Chemie Leipzig – Babelsberg 03 1:0, So. 06.08.17

Wenige Tage nach Lok direkt wieder Leipzig. Wieso ich nicht gleich da geblieben bin? Ganz einfach: es gab gewisse Verpflichtungen am Tag der Fans in Bremen, denen ich nachkommen musste. Entsprechend ging es auch auf der Hinfahrt alleine nach Leipzig, wo die Zeit bis zum Eintreffen der bekannten Nasen wie üblich in der Lounge verbracht wurde. Im Zug zunächst noch jede Menge Dortmunder, die wohl vom Supercup-Spiel kamen, am Bahnhof Leipzig weiterhin viel gelb-schwarz. Dabei handelte es sich aber um etwa 25 Personen der Fanszene aus Plauen, die mit Material wohl auf dem Weg nach Hoyerswerda waren (jedenfalls ging es für sie in die S-Bahn dorthin und damit nur eine S-Bahn bevor die Potsdamer per WET am selben Bahnsteig ankamen). In Polizeibegleitung ging es mit dem Potsdamer Zugfahrerhaufen kurz drauf in die S-Bahn Richtung Alfred-Kunze-Sportpark und vom dortigen Bahnhof hieß es nochmal etwa 15 Minuten Fußweg bei brütender Hitze. Die Polizei-Hundertschaft wirkte ob der Babelsberger Anwesenheit nicht ganz so begeistert, die ständigen Ermahnungen, man solle nicht auf der Gegenfahrbahn laufen, waren jedenfalls mehr als unnötig, da nur die Polizei selbst dort lief.

Vorm Stadion das typische Bild. 100 Leute wollen eine Karte, aber nur ein Kartenhäuschen hat auf, na toll. Für 6 Euro ermäßigt wechselte gefühlt 20 Minuten später aber doch noch eine Karte den Besitzer und gewährte Einlass in den schmalen, mehrstufigen Gästeblock. Ich mag ja irgendwie Stadien, die nach außen hin so offen sind, dass eigentlich nur ein Zaun Straße und Block trennt. Muss für die sonntäglichen Ausflügler mit ihren Fahrrädern sicher auch ein ungewohnter Anblick sein. Für den geneigten Fußballfan ist auch der Alfred-Kunze-Sportpark ein ungewohnter Anblick. Richtig geiles Stadion mit zweistöckiger, aber unüberdachter Heimkurve inklusive großem Banner. Der Hopperauflauf auf der überdachten Haupttribüne wird sich heute wohl in Grenzen gehalten haben (man hört da ja immer wilde Geschichten), spielte das Wochenende vorher doch Lok beim Derby dort.

Während die Heimkurve mit großer, bunter Blockfahne ins Spiel startete, gab es im Gästeblock zunächst eine kurze Ansage, welche Möglichkeiten man durch den Aufstieg von Chemie nun doch hätte, seine Spuren (akustischer Natur) im Gästeblock zu hinterlassen. Trotz vollem Stehbereich und gutem Wetter wirkten die Worte im Rückblick dann doch eher hemmend. Legte man gut und laut los, flachten die Gesänge ab Mitte der ersten Hälfte schon sehr ab. Zwischendurch konnte bei Klatscheinlagen immer mal wieder der ganze Block mit einbezogen werden, viele kämpften aber doch eher mit ihrem Hass auf die Stadiongastronomie. Das Bier war wohl einerseits alkoholfrei (wofür sich die Chemiker im Nachgang entschuldigten und mit Freibier beim nächsten Spiel dort für die Gäste aus Babelsberg warben) und andererseits wie auch die Cola einfach schlecht. Standen wohl zu lange in der Sonne oder waren noch die Reste vom Lok-Spiel. Zum Trost gab es das ein oder andere Gratiseis, natürlich genau in dem Moment, als ich im hinteren Teil des Blocks war. Zum Glück hatte ich morgens mein Kaktuseis. Ihr merkt, was in anderen Hoppingberichten das Bier, ist bei mir das Eis.

War das Spiel von Anfang an hart umkämpft und ein Unentschieden wäre wohl nur fair gewesen, gab es fünf Minuten vor Abpfiff noch den unnötigen 1:0-Siegtreffer der Hausherren zu bestaunen. Ich scheine den Potsdamern jedenfalls kein Glück zu bringen.

So ging es gesenkten Hauptes nach Abpfiff raus und gemeinsam zurück zum Bahnhof, wo ich mir in der vollen S-Bahn sogar noch einen Sitzplatz sichern konnte. Aufgrund der zahlreichen Mitfahrer in der S-Bahn verzögerte sich deren Ankunft am Hauptbahnhof doch etwas, was es für uns in Richtung Hannover Weiterreisenden nochmal spannend machte, sagte die App bei Abfahrt der S-Bahn doch noch +0 beim IC. Im Hbf mit viel Rennerei noch was (zu teures) zu essen und trinken gesucht, nur um dann am Bahnsteig zu erfahren, dass die Bahn wegen Warten auf Anschlussreisende und das Bordpersonal mit 20-minütiger Verspätung abfahren solle. Wieso steht sowas 10 Minuten vorher nicht in der App? Danke Deutsche Bahn. Aus 20 Minuten wurden bis Hannover dann fast 50 Minuten, schönes Ende des Wochenendes, auch weil der IC weiter nach Bremen für meinen Mitfahrer natürlich auch weg war und es RE hieß. Immerhin kann ich nun zwei meiner bis dahin noch offenen Wunschstadien abhaken!

Lok Leipzig – Babelsberg 03 0:0, Do. 03.08.17

Ich bin ja nun echt nicht so der Hopper, wie man auch den nicht gerade zahlreichen Berichten in diesem Teil des Blogs entnehmen kann. Aber auch für mich gibt es ein paar Stadien, die ich unbedingt noch besuchen möchte. Zwei davon befinden sich in Leipzig, wo ich bisher nur im zwar schönen, aber von einem Quatschverein bespielten Zentralstadion war. Wie es der Zufall so wollte, bot sich noch vor Start der Bundesligasaison die Möglichkeit, sowohl das Bruno-Plache-Stadion als auch den Alfred-Kunze-Sportpark innerhalb weniger Tage hintereinander zu machen. Donnerstag Abend Lok-Babelsberg, drei Tage später Chemie-Babelsberg. Und auch Mal wieder die Möglichkeit, ein paar bekannte Nasen abseits von grün-weiß zu sehen. Nach kurzer Rückfrage bei der Chefin, was sie zu einem Tag Urlaub sagt, hieß es nur noch Mitreisende zu finden. Klappte dann auch recht schnell.

Donnerstag früh Feierabend gemacht und Dank IC über Braunschweig nach Dresden mussten nicht mal viele Überstunden dran glauben. Nach absolut unspektakulärer Fahrt waren wir früh in der Messestadt und so musste noch das ein oder andere Kaktuseis in der Lounge dran glauben. Um den Babelsberger Bushaufen am zugehörigen Parkplatz in Empfang zu nehmen, wurde recht früh auch die Tram geentert, wo man doch die Blicke auf sich zog. Also an mir lag es nicht… Am Busparkplatz angekommen war außer viel Staatsmacht während der gesamten Wartezeit nur ein Fuchs zu sehen, dort gab es sonst aber auch nur Schrebergärten. Wir also schön zwei Stunden vor Anpfiff am Busparkplatz gelangweilt und immer wieder vertröstet worden, nur um dann kurz vor Anpfiff darüber informiert zu werden, dass der Bus schlussendlich direkt zum Gästeblock gebracht würde. Tolle Wurst, sind ja nur 15 Minuten Fußweg bei 10 Minuten bis Anpfiff. Trotz zügigem Lauf reichte es natürlich nicht mehr zum Anpfiff, kurz nach eben diesem waren aber auch wir am Einlass und konnten die Sachen bei der Gepäckabgabe loswerden.

Im Stadion, welches den meisten Lesern hier doch bekannt sein sollte (nette Oldschool-Bude mit überdachter Haupttribüne und zwei Kurven plus Gegengerade mit Stehplätzen inkl. Flutlichtmasten, was ja heute auch nicht mehr selbstverständlich ist), war selbst für Donnerstag Abend recht wenig los. Neben etwa 70-80 Babelsbergern vielleicht noch 20 bis 30 Freunde und Bekannte aus Hamburg, Düsseldorf, Leipzig (RSL) und eben Bremen. Stimmung war für die Anzahl eigentlich ganz okay, wirklich in Erinnerung ist aber nichts geblieben. Auch auf dem Platz ein mageres 0:0. Die Heimseite zeigt ja fast schon Bremer Verhältnisse. Jedenfalls steht der Ultrahaufen, welcher laut BFU Jahresrückblick wohl seit einiger Zeit halbwegs zusammen steht bzw. es zumindest probiert, doch sehr alleine im eigenen abgegrenzten Bereich der Kurve, während das normale Publikum die Haupttribüne und Teile der Gegentribüne bevölkert. Lok ist ja nun nicht gerade für seine Ultraszene bekannt, außer zwei Schwenkern war da auch echt nichts los. Alles in allem ein ziemlich trostloses Spiel, dem sich sogar das Wetter nach zunächst viel Sonnenschein anpasste. Ich gebe ja zu, dass ich ein wenig mehr Brisanz schon allein aufgrund der politisch teilweise sehr deutlich unterschiedlichen Auffassungen erwartet habe, aber selbst der Weg alleine zurück durch die Schrebergärten zur Tram und von dort zum Hauptbahnhof plus anschließender Fahrt mit Flixbus zurück nach Hannover war sehr entspannt. Einzig die Mücken ließen noch Tage später beim Chemie-Spiel erkennen, wer bei Lok dabei war.

KV Mechelen – Olympiakos Piräus 0:6, Sa. 08.07.17

Nach langer Zeit mal wieder ein kurzer Bericht, Grund dafür ist der Länderpunkt Belgien. Lange nicht für möglich gehalten, sollte es ganz spontan doch noch klappen.

Die Tage vorher verbrachte ich mit jeder Menge netter Menschen auf dem European Football Fans Congress in Gent und Lokeren. Veranstaltungsorte an beiden Tagen jeweils belgische Erstligastadien aber eben kein Spiel dort. Im Voraus war auch die Option auf ein Testspiel in der Umgebung eher unwahrscheinlich. Im Kopf schon bei den Planungen, statt FSE-Mitgliederversammlung mir Gent als Stadt noch etwas genauer anzugucken, ergab sich dann auf dem Weg zum Bahnhof doch noch die Möglichkeit. Zusammen mit 2 Gleichgesinnten wurde das oben genannte Spiel in der App gefunden, nach kurzer Kontrolle auf der Mechelen-Homepage, stellten sich Spielort und -zeit als richtig heraus.

Mit dem Zug ging es knapp 45 Minuten nach Mechelen und dank Handynavigation auch relativ schnell zum dortigen AFAS-Stadion. Immer gut, wenn man eine Person dabei hat, die der Sprache mächtig ist. Entsprechend unproblematisch war auch der Kartenkauf für knapp 10€ für den Sitzer. Funny fact hierbei die Tatsache, dass wir, obwohl wir 3 noch aneinander hängende Karten hatten, die Plätze 155, 156 und 159 hatten, zum Glück herrschte aber eh freie Platzwahl. Bevor wir unsere Plätze einnehmen konnten, hieß es aber erstmal den Einlass überwinden, was sich als schwieriger als erwartet herausstellte. Grund hierfür die verblüffende Logik der Belgier nach mehreren Terroranschlägen. Zwar gibt es im Stadion frei verkäuflich Getränke aus PET-Flaschen, die sich wunderbar als Wurfgeschoss eignen, den eigenen Beutel mit Klamotten und Heftchen drin darf man aber nicht mitnehmen. Da hilft es auch nicht, in der Landessprache den Sachverhalt zu erklären, dass man direkt vom Kongress mit dem Zug angereist ist und entsprechend kein Auto o.ä. hat, wo man seine Tasche lagern kann. Alles diskutieren half natürlich nichts, also erstmal wieder raus (was nach erneutem Scannen der Karten problemlos ging) und eine Möglichkeit finden, die Taschen loszuwerden. Zum Glück radelt der geneigte Belgier ja zum Fußballspiel und vergleichbar unserer Kontrolleure an den Autoparkplätzen gibt es hier entsprechende Personen am Fahrradparkplatz. Wir ernteten für unsere Frage, ob wir die Taschen dort lagern könnten zwar sehr verwirrte Blicke, aber unter einem Werbeaufsteller durften wir unsere Sachen dann doch lagern. Alle Wertsachen wie Laptops in die Hand genommen (Aussage der Security am Einsatz, alles, was wir in die Hand nehmen könnten, darf rein, aber eben keine Taschen) und zurück zum Stadion.

Diesmal klappte der Einlass problemlos und so ging es auf die Tribüne, die für ein Testspiel schon recht gut gefüllt war. Besonders auffällig der Kontrast im Stadion. Während unsere Tribüne noch eine der ursprünglichen Tribünen des Stadions ist, handelt es sich auf der gegenüberliegenden Seite um einen Neubau, der ob der schrägen Dachkonstruktion doch zu gefallen wusste. Im Gästeblock fanden sich einige Fans der Griechen (vor allem aus Deutschland, Zaunfahnen insbesondere der Sektion Wuppertal) ein, die Heimseite fiel dagegen durch 2 getrennte Supportblöcke auf. Hinter dem Tor eine Ultragruppe mit etwa 30 Personen im Alter von vielleicht 16 Jahren + 2 Vorsängern mit Trommel, Schwenkern und Zaunfahnen um Stimmung bemüht, auf der Gegentribüne eine deutlich kleinere Gruppe ebenfalls mit Schwenkern und Trommel. Man freut sich ja schon über Support beim Testspiel, aber nicht mal die selben Lieder singen, schon bescheuert. Die jungen Ultras hinterm Tor reagierten lieber auf den Wechselgesang angestimmt von einer Einzelperson auf unserer Tribüne. In der Halbzeit und damit verbundenem Stadionrundgang ernteten wir dann noch skeptische Blicke, als wir uns zu dritt dem Ultrablock näherten.

Auf dem Platz gestaltete sich das Spiel sehr einseitig. So gab es u.a. eine direkt verwandeltes Eckballtor und ein Kopfballtor unseres ehemaligen Kopfballungeheuerts Marko Marin zu sehen. Dass es mittlerweile selbst bei Testspielen in Belgien Videobeweis gibt, war mir bisher nicht bewusst. Wenn man dann aber auch nach Videobeweis noch die falsche Entscheidung trifft, macht eben diesen sinnlos. Aber auch vorher waren die Entscheidungen des Schiris ein wenig unglücklich. So setzte sich ein Mechelen Spieler nach Provokation des Griechen mit der Hand am Hals des Gegners zu wehr und es gab nicht mal gelb.

Etwa zur 70. Minute machten wir uns dann aber auch wieder auf den Weg, um unsere Taschen wieder in Empfang zu nehmen und auch noch etwas zu Essen vor der Rückfahrt zu suchen. Ich erzähle ja grundsätzlich immer jedem, dass wenn er sein Fahrrad nicht anschließt, am nächsten Tag 2 dort stehen. Dass dieses Prinzip aber tatsächlich klappt, merkt man erst in Belgien. Plötzlich lag nämlich eine weitere Tasche eines Schalkers auf unseren Taschen. Da aber noch alles in den Taschen war, halb so wild und so ging es in die Stadt, wo noch ein kurzer Weg über die Kirmes gemacht und eine Portion Pommes verspeist wurde, bevor es zurück zum Bahnhof und zurück nach Gent ging.

Länderpunkt Belgien und für mich auch der 100. Ground, quasi doppeltes Jubiläum!

Tennis Borussia Berlin – Anker Wismar 0:1, Fr. 09.12.16

Eigentlich war für heute Abend gar kein Spiel geplant. Stattdessen sollte sich weiter um meine zukünftige Anstellung an der Uni und damit verbundene benötigte Unterlagen gekümmert werden. Wie es dann so ist, nachmittags trudelt eine Nachricht per whatsapp ein, ob man sich nicht vor unserem Spiel morgen heute noch bei TeBe treffen wolle. Da ich besagtem Fragenden schon letzte Woche nach dem Heimspiel ein Bier auf seinen Geburtstag ausschlagen musste, blieb heute natürlich nur eine Option: hin da!

Auch wenn ich schon geschätzt ein Jahr nicht mehr im Mommse war, geändert hat sich nicht viel, der Weg zum Stadion ist immer noch komplett unbeleuchtet. Dafür erspähte das geschulte Auge Ordner am Gästeeingang. Sollte es heute im fünften Anlauf tatsächlich mein erstes Spiel mit Fans im Gästeblock des Mommsenstadions geben? Das größte der Gefühle bisher waren ein paar Mahlsdorfer mit Deutschlandfahne und großem Schwenker am anderen Ende der Haupttribüne vor einigen Jahren. Um es vorweg zu nehmen: ja, der Gästeblock war auf und es fanden sich auch etwa 10 Gästefans von Anker Wismar inkl. diverser Zaunfahnen (u.a. Freundschaftszaunfahne zu Dynamo Schwerin) und einem rot-weißen Schwenker ein, welche mir während des Spiels aber nur durch ein wenig Pöbel auffielen. Ansonsten hatte das Spiel leider wenig Highlights zu bieten, so dass man sich lieber interessanten Gesprächen und dem ein oder anderen Bier widmete. Natürlich war man aus Bremer Sicht nicht alleine, neben uns beiden traf man noch zwei/drei andere bekannte Nasen, die sich das Mommse bei Flutlicht ebenfalls gönnten.

Da wir noch eine S-Bahn kurz vor 10 kriegen wollten, machten wir uns etwa 5 Minuten vor Abpfiff auf dem Weg Richtung Haltestelle. Gewitzt, wie wir sind, wollten wir uns natürlich unnötige Wege sparen und da man bereits während des Spiels bemerkte, dass das Tor zum Gästeblock offen war, wollten wir die Abkürzung durch den Gästeblock Richtung Bahn nutzen. Klappte natürlich nicht. Der einzige Ordner vor Ort hatte allen Ernstes ein Problem damit, dass zwei neutrale Fußballfans durch „seinen“ Gästeblock mit vielleicht 10 Personen auf der anderen Seite eben dieses Blocks kurz zur Bahn laufen. Auch das Angebot, ihm Rucksack oder Wertsachen als Pfand zu übergeben, überzeugten wohl nicht, so dass uns nichts anderes übrig blieb als doch noch einmal rund ums Stadion zu laufen. Bahn wurde natürlich doch noch gekriegt und fast hätten wir durch den Umweg auch noch das einzige Tor des Spiels (0:1 für Wismar) mitbekommen. Dieses fiel nämlich kurz vor Abpfiff, als wir gerade auf Höhe des Gästeblocks (von außen!) vorbei liefen. Als mein Begleiter Westkreuz umsteigen musste, merkte ich dann noch, dass ich ja gar keine Fahrkarte gestempelt habe und ehrlich wie ich bin natürlich extra ausgestiegen, gestempelt und ob der Wartezeit eine alternative Verbindung nach Hause genommen. So erlebt man wenigstens noch was an einem Freitag Abend und es sag noch einer, Alkohol benebelt die Sinne!

 

Energie Cottbus – Babelsberg 03 3:0, Sa. 19.11.16

Am heutigen 19.11.16 sollte es durch den Abstieg der Lausitzer in der letzten Saison zum ersten Ligaspiel seit 30 Jahren in Cottbus zwischen Energie und Babelsberg kommen. Aufgrund der Lage im selben Bundesland und dem politische Engagement der Babelsberger handelt es sich dennoch um ein Derby, auf das beide Fanszenen lange hin arbeiteten.

Bereits im Vorfeld des Spiels veröffentlichte die Cottbusser Fanszene unter  dem Motto „Babelsberg jagen“ ein mehr als fragwürdiges Mobilisierungsvideo, das eher an terroristische Vereinigungen als an Fußball erinnerte. Auch sonst wurde die Gesinnung von Inferno und Co durch verschiedene „Juden Babelsberg“ Graffitis und Tags im Stadtbild klargestellt, welche teilweise vorm Spieltag bereits wieder von Polizei und Stadt entfernt wurden, teilweise auch am Spieltag noch entlang des Fußwegs zum Stadion zu sehen waren.

Die Babelsberger mobilisierten dagegen unter dem Motto „Alle in schwarz“ zu zwei Zugtreffpunkten in Babelsberg und Berlin Alexanderplatz, wo sich etwa 500 Mitreisende Babelsberger und viele befreundete Gruppen erst mit weiß-blauen Webschals eindecken konnten und von wo dann die gemeinsame knapp 1,5-stündige Reise Richtung polnische Grenze angetreten werden konnte. In Königs Wusterhausen meinte dann auch die Staatsmacht mit der Besatzung eines kompletten Polizei-Busses zusteigen zu müssen, was einerseits die Ankunftszeit immer weiter verzögerte und andererseits nicht unbedingt für ein positives Gefühl bei den Nicht-Fußballfans im Zug sorgte. Bis Ankunft am Cottbusser Hbf blieb es komplett ruhig und auch dort war erstmal von Energie-Fans nicht viel zu sehen. Polizei und Stadtverwaltung hatten dankenswerterweise extra für uns den gesamten Stadtring bis zum Stadion sperren lassen und so ging es zu Fuß mit Polizeibegleitung den zwanzigminütigen Weg zum Stadion. Man munkelt, dass die anderen norddeutschen Freunde, die mit Bus vorab nach Potsdam angereist waren, sogar ihre Zivis dabei hatten. Bis zur Überführung kurz vorm Stadion blieb es bei bewölktem Himmel mal abgesehen von besagten „Juden Babelsberg“ Tags auch vollkommen unspektakulär. Auf der Überführung wurde es dann kurz hektisch, als man von Cottbus mit Leuchtspur und Böllern von unterhalb der Brücke beworfen bzw. beschossen wurde. War dann aber alles halb so wild und eigentlich waren die panischen Blicke der Ordnungshüter, die wohl mit sowas gar nicht gerechnet hatten, viel interessanter als die Cottbusser Aktion. Negativ vielen dazu noch die restlichen Cottbusser Szeneleute auf, die von unten „Arbeit macht frei, Babelsberg 03“ skandierten.

Vor dem Stadion hieß es dann erstmal noch ewig warten, da das Stadion zwar schnell öffnen sollte, von Seiten der Ordner aber versucht wurde, immer nur kleine Gruppen von Fans direkt vor den Eingang zu lassen. Klappte dann auch eher semioptimal. Positiv überrascht war ich dagegen von den Ordnern. Kennt man sonst aus Cottbus immer nur schlecht gelaunte und ziemlich brutale Ordner, so konnte man heute sogar mit den Ordnern lachen und Schuhe ausziehen beschränkte sich wohl auch nur auf einige wenige. Negativ fiel dagegen das Versorgungsangebot auf. Alkohol gab es natürlich ob des Hochrisikospiels nicht, aber Erfrischungsgetränke für 4€ sind dann doch schon Bundesligapreise. Und die Bulette schmeckte auch scheiße!

Mit Kaffee ging es dann in den Gästeblock, in welchem der überdachte Stehbereich heute komplett gefüllt war, dürften wohl so 500 bis 600 Babelsberger gewesen sein. Wären auch die 5 bis 6 Personen im Sitzblock rüber gekommen, hätte das ganze vielleicht noch ein bisschen besser gewirkt. Die Gegentribüne war dagegen nur für Rollstuhlfahrer geöffnet. Da macht man vor dem Spiel so ein Trara in Cottbus und am Ende füllt man selbst gerade mal die eigene Hintertortribüne halbwegs (die Ecke von Ultima Raka war schon sehr leer) und einen Teil der Haupttribüne. Auch sonst fiel die Heimseite nicht gerade durch Support oder ähnliches besonders auf. Vor dem Spiel zeigte Ultima Raka zum 14. Geburtstag eine kleine Choreo mit dem Spruchband „Für Zecken sind wir Nazis, für Nazis Zecken – Seit 14 Jahren für Energie und unseren Sport“. Vielleicht sollte man sich lieber mal fragen, wieso die Cottbusser Szene von anderen als Nazis betitelt wird und was man dagegen tun kann, statt sich für solch blöde Sprüche zu feiern. Im Bereich des Collettivo Bianco Rosso gab es zudem rot-weiße Fähnchen und etwas Rauch. Insgesamt hatte ich mir von Cottbus deutlich mehr für ein Derby erwartet. Auch akustisch waren sie im Gästeblock nie wirklich zu hören, Material wurde kaum genutzt. Wenn dann selbst die mehr als peinliche Tshirt-Spruchband-Aktion „Fotzen Nulldrei“ auf der Haupttribüne (!) im Gästeblock komplett ignoriert wird, ist eigentlich alles zu Cottbus gesagt.

Die Babelsberger legten dagegen von Anfang an gut los. Die weiß-blauen Schals gaben das gewünschte geschlossene Bild ab und fanden auch im Spiel immer mal wieder Verwendung. Gesänge waren positiver Weise heute wirklich viele Pro Babelsberg statt nur Gepöbel und Antigesänge, auch wenn der ein oder andere Babelsberger das gesamte Spiel vermummt am Zaun verbrachte und mehr auf Konfrontation aus zu sein schien. Gegenüber dem Auswärtsspiel beim BAK  gestaltete sich der Gesang heute deutlich lauter und abwechslungsreicher, auch wenn es ab Mitte der zweiten Halbzeit dann doch immer mehr Durchhänger gab. Bei einem frühen Rückstand, der am Ende noch bis auf 0:3 erhöht wurde, auch nicht weiter verwunderlich. Und auch unsere gemeinsame norddeutsche Ecke wirkte sehr textsicher. Ich bin einerseits positiv überrascht, wie viele Leute Babelsberg für so ein Spiel mobilisieren kann, andererseits muss man natürlich auch kritisch hinterfragen, wenn dagegen zu einem Spiel wie bei BAK, also quasi keine 30 Minuten von Babelsberg weg, nur vielleicht 100 Leute kommen. Nach dem Spiel  ging es bei zur Stimmung passendem Regen zurück zum Bahnhof, wo sogar noch der frühe RE erreicht wurde. Unterwegs traf man noch auf 2 bis 3 Cottbusser Kleingruppen, die aber alle von der Polizei schnell abgeschirmt wurden und auch der Bahnhof war für Babelsberger komplett gesperrt, trotzdem schafften es dankenswerter Weise noch einzelne Getränkekisten in den Zug.

Am Ende bleibt festzuhalten, dass das Spiel sportlich deutlich und leider auch verdient an die Lausitzer ging und man in Potsdam weiter auf den Derbysieg warten muss. Auf den Rängen war Babelsberg bis Mitte der zweiten Hälfte echt gut drauf und akustisch, auch objektiv betrachtet, wirklich schwachen Cottbussern überlegen. Cottbus hat mit seinem Auftreten rund um das Spiel einmal mehr bewiesen, wie die Leute vor Ort so ticken und dass Energie einfach scheiße ist! Auch das Jagen der Babelsberger klappte zumindest am Spieltag ja doch nur semioptimal. Vielleicht klappt es aber ja wenigstens mit einer Karriere als Filmregisseure, für RTL 2 reicht es bestimmt!

 

Berliner AK – Babelsberg 03 2:0, So. 16.10.16

Nach längerer Zeit mal wieder bei einem Nicht-Werder-Spiel gewesen. Babelsberg spielt beim BAK im Poststadion bei mir um die Ecke, was liegt da näher als ein Spielbesuch Sonntag Mittag? Bereits für 12 Uhr wurde zum gemeinsamen Treffen am Hauptbahnhof gerufen, allerdings waren auch 15 Minuten nach 12 erst wenige Leute am Treffpunkt, so ging es mit vllt. 30 Leuten zu Fuß die knapp 10 Minuten zum Stadion. Die Organisation beim BAK wirkte ein wenig überfordert. Zunächst gab es an zwei Kassenhäuschen, die was von Weihnachtsmarkt hatten, die gleichen Karten zu unterschiedlichen Preisen. Während sie laut Aushang etwas weniger kosteten, wurden sie an der Nachbarkasse zum aufgedruckten höheren Preis verkauft. Erst nach 5 Leuten fiel das ganze auf und das Chaos war perfekt. Auch an den Eingängen zum Gästeblock lief es nicht unbedingt besser. Nachdem die ersten drin waren und nun auch der Rest der Babelsberger am Stadion auftauchte, gab es zunächst Stress mit einem etwas komischen Ordner mit fragwürdiger Gesinnung. Gleichzeitig wurden die Trommelsticks zunächst für Pyro gehalten und erst nach eingehender Kontrolle mit reingelassen. Drinnen dann ein ähnliches Spielchen. Bis es das erste Bier mit mehr Flüssigkeit als Schaum gab, dauerte es eine halbe Ewigkeit. Andere Getränke wurden zunächst in Flaschen rausgegeben, bevor die Thekenkräfte panisch die Flaschen der Zuschauer gegen Becher tauschen wollten. Das Essen dagegen soll hier ruhig lobend Erwähnung finden. Lecker Köfte im Fladenbrot für 3€!

Im weiten Stehblock wurde sich zunächst sehr breit aufgestellt, der Ultrahaufen postierte sich hinter 2 Fahnen am Wellenbrecher und Bändern links und rechts in der Mitte des Blocks. Dafür, dass es von Potsdam nach Berlin nun wirklich weit ist, war ich ob der Anzahl an Gästen allerdings etwas enttäuscht. Klar, insgesamt waren vllt. 50% der 758 Zuschauer Gäste, für die Zeit und Entfernung wäre aber sicher mehr drin. Trotz der geringen Gästezahl war der Support zu Beginn ganz gut. Es gab immer mal abwechselnd eher textlastige als auch weniger textlastige Lieder, so dass auch ich als Gast mitsingen konnte. Mit zunehmendem Spiel und immer schlechterer Leistung der Gäste auf dem Platz wurde es auch im Block ruhiger und das Spiel bei Bier und Gesprächen einfach nur betrachtet. Die Heimmannschaft ging früh in Führung und ließ im gesamten Spiel nur 2 bis 3 gute Chancen der Babelsberger zu. Da es auf Heimseite keine Fanszene gibt, blieb es außer ein paar Anfeuerungsrufen von Kindern auf der außer dem Gästeblock nur geöffneten Haupttribüne ruhig.

Am Ende bleiben wohl nur das Chaos beim BAK und das für ein Regionalligaspiel immense Polizeiaufgebot in Erinnerung.

TuS Koblenz – Stuttgarter Kickers 1:1, Sa. 10.09.16

Nachdem es zum Kassel-Spiel nicht geklappt hat, nun also heute endlich mal wieder Kickers auswärts! Während die Blauen aus Stuttgart per WET-Tour anreisten, ging es für mich bereits um 5:30 mit ICE und IC in Richtung Koblenz. Entsprechend der frühen Abfahrtszeit war ich leider schon um 11:30 in Koblenz und so schön es dort auch sein mag, am Wochenende ist dann doch nicht so viel los. Für ein wenig Überraschung sorgte eine Gruppe Hamburger mit Polizeibegleitung. Interessanter Anreiseweg von Hamburg nach Leverkusen jedenfalls! Da der Zug aus Stuttgart erst kurz vor 13 Uhr eintreffen sollte, blieb auch jeglicher Kontakt mit den Jungs aus der verbotenen Stadt aus. War 13 Uhr nicht eh schon eine späte Ankunft bei Anpfiff 14 Uhr, wurde die Zeit bis zum Spiel noch weniger als sich der Zug immer weiter verspätete. Erst waren es 5 Minuten, dann 10 Minuten und am Ende 27 Minuten. Meine Befürchtungen, es könnte noch zu Konfrontationen mit der zwischenzeitlich wieder auflaufenden Polizei kommen, bestätigten sich zum Glück nicht, so dass es dann 13:30 auch in Begleitung eines Polizei-Sprinters und dem Kasseler Zivi endlich auf den Fußweg in Richtung Stadion Oberwerth ging. Auf der Homepage des TuS aus Koblenz hieß es vorab zum Anreiseweg etwas von 2 Kilometern und etwa 20 Minuten. Schlussendlich waren es dann locker 25 bis 30 Minuten bei 30 Grad und Sonne mitten durch Wohngebiete. Wieso den Stuttgartern vorher dann Shuttlebusse angekündigt wurden, wissen wohl nur die Verantwortlichen beider Mannschaften.

Während die ersten der Zugreisenden nach kleinem Sprint mit Anpfiff im Stadion waren, war der Rest bis etwa zur zehnten Minute im Stadion. Machte aber nicht so viel, da einerseits auf dem Spielfeld zu Beginn nicht allzu viel passierte und andererseits das Material erst zur 25. Minute da war. Gab wohl einige Orientierungsprobleme und auch Diskussionen mit der Polizei bezüglich Vorfahren mit dem Auto direkt vor den Gästeeingang. Aufgrund der Temperaturen und des fehlenden Daches im weiten Rund war die Motivation eh nicht so groß, so dass der ein oder andere lieber den Bierstand belagerte oder es sich im Schatten der Mauer zum Bereich links vom Block gemütlich machte. Mit fortlaufender Spielzeit wurde der Block schließlich beflaggt und mit etwa 30 Leuten supportet. Zwischenzeitlich kamen die „SVK“-Gesänge richtig laut rüber. Ob sie auch auf Heimseite ankamen, kann ich natürlich nicht beurteilen, von Heimseite kam jedenfalls bis auf einmal nichts bei uns an. An Material wurde sich heute auf Trommel und einen zeitweise genutzten großen Schwenker beschränkt, während die Heimseite auf mehrere kleine blau-gelb-schwarze Schwenker zurückgriff. Leider konnte auch das (leider) alkoholfreie Bier den Temperaturen nichts entgegen setzen. Manch ein Kickers-Fan machte allerdings den Anschein, dass er doch noch Alkohol bekommen hat.

Spielerisch von den Gästen aus Stuttgart nicht viel zu sehen. Entsprechend überraschend fiel kurz vor der Halbzeitpause der 0:1-Führungstreffer. Trotz super Leistung des Gästetorwarts konnte in Halbzeit zwei der Ausgleich aber nicht verhindert werden. Koblenz hätte bei so vielen Chancen eigentlich gewinnen müssen, das 1:1 war also aus Gästesicht ein eher glückliches Ergebnis. Wenn man bedenkt, dass die Kickers vor 2 Jahren noch um den Aufstieg in Liga 2 kämpften und letzte Saison dann, wenn auch knapp, aus Liga 3 abstiegen eigentlich traurig, sollte man doch davon ausgehen können, mit den Stuttgarter Kickers hier den klaren Favoriten zu sehen. War wohl nix.

Nach Abpfiff gab es natürlich wieder keine Shuttlebusse und so ging es nach kurzer Abkühlung am kleinen Brunnen vorm Walkingzentrum (wer kann schon von sich behaupten, mal ein Walkingzentrum gesehen zu haben?!) zurück zum Bahnhof. Wer mal als Gast nach Koblenz reisen sollte, verlasst euch nicht auf aushängende Busfahrpläne. Auch wenn dort für Samstag 16:10 ein Bus zum Hbf steht, er wird nicht kommen. Diese Erkenntnis mussten etwa 40 Blaue machen, der Koblenzer Zivi wusste auch keinen Rat. Also den selben Weg wie vor Anpfiff zurück. Etwas hektisch wurde es dann nochmal, als Fanradio-Leute von Übergriffen der Koblenzer vor der Heimkurve berichteten. Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um das Fanradio des Gegners anzugreifen?! Koblenzer Arschlöcher! Die Suche nach den Tätern oder anderen motivierten Koblenzern blieb dann leider erfolglos, einzig eine kurze Rennerei mit ein paar Koblenzern am Hbf sorgte noch einmal für Panik bei der Besatzung der begleitenden Polizeiwanne.

Am Ende ging es für die Stuttgarter per Zug zurück nach Stuttgart, während ich noch einen kurzen Stop in der Heimat vor dem tags drauf folgenden Werder-Heimspiel einlegte. Auch wenn ich sexistische Pöbeleien weiterhin peinlich finde, hoffentlich klappt es dennoch öfter mal wieder mit einem Spiel der Kickers!

Babelsberg 03 – SC Freiburg 0:4, Sa. 20.08.16

Babelsberg im Pokal dabei und nicht am selben Tag wie Werder? Kann man mal machen! Für mich war dieses Spiel allerdings etwas ungewohnt, da der Gegner Sportclub Freiburg hieß und das gleichzeitig für mich bedeutete, nach mehreren Besuchen auf Heimseite des Karl-Liebknecht-Stadions heute mal den Gästeblock kennenzulernen. Bereits im Vorverkauf deckten ich mich wie auch etwa 800 Südbadener mit einer Karte fürs Spiel ein, so dass der Vormittag noch dazu genutzt werden konnte, ein paar Dinge zu Hause zu erledigen. Erst etwa 2 Stunden vor dem Spiel ging es dann mit der S-Bahn nach Potsdam. Dort angekommen erstmal etwas überrascht, dass auch NBU die selbe Bahn gewählt hatte. Diese wurden von der Polizei zunächst auf direktem Wege Richtung der Kreuzung gelotst, wo sich vor jedem Heimspiel jede Menge Babelsberger treffen. Fand ich etwas komisch die Taktik, die Babelsberger wohl auch nicht so gut. Als ich mich vor der Gruppe rund um NBU abseilte und zunächst Richtung Heimeingang ging, zogen sich jedenfalls mehrere Babelsberger Jacken über. Merkte dann wohl auch die Polizei und so wurde der Freiburger Haufen dann doch sofort links parallel zur Karl-Liebknecht-Straße geführt. Ich traf mich lieber noch mit ein paar Freiburgern direkt vorm Stadion. Etwa 45 Minuten vor Anpfiff ging es dann auch zum Einlass, da nach einer vorherigen Ansage, dass alle Taschen, Karabiner etc verboten wären, schwer einzuschätzen war, wie gründlich die Kontrollen sein würden. Ist natürlich auch klar, Babelsberg gegen Freiburg, Hochrisikospiel! Am Ende waren die Kontrollen dann doch sehr entspannt.

Im Stadion schon lange Schlangen vor den Getränke- und Essensständen, was sich leider auch während des Spiels nicht änderte. Teilweise warteten die Gäste 20 Minuten auf ihr Bier. Da helfen dann auch gegenüber der Bundesliga sehr faire Preise nicht. Der Block war für die Entfernung und dem Gegner ganz gut gefüllt. Insgesamt werden es vielleicht 1000 Freiburger gewesen sein, man merkte halt, dass es gleich kommende Woche in der Bundesliga schon wieder nach Berlin geht, nicht unbedingt ideal.

Die Stimmung zu Spielbeginn noch ein wenig verhalten, lag vielleicht auch am Spielverlauf. Babelsberg dominierte die ersten 15 Minuten nämlich quasi nach belieben, typisch erste Runde Pokal. Erst mit einem etwas glücklichen Elfmeter konnte dann die Führung der Gäste erzielt werden, was für deutlich bessere Stimmung im Gästeblock sorgte. Leider gab es teilweise doch recht große Lücken im Gästeblock und auch die Mitmachquote der normalen Zuschauer überzeugte nicht wirklich. Der aktive Teil zog dagegen sein Ding durch, gegen Ende wirkte es dann auch mal wie ein kleiner Rausch 😉 Während des Spiels war aber auch immer wieder die Heimseite zu hören, die zu Beginn mit erstaunlich hoher Mitmachquote ihr Team unterstützte und mit den Toren der Freiburger dann ein wenig auf Trotzreaktion umstellten und weiter gut abgingen. Allgemein ist die Stimmung auf beiden Seiten halt schwer zu beurteilen, beide Blocke bis auf kleinen Puffer direkt nebeneinander und kein Dach.

Während die Freiburger nach Abpfiff wohl teilweise nicht mal zum S-Bahnhof Babelsberg durften, ging es für mich direkt mit Abpfiff raus, da ich mich noch mit jemandem auf Heimseite auf ein Bier treffen wollte. Klappte dann auch super und ich konnte direkt die erste Querstraße durch die Absperrungen Richtung Heimseite gehen. Einzig negativer Punkt des Tages war dann, dass ich vor lauter Planung des Treffens nach Spiel meine Jacke am Wellenbrecher im Stadion hängen lassen habe, blöd gelaufen!

 

FC St. Pauli – Eintracht Braunschweig 0:2, Sa. 13.08.16

Nach zwei Pflichtspielen in unterklassigen Ligen hieß es nun auch wieder Profifußball. Zwar gönnen sich die Werderaner noch eine Woche Pause, aber immerhin in der hanseatischen Nachbarstadt wird schon gegen den Ball getreten. USP plante zum ersten Heimspiel der Saison eine Choreo mit braun-weißen Fahnen im gesamten Stadion, so dass dort schon früh mit dem Aufbau begonnen wurde. Für den Rest der Stadionbesucher galt es noch wahlweise die Ruhe des benachbarten Festplatz zu genießen  (ja, es ist Dom) oder sich im Viertel noch einmal zu stärken. An Ständen vor so ziemlich jedem Eingang des Millerntors konnten vor Anpfiff Shirts für 10€ gekauft werden, welche zur Deckung der Choreokosten gedacht waren. Ob dann wirklich alle Shirts verkauft wurden, bleibt in Anbetracht der Anzahl an Kartons fraglich. Mein Fall war das einfache braune Motiv auf weißem Shirt leider nicht. Natürlich konnte man aber auch einfach Bargeld bei den Jungs und Mädels direkt hinter der Kartenkontrolle spenden, was ich dann doch bevorzugte.

Im Stadion wurde zunächst bis Anpfiff der mittlere Teil der Südkurve direkt vor den Vorsängerpodesten freigehalten und kurz vor Anpfiff erstmal diejenigen im Stadion zurück begrüßt, die seit dem Spiel bei Lübeck mit einem Stadionverbot belegt waren und nun auf Bewährung wieder dabei sind. Insgesamt bestimmt 80 Leute, die endlich wieder rein dürfen. Willkommen zurück! Dass dann im Pokal kommende Woche der Gegner gleich wieder Lübeck heißt, birgt dann schon ein wenig Brisanz.

Mit Anpfiff gab es besagte Choreo. Hierzu wurden in allen Bereichen des Stadions kleine braun-weiße Schwenker verteilt, die zum Einlaufen der Mannschaft geschwenkt wurden. So aus dem Block ist die Wirkung immer schwer zu beurteilen, auf Bildern sah es aber zumindest so aus, als hätten alle mitgemacht. Mir fehlte da so ein bisschen eine Folie oder Spruchbänder zu, aber gut, war ok und sicher nicht wenig Arbeit. Das Spiel lief von Beginn an eher durchwachsen für die braun-weißen. War man in Stuttgart eine Woche zuvor noch die erste Halbzeit spielbestimmend, so zeigte man heute eher das Gesicht der zweiten Halbzeit aus Stuttgart, sprich viele Fehlpässe, schlechte Zuordnung und kaum herausgespielte Chancen. Die Gäste aus Braunschweig von Beginn an bissiger, wie es so schön heißt und so war auch der Führungstreffer wenig verwunderlich. In der zweiten Halbzeit das Team von Ewald Lienen dann etwas besser eingestellt, dennoch machte Braunschweig mit dem 2:0 auch den Endstand klar. Auch stimmungsmäßig war der Gästeblock das ganze Spiel über leider immer mal wieder zu hören. Die Südkurve wirkte nach obligatorischer kurzer Saisonbegrüßung durch die Vorsänger am Anfang sehr motiviert und in Kombination mit den immer wieder genutzten Choreoschwenkern laut und mit hoher Mitmachquote dabei, mit zunehmendem Spielverlauf verflachte das Ganze leider etwas und auch die Koordination zwischen den einzelnen Vorsängern klappte nicht immer zu 100%. Aber ist ja erst das erste Heimspiel der Saison, da geht noch mehr!

Nach dem Spiel gab es dann trotz anfänglichem strömenden Regen noch ein gemeinsames Grillen der Südkurve in der Nähe des Stadions, auf welches auch per Spruchband im Stadion aufmerksam gemacht wurde. Trotz des Wetters (immerhin war es später dann doch trocken) war das Grillen erstaunlich gut besucht und so konnte bei Wurst/Steak und Bier zu fairen Preisen das Spiel gemeinsam rekapituliert werden oder auch von Erlebnissen der Vorbereitung berichtet werden.

St. Pauli – gerne wieder!

Germania Schöneiche – Tennis Borussia Berlin 1:2, Fr. 12.08.16

Zweites Spiel der Saison, zweite Mal auswärts, zweiter Sieg für Tennis Borussia Berlin. Für TeBe sollte es heute nach Schöneiche gehen. Erreicht wurde der dortige Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportplatz (nicht zu verwechseln mit dem Sportpark gleichen Namens in Berlin) nach gemeinsamem Treffpunkt am Ostkreuz klassisch mit S-Bahn und Tram Nummer 88 (was gibt es schöneres?!). Nach kurzem Stop am örtlichen Edeka, welcher wohl den Umsatz einer Woche an nur einem Abend gemacht hat, führte der Weg vorbei an Tierarztpraxis und Wohnhäusern hin zum Sportplatz. Da die heimische Germania ob des Gastes aus Berlin mal eben einen Topspielzuschlag von 8 statt 6 Euro für den Vollzahler ausgerufen hatte, blieb der ein oder andere vor den Toren. Immerhin konnte erreicht werden, dass einem gewisser Teil der Zuschauer zum Normalpreis von 6€ (der im übrigen auch überall ausgeschrieben war, selbst direkt an der Kasse) Einlass gewährt wurde und auch der ermäßigte Tarif blieb vom Topspielzuschlag verschont. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack.

Der Sportplatz selbst ist sowohl von Laufbahn als auch 2 anderen Rasenplätzen umgeben, wobei einer davon sogar eine einreihige Sitzplatztribüne besitzt. „Unser“ Platz dagegen bot außer einem Geländer und ein paar Bierbänken keinerlei Komfort. Wir sind aber ja auch zum Fußball da. Neben den im Berliner Umland irgendwie dazugehörenden 3 Flutlichtmasten pro Seite fällt aber insbesondere der große Funkmast direkt neben dem Platz auf. Auch wenn ich ganz schlecht im Schätzen der Zuschauerzahlen bin, bleibt festzuhalten, dass etwa 90% Fans der Lila-weißen waren. Ansonsten noch ein paar Leute mit Union-Klamotten, wieso man sowas zu einem TeBe-Spiel anzieht, wissen die Personen wohl nur selbst. Support gab es auf Gastseite wie üblich nur ab und zu mal. Ansonsten blieben die vielleicht 100 Personen hinter der Party Army Fahne eher ruhig oder beschäftigten sich mit dem Konsum alkoholischer Getränke. Highlight war sicherlich die ältere Dame auf Heimseite, die allein (später mit Unterstützung einer jüngeren Dame) mit Tröte, Trommel und kleinem Megaphon immer mal wieder die Germania anfeuerte. Half dann aber doch nicht so viel. Dominierten die Lila-weißen die erste Halbzeit noch und gingen verdient mit 2:0 Führung in die Pause, so wurde es in Halbzeit 2 zumindest noch einmal spannend und Schöneiche kam immerhin auf 1:2 ran. Am Ende konnte bei regnerischen Bedingungen dann aber schlussendlich der zweite Saisonsieg für Tennis Borussia eingefahren werden. Leider zog sich die Feierei mit der Mannschaft dann nochmal so lange hin, dass die Tram uns genau vor der Nase weg fuhr. Blöd nur, wenn abends nur noch im 30-Minuten-Takt gefahren wird. So wurde sich die Zeit an der immerhin überdachten Haltestelle mit dem ein oder anderen Gesang, letzten alkoholischen Getränken und Gespräche vertrieben, bevor es mit der S-Bahn, ebenfalls laut singend, zurück nach Berlin ging. Gerne wieder!