FC Nordsjælland – Aarhus GF 2:0, So. 27.09.15

Wie schon im Derbybeitrag erwähnt, ging es mit den Aachenern per Auto nach Farum. Dort spielt der FC Nordsjælland, der, wie auch der FCK, ein typisch dänisches Tier im Vereinswappen hat, einen Tiger. Dank Presseausweis wurde auch schnell ein Parkplatz direkt neben dem Stadion gefunden. Da wir natürlich viel zu früh am Stadion waren, erstmal noch ein wenig ums Stadion gelaufen und kurz in den Fanshop geguckt. Hier kann man doch tatsächlich Essens- und Getränkechips für den Verzehr im Stadion vorab kaufen und dadurch ein paar Kronen sparen. Interessante Idee, insbesondere, weil man sich das Bestellen sparen kann, auf dem Chip steht ja drauf, was man will, also bei 10 Getränken/Würsten nur einmal im Fanshop 10 Stück bestellen statt 10 mal am Stand nach einem Getränk zu fragen.

Da wir wieder mal nur Print@Home-Tickets hatten, dann noch vor dem Familienblock der Aaachener versucht, diese in normale Tickets zu tauschen. Leider konnten uns die entsprechenden Ordner nur den Tipp geben, doch selbst mal die Zuschauer zu fragen. Wären wir selbst nie drauf gekommen…

Mit Einlass dann von den Aachenern getrennt, da mein Platz genau auf der anderen Seite des Stadions sein sollte. Auf dem Weg dorthin vor den Nachbarblöcken festgestellt, dass fast alle Familien richtige Tickets haben. An meinem Eingang aber mal wieder niemand. Also erstmal eine Frustwurst mit besagtem Chip gekauft und auf die Suche nach meinem Platz gemacht. Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht. Meinen Platz in A4, Reihe 11, Platz 23 gesucht und in Reihe 11 dann vor 22 und 24 gestanden, von 23 keine Spur. Die einzige 23 in Sichtweite war schon Block A5, also ein wenig rumgefragt und am Ende gemerkt, dass die Blöcke jeweils in einen Teil gerade und ungerade Platznummern getrennt ist, wieso konnte mir aber niemand erklären. Die Zeit bis Anpfiff dann auf den roten Lederklappsitzen mit Becherhalter (hatte ein wenig was von Kino) in der Sonne verbracht. Als eine Familie mit einer Kette von 4 Papiertickets vorbei kam, schnell aufgesprungen und diese angehauen, ob sie nicht ein Ticket tauschen wollten. Der Vater dachte wohl erst, ich wolle sein Ticket verkaufen oder ähnliches, wirkte jedenfalls nicht begeistert und ziemlich pampig. Nachdem ich ihm dann aber erklärt hatte, dass ich einfach alle meine Tickets sammle und ein print@home-Ticket einfach scheiße ist, hatte er dann doch Erbarmen und überließ mir eine Karte. Ein wenig lächeln musste ich noch, als ich einen Zuschauer mit Nordsjælland Champions League Schal, kann man sich kaum vorstellen.

Richtige Karte gesichert, kann das Spiel ja beginnen. Vor nicht mal 6000 Zuschauern in dem etwa 10000 Zuschauer fassenden Stadion entwickelte sich schnell ein Spiel auf ein Tor. Dem frühen 1:0 für Nordsjælland folgte auch relativ schnell schon das 2:0 in Minute 19. Nach dem zweiten Treffer machten sich dann auch etwa 10 bis 15 Kiddies auf der Hintertortribüne bemerkbar, welche mit Trommel, Vorsänger und 3 bis 4 rot-gelb karierten Fahnen ein wenig auf Ultra machten. Die Gesänge wirkten aber richtig schlecht. Aus Aarhus reisten etwa 100 Zuschauer an, die sich auf Steh- und Sitzbereich aufteilten. Neben einer Trommel, Vorsänger mit Megaphon und 2 bis 3 Schwenkern waren eine große Aarhus-Fahne und 2 kleinere Fahnen (1x Aarhus, 1x AGF Fans Sjælland) zu sehen. Wie schon beim Spiel beim FCK vor ein paar Wochen wurde ziemlich durchgehend von etwa 30 bis 40 aktiven supportet und auch trotz frühem 0:2 Rückstand weiter angefeuert. Zur zweiten Halbzeit wurde dann die auch vom letzten Spiel bekannte große „For Aarhus“-Zaunfahne im vorderen Teil des Blocks ausgelegt. Aarhus gelang im Laufe der zweiten Halbzeit noch ein Lattentreffer, der Sieg des FCN schien aber nie wirklich in Gefahr. Ich muss aber zugeben, dass ich es, in Anbetracht des aktuen Schlafmangels (seit Samstag 5 Uhr wach), tatsächlich geschafft habe, 2 mal während der zweiten Halbzeit kurz einzunicken, habe ich sonst auch noch nicht geschafft. Wenn also genau in diesen Momenten Weltklasse-Kombinationen vonstatten gingen, bitte ich die fehlende Erwähnung zu entschuldigen! 😉

Nach dem Spiel ging es dann zu Fuß zum Bahnhof Farum und mit der S-Bahn zurück nach Kopenhagen, wo dann um 23:40 auch pünktlich der Bus zurück nach Berlin erreicht wurde. Einzig ein Pinkelstop des Fahrers auf dem Standstreifen der Autobahn und eine mehr als einstündige Verspätung der Ankunft aufgrund der wenig erfolgreichen Idee des Fahrers, den Berufsverkehr in Berlin zu umfahren, sind vielleicht noch eine Erwähnung wert. Ab sofort beschränke ich mich erst mal wieder auf 1 bis maximal 2 Spiele pro Wochenende.

Brøndby IF – FC København 1:0, So. 27.09.15

Von Bremen ging es also wieder mal per Fernbus nach Hamburg. Da leider sämtliche Steckdosen im Bus ausgefallen waren, musste schon jetzt meine Powerbank für neue Energie sorgen. In Hamburg angekommen dann per Facebook erfahren, dass auch 4x ACU zum Derby und auch meinem zweiten geplanten Spiel fährt, also erstmal Treffen für den folgenden Tag ausgemacht. Nach knapp 2 Stunden Aufenthalt am Hamburger ZOB, begleitet von vielen HSV- und Schalkefans, die das abendliche Spiel live im Stadion erlebt hatten, ging es dann gegen 23:50 weiter im Bus nach Kopenhagen, dessen Fahrt sich aufgrund einer Diskussion über fehlende Ausweise mancher Mitreisender etwas verzögerte. Bei Verlassen der Fähre in Rødby dann das erste Highlight der Tour. 2 Mitreisende fehlten, wobei der eine dann kurz drauf kam mit der Frage, ob der Bus nicht noch kurz warten könnte. Als vorderstes Fahrzeug auf der Fähre natürlich schwer möglich, also rausgefahren aus der Fähre und im Hafenbereich auf die beiden gewartet, die dann fünf Minuten später dann auch angelaufen kamen. Und wieso waren sie nicht pünktlich am Bus? Der eine hatte gerade noch 400 Euro am Spielautomaten gewonnen und musste sich das Geld natürlich erst auszahlen lassen, verständlich dass man dann nicht sofort zum Autodeck rennt, wenn das Signal ertönt. Kurz drauf dann auch die zu erwartenden Grenzkontrolle durch die dänische Politi. Da eine Frau aus Somalia ohne Papiere an Bord war, verzögerte sich die Weiterfahrt noch einmal etwas, aber nach etwa 10-minütiger Diskussion und Versicherung ihrerseits, weiter nach Schweden zu fahren, durften wir dann auch weiter, schon ein wenig kurios alles. Ankunft in Kopenhagen dann gegen 5 Uhr und versucht, mir am Bahnhof die Zeit ein wenig zu vertreiben, was mehr schlecht als Recht funktionierte und mich dazu bewog, mit dem vorher gekauften 24h-Nahverkehrsticket eine kleine Bustour zu machen, die mich zunächst zum Zoo führte, ohne auch nur ein Tier zu sehen um dann anschließend auch noch zum Flughafen zu fahren und kein einziges Flugzeug zu sehen. Klingt komisch, aber was tut man nicht alles, um Zeit totzuschlagen und es dabei angenehm warm zu haben. Zurück am Hauptbahnhof dann auch schnell festgestellt, dass die heutige Amtssprache in Bahnhofsnähe deutsch war, jede Menge Hopper, die wohl die selbe Idee wie ich hatten, mit dem Unterschied, dass ich regelmäßig Brøndby verfolge und das ganze eher als Spiel einer meiner Mannschaften verbuche.

Aufgrund zu erwartender zahlreicher Sperrungen ums Brøndby Stadion herum wurde früh die S-Bahn Richtung Glostrup genommen, auch um den zahlreichen FCK-Fans aus dem Weg zu gehen, die sicher den selben Weg nutzen würden. Dies lief dann eher semioptimal, da direkt die erste Station nach Start eine Ladung Rude Boys Kopenhagen am Bahnsteig wartete, welche es sich zum Glück spontan aber anders überlegten und lieber die nächste Bahn nehmen wollten. In  Glostrup in den vollen Bus Richtung Stadion, dort vorbei an Sichtblenden, bestehend aus Bauzäunen und blauen Folien, direkt weiter Richtung Heimseite, um noch ein wenig Ausschau nach Derbyartikeln zu halten, leider keine Sonderartikel zum Derby gefunden, nur Flyer mit Infos zur Spende per SMS für die geplante Choreo. Im Fanshop schnell noch Matze den Pin gekauft, den er beim PAOK-Spiel nicht gefunden hat. Beim Rausgehen dann passend zur Ankunft des FCK-Busses vor dem Fanshop gewesen. Schon sehr lustig, dass man alles mit Sichtschutz absperrt aber dann den Bus daran vorbei Richtung Haupteingang schickt, nur in Begleitung zweier Motorradpolizisten, entsprechend viel Gepöbel von Brøndby Fans.

Mit Einlass ins Stadion erstmal die Aachener besucht, die mit Block T18 Plätze ziemlich nah am Gästeblock gebucht hatten, daher einen guten Blick auf die Kopenhagener Fans hatten. Diese waren mit einheitlich weißen Shirts im Unterrang und blauen im Oberrang und für die Choreo zusätzlichen blauen Müllsäcken o.ä. als Überzieher im Unterrang, gut als FCK-Fans zu erkennen. Was sehr positiv auf beiden Seiten auffiel ist, dass jeder einzelne Spieler beim Warmmachen vor dem Spiel mit Gesängen begrüßt wurde, sollte man bei Werder auch mal machen. Leider wurde ich dann relativ schnell durch die Besitzer der Plätze neben den Aachenern zu meinem Platz in Block T21, ebenfalls Oberrang, aber Richtung Heimkurve, vertrieben. Dort saß ich leider genau hinter der großen Heim-Choreo, die aus einer Art römischen Arena bestand, in der ein Gladiator gegen einen Löwen (Wappentier des FCK) kämpft und diesen schlussendlich besiegt und den abgetrennten Kopf präsentiert, das ganze über die komplette Heimkurve und Teile der Haupt- und Gegentribüne untermalt von mehreren Fackeln. Ich konnte das ganze aufgrund der Gladiatorenarena vor meiner Tribüne leider nur im Livestream sehen, den die beiden neben mir auf ihrem Handy verfolgten, wirkte schon beeindruckend. Gleichzeitig wurde vor dem Gästeblock von dort anwesenden Brøndbyfans viel gelber Rauch gezündet, so dass der Gästeblock erstmal ziemlich eingenebelt war und deren Choreo erst später richtig zu sehen war, klarer Punkt an Brøndby. Die Choreo des FCK bestand zunächst im Oberrang aus blauen Pappen + weißem Logo, im Unterrang aus weißen + blauem Logo und vor den Blöcken Spruchbändern „For evigt hvid“-„Tilhører FCK!“ (beide weiße Schrift auf blauem Hintergrund), dann Wechsel der Farben durch Umdrehen der Pappen und unten Wechsel des Spruchbandes zu „For altid blå“ (blaue Schrift auf weißem Hintergrund), anschließend weiß-blaue Fahnen im gesamten Block und Wechsel der Spruchbänder „Hele København“ (oben, blau auf weiß) „Tilhører FCK!“ (unten, weiß auf blau). Schon nett anzusehen. Die weiß-blauen Schwenker wurden dann in den Nachbarblock neben dem Gästeblock geworfen, in dem sich weitere FCK-Fans befanden, die die blauen Bahnen als Abgrenzung spontan zur Seite schoben und sich quasi neben den Gästeblock gestellt haben, um anschließend die Bahnen wieder neben sich hin zum Heimbereich neu auszulegen.

Auf Heimseite viele Spruchbänder, die durch einzelne Fackeln untermalt waren, sowohl gegen den FCK als auch die Polizei. Gästeblock mit Spruchband „Overdreven magt og tyranni – ingen dialog med vestegnens politi“ (Bedarf wohl keiner Übersetzung) + Tafeln mit „13“ im Oberrang und leider recht wenigen „12“er Tafeln im Unterrang. Zur zweiten Halbzeit große Pyroshow auf Kopenhagener Seite mit vielen roten Fackeln. Interessant dabei, dass die mit Sturmhauben vermummten Fans direkt neben Ordnern stehen und Fackeln zünden und die Ordner keinerlei Reaktion zeigen.

Stimmung zu Beginn vor allem auf Gästeseite dank guter Trommler und geschlossenem Auftreten sehr gut, bei Brøndby nur eine kleine Gruppe über dem mittleren Mundloch aktiv, mit zunehmendem Spiel aber deutlich lauter und zweite Halbzeit gute Lautstärke und abwechslungsreiche Gesänge. Nach dem 1:0 Siegtreffer Heimseite dann am durchdrehen und wieder viele Fackeln. Derbysieger!

Das kurioseste passierte aber zu Beginn des Spiels auf dem Platz. Ein Kopenhagener Spieler wurde von seinem gegenüber rüde umgetreten und der Schiri zog sofort rot für den Brøndby-Spieler. Als er dann aber bemerkte, dass er die rote Karte in der Hand hatte, holte er so schnell er konnte die gelbe Karte und die über die rote Karte sehr verärgerten Heimfans begannen lauthals zu lachen. Sowas habe ich in dem Sinne auch noch nicht erlebt.

Nach dem Spiel mit den Aachenern zu deren Auto gelaufen, um mit ihnen nach Farum zum zweiten Kick des Tages zu fahren. Dabei  sind wir noch zwei mal den abreisenden FCK-Fans in Polizeibegleitung begegnet, wobei die Polizei teilweise sehr orientierungslos wirkte und auch die vorher groß angekündigte Fantrennung wenig funktionierte.

An dieser Stelle möchte ich es noch einmal wiederholen: Derbysieger!

Brøndby IF – PAOK 1:1, Do. 27.08.15

Wie schon bei der letzten Dänemark-Tour am Wochenende angekündigt, ging es unter der Woche wieder nach Dänemark, Brøndby gegen PAOK Europaleague-Quali. Die Vorzeichen auf ein gutes Spiel waren nach der 0:5-Niederlage im Hinspiel in Griechenland leider nicht so gut, dennoch war die Hoffnung auf ein wenig Support von Seiten der Sydsiden Brøndby rund um Alpha Brøndby da, schließlich ging es darum, die Mannschaft würdig aus dem internationalen Geschäft zu verabschieden.

Mittwoch abend ging es also mal wieder mit dem Fernbus für knapp 22€ für hin und zurück von Berlin über Rostock, Puttgarden und Rødby nach København. Diesmal musste ich die Reise immerhin nicht alleine auf mich nehmen, stattdessen fuhren wir zu dritt. Die Wettervorhersage war nach dem strahlenden Sonnenschein am Wochenende diesmal leider deutlich schlechter. Von der 9-stündigen Hinfahrt gibt es eigentlich nicht viel spannendes zu erzählen, die Zeit bis zur Fähre wurde so ziemlich im ganzen Bus geschlafen, nach den 45 Minuten auf der Fähre ging es dann die letzten 2 Stunden bis København. Negativ in Erinnerung bleiben allein die Busfahrer. Diese schienen die Strecke beide überhaupt zum ersten Mal zu fahren, so dass sich schon in Puttgarden einmal auf dem Weg zum Fährterminal verfahren wurde. Bei der Fahrt von der Fähre kam dann sogar die Ansage „Nächster Halt Rødby, blöd nur, dass wir nicht wissen, wo dort die Haltestelle ist“, da fällt einem wenig zu ein. In Kopenhagen selbst ein ähnliches Spielchen, erstmal falsche Abfahrt genommen und am Ende mit über 30 Minuten Verspätung am Busbahnhof angekommen, zum Glück konnte uns die Verspätung ziemlich egal sein, sollte der Anpfiff doch erst 11 Stunden später erfolgen.

Da das Wetter noch schlechter als (von deutschen Wetterwebseiten) vorhergesagt war und es in Strömen regnete, die Klamotten direkt am Bahnhof eingeschlossen. Bei 3 Leuten und einem Schließfach sind auch die über 8€ fürs Schließfach deutlich erträglicher als alleine am Wochenende. Im Bahnhof dann auch direkt die Fahrkarten organisiert. Diesmal reichte leider nicht das 4-Zonen-Ticket, da Brøndby ein Vorort von Kopenhagen ist und somit ein paar Zonen mehr entfernt. Als Alternative zur 4-Zonen-Karte bietet sich für den Dänemarkreisenden hier das 24h-City-Ticket für alle Zonen an, Kostenpunkt 130 DKK (etwa 18€).

Das Organisatorische alles erledigt, dann kann’s ja weiter in die Stadt gehen. Ich durfte nach meinem Ausflug am Wochenende heute Stadtführer für die anderen beiden spielen. Zunächst ging es auf Wunsch der beiden erst einmal zum Parken, wenn schon kein Spiel dort ist, wenigstens das Stadion mal angucken. Leider gab es keine Möglichkeit ins Stadion zu kommen, so dass wir mit dem nebenan befindlichen Østerbro Stadion vorlieb nehmen mussten. Hier trägt normal B93 (genau der Verein, den ich am Wochenende auswärts gesehen habe) seine Heimspiele aus. Hübsches kleines Stadion mit Laufbahn, das eine moderne Haupttribüne (leider mit VIP-Loge) besitzt. Gegenüber grenzt ein großes Gebäude direkt an die Laufbahn, welches auch als Umkleide genutzt wird. Gefällt mir deutlich besser als die kleinen Spielertunnel unter den Tribünen in modernen Großarenen. Am vorherigen Wochenende schienen Leichtathletikveranstaltungen stattgefunden zu haben, so dass selbst die Tore abgebaut waren. Auf den Tribünen dann noch ein paar Antifa-Kleber (gefällt mir gut) und Anti 1964 Schriftzüge (gefällt mir weniger gut (1964 = Gründungsjahr von Brøndby IF)) entdeckt.

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Haupttribüne des Østerbro Stadion von B93
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nette Umkleideräume direkt am Stadion

Anschließend gab es dann noch eine etwas größere Sightseeing-Tour durch Kopenhagen, um den Kulturteil der Reise nicht zu kurz kommen zu lassen. Sowohl die Meerjungfrau, als auch Statuen, Brunnen und Schlösser waren allerdings leider von unseren asiatischen Mitbürgern überrannt, wie man den folgenden 2 Bildern entnehmen kann.

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Meerjungfrau und viele, viele Touristen
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und auch hier wieder mehr Touristen als Sehenswürdigkeiten

Auf dem Weg zurück in die Innenstadt fielen uns dann nach und nach jede Menge Sektionsaufkleber von PAOK auf, das lustige daran, es waren alles deutsche Sektionen, darunter auch solch tolle Orte wie Lüdenscheid und Reutlingen. Am Marktplatz in der Innenstadt dann schließlich auch die „Urheber“ dieser Aufkleber getroffen. Dort sammelten sich etwa 100 PAOK-Fans unter Beobachtung von 3 bis 4 Politi-Wagen schon Stunden vor dem Spiel. Als ein etwas stärkerer Wind 2 Sonnenschirme umwarf, nutzten Teile der PAOK-Fans die Situation, um auf die wirklich unnötige Polizeibegleitung aufmerksam zu machen, indem sie die Schirme wieder aufstellten und sich dafür von den umstehenden Personen feiern ließen, nichts mit Randalen liebe Polizei…

Wir machten uns anschließend relativ früh auf den Weg Richtung Brøndby, da wir uns die Umgebung rund ums Stadion nochwas angucken wollten. Die S-Bahn fährt vom Hauptbahnhof Kopenhagen knapp 15 Minuten bis Brøndbyøster und von dort der Bus weitere 10 Minuten bis Brøndby Hallen. Negativer Höhepunkt der Tour war ein Hakenkreuz auf der Abfahrttafel des Busses in Brøndbyøster und die Blicke der wartenden, als wir versuchten, das Geschmiere wegzubekommen, leider ohne Erfolg.

Am Stadion angekommen erstmal von vielen gelb-blauen Graffitis an Kassenhäuschen und Stadionwänden begrüßt worden, kein Vergleich mit dem steril wirkenden Parken. Da über 2 Stunden vor Anpfiff noch nichts los war und der Fanshop zwar viele Artikel, aber nichts für uns passendes hatte, eine Runde ums Stadion gedreht, in der Hoffnung, irgendwo Hinweise auf einen Stand o.ä. der aktiven Szene rund um Alpha Brøndby zu finden. Das einzige, was wir nach einigem Suchen aber finden konnten, waren die Räume des Brøndby Support, wo es immerhin ein nettes Shirt zu kaufen gab. Wer vor dem Spiel noch etwas trinken möchte, sollte sich ebenfalls dort hin begeben, da die Preise im Stadion einfach viel zu hoch sind (0,75l Bier 9€, 0,5er erst im 5er-Pack für erträgliche 4,50€). Besagte Räumlichkeit findet man, wenn man in der Ecke des Gästeblocks dem Weg weg vom Stadion folgt.

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Kassenhäuschen mit Gründungsjahr-Graffiti (mehr Bilder unter dem Beitrag)
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Sydsiden Brøndby Graffiti (mehr Bilder unter dem Beitrag)

Etwa 1 Stunde vor Anpfiff trafen dann auch die Fans von PAOK am Stadion ein und bei Betrachtung der Kennzeichen der Autos vorm Gästeblock bewahrheitete sich dann leider das schon in der Stadt gesehene. Außer einem Bus der Sektion Stockholm quasi nur Autos mit deutschen Kennzeichen. Im Gästeblock dann augenscheinlich das selbe Bild. Viele Zaunfahnen deutscher Sektionen und auch der Support wirkte sehr mager. Außer ein wenig Geklatsche und ein paar PAOK-Rufen war von den etwa 500 Gästefans während des Spiels wenig zu hören.

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PAOK-Fans im Gästeblock
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Zaunfahnen im Gästeblock

Die Heimkurve dagegen konnte mit durchgehendem und vor allem lauten Support aus der oberen rechten Ecke der Hintertortribüne (aufgrund der Uefa-Regularien war die gesamte Stehplatz-Tribüne hinter dem Tor gesperrt) überzeugen. Man merkte der Sydsiden an, dass sie die Mannschaft noch einmal würdig aus der Europa-League verabschieden wollten. Untermalt wurde diese Unterstützung schon zu Beginn durch eine große Pyroshow. Die gute Stimmung konnte während des gesamten Spiels gehalten werden und Klatsch- und Hüpfeinlagen wirkten sehr geschlossen (wenn das bei uns in Bremen mal so klappen würde). Das restliche Stadion war leider nach dem Hinspielergebnis gähnend leer, keine 7000 Leute fanden den Weg ins Brøndby Stadion, sehr schade.

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leerer Stehblock aufgrund Uefa-Regularien, Sydsiden im Block rechts oben
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Sydsiden in Aktion! durchgehend lauter und geschlossener Support
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Pyroshow der Sydsiden, Teil 1
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Pyroshow der Sydsiden, Teil 2

Auf dem Platz merkte man beiden Mannschaften schnell an, dass es um nichts mehr ging. Brøndby zu Beginn noch engagiert und auf die schnelle Führung aus, die dann auch früh fiel. Nach dem Ausgleich zum 1:1 war es dann aber auch mit dem wirklichen Willen dahin und einzig die Fans auf der Tribüne blieben den Rest des Spiels in Aktion.

Nach dem Spiel dann mit Bus und Bahn zurück zum Hbf in Kopenhagen, wo wir etwa 40 Minuten vor Abfahrt des Busses eintrafen. Wer etwas knapper kalkulieren muss, sollte bedenken, dass es die aus Deutschland gewohnten Shuttlebusse und Zusatzzüge in Dänemark nicht gibt. Wie beim FCK fuhr auch hier nur der normale Linienbus nach Abpfiff, der abends entsprechend der Tage ohne Spiel sehr selten fährt.

Leider ging es auch zurück nach Berlin dann wieder mit den inkompeteten Fahrern der Hinfahrt. Highlights auf der Rückfahrt waren die aufgrund unnötiger Quatscherei vor der Nase weggefahrene Fähre und die fehlende Reaktion des Busfahrers auf meinen Hinweis, dass meine Nachbarin noch nicht da ist, bei Verlassen der Fähre. Ob sie sich nur einen anderen Platz im Bus gesucht hat oder wirklich auf der Fähre vergessen wurde, kann ich allerdings nicht sagen, ich habe sie jedenfalls in Berlin nicht mehr gesehen. Vielleicht ist sie aber auch in Rostock schon ausgestiegen. So oder so hätte ich mir zumindest eine Reaktion des Fahrers gewünscht, komische Leute. Am Ende mit etwa 10 bis 15 Minuten Verspätung um kurz vor 9 am Freitag morgen wieder in Berlin gelandet und muss ich sagen: Brøndby, gerne wieder!

FC København – Aarhus GF 2:2, So. 23.08.15

Nachdem der Länderpunkt Dänemark schon mit dem Drittligakick bei Fremad Amager gemacht wurde, gab es am Abend noch eine Runde erste dänische Liga. Der FC København dürfte den Werderanern fantechnisch insbesondere durch seine Fanfreundschaft zu Teilen der verbotenen Stadt bekannt sein. Ansonsten möchte ich mich als langjähriger Brøndbysympathisant und damit Ablehner dieses erst 1992 entstandenen Produkts gar nicht weiter zum FCK äußern. Nur so viel, Bilder sagen mehr als tausend Worte:

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mit diesem Etwas fahren die vorm Spiel rum und feuern Fanartikel ins Publikum, es lebe der Kommerz!

Zu Gast heute im Telia Parken, welches auch als Stadion der Nationalmannschaft dient, Aarhus GF. Insgesamt sahen knapp 19000 Zuschauer das Spiel. Aus Aarhus waren etwa 1000 Personen angereist, welche in einheitlichem weiß, den Gästeblock komplett füllten. Man muss allerdings dazu sagen, dass der Gästeblock im Parken lediglich durch 2 Stoffbahnen vom angrenzenden Familienblock getrennt und somit flexibel in der Größe ist, die Aarhus Fans werden also vermutlich nur den kleinstmöglichen Bereich bekommen haben. Nichtsdestotrotz macht auch ein voller kleiner Block etwas her. Die aktive Szene postierte sich mit etwa 30-40 Leuten inkl. 4 bis 5 Schwenkern hinter dem Mundloch des Blocks und feuerte dort durchgehend ihre Mannschaft an. Vor dem Spiel wurde im unteren Teil des Blocks eine Blockfahne mit dem Text „Samlet for Aarhus“ ausgebreitet, die allerdings später aufgrund des benötigten Platzes wieder eingepackt wurde. Dafür wurde mit Anpfiff ein Spruchband („Bag jer til sidste ende“) gezeigt.

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„Samlet for Aarhus“ Blockfahne vor dem Spiel
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„Bag jer til sidste ende“-Spruchband zum Anpfiff

Auf Heimseite sangen etwa 300 bis 400 ebenfalls größtenteils in weiß gekleidete Fans hinter den Fahnen von Urban Crew København und Rebels København mit Unterstützung von 2 Trommeln.  Zu Beginn gab es eine Gedenkchoreo für Harald Nielsen, der stark an der Entstehung des FC København beteiligt und in den 90ern im Verein in verschiedensten Rollen aktiv war.  Hierzu gab es ein schwarzes Spruchband am Zaun und im Block wurden mit Anpfiff schwarze Papptafeln hochgehalten, welche durch ein Konterfei Harald Nielsens vom Oberrang und knapp 20 Fackeln auf der Tribüne unterstützt wurden.

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Gedenkchoreo für Harald Nielsen
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Infoflyerverteilung zur Choreo auf dänische Art (einfach vom leeren Oberrang geworfen)

Zu Beginn des Spiels gab es dann viel Gehüpfe und Geklatsche auf Heimseite, was mir persönlich sehr gut gefiel. Die Liedauswahl war sehr groß und trotz der geringen Zuschauermenge in dänischen Stadion muss man eins sagen: Die aktiven Fans sind zwar wenige, aber wirklich alle beteiligen sich am Support und sind dadurch ziemlich laut, deutlich lauter als manche Szene in der Bundesliga!

Auf dem Spielfeld dominierte die Mannschaft aus der Hauptstadt das Spiel eigentlich nach Belieben und ging nach 21 Minuten durch einen sehenswerten Freistoßtreffer in Führung. In der 38. Minute konnte Aarhus etwas glücklich ausgleichen, in dem der Torwart der Kopenhagener getunnelt wurde. Nach der Pause eigentlich das selbe Bild wie zuvor, Kopenhagen macht das Spiel und erzielt das 2:1 bevor Aarhus in der 89. (!) Minute per Fallrückzieher (!!!) ausgleicht. Ich musste meine Freude über den klasse Ausgleich etwas zurückhalten, um mich rum saßen natürlich nur FCK-Fans, die vom gerade gesehenen nicht sonderlich angetan waren. Der Gästeblock dagegen feierte das Tor und auch die Mannschaft noch bis nach Abpfiff.

Nach dem Abpfiff dann noch auf die Suche nach einem richtigen Ticket gemacht, leider war quasi der ganze Block ebenfalls mit Print@home-Tickets ausgestattet, so dass mir ein Erfolgserlebnis versagt blieb. Auch der Weg zurück in die Stadt gestaltete sich ein wenig aufwändiger als gedacht. Der eine Bus zurück kam aufgrund des Verkehrs ums Stadion so spät, dass quasi alle heimischen Fans schon zu Fuß oder mit dem Rad auf dem Heimweg waren und fast nur noch englischsprachige Stadionbesucher auf den Bus warteten. Im Bus dann noch eine sehr lustige Situation: ein leicht angetrunkener Aarhus-Fan klebt einen Aarhus-Aufkleber auf die Haltestellenanzeige im Bus. Darauf ein etwa 16-jähriger mit Seidenschal und Rebels Kopenhagen Shirt vom hinteren Teil des Busses nach vorne gelaufen und geguckt, was der Aarhus-Fan da geklebt hat. Statt den Kleber aber zu entfernen oder zu überkleben, rennt er lieber heulend zu seinen fünf Freunden, damit sie dann zusammen einen Kleber überkleben, ganz stark und wahrlich rebellisch! 😀

Wieder am Rathausplatz angekommen, dann noch 2 Stunden die Zeit bei Burger King und mit erneutem Stadtrundgang vertrieben, um dann wieder mit Bus und Fähre zurück nach Berlin zu fahren. Die Rückfahrt gestaltete sich deutlich entspannter. Relativ wenig los, dadurch eine Reihe für mich alleine und auch schlafen ging diesmal ganz gut.

Fazit: Für knapp 25€ Fahrkosten sollte man sowas ruhig mal machen, zwei mal neun Stunden Busfahrt in 24 Stunden ist aber schon nicht ohne.

Noch ein paar Bilder:

Fremad Amager – B 93 2:0, So. 23.08.15

Fremad wer? Ich gebe zu, diese Paarung wird nicht vielen etwas sagen, es sei aber schon zu Beginn verraten, dass es sich beim Spiel Fremad Amager gegen B 93 um ein Spiel der dritten dänischen Liga (2. Division) in Kopenhagen handelt.

Kopenhagen, genau. Als ich vor einiger Zeit gemerkt habe, dass die Lidl Flixbus-Gutscheine für das gesamte meinFernbus/Flixbus-Netz gelten und meinFernbus ja nach Kopenhagen und Malmö fährt, war der Plan schnell gefasst, einmal nach Kopenhagen zu fahren und auf diesem Wege den Länderpunkt Dänemark zu machen. Für 9,95€ Gutscheinpreis pro Strecke bzw. bei mir etwa 12€ über ebay, sprich reinen Fahrtkosten von knapp 25€ kann man das ganze mal in Angriff nehmen.

Die Terminierung der Bundesliga wollte es so, dass wir an diesem Wochenende Freitags hier in Berlin spielen sollten, so dass das Wochenende bzw der Tag, Sonntag der 23.08., auch schnell feststanden. Zunächst war die Planung eigentlich, endlich mal ein Brøndby-Spiel (an dem Wochenende gegen SønderjyskE) zu besuchen, also Fernbus entsprechend gebucht. 1,5 Wochen vor dem Spiel schreibt mich dann Matze an, dass er am Do., den 27.08. mit dem Fernbus zu Brøndby gegen PAOK, Europa-League-Quali fährt, ob ich nicht mitkommen würde. Da die Fahrt für Sonntag schon gebucht war, die Fahrten per Gutschein sich nicht stornieren lassen und zwei mal Brøndby in einer Woche mir dann doch etwas zu viel war, schnell umgeplant. Glücklicherweise spielte auch der FC København an diesem Sonntag zu Hause (Bericht dazu). Da der Anpfiff beim FCK auf 18 Uhr festgelegt war, mal schnell geguckt, was sich sonst noch an diesem Tag in Kopenhagen für Möglichkeiten ergeben und siehe da, Fremad Amager – B 93, Kopenhagener Derby in Liga 3, Anpfiff 13 Uhr, passt.

Nachdem nun also die Paarungen feststanden und sich fürs FCK-Spiel schnell online mit print@home-Ticket eingedeckt werden konnte (knapp 22€ für den Sitzer Gegentribüne Oberrang Mitte), konnte das Wochenende also kommen. Abfahrt im Fernbus sollte Samstag abend um 23:50 ab Berlin ZOB sein, geplante Ankunft 8:40 Sonntag morgen in Kopenhagen, Rückfahrt Sonntag abend 23:40 und Rückankunft in Berlin 8:30 Montag morgen, man ist ja noch jung!

Samstag abend 23:15 also am ZOB gewesen, kurz drauf kam dann auch der Bus. Da die Ansage des Busfahrers war, dass es voll werden würde, schnell einen guten Platz am Fenster gesucht. Nach und nach wurde es voller und irgendwann kam dann eine Familie, die mich höflich bat, ihr meinen Platz zu überlassen und stattdessen den Platz letzte Reihe links am Fenster zu nehmen. Nett wie ich bin natürlich zugestimmt und mit Sack und Pack umgestiegen. Wie sich kurz darauf herausstellte, war meine Höflichkeit ein großer Fehler, da sich natürlich genau neben mich ein etwas kräftiger Herr setzen musste, der etwa 1,5 Plätze einnahm, mein Bewegungsradius also deutlich eingeschränkt wurde. So kam es, dass ich mit Abfahrt die Augen zwar zugemacht habe, aber bis Ankunft in Puttgarden am Fehrterminal quasi nicht wie geplant schlafen konnte (zum Glück habe ich Samstag tagsüber noch eine Runde gepennt). Die Überfahrt der Fähre dauerte dann leider nur knapp 45 Minuten von Puttgarden nach Rødby, man war quasi gerade aus dem Bus raus (ja, seit dem Estonia Unglück muss man auch bei solch kurzen Strecken immer aussteigen und aufs Personendeck gehen), da kam schon wieder das Signal, sich zu den Fahrzeugen zu begeben. In Dänemark dann noch entspannte 2h die Landschaft betrachtet und pünktlich 8:40 bei Sonnenschein in Kopenhagen angekommen.

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bisschen Sightseeing bei strahlendem Sonnenschein

In Kopenhagen erstmal am Hauptbahnhof ein paar Kronen besorgt, für umgerechnet 8€ (man hat’s ja als Student) die Tasche eingeschlossen und am Fahrkartenautomat ein Cityticket für 80 dänische Kronen (knapp 11€) gekauft. Mit diesem Ticket kann man quasi 24h mit Bus, Bahn und Metro beliebig oft die Zonen 1-4 (also Kopenhagen Innenstadt + Flughafen) befahren. Nachdem nun also alles organisatorische soweit klar war, ging’s ab in die Stadt. Was ich leider vorher nicht bedacht hatte bzw. mich nicht informiert hatte, war, dass genau an diesem Sonntag der IronMan Kopenhagen stattfinden sollte und in der Stadt viele Brücken aktuell wegen Baustellen nicht nutzbar sind. Vorteil an der Sache ist, dass man so auch mal die kleineren Straßen kennen lernt und seinen Orientierungssinn etwas fördert. Da ich während meiner Kindheit schon öfter in Kopenhagen war, war konkretes Sightseeing nicht geplant, die Planung war eher vom Hauptbahnhof zum Wasser, am Wasser entlang, vorbei am Christiansborg Palast durch die Gassen zu Schloss Rosenborg und zurück durchs Stadtzentrum Richtung Rathausplatz, von dem aus der Bus Richtung Stadion fahren sollte. Da wie gesagt wirklich schönes Wetter war und Kopenhagen praktischerweise sehr kompakt ist, ist in der Innenstadt alles fußläufig erreichbar und so reichten knapp 2 Stunden für den gesamten Weg. In Dänemark haben netterweise ja Supermärkte oft auch Sonntags auf, so dass ich mich auch noch mit Getränken eindecken konnte. Kulinarisches Highlight war dann aber doch wieder der Cheeseburger bei McDonalds und später bei Burger King, die Preise in Kopenhagen sind halt doch nicht ohne und da Fisch auch nicht so mein Fall ist…

Auf geht’s zum Spiel, Länderpunkt Dänemark sichern!

Gegen 11:15 dann zurück zum Rathausplatz und den Bus zum Sundby Idrætspark, Spielort von Fremad Amager, genommen. Vorm Eingang noch ziemlich tote Hose, einzig ein paar aktive Fans mit Bannern und Choreomaterial kamen gerade an. Auf meine Frage nach Tickets wurde ich mit einem „we will open in a few minutes“ vertröstet. Zwischenzeitlich dann mal auf die Karte fürs Abendspiel geguckt und dabei festgestellt, dass selbst in der ersten liga erst 1 Stunde vor Anpfiff Einlass ist, mit meinen 1,5 Stunden vor Anpfiff in Liga 3 war ich dann wirklich etwas zu optimistisch. Irgendwann kam dann aber der Kassierer und so durfte sich für 50 Kronen durchs Holzdrehtor geschlängelt werden, sehr stylisch.

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Sundby Idrætspark, Stadion von Fremad Amager
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der Eingang mit Holzdrehtoren

Das Stadion selbst bietet eine überdachte Sitzplatzhaupttribüne mit 13 Reihen und eine klassische 5-stufige Holztribüne über die komplette Gegengerade. Insgesamt soll das ganze Stadion ein Fassungsvermögen von etwa 7200 Personen haben, am heutigen Spieltag waren etwa 900 Zuschauer anwesend. Witziges Detail am Rande war der mit einer Leine abgesperrte Sponsorenbereich mittig auf der Haupttribüne unter der Sprecherkabine. Da dort überwiegend Familien mit Kindern saßen, vermute ich allerdings, dass besagte Sponsoren normale Fans sind, die sich eine lebenslage Mitgliedschaft oder ähnliches gekauft haben, Sponsoren hatte ich mir jedenfalls anders vorgestellt.

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Blick auf die Haupttribüne
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Holz-Gegentribüne

Da mir vor Spielbeginn mehrere Fans mit Choreomaterial, Schwenkern und einer Trommel aufgefallen waren, hatte ich mich ein wenig auf aktiven Support eingestellt. Leider kam dieser eigentlich nur von B93, die mit etwa 50 Leuten am Rand der Haupttribüne platznahmen und mit einer Trommel und einem Schwenker 90 Minuten rythmisch vor sich hin trommelten. Anfeuerungsrufe gab es dazu allerdings nur bei Standards. Auf Heimseite erkannte ich etwa 4 getrennte Fangruppen. Mittig auf der Haupttribüne saßen diejenigen, die dank Anfeuerungsrufen für ein wenig Stimmung sorgten. Am rechten Rand der Hauptribüne versammelten sich etwa 10 Personen mit blau-weißen Schwenkern hinter einer Ammager Loyalists Zaunfahne. Die Schwenker wurden in der ersten Halbzeit aber nur einmal genutzt, zur zweiten Halbzeit schwenkten 3 Jungs diese durchgehend, akustischer Support fand aber nicht statt. Auf der Gegentribüne stand dagegen eine Gruppe von ebenfalls etwa 10 bis 15 Leuten, die zu Beginn ein Spruchband mit dem Titel „De Blå/Hvide Engle“ inkl. blau-weißen Papierschnipseln zeigten, was nach Spielbeginn über einem weiteren Spruchband „Tak for sidst! HA HA HA“ aufgehangen wurde. Letzteres Spruchband spielt auf die derzeitigen Leistungen an. die ersten beiden Spiele wurden verloren, so dass man als Tabellenletzter ins Spiel ging.  Wie auf den Bildern unten zu sehen, besitzt diese Fangruppe ebenfalls Schwenker, diese wurden aber nur in die Hecke hinter der Tribüne gesteckt und verblieben dort die gesamten 90 Minuten. Bis auf einzelne Töne aus einer Tröte gab es auch hier nichts akustisches zu hören. Letzte und mir persönlich mit Abstand sympatischste Gruppe waren die Fans rechts auf der Gegengeraden, welche sich vor und hinter jeweils einer gedruckten Zaunfahne „Sunny Side – Antiracistik Ståsted“ einfanden. Mir war es ehrlich gesagt nicht bewusst, dass es in den dänischen Ligen solche klaren antirassistischen (und somit auch irgendwie politischen) Positionierungen gibt (mal abgesehen von einzelnen Fangruppen des FCK). Sehr sympathisch jedenfalls! Leider war niemand so wirklich greifbar, den man zu Details befragen konnte.

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Spruchband zu Beginn des Spiels
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Antirassistische Fußballfans auch in Dänemark

Zum Spiel selbst gibt es gar nicht so viel zu sagen. Vom Niveau würde ich es eher mit unserer 5. oder 6. Liga vergleichen. Fremad Amager ging bereits in der fünften Minute in Führung und konnte diese in der 75. Minute zum 2:0 Endstand ausbauen, nachdem B 93 kurz vorher 2 Großchancen zum Ausgleich hatte. Der Co-Trainer der Heimmannschaft durfte dann 5 Minuten vor Ende die Bank in Richtung Tribüne verlassen, nachdem er in feinster Dorfplatzmanier nach einem nicht gepfiffenen Foul gegen den Schiri gepöbelt hat.

Zum Schluss bleiben noch ein paar Kuriositäten in Erinnerung:

  • B 93 hat nicht, wie in Deutschland üblich, einen einheitlichen Sponsor auf der Brust, die Mannschaft spielte mit mindestens 3 verschiedenen Sponsoren auf den Trikots der Spieler
  • in der Halbzeit gab es beim Toilettengang ein wenig Verwirrung, als vor mir die Spieler in die als „Toilette“ ausgezeichneten Räume gingen, nachdem dann aber nach und nach andere Fans reingingen, hab ich mich auch getraut, scheint dort normal zu sein, dass Spieler und Fans die selben Toiletten nutzen 😀
  • in der 46. Minute fiel die Spielzeitanzeige aus (bzw. blieb bei 1:xx) stehen, ab diesem Zeitpunkt wurden alle Zeiten nur noch als „etwa zur xx. Minute“ bzw. „etwa xx. Minuten vor Schluss“ angesagt
  • die ausgewechselten Spieler der Heimmannschaft wurden von der Fangruppe mittig auf der Haupttribüne jeweils so lange gefeiert, bis sie aufstanden und sich bei den Fans bedankten, kann man mal machen
  • die Tormusik von Fremad hat es mir angetan (ab 00:39)

Ein paar Eindrücke vom Stadion/Spiel: