersten Blick wie das typische Hopperpublikum, stellten sich am Ende aber eher als sportliche Oldenburger Fraktion heraus. Die aktive Oldenburger Szene dagegen hat ihren Platz auf der gegenüberliegenden, unüberdachten Stehtribüne. Hinter einem großen, nett anzusehenden, VfB Oldenburg Banner war dann für ein Derby doch irgendwie verdammt wenig zu sehen und hören. Kaum Material und auch akustisch kam nicht so viel. Da hatte ich mir doch mehr erwartet. Erst beim Derbysieger-Gesang, mit dem wir dem Ergebnis schon einmal vorausgreifen, wurde es etwas lauter. Etwas mehr hatte ich mir auch von den Meppenern erwartet. Der kleine Teil der Gästekurve war zwar gut gefüllt und zu Beginn auch ordentlich Material im Einsatz, außer bei homophoben Gesängen war es dann aber auch nicht so richtig laut. Besagte Gäste fielen immer wieder mit „Lutscher“- und „Warum seid ihr Fotzen so leise?“-Gesängen in Richtung Oldenburger Block auf. Ebenso die zwei gezeigten Spruchbänder im Gästeblock. In Halbzeit eins wies man mit einem „http://feinde-nicht-erwaehnenswert.tumblr.com“-Spruchband auf einen Fotoaccount hin, auf dem alle möglichen Aktionen gegen Meppen dokumentiert sind. Ob es sich dabei um einen Oldenburger Account handelt oder die Meppener die Antipathie ihrer Gegner so sehr genießen, dass sie alle Infos sammeln, ist nicht sofort ersichtlich. In Halbzeit zwei dann mal wieder ein homophobes Spruchband mit dem Inhalt „Wir sind Bauern? Ihr seid Village People!“. Fand ich trotz allem ja eher lustig als provozierend und würde mich als Oldenburger eher stolz machen. Das Spiel selbst endete nach 0:0 Halbzeitstand 3:0. Klingt besser, als es war, dennoch ein schöner Derbysieg.

Absolutes Highlight aber sicher das Auftreten der Polizei. Gegen Ende der ersten Halbzeit klettern mehrere Meppener auf den Zaun und verharren da sicher 5 Minuten. Aus Langeweile klettert der eine dann immer weiter runter und steht schließlich auf der Laufbahn, gefühlt 2 Minuten. Jeder merkt seit Minuten, was gleich passieren wird, die Polizei und auch die Ordner stehen dagegen seelenruhig rum bzw sitzen faul auf der Tribüne. Nebenbei sollte man vielleicht erwähnen, dass im Meppener Sitzbereich (richtig, dem Bereich hinter dem Absperrband) dauerhaft 3 Meppener SKB saßen, deren Zahl in Halbzeit 2 sogar auf 8 anwuchs. Auch von denen jedenfalls null Reaktion. Wie nicht anders zu erwarten, machte der Meppener auf der Laufbahn sich dann jedenfalls auf in Richtung Heimbereich und wurde dort auch von jetzt ebenfalls über den Zaun kletternden Oldenburgern empfangen. Die vorher seelenruhig rumsitzende BFE in unserem Block daraufhin in totaler Panik Richtung Spielfeld laufend und sich am vermummen. War ja so unvorhersehbar, was passiert. Für den Meppener hieß es nach verlorenem kurzen Fight gegen die Oldenburger dann auch Niederlage gegen Ordner und BFE und so durfte er sich anschließend unter Fahnenstangenhagel und sonstigen Gegenständen aus dem Gästeblock auf die Polizei vor eben diesem fixieren und abführen lassen. Da fragt sich unsereins natürlich schon, wofür solche Polizeieinsätze von unseren Steuergeldern gezahlt werden, wenn die entsprechenden Beamten dann lieber im Block quatschen und essen (SKB) oder Fußball gucken, am Handy rumspielen bzw. Toiletten prüfen, nachdem man drauf war, ob man auch abgezogen und nichts dreckig gemacht hat(BFE) statt bei solch vorhersehbaren Aktionen früher einzugreifen. Aber egal, so hatten wir wenigstens unser Highlight.

Nach dem Spiel ging es dann noch Gyrosteller essen und dem am Wochenende stattfindenden Oldenburger Bierfest einen Besuch abstatten. Die Auswahl war dann doch ziemlich enttäuschend und unsere Wahl als letztes Bier des Tages mit einem niederländischen Starkbier mit 10,x er Alkoholgehalt geschmacklich auch eher unglücklich. Anschließend zum Bahnhof und mit diesmal leerem IC bis Hannover, wo dann leider einer der zwei Zugteile des ICE weiter nach Berlin schon endete und die Fahrt mit nur einem Zugteil entsprechend stressig aufgrund vieler stehender Fahrgäste war, Glanzleistung liebe deutsche Bahn!

Bilder gibt es hier: nurdersvw.de

Hertha BSC U23 – FC Schönberg 95 3:0, Do. 21.04.16

Produktivität bei der Masterarbeit heute eher suboptimal, also spontan entschieden, sich einem Freund anzuschließen und doch noch abends zum Fußball zu gehen. Im Berliner Amateurstadion sollte das Nachholspiel der Regionalliga Nordost zwischen Hertha BSC II und dem FC Schönberg 95 stattfinden, quasi ein wahres Topspiel. Nach ein wenig Hetzerei aufgrund Verspätung der Züge nach Berlin klappte es dann doch pünktlich zum Anpfiff in den Olympiapark. Die Kontrollen finden hier sinnloserweise direkt bei Eintritt in den Olympiapark statt und nicht erst vorm Stadion, wie es zu erwarten wäre. Auf dem Weg zum Stadion dann noch 2 Herthafans mit jede Menge Schals und Fahnen getroffen. Nicht gerade meine Welt aber da der eine mir anbot, eine seiner zwei Freikarten zu bekommen, sagt man nicht nein. So ging es kostenlos wahlweise als eingefleischtrr Herthafan (DK-Inhaber) oder Kind ins Stadion (jedenfalls waren das die beiden Optionen auf der Karte, interessierte aber absolut niemanden) und dank freier Platzwahl auch erstmal schön zu zweit auf die Tribüne.

Zum Spiel gibt es eigentlich nicht so viel spannendes zu berichten. Hertha ziemlich überlegen und entsprechend verdient früh in Führung. Die zwei angesprochenen Kutten standen mit 2 Kindern 90 Minuten Fahne schwenkend und teilweise singend im kleinen Stehblock. Lustig anzusehen. Weiteres Highlight waren die regelmäßigen Hertha-Fans, welche an uns vorbei zu unseren Sitznachbarn gingen und sich Autogramme holten. Keine Ahnung, wer das so prominentes war. Kurz vor der Halbzeit gesellten sich noch ein paar Harlekins auf die Tribüne. Da es kurz vor der Pause war für uns Zeit, den Bierstand aufzusuchen und uns die zweite Halbzeit neben Zecke Neuendorf anzuschauen (ja, den kenne sogar ich). Außer 2 weiteren Toren fürs Heimteam und ein paar bösen Blicken eines Ordners, der nicht damit einverstanden war, dass ich direkt neben dem Spielfeld Bilder machte, gibt es dann auch nichts mehr zu berichten.

Eintracht Braunschweig – SC Freiburg 2:2, Mo. 18.04.16

Da wir unser Montagsspiel gegen den VfB boykottieren, wollte ich die Chance nutzen, zumindest mal mit den Freiburgern ein wenig Montagsspiel-Atmosphäre zu bekommen. Braunschweig war ich noch nicht und bietet sich ja aufgrund der Nähe zu meinem Arbeitsplatz und der Tatsache, dass es noch einen Zug zurück nach Berlin gibt, an.

An diesem Montag quasi extra lange gearbeitet (schon blöd, wenn ausgerechnet an dem Tag alle Kollegen im Büro schon früh abhauen und man sich allein mit Arbeit die Zeit vertreiben darf) und direkt von dort nach Braunschweig und nach knapp 20-minütiger Fahrt auch etwa 1 Stunde vor Anpfiff am Gästeblock angekommen. Während andere sich noch mit Karten an der Tageskasse eindeckten (ich war über den Vorverkauf versorgt, bei dem man übrigens direkt bei Bestellung erfährt, ob man eine Karte kriegt, sollte Werder auch mal drüber nachdenken), konnte ich mir schon mal einen Eindruck der Einlasskontrollen machen. Schon lustig mit anzusehen, wie normale Fans teilweise Jacken und Shirts ausziehen mussten und ich dann mit einem kleinen bisschen Abtasten durchgewunken wurde.

Nach Begrüßung einiger bekannter Gesichter ging es dann auch schnell in den Block, der heute mit vielleicht 700 Freiburgern gefüllt war. Ob der Entfernung und des Montagabends vollkommen ok. Macht einen trotzdem irgendwie nachdenklich, wenn man drüber nachdenkt, dass man noch nie in Braunschweig war, weil im Jahr der Erstklassigkeit über Werder keine Chance war, an Karten zu kommen und man nun viel Platz im Block hat. Damals war aber halt auch Samstags und Bremen deutlich näher als Freiburg. Vor dem Gästeblock hing wie des öfteren diese Saison der große „Love Football – Hate Mondays“-Banner. Zu Beginn zeigte NBU einige Doppelhalter, die zusammen das Wort „Campione“ ergaben und an ihre Freunde von Ultras Samb und deren Verein gerichtet waren. Stimmungsmäßig ging es gut los, hohe Lautstärke und Mitmachquote. Man merkte den Breisgauern im Block an, dass das Ziel Wiederaufstieg klar vor Augen ist. Leider war der Mannschaft auf dem Platz dieses Ziel zunächst nicht anzumerken. Viele Ballverluste und mehrere gefährliche Situationen vor dem Gästetor waren die Folge. Trotz allem gingnes mit einem 0:0 in die Pause, die Mitmachquote weiter sehr hoch. In Halbzeit zwei nach etwa 10 gespielten Minuten dann der Schock. Doppelschlag für Braunschweig innerhalb von 3 Minuten und somit die verdiente 2:0-Führung. Sollte etwa die Chance vertan werden, nach den Niederlagen der direkten Konkurrenz aus Leipzig und Nürnberg einen Schritt weiter Richtung Aufstieg zu machen? Nach kurzem Schockmoment wurde die Mannschaft wieder laut nach vorne geschrien. Da wir direkt mit Abpfiff raus wollten, um den letzten Zug sicher zu bekommen, ging ich bereits zur 70. Minute auf Toilette und natürlich fiel genau da der 1:2-Anschlusstreffer durch unseren Bremer Nils Petersen. Schnell wieder in den Block und mitjubeln. In der Folge immer mehr gute Chancen für die rot-schwarzen, Braunschweig wirkte verunsichert und auch der Gästeblock erkannte die Lage und legte noch eine Stufe zu. Als ich schon fast mit dem Thema abgeschlossen hatte und mich schon auf den Weg in Richtung Ausgang machte, fiel dann tatsächlich noch der Ausgleich. Ausrasten im Gästeblock, alle auf den Zaun! Fast wäre noch unser Zug in Gefahr geraten, da aber die Tram quasi genau hinter dem Gästeblock abfährt, konnte noch ein wenig Punktgewinnatmosphäre geschnuppert werden. Nach kurzer Verabschiedung ging es dann aber recht zügig zur Tram, welche uns passend zum Braunschweiger Bahnhof brachte und uns den ICE ohne Probleme erreichen ließ.

Die Fahrt wurde dann genutzt, mit den Berliner Freiburgfans noch ein Bier auf den Punktgewinn im Bordbistro zu trinken. Natürlich wollte die Dame dort nicht meinen Verzehrbon aufgrund meiner Verspätung in Hamburg nach dem Heimspiel gegen Augsburg annehmen…

Nette Gesellschaft hatten wir dann auch noch im Bordbistro mit einem älteren Herren, der sich damit brüstete, als Jäger am Morgen noch zwei Wildschweine geschossen zu haben und der beim besten Willen nicht verstehen konnte, dass mir die Tiere leid tun. Und die Begründung, er müsse sie schießen, weil es davon zu viele gäbe, überzeugt mich auch nicht. Das Gefühl habe ich bei Menschen auch oft genug, dennoch schieße ich nicht auf die. Seine Sympathie zum FC Bayern und die mir eiskalt gezeigten Mittelfinger, als er erfahren hat, dass ich Bremer bin, wurden dann nur noch dadurch getoppt, dass er uns verriet, dass er bis zur Rente Kommissar bei der Kripo war. Damit macht man sich viele Freunde in einem Waggon voller Fußballfans.

Wie auch immer, gegen 0:30 Uhr waren wir dann wieder in Berlin und für mich hieß es schnell schlafen gehen, 6 Stunden später sollte es ja schon wieder nach München zu unserem Pokalspiel gehen.

Viel Erfolg den Freiburgern in Sachen Aufstieg, auf dass man sich kommende Saison wieder in einer Liga trifft und nicht wir nachher nächste Saison in Braunschweig spielen.

Apropos Braunschweig: Deren Heimkurve fiel durch guten Materialeinsatz auf, akustisch kam im Gästeblock nicht viel an. Liegt aber natürlich auch am weitläufigen Eintracht-Stadion mit Laufbahn, das mir wirklich sehr gefällt. Während der ersten Hälfte hing vor der Braunschweiger Heimkurve ebenfalls ein Banner gegen Montagsspiele.

SG Wattenscheid 09 – FC Schalke 04 U23 1:3, Sa. 02.04.16

Letzte Woche bekam ich die Frage, ob ich nicht Lust hätte, vor unserem Spiel in Dortmund noch Wattenscheid mitzunehmen. Eigentlich bin ich ja nun wirklich nicht der Groundhopper, bei einem Traditionsverein wie Wattenscheid, die selbst mal Bundesliga gespielt haben, kann man aber nur schwer nein sagen. Daher ging es trotz 18:30-Spiel von Werder schon morgens um kurz nach Acht zum Bahnhof. Bei meinem Glück direkt mal auf der Treppe zum Bahnsteig so unglücklich umgeknickt, dass es den Rest des Tages humpeln und Schmerzen hieß, na toll. Die erste kurze Überlegung, die Tour daraufhin abzubrechen wurde aber ganz schnell verworfen. So ging es ohne besondere Vorkommnisse mit dem ICE nach Dortmund, Tasche einschließen. Am Bahnsteig des RE nach Wattenscheid lungerten dann auch noch ein paar Zivis rum, toller Start in den Tag. Vom Bahnsteig Wattenscheid sollte es dann zu Fuß in Richtung Stadion gehen, da es nach Aussage meines Begleiters nicht wirklich weit wäre. Nach einem etwa 25-minütigen Spaziergang (genau das Richtige mit schmerzendem Knöchel) und Hilfe der Handynavigation kamen wir dann auch tatsächlich genau passend etwa 10 Minuten vor Anpfiff am Lohrheidestadion an. Wer sich das ersparen will: Bahnhof Wattenscheid nach rechts raus, unter der Brücke fahren auch Busse (Linie 365) bis vors Stadion.

Nach Bezahlung der 7€ ermäßigten Eintritt ging es auch schnell rein ins Lohrheidestadion. In diesem klassischen, weitläufigen Stadion mit Laufbahn und 2 überdachten Tribünen tragen sich heute vor 851 Zuschauern die Teams der SG Wattenscheid 09 und der zweiten Mannschaft des FC Schalke 04, wahres Topspiel quasi. Auf dem Platz zunächst die Wattenscheider besser, aber wer die Chancen nicht nutzt. Entsprechend wurde der Schalker Nachwuchs immer besser und dominierte das Spiel trotz wesentlich schlechterer Ausgangssituation (Wattenscheid Top 5, Schalke eher Abstiegskampf) in der Folge. Nach dem 0:1 kam das Heimteam noch einmal zum Ausgleich, der 2:1-Führungstreffer der Gäste konnte aber nicht mehr gekontert werden und Schalke konnte gegen sehr offensiv stehende Wattenscheider mit dem 3:1 alles klar machen.

Fantechnisch gibt es nicht so viel zu berichten. Auf der Gegentribüne trafen sich etwa 50 Leute hinter der Szene WAT Zaunfahne und waren zeitweise mit eher klassischen Gesängen zu hören. An Material gab es 3 kleine Schwenker, wobei einer die Freundschaft zu den Würzburgern, unserem Erstrundengegner im Pokal, zeigt und einen Trommler, der nicht unbedingt mit Taktgefühl glänzte. An Gästen nur der übliche Pöbel da, den bei der ersten (Schalkes Profis spielten am selben Tag in Ingolstadt) keiner sehen will. Irgendwie verständlich, ziemlich peinliche Leute, bei denen man sich echt beherrschen musste, nicht handgreiflich zu werden.

Positive Highlights: Über der Essensmarkenausgabe (statt Bezahlkarten kauft man für 10€ eine Karte mit 50-Cent-Abschnitten, die je nach Verzehr entsprechend durchgestrichen werden) klebte ein Werder-Kleber (schon vorher!) und ab der zweiten Halbzeit kamen immer wieder Leute zum kostenneutralen Fußballgucken an den Zaun hinter dem Tor, hatte was von Stadionverbotlern.

Negatives Highlight: Auf dem Klo klebte neben Klebern aller möglicher Vereine u.a. auch ein „Titten raus“-Kleber der Offenbacher Kickers, erbärmlich.

Nach dem Spiel ging es dann mit besagtem 365er-Bus zurück zum Wattenscheider Hbf und von dort nach Dortmund zurück.

Rot-Weiß Oberhausen – SC Verl 1:1, Sa. 05.12.15

Gestern Köln, heute das nächste interessante und für mich neue Stadion von Rot-Weiß Oberhausen. Die Partie Rot-Weiß Oberhausen gegen den SC Verl setzte sich bei meiner Auswahl trotz mangelnder Gästefanszene gegen Partien wie Aachen gegen Lotte (ohne die lieben Leute von ACU mag ich nicht mehr zum Tivoli) oder Dortmund II gegen Rot-Weiss Essen (das vermeintlich interessanteste Spiel, aber Rote Erde war ich schon und mit Essen kann ich auch nichts mehr anfangen) durch.

Nach Oberhausen ging es für mich aus der Heimat diesmal ganz ohne Taxi Mama mit Bus, RB bis Köln, RE nach Duisburg und RB nach Oberhausen. Da auf der RWO-Homepage mit Shuttlebussen ab 2h vor Spiel geworben wurde, hatte ich mir eine entsprechende zeitlich passende Verbindung rausgesucht. Die Suche nach dem Abfahrtsort des Shuttlebusses dauerte dann ein wenig, keiner wusste so recht, wo er denn abfährt, die Ankunft des Shuttlebusses dagegen dauerte noch ein wenig länger. Erst um 12:38 tauchte der erste Bus auf. Ob das Spiel dann auch erst 14:38 statt 14 Uhr anfängt?! Scheinbar wussten jedenfalls alle, dass die 2h vor Anpfiff-Info scheinbar noch aus besseren Zeiten der Oberhausener stammt. Vorteil des ganzen: Da nur knapp 50 Leute im Bus waren, war ich einer der ersten am Eingang des Stadions. Bedeutete für mich nach entspannter Kontrolle einen Wertbon über ein Freibier in Empfang zu nehmen. Laut Ordner sollten wohl die ersten 60 pro Eingang eine Marke bezahlt vom Sponsor bekommen. Was der Anlass dieser Geste war, konnte ich leider nicht herausfinden. Ob des nicht so zahlreichen Andrangs wäre es jedenfalls sicher auch noch um 13:30 möglich gewesen, an einem der Eingänge eine Marke abzustauben. 😉

Das Niederrheinstadion ist wie das Südstadion gestern ein klassisches Oldschool-Stadion. Laufbahn, große unüberdachte Stehplatzkurven und je eine flache überdachte Haupt- und Gegentribüne. Einzig negativ fällt eigentlich die geringe Toilettendichte auf. Auf Seite der Gegentribüne nur ein kleiner Container, hinter der Haupttribüne eine etwas größere Anlage und hinter der Emscherkurve ein weiterer Container, der nur durch Verrenkungen durchs Geländer und über Trampelpfad zu erreichen ist, muss man nicht verstehen aber Toiletten sind ja auch nicht alles im Leben. Wie oben bereits erwähnt, füllte sich das Stadion wirklich langsam. Erst knapp 10 Minuten vor Anpfiff war dann eine gewisse Zahl von Zuschauern erreicht, die man eigentlich nicht mal als passabel bezeichnen kann. Insgesamt waren gerade einmal 1588 Zuschauer anwesend, die meisten weit verteilt in der Emscherkurve, die Ultras rund um Semper Fidelis und Handtuchmafia im überdachten Stehblock der Gegentribüne. Als mir die Ultras im Umlauf der Kurve vor Spielbeginn entgegen kamen, dachte ich eigentlich eher an Thor Steinar und Co, am Ende hing aber ein „RWO-Fans gegen Rassismus“ Lappen über der Handtuchmafia Fahne, wie man sich doch täuschen kann. Sich untereinander mit „Hey du Fotze“ begrüßen muss trotzdem nicht sein! Der Support war für die etwa 50 bis 100 Ultras eigentlich ganz ok. Eine Trommel, 1 bis 2 Schwenker, Lautstärke dank Dach recht gut, einzig die Auswahl an Liedern ließ ein wenig zu wünschen übrig. Gefühlt wurde die ganzen ersten 45 Minuten nur 3 verschiedene Lieder dauerhaft gesungen, außer viel Shalalalala RWO und Oberhausen olé olé kam textlich auch nicht viel bei mir an. Auf Gästeseite war heute Harry Potter Tarnumhang-Mottofahrt. Alle 10.000 Verler trugen heute eben diesen und waren damit im Gästeblock unsichtbar. Um genau zu sein, ich habe keinen Einzigen gesehen.

Das Spiel war aber auch nicht sonderlich ansehnlich, so dass man das Nicht-Erscheinen fast verstehen kann. Nur fast, da man natürlich auch beim Grottenkick hinter seiner Mannschaft stehen sollte. Highlights waren dann wohl zweite Minute, Verler foult, Oberhausen spielt den Vorteil aus und verwandelt, erst dann pfeift der Schiri den Vorteil ab und gibt Freistoß Oberhausen statt Tor. In der 36. Minute klärt ein Verler mit wer weiß welchem Körperteil auf der Linie, Fuß oder Kopf waren es jedenfalls nicht. Erst in der 52. Minute nutzen dann die Oberhausener einen Abwehrfehler der Gäste, der Verler rutscht weg und der Oberhausener Spieler kann frei vor dem herauskommenden Torwart zum 1:0 verwandeln. Als in der Folge 2 offensive Spieler der Oberhausener ausgewechselt werden, kommt auf der Tribüne Unmut auf, dass man nicht immer bei Führung die guten Spieler auswechseln und die schlechten auf dem Platz lassen solle, da sich dies schon bei den letzten Spielen gerächt hätte. Als dann Verl in der 85. Minute den etwas unerwarteten Ausgleich erzielt, fühlt sich ein Teil der Zuschauer bestätigt und skandiert „Trainer raus“-Rufe, ziemlich viel Pöbelvolk dort.

Viel mehr gibt es aber auch nicht zum Spiel zu sagen. Das spannendste sind eigentlich die Schiffe, die während dem Spiel auf dem Kanal hinter der Gästekurve entlangfahren. Fürs Stadion selbst gibts dennoch eine klare Besuchsempfehlung, wer weiß, wann der erste Geschäftsmann eine Multifunktionsarena in Oberhausen vorschlägt.